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Geschichte des Journalismus

  • Thomas BirknerEmail author
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Zusammenfassung

Basierend auf einer sozialhistorischen Herleitung exogener Faktoren und einer systemtheoretischen Herleitung endogener Faktoren werden im Beitrag vier Phasen der Geschichte des Journalismus (Birkner 2012) vom Beginn der Zeitung als erstem Massenmedium bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelt und als vier Phasen der Ökonomisierung der Medien (Birkner 2011) modelliert. Das dann folgende „Jahrhundert des Journalismus“ (Birkner 2010) wird ebenfalls skizziert und sein mögliches Ende (Weischenberg 2010) diskutiert.

Schlüsselwörter

Journalismusgeschichte Mediengeschichte Massenmedien Ökonomisierung Medienökonomie 

1 Einleitung

Die Geschichte des Journalismus ist mit dem Entstehen der Medienökonomie verschränkt. Seit dem Aufkommen der ersten Zeitungen zu Beginn des 17. Jahrhunderts bestimmen politische und rechtliche, soziale und kulturelle sowie eben vor allem auch technologische und wirtschaftliche Imperative die Entfaltung des Journalismus (Birkner 2012). Auf Basis dieser exogenen Faktoren stellt der vorliegende Beitrag Phasen zur wissenschaftlichen Unterteilung der Geschichte des Journalismus dar und zeigt die entscheidenden endogenen Faktoren für Kontinuitäten und Wandel auf. Während auf der Ebene der Gesellschaft einer Unterteilung des Historikers Hans-Ulrich Wehler (1987a) in die Dimensionen Politik, Wirtschaft und Kultur gefolgt wird, folgt die Unterteilung des Journalismus der systemtheoretischen Modellierung nach Weischenberg (2004 [1992], S. 71). Nacheinander werden hier auf der Ebene der Institutionen journalistische Verlage, Verbände und Redaktionen betrachtet, auf der Ebene der Akteure die Journalist*innen mit ihren Merkmalen und Einstellungen und schließlich auf der Ebene der Aussagen journalistische Texte und Darstellungsformen.

Aktuelle Entwicklungen wie das Einbrechen des Anzeigenmarktes seit dem Beginn des 21. Jahrhunderts verdeutlichen, wie wichtig medienökonomische Strukturen für das Funktionieren des Journalismus in modernen Demokratien sind. Gleichsam dürfen dabei soziale Veränderungen wie neue Lesegewohnheiten ebenso wenig vernachlässigt werden, wie neue technologische Entwicklungen im Internet.

2 Erste Phase der Ökonomisierung: Genese des Journalismus (1605–1848)

Die Geschichte des Journalismus ist auch die Geschichte der modernen Massenkommunikation. Diese beginnt Anfang des 17. Jahrhunderts in Straßburg, im Herzen Westeuropas. Als der Buchbinder und Nachrichtenhändler Johann Carolus eine Buchdruckerei erwirbt, verbindet er Nachrichtenhandel und Druckgewerbe und erfindet damit die Zeitung, das erste → Massenmedium. Selbstverständlich hatte es zuvor auch bereits ‚Zeitungen‘ im Wortsinne gegeben, denn damals waren Zeitung und Nachricht gleichbedeutend. Aber erst mit Carolus Relation kommt etwas für die Medienentwicklung entscheidendes hinzu: Periodizität. Carolus wird seine Zeitung im Wochenrhythmus veröffentlichen. Dabei mag es verwundern, dass seit der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern gut 150 Jahre vergingen, bis jemand auf die Idee kam, Nachrichten zu drucken und auf diesem Weg zu verbreiten. Das liegt vor allem daran, dass Gutenbergs Erfindung die bisherige Technik des Abschreibens von Büchern nicht primär beschleunigen sollte. Der frühe Buchdruck erfüllte zunächst in erster Linie eine ästhetische und nicht eine ökonomische Funktion. Erst Carolus denkt den Buchdruck weiter und beklagt, dass es „mit dem Abschreiben langsam zugangen (sic!)“ sei (zit. n. Welke 2008, S. 87). Diese klassische Rationalisierung ist gekoppelt mit einer „Gewinnmaximierung“ (Welke 2008, S. 87). Damit ist seine Erfindung auch ökonomisch motiviert. Das Nachrichtenwesen ist eben von Beginn an ein Geschäft, und die ökonomische Orientierung ist der Erfindung des ersten Massenmediums inhärent. Ganz anders sieht es mit dem Journalismus aus: Da Carolus und seine Nachahmer zunächst nur die Nachrichten entsprechend ihrem Posteingang aneinander gereiht drucken, kann man kaum eine journalistische Leistung erkennen (Weber 2005). Es handelt sich lediglich um eine „sporadische, grundsätzlich nicht berufsmäßige Nachrichtenbedarfsbefriedigung“ (Baumert 1928, S. 17). Das liegt daran, dass es noch keine Redaktion gibt, weder auf der Ebene der Institutionen, der Akteure oder der Aussagen. Nachrichtensammlung und Druckgewerbe sind intellektuell noch getrennt (Abb. 1).
Abb. 1

