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Institutionalistische Theorieansätze für die Medienökonomie

  • Natascha JustEmail author
  • Michael LatzerEmail author
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Part of the Springer Reference Sozialwissenschaften book series (SRS)

Zusammenfassung

Den Ausgangspunkt dieses Beitrags bilden eine Kurzcharakterisierung und Einordnung institutionalistischer Theorieansätze. Zudem werden Charakteristika des Untersuchungsgegenstandes dieses Handbuchs – des konvergenten Kommunikationssektors – hervorgehoben, aus denen sich spezifische Herausforderungen und Anforderungen für anzuwendende Analyseansätze ergeben. Anschließend werden neo-institutionalistische Ansätze im Hinblick auf ihre medienökonomische Anwendung gewürdigt. Zur Erweiterung der Grenzen neo-institutionalistischer Ansätze wird abschließend die Kombination mit anderen Theorieansätzen zur medienökonomischen Erforschung des konvergenten Kommunikationssektors empfohlen.

Schlüsselwörter

Institutionenökonomie Neo-Institutionalismus Medienökonomie Konvergenz Governance Evolution Komplexität 

1 Einleitung: Mediamatik als Untersuchungsgegenstand

Dieses Kapitel diskutiert den Beitrag institutionalistischer Theorien für die medienökonomische Untersuchung des konvergenten Kommunikationssektors. Dabei interessiert zentral die Neue Institutionenökonomik, in Kombination mit und ergänzt durch Institutionalismen der Nachbardisziplinen, v. a. der Soziologie und Politikwissenschaft.

Aufgrund der großen Fülle und Unterschiedlichkeit institutionalistischer Ansätze werden zuerst die Besonderheiten und Anforderungen des Untersuchungsbereiches hervorgehoben, die bei der Suche nach hilfreichen Analyseansätzen eine Vorauswahl erlauben. Im Fokus dieses Handbuchs steht das Konvergenzphänomen, das durch Digitalisierung, Internet und Mobilkommunikation entstandene gesellschaftliche Kommunikationssystem der „Mediamatik“, und deren konvergente Medienindustrien und -märkte (für einen Überblick Latzer 1997, 2013a). Dies lenkt den Blick auf das ko-evolutionäre Zusammenspiel von Technik, Ökonomie, Politik und Gesellschaft. Denn aus dieser Dynamik resultiert laufend eine Vielzahl neuartiger und veränderter Regelsysteme, Institutionen und Organisationen, sowohl Unternehmen als auch Regulierungsinstanzen. Deren Entstehung, Entwicklung und Wirkungen sind nicht nur rein deskriptiv, sondern auf Basis institutionalistischer Kategorien zu analysieren. Nur so kann das institutionelle Ökosystem des konvergenten Kommunikationssektors in seiner Dynamik adäquat erfasst werden. In das Zentrum rückt das Internet als flexibles, digitales Baukastensystem, mediale Vielzweckinfrastruktur und Innovationsmaschine (vgl. Latzer 2013b). Als spezielle analytische Herausforderung erweist sich hierbei die konzeptionelle Integration von Technik als Institution, denn diese wird in traditionellen ökonomischen und politischen Ansätzen oft als exogene Variable behandelt. Mit Blick auf diese Merkmale und Herausforderungen der Medienkonvergenz im Kommunikationssektor erweisen sich daher auch Theorieansätze als hilfreich, die mit dem Institutionalismus synergetisch verbunden sind, wie etwa (Ko-)Evolutions- und Komplexitätstheorien sowie institutionalistische, evolutionäre Innovationstheorien (vgl. Latzer 2013b).

2 Institutionalismen für eine Medienökonomie unter Konvergenzbedingungen

2.1 Systematisierung

Institutionalistische Ansätze sind äußerst vielfältig und facettenreich. Sie lassen sich (1) nach ihrer Entstehungsgeschichte in alt/neu und (2) nach disziplinären Zugängen unterteilen.
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    Alter und Neuer Institutionalismus

     

Die Einteilung in Alten und Neuen Institutionalismus ist in den Wirtschaftswissenschaften durch etliche Gemeinsamkeiten, aber auch durch grundlegende Unterschiede in den Ansätzen gekennzeichnet (für einen Überblick Rutherford 1996; Klein 2000; Göbel 2002; Richter und Furubotn 2010; Hasse und Krücken 2005; Menard und Shirley 2008a).

Die Alte Institutionenökonomik ist durch Arbeiten des amerikanischen Institutionalismus, v. a. von Thorstein Veblen und John Commons, wie auch durch die Österreichische und die Historische Schule der Ökonomie geprägt. Sie entstand in Opposition zur orthodoxen, neoklassischen Ökonomie, indem sie das Politische (Institutionen und Interessen) mit dem Wirtschaftlichen im Sinne einer Politischen Ökonomie reintegrierte. Damit wurde eine kombinierte Betrachtungsweise wiederhergestellt, wie sie bereits davor in der klassischen Nationalökonomie existierte. Ein zusätzlicher Beitrag der institutionalistischen Ansätze ist, dass Institutionen und damit auch Organisationen als deren Spezialform explizit beleuchtet werden, um so das alltägliche (Wirtschafts-)Leben sowie Wandel und Wachstum besser verstehen zu können. Diese blieben von der neoklassischen Mainstream-Ökonomie weitgehend unbeachtet, in den außerökonomischen Bereich verbannt. Der Alte Institutionalismus ist im Unterschied zur Neoklassischen Ökonomik durch den Fokus auf die Erklärung des gesellschaftlichen Wandels, die dementsprechend historische Perspektive (Stichwort Pfadabhängigkeit), die Einbeziehung psychologischer Zugänge zur Stützung von Verhaltensannahmen (Stichwort Bounded Rationality), einen methodologischen Kollektivismus/Holismus und eine verstärkt empirische und evolutionäre Ausrichtung gekennzeichnet (vgl. Klein 2000).

Gegen Ende des 20. Jahrhunderts erlebte der Institutionalismus als Neo-Institutionalismus ein starkes Revival und überflügelte innerhalb der Ökonomik rasch den Alten Institutionalismus an Bedeutung. Angestossen durch die frühen, wegweisenden Fragen von Ronald Coase (1937, 1960) zur Existenz und Rolle von Firmen, warum es Firmen – also Hierarchien – gibt und nicht alle Transaktionen dem Markt überlassen werden, sowie seine Erklärungsansätze auf Basis von Transaktionskosten und vergleichender Institutionenanalyse, sind neo-institutionalistische Ansätze seit den 1970er-Jahren rasch angewachsen. Geprägt wurden sie v. a. durch daran anschliessende Arbeiten von Oliver E. Williamson (1975, 1985) zu Transaktionskosten und Institutionen der Governance (institutionelle Arrangements: Organisationen, Verträge). Zu den Pionierleistungen, die sich gegen das neoklassische Bild von friktionsfreien Märkten richteten, zählen auch die wirtschaftshistorischen Arbeiten von Douglass North (1990), der dabei das Augenmerk weg von Firmen und hin zur Bedeutung des breiten institutionellen Umfeldes lenkte – auf die „rules of the game“, auf formelle und informelle Normen und Werte, die das individuelle Verhalten leiten – und im Speziellen auf den Einfluss politischer und sozialer Institutionen auf Transaktionskosten und damit die Marktentwicklung (vgl. Menard und Shirley 2008b). Damit ergibt sich eine grobe Zweiteilung institutionenökonomischer Analysen, einerseits mit Fokus auf das institutionelle Umfeld (allgemeine, handlungsleitende Spielregeln) und andererseits mit Fokus auf institutionelle Arrangements (konkret ausgehandelte Richtlinien) (vgl. Klein 2000). Beide Gruppen von Untersuchungen sind für die Medienökonomie relevant. Zum einen werden Medien(unternehmen) als gesellschaftliche Spielregeln, als Normen- und Wertsysteme in Gesellschaften untersucht, zum anderen werden auch die spezifischen institutionellen Arrangements von Medienorganisationen evaluiert und verglichen.

Für die Beurteilung der Auswirkungen politischer Institutionen auf (Wirtschafts-)Politik und Regulierung werden in der Neuen Institutionenökonomik – jedoch nicht exklusiv, sondern v. a. auch in politikwissenschaftlichen Institutionalismen – Rational- und Public-Choice-Ansätze herangezogen (vgl. Mueller 1979, 1989; Weingast 1996). Rationale Nutzenverfolgung und Interessenskonflikte von Akteuren bilden den Kern von Rational-Choice-Institutionalismen, die sich methodisch oft spieltheoretischer Ansätze bedienen.