Die journalistischen Institutionen des 17. und 18. Jahrhunderts

Entsprechend muss mit Baumert (1928) diese Frühphase als präjournalistisch bezeichnet werden, oder aber mit Birkner (2010, 2011, 2012) als Phase der Genese des Journalismus (Pürer 2014, S. 113–115), die gleichsam eine erste Phase der Ökonomisierung darstellt. Denn in den Jahren von 1605 bis zu den europäischen Revolutionen von 1848 werden entscheidende Grundlagen des Journalismus gelegt. Das meint zunächst, dass es bereits Carolus darum geht, eine „bedeutende Auflagen- und Absatzsteigerung“ (Weber 2005, S. 6) durch „die Erschließung eines sehr viel größeren Publikums“ (Welke 2008, S. 87) zu erreichen. Man kann fast sagen es ist, „als hätte die Welt auf das neue Medium nur gewartet“ (Böning 2005, S. 88; vgl. Weber 2005, S. 1). Nach der Relation von 1605 erscheint dann 1609 in Wolfenbüttel der Aviso und dann ging es im ganzen deutschsprachigen Raum Schlag auf Schlag: Basel (1610), Frankfurt am Main (1615), Berlin (1617) und Hamburg (1618) (vgl. Weber 2005, S. 9; Lindemann 1969, S. 100). In Wien dauert es etwas länger. 1621 startet dort die Ordinari Zeitungen und 1622 die Ordentliche Postzeittungen bzw. Ordentliche Zeittungen (Duchkowitsch 2014, S. 149).

Entscheidenden Anteil am schnellen Erfolg des neuen Mediums in ganz Europa insgesamt hat der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648. In Kriegszeiten sind Nachrichten lebensnotwendig. In den Niederlanden erscheint 1618 die erste Zeitung, in Antwerpen 1620, in Frankreich 1631 (vgl. Koopmans 2008; Saada 2008). In Schweden ist seit 1645 die Post- och Inrikes Tidningen die „älteste noch heute erscheinende Zeitung der Welt“ (Hatje 2008, S. 210).

Seither, spätestens seit dem Erscheinen der ersten Tageszeitung 1650 in Leipzig (vgl. Kutsch und Weber 2002), sind vom Prinzip her die Merkmale der Zeitung Aktualität, Periodizität, Publizität und Universalität (Raabe 2006). In Österreich beginnt das Zeitalter der Tageszeitung 1703 mit dem Post-täglichen Mercurius und dem Wienerischen Diarium, Vorgänger der noch heute erscheinenden Wiener Zeitung (Lang und Lang 2003, S. 459). Beide Gründungen gingen auf „einen Vorstoß der Regierung zurück“ (Duchkowitsch 2014, S. 122) und 1722 übernimmt dann der Staat in Österreich die Posthoheit (Wersig 2009, S. 57). Doch nicht allein der staatliche Zugriff, auch die Möglichkeiten des Nachrichtentransfers stellen lange ein retardierendes Moment dar. So erscheint etwa am 18. Oktober 1807, in jener Zeit als Georg Wilhelm Friedrich Hegel die Bamberger Zeitung redigiert, folgende Nachricht:

„London, 26. September: Nachrichten aus Alexandrien in Egypten vom 16. Juni zufolge, war daselbst eine engl. Truppen-Verstärkung von Sicilien angekommen, und in und bei der Stadt alles ruhig.“

Vier Monate liegen damals zwischen dem Ereignis in Ägypten und der Veröffentlichung in Bamberg. Wir sehen hieran, dass damals die technischen Möglichkeiten für einen tagesaktuellen Journalismus bei weitem noch nicht gegeben sind. Dass die Nachrichten zunächst unsortiert und auch unkommentiert bleiben, liegt zum einen sicherlich an den Zwängen der Zensur. Zum anderen aber unterschritt die Qualifikation der Drucker und Postmeister, welche die Zeitungen machten, deutlich jene der damals noch wenigen gebildeten Zeitungsleser:

„Jede Kommentierung oder gar Meinungsäußerung des im Verhältnis zu den Abonnenten zumeist weniger qualifizierten Nachrichtenübermittlers war nicht nur entbehrlich, sondern sie wäre absurd gewesen.“ (Böning 2008, S. 222–223)

Tatsächlich differenzieren sich erst sehr langsam und noch undeutlich Rollenbilder im Journalismus aus, zu denen zunächst fast ausschließlich Drucker und Korrespondent gehören und man entsprechend mit Baumert (1928) maximal von korrespondierendem Journalismus sprechen kann (Abb. 2).
Abb. 2

Die journalistischen Akteure des 17. und 18. Jahrhunderts

Im, vom österreichischen Fürsten Metternich dominierten, weitgehend presseunfreien Europa (Duchkowitsch 2014, S. 117–147), sind es dann vor allem Schriftsteller und journalistische Prototypen wie Karl Marx und Heinrich Heine, durch die der politische Essay (Williams 2007, S. 11) langsam aus den Wochenzeitschriften in die Tagespresse diffundiert und an die Seite der Darstellungsform der Nachrichten tritt (Abb. 3).
Abb. 3

Die journalistischen Darstellungsformen bis Mitte des 19. Jahrhunderts

Dies geht einher mit einer langsam fortschreitenden Alphabetisierung in sozialer Dimension, einer zunehmenden Industrialisierung in wirtschaftlicher Dimension bei nach wie vor sehr eingeschränkten Freiheiten in politischer Dimension. Auch ist die ökonomische Grundlage des Zeitungswesens allenfalls angelegt, allzu oft sind Medien „Steckenpferde der Geldaristokratie“ (de Volder 1959, S. 22), weshalb Habermas (1990 [1962], S. 284) auch vom „Journalismus der schriftstellernden Privatleute“ spricht. Als sich dies zu ändern beginnt, wettert der kapitalismuskritische Karl Marx am 19. Mai 1842 in der Rheinischen Zeitung: „Die erste Freiheit der Presse besteht darin, kein Gewerbe zu sein.“ Sehr zu seinem Leidwesen jedoch geht die Entwicklung im Zuge der neu gewonnenen bürgerlichen Freiheiten nach 1848 genau in diese Richtung.

3 Zweite Phase der Ökonomisierung: Formierung des Journalismus (1849–1873)

Die in den Märzrevolutionen angestrebten Freiheiten werden freilich nicht sofort erreicht. Der Historiker Hans-Ulrich Wehler (1987b, S. 779) nennt die Revolution zwar zunächst niedergeschlagen, aber nicht gescheitert, da

„die Maßstäbe, die sie für die Staats- und Gesellschaftsverfassung, für Freiheits- und Gleichheitsrechte gesetzt hat, […] seither die Leuchtkraft eines Ideals [behielten], das trotz der Rückschläge nach 1849 für viele Menschen verbindlich blieb – und deshalb als politische Grundtatsache auf längere Sicht nicht umgangen werden konnte.“

Zunächst aber bleibt die Presse bei den gesamtgesellschaftlichen Veränderungen hintenan. Während Industrialisierung und Urbanisierung voranschreiten, sehen sich die Zeitungen scharfen Einschränkungen ausgesetzt. Zunächst werden vor allem die ökonomischen Daumenschrauben noch fester gezogen. Es sind die drei „C“ – Conzession, Caution, Confiskation – wie sich die Frankfurter Zeitung im Rückblick auf die 1850er- und 1860er-Jahre erinnert (vgl. Verlag der Frankfurter Zeitung 1911, S. 385), die es damals erschweren, Presse zu machen. Denn es muss zunächst eine teure Konzession erworben und eine sehr hohe Kaution hinterlegt werden und gleichzeitig droht permanent die Konfiszierung der Presseprodukte durch die Polizei. In diesen schwierigen Zeiten gehen Weiterentwicklungen des Journalismus auf den skizzierten Ebenen nur sehr schleppend voran. Auf der institutionellen Ebene aber entsteht nun zwischen Nachrichtensammlung und Druckgewerbe und Verlag in mehr als nur einigen wenigen Fällen eine Redaktion (Abb. 4).
Abb. 4

Die journalistischen Institutionen bis Mitte des 19. Jahrhunderts

Die Formierungsphase des Journalismus ist die Formulierungsphase der modernen Gesellschaft (Birkner 2012, S. 21). Die journalistischen Darstellungsformen differenzieren sich aus, wobei die Nachricht nach wie vor der Chronologie der Ereignisse Folge leistet und keineswegs einer journalistisch formulierten Dramaturgie (Abb. 5).
Abb. 5

Journalistische Darstellungsformen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts

Gleichwohl findet der Journalismus in Reportage und Leitartikel eine neue Sprache, genau beobachtend im ersteren Fall, meinungsfreudig scharf im zweiten. Zum einen wird der von Baumert (1928) so genannte schriftstellerische Journalismus (wie ihn Heinrich Heine bereits vor der 1848er Revolution aus Paris liefert) immer deutlicher Teil des Journalismus, zum anderen können wir die Jahre nach 1848 als Hochphase der Meinungspresse ansehen. Kurt Koszyk (1966, S. 128) spricht von einer „Epoche der politischen Parteipresse“ und Horst Pöttker (2005, S. 144) hat dies wie folgt begründet:

„Since German journalists were only freed from the shackle of censorship comparatively very late, the desire to gain publicity for one’s own convictions was set that much more intensively in motion. The German tradition of political partisan journalism since the mid-nineteenth century can, as a consequence, be interpreted entirely as an overdue and thus more intensive fulfillment of a long-obstructed need.“

Insofern kann man durchaus mit Bourdieu davon sprechen, dass der Meinungsjournalismus aus der Unterdrückungserfahrung des Vormärz resultiert, denn als „Produkt der Geschichte produziert der Habitus individuelle und kollektive Praktiken“ (Bourdieu 1987, S. 101). Der Habitus fungiert hier als analytische Brücke (Birkner 2012, S. 29) zwischen den exogenen Faktoren, die auf der gesamtgesellschaftlichen Ebene zu verorten sind, und der Akteursebene als „Inkorporation von objektiven Strukturen in subjektive Dispositionen“ (Weiß 2009, S. 31; vgl. Benson und Neveu 2005, S. 3). Der Journalismus bleibt also in dieser Phase auch deshalb so sehr Teil des politischen Systems, weil sich in vielen Fällen zunächst Parteizeitungen und dann erst die entsprechenden Parteien bilden – insofern ist tatsächlich Parteijournalismus das Gebot der Stunde. Dabei verhindert ganz logisch die Parteizugehörigkeit als wichtigster ideologischer Fluchtpunkt ein Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Journalisten über Parteigrenzen hinweg. Das erschwert die Gründung von Berufsgenossenschaften, ein wichtiger Aspekt von Professionalisierung.

4 Dritte Phase der Ökonomisierung: Ausdifferenzierung des Journalismus (1874–1900)

Auf die kurze Phase der Formierung folgt ein Ausdifferenzierungsprozess, der im Fall von Deutschland etwa die Jahre nach der Reichsgründung 1871 bis hin zum Ende des 19. Jahrhunderts umfasst. Hier kommen mehrere Faktoren zusammen, die insgesamt für den Durchbruch des modernen Journalismus entscheidend sind und diesen Durchbruch in vielen westlichen Ländern fast zeitgleich begünstigen. Dabei greifen neben dem Bevölkerungswachstum die entscheidenden gesamtgesellschaftlichen Großtrends von Urbanisierung und Alphabetisierung ineinander. Hatte, bei aller Vorsicht gegenüber den damaligen Statistiken, die Zahl der Analphabeten 1871 in Preußen noch bei zwölf Prozent gelegen, so sind es 1899 nur noch etwa ein Prozent (Engelsing 1973, S. 98). Das Verhältnis von Land- und Stadtbevölkerung verkehrt sich in dieser Zeit ebenfalls: Zu Beginn des Kaiserreichs hatten noch 60 Prozent der Bevölkerung auf dem Land gelebt. 1910 leben bereits 60 Prozent in Städten (Wehler 1995, S. 512).

Doch benötigen Journalisten sowohl für den urbanen als auch für den nationalen Kommunikationsraum einen einheitlichen rechtlichen Rahmen. Diesen bietet das Reichspressegesetz von 1874 (Stöber 2005b, S. 146–148), weshalb die Ausdifferenzierungsphase auch erst in diesem Jahr beginnt. Zwar kann mit diesem Gesetz keinesfalls von reichseinheitlicher Pressefreiheit gesprochen werden, aber es gewährt einen stabilen Rahmen und vor allem verschwinden die zahlreichen wirtschaftlichen Fesseln, was einen wahren Presse-Boom auslöst.

In dieser Phase werden Zeitungen zu Massenprodukten und erschließen immer neue Leserschichten, was sich durchaus auch als Demokratisierungsprozess, aber natürlich auch als Kommerzialisierungsprozess beschreiben lässt. In dieser dritten Phase der Ökonomisierung der Medien (Birkner 2010, S. 46) wird die Anzeige zum Hauptfinanzierungskanal des Journalismus (Abb. 6).
Abb. 6

Die so genannte Reumann-Kurve (Reumann 1968, S. 230)

Um die Jahrhundertwende erlebt das Zeitungs- und Zeitschriftenwesen eine Diversifikation und Pluralität, wie es sie zuvor nicht gegeben hat. Die durch die gesellschaftliche Ausdifferenzierung notwendig gewordene Ausdifferenzierung der Redaktionen auf allen drei hier behandelten Ebenen findet nun auf der finanziellen Basis der Anzeigenfinanzierung statt. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts, mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts, erreicht der Anzeigenerlös jene ca. 66 Prozent vom Gesamterlös von Tageszeitungen, der dann insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg wieder den Journalismus finanziell tragen wird. Der Einfluss des Anzeigenwesens wird in der nun folgenden vierten Phase der Ökonomisierung reflektiert, zum Teil auch heftig kritisiert. So schimpft Walter Hammer in seiner damals sehr erfolgreichen Schrift Die Generalanzeiger-Presse kritisch beurteilt als Herd der Korruption über „Seine Majestät, der Inserent“ (Hammer 1912 [1911], S. 6). Den Einfluss des Inserenten versucht Julius Bachem (1906, S. 18) von der Kölnischen Volkszeitung einzuordnen: „Das Inserieren ist löblich und ersprießlich. Nur soll einer, der neue Matjesheringe anzeigt, deshalb nicht die Haltung der Zeitung in der Flottenfrage bestimmen wollen.“ Und der Chefredakteur der Kölnischen Zeitung erklärt, wie wichtig der Anzeigenteil für den redaktionellen Teil sei, betont aber „ideell und inhaltlich eine strenge Scheidung beider Teile“ (Posse 1914, S. 301).

5 Vierte Phase der Ökonomisierung: Durchbruch des modernen Journalismus (1900–1914)

Mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts kann man vom Durchbruch des modernen Journalismus sprechen (Birkner 2011). In der Schweiz erscheinen zu jener Zeit „rund 120 Tageszeitungen“ (Meier 2005, S. 423). Basis für den Durchbruch sind Entwicklungen in den gesellschaftlichen Dimensionen Sozialstruktur und Kultur, Wirtschaft und Technologie sowie Politik und Recht: Urbanisierung und Alphabetisierung, Ökonomisierung und Technologisierung sowie Demokratisierung und Verrechtlichung. Auf Mikro-, Meso- und Makro-Ebene setzen sich nun Merkmale durch, die für den modernen Journalismus prägend sein werden. Hierzu gehört eine eigene Presseökonomie (Stöber 2005a, S. 19), die mit extrem hohen First-Copy-Costs endgültig an der Massenproduktion orientiert ist (Abb. 7).
Abb. 7

Die journalistischen Institutionen Anfang des 20. Jahrhunderts

Kostentreiber sind die wachsenden Redaktionen, die mittlerweile auch in der Gebäudestruktur der Redaktionsräume die thematische Ausdifferenzierung der Zeitungen in die Ressorts Politik, Wirtschaft, Feuilleton, Lokales und Sport widerspiegeln (Wilke 2002, 2003). Und so sind mittlerweile auch die Zeitungen selbst aufgebaut: Ressorts, Überschriften und unterschiedliche Darstellungsformen strukturieren den von Journalist*innen produzierten Zeitungsinhalt für die Leser*innen und geben so Orientierung in einer komplexen Welt. Der Journalismus wird zum Beobachter der Gesellschaft und der Journalistenberuf differenziert sich vertikal und horizontal noch weiter aus. Während in Österreich bereits 1859 der Presseklub Concordia gegründet wurde, der 2009 entsprechend 150jähriges Jubiläum feiern konnte, wird in Deutschland erst 1910 der Reichsverband Deutsche Presse (RDP) gegründet (Brückmann 1997).

Paul Stoklossa hat für die Jahre 1904 bis 1908 Stellenangebote und Stellengesuche in Verbandszeitschriften ausgewertet und damit die damalige Bandbreite in journalistischen Berufen aufgezeigt (Stoklossa 1910, S. 532):
  • Chefredakteur, Hauptredakteur

  • Politischer Redakteur, erster Redakteur, Handels-, Feuilleton-, Ressortredakteur

  • Lokalredakteur

  • Hilfsredakteur, zweiter Redakteur, Redaktionsgehilfe, Volontär

Das bedeutet, dass klare hierarchische Strukturen erkennbar werden und die Einkommen der Journalist*innen ihrer vertikalen Differenzierung folgt (Blöbaum 1994). Seit dem Beginn des 20. Jahrhundert ist diese einkommensdeterminierte Rangfolge, die unterschiedliche Leistungsrollen und Funktionen im Journalismus kennzeichnet, angelegt (Abb. 8). Dabei hat sich, seit es hauptberufliche Redakteure und Redakteurinnen gibt, immer wieder auch die Frage nach tariflichen Regelungen für Freie Journalist*innen gestellt. Diese gehören funktional zum Journalismus, sind jedoch vielfach wirtschaftlich bedroht. Die Ausdifferenzierung auf der Akteursebene, wie sie sich in der Organisationsstruktur von Redaktionsräumen abbildet, findet sich nun auch in den Zeitungen wieder. Zudem kehrt eine neue formale Übersichtlichkeit in der Berichterstattung ein. Der Stoff wird thematisch sortiert und hierarchisch angeordnet, wobei die Überschrift als Nachricht über der Nachricht fungiert (Schneider und Esslinger 2007, S. 11). Der Aufbau des Nachrichtentextes folgte nun immer stärker (Birkner 2012) dem Prinzip der umgekehrten Pyramide, welches sich zunächst im modernen amerikanischen Journalismus herausgebildet hatte (Birkner 2016; Weischenberg und Birkner 2015; vgl. Pöttker 2003) (Abb. 9).
Abb. 8

Die journalistischen Akteure Anfang des 20. Jahrhunderts

Abb. 9

Die journalistischen Darstellungsformen Anfang des 20. Jahrhunderts

Nachrichtentexte, die dem so genannten Pyramidenschema folgen, sind nach der journalistisch bewerteten Wichtigkeit der Fakten hierarchisch sortiert. Das zeigt nicht nur die Funktion für die Leser*innen, sondern für die Gesellschaft insgesamt:

„The summary lead, much as we may take it for granted today, was a literary invention that asserted the journalist’s authority to define for readers the most important element of a news event.“ (Schudson 1991, S. 438)

6 Das 20. Jahrhundert als Jahrhundert des Journalismus

Mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges 1914 gehen neben der rechtlich fragilen aber doch mittlerweile faktisch durchgesetzten Pressefreiheit auch die Anzeigenerlöse verloren, und der Journalismus, der sich gerade erst durch seine Ökonomisierung vom politischen Einfluss gelöst hat, findet sich wieder in den Fesseln der Politik. Er verharrt dort auch in der polarisierten Stimmung der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus wird der deutsche Journalismus gesellschaftlich zum „völkischen“ Beobachter. Für den österreichischen Journalismus hat Wolfgang Duchkowitsch (2014, S. 175) von 1933 an von einer „austrofaschistischen Kommunikationskontrolle“ gesprochen. Das Radio, das in Deutschland, Österreich und der Schweiz in etwa zeitgleich zum Beginn der 1920er-Jahre startet, fällt 1933 in Deutschland Joseph Goebbels als Propagandainstrument in die Hände.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges reorganisieren die Alliierten das deutsche Mediensystem, dezentralisieren den Rundfunk und wollen zunächst Zeitungslizenzen nur an Unbelastete vergeben. In dieser Zeit stellt sich auch das Verhältnis von zwei Drittel Anzeigenerlöse und ein Drittel Vertriebserlös wieder her, welches die ökonomische Grundlage des Journalismus bis zum Ausgang des 20. Jahrhunderts darstellt. In Deutschland waren es Verlegerpersönlichkeiten wie Gerd Bucerius, Neven DuMont und auch Axel Springer, die die kommerzielle Grundlage des Journalismus sicheren, und zwar, ohne ihn als solchen „zu kommerzialisieren“ (Habermas 1973 [1964], S. 66). Auch in Österreich etabliert sich der Journalismus nach 1945, verspätet wie in Deutschland, als „Vierte Macht“ (Fabris und Hausjell 1991). In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kommt es zu deutlichen Konzentrationsprozessen im Pressebereich, etwa in der Schweiz, wo die Presse „in eine Strukturkrise, die als Zeitungssterben wahrgenommen wurde“, geriet (Schade 2005, S. 29). Ein nicht unerheblicher Anteil wird hieran der Einführung des Fernsehens zugerechnet. Dieses beginnt in Westdeutschland, Österreich und der Schweiz jeweils zunächst in einer öffentlich-rechtlichen Struktur. In Deutschland verschärft sich seit den 1970er-Jahren die Debatte über die Einführung eines dualen Rundfunksystems (Bösch 2012). Zu Beginn der 1980er-Jahre starten die ersten Kabelprojekte. Für die Schweiz erklärt Matthias Ackeret (1998, S. 13), dass das Monopol der Schweizerischen Rundspruchgesellschaft (SRG) ebenfalls „mit der Einführung der Verordnung über lokale Rundfunkversuche (RVO)“ bereits 1982 gebrochen gewesen sei. In Österreich hingegen wird das „Sendemonopol“ des Österreichischen Rundfunks (ORF) „erst Mitte der 90er-Jahre von den ersten Privatradios gebrochen“ (Fabris 2005, S. 335). Damit ist Österreich, laut Fabris (2005, S. 333) „das letzte Land in Europa, das Privatradio und Privatfernsehen zugelassen hat.“

Insgesamt jedoch scheint es verkürzt, Medienkonkurrenzen für die Zeitungskrise und damit auch für die Journalismuskrise verantwortlich zu machen. Dies gilt sowohl für das Fernsehen, als auch für das Internet. Tatsächlich beginnen bereits vor der Einführung des Internets in den 1990er-Jahren und seiner Durchsetzung seit der Jahrtausendwende eine tief greifende Veränderungen, die jedoch lange durch nach wie vor sehr hohe Renditen im privatwirtschaftlichen Sektor überlagern. Seit den 1980er-Jahren sieht der 2015 leider verstorbene Schweizer Sozialwissenschafter Kurt Imhof (2008, S. 78–80) einen „neuen Strukturwandel der Öffentlichkeit“, im „deregulierten Dreieck Politik, Medien und Ökonomie“, welchen er als „als Auflösung des Vermachtungszusammenhangs von Staat, Parteien und organisierten Privatinteressen im neuen neoliberalen Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell“ beschreibt. Und zum Ende des 20. Jahrhunderts droht die hundertjährige Zweisamkeit (Birkner 2009) von Journalismus und Anzeige geschieden zu werden. Dabei handelt es sich offenbar um ein globales, zumindest westliches, Problem. Die Anzeige schafft es nicht mehr, den Journalismus zu finanzieren: „We see the deterioration of the economic structure that has sustained news gathering since the late nineteenth century.“ (Schudson 2008, S. 4; vgl. Cabrera 2004, S. 393). Seit die Anzeigen zunehmend ins Netz wandern, sich dort eine Gratiskultur für journalistische Inhalte breit macht und sich das Leserverhalten wandelt, erscheint die Krise der Öffentlichkeit (Imhof 2011) insgesamt im deutschsprachigen Raum offenbar. Eine der Antworten auf die digitalen Umbrüche ist dann auch ein → digitaler Journalismus (Lilienthal et al. 2014), um dessen Finanzierung im 21 Jahrhundert gerungen wird.

7 Zusammenfassung

Nach einer wechselvollen Geschichte zwischen den Polen Politik, Wirtschaft und Kultur hat der Journalismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf Institutionen-, Akteurs- und Aussagenebene sehr stabile und funktionale Strukturen ausgebildet, die auch noch zum Ende des 20. Jahrhunderts identitätsstiftend wirken. Dabei kann man das 20. Jahrhundert selbstverständlich journalismushistorisch nicht als Einheit betrachten (Broersma 2014). Allerdings spricht Jane Chapman (2005, S. 72) davon, das 20. Jahrhundert habe bei den Zeitungen lediglich „speed and quantity to their production process – until the 1970s“ gebracht. Und der Globalhistoriker Jürgen Osterhammel (2009, S. 82) erklärt, dass im 19. Jahrhundert bereits „jene Institutionen und Erkenntnisweisen gesellschaftlicher Selbstbeobachtung [entstanden], die sich bis zur allgemeinen Verbreitung des Fernsehens in den reicheren Gesellschaften oder gar bis zur ‚digitalen Revolution‘ nicht grundlegend veränderten.“ Die Prozesse und Veränderungen der jüngeren Journalismusgeschichte feingliederiger aufzuschlüsseln bleibt ein Auftrag an zukünftige Forschung.

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Authors and Affiliations

  1. 1.Westfälische Wilhelms-Universität MünsterMünsterDeutschland

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