Die Neue Institutionenökonomik (New Institutional Economics) setzt den Fokus auf ökonomische, soziale und politische Institutionen und auch auf die vergleichende, empirische Institutionenforschung fort, baut dabei aber im Gegensatz zum Alten Institutionalismus auf der neoklassischen Ökonomie auf und wendet dementsprechend einen methodologischen Individualismus an. Das heißt, dass individuelle Handlungen und deren Bedingungen die Basis für Erklärungen bilden. Damit unterscheidet sie sich auch von soziologischen und politikwissenschaftlichen Institutionalismen, die gleich wie der Alte Institutionalismus von einem methodologischen Kollektivismus ausgehen. Die Neue Institutionenökonomik wechselt im Vergleich zur Neoklassik vom Verhaltensmodell der vollständigen Rationalität (Maximizern) hin zu einem mit beschränkter Rationalität (Satisficern). Ein weiteres zentrales Unterscheidungsmerkmal ist die Berücksichtigung von Transaktionskosten in ökonomischen und in politischen Märkten, die in der Neoklassik aufgrund der Annahme von friktionsfreien Märkten weitgehend unbeachtet bleiben. Weitere Merkmale sind der Wechsel von statischen zu dynamischen Theorien, die interdisziplinäre Sichtweise sowie der Fokus auf Wandel und Governance.

Der Schwerpunkt der Neuen Institutionenökonomik liegt bei der Governance-Rolle von Institutionen (vgl. Wildman 2006). Zu beachten ist, dass hier von einem weiten Governance-Begriff ausgegangen wird, der sich von jenen anderer Disziplinen unterscheidet. Auch innerhalb der Kommunikationswissenschaft wird Governance unterschiedlich verstanden und angewendet, wobei grundlegend die Governance von Medien und die Governance durch Medien zu unterscheiden ist. Die erste Gruppe analysiert, oft in der Tradition von politökonomischen Special-Interest-Theorien der Regulierung, wie die Medienentwicklung durch (sektorspezifische) Regelsetzung (Gesetze, Verordnungen, Selbstregulierung etc.) gesteuert werden kann. Die zweite Gruppe bezieht sich auf die institutionell steuernde Wirkung von Medien als allgemeine Spielregel in der Gesellschaft.

Die vielfältigen Governance-Strukturen sind nach Williamson (1985) Formen von Kontrollsystemen (Beherrschungs- und Überwachungssysteme), die zwischen den Polen Markt und Hierarchie angesiedelt sind. Mittels Institutionen wird sowohl von staatlicher als auch von privater Seite Ordnung geschaffen, indem das individuelle Verhalten gesteuert wird. Auf privater Seite sind es Koordinationsmechanismen, die auf zentralen ökonomischen Institutionen wie Markt und Unternehmen oder auch auf Verträgen basieren. Den Rahmen für diese privaten Governance-Aktivitäten schaffen staatlich eingerichtete Institutionen in Form von Regeln und Normen. Institutionelle bzw. organisationale Arrangements werden als Institutionen der Governance untersucht (vgl. Klein 2000). Organisationale Arrangements sind demnach Formen der Governance, die Produktion und Austausch unterstützen, wobei hier im Unterschied zur Neoklassik nicht von perfekter Information, uneingeschränkter Rationalität und kostenlosen Transaktionen (friktionsfreien Märkten) ausgegangen wird (Menard und Shirley 2008b). Dementsprechend werden formelle und informelle Institutionen und damit Möglichkeitsräume für das Handeln geschaffen, um so auch die allgemeine gesellschaftliche Zielstellung der Reduktion von Transaktionskosten zu verfolgen. Insgesamt erweist sich die Institutionenökonomie als hilfreiches analytisches Werkzeug um die Wahl von Governance-Modi (Märkte, Firmen, Verträge, Verhalten etc.) und insbesondere die Effekte von Pfadabhängigkeiten und begrenzter Rationalität zu verstehen. Dies lässt sich in dieser allgemeinen Form auch gut auf den konvergenten Kommunikationssektor anwenden.

Auch wenn die Institutionenökonomie ursprünglich in Opposition bzw. als Gegenprogramm zur neoklassischen „Mainstream“ Ökonomie entstanden ist, so hat sie sich in ihrer neo-institutionalistischen Form im Laufe der Zeit als deren Ergänzung etabliert. Sie schafft auch eine Brücke zwischen volkswirtschaftlicher und betriebswirtschaftlicher Analyse.
  1. (2)

    Multidisziplinäre Institutionalismen

     

Aus einer Vielzahl disziplinär geprägter Institutionalismen ist für die medienökonomische Analyse die Neue Institutionenökonomik von zentraler Relevanz. Zudem sind aber auch Verbindungen mit neo-institutionalistischen Ansätzen aus der Soziologie zu beachten (für einen Überblick DiMaggio und Powell 1983; Powell und DiMaggio 1991; Scott 2001, 2003), deren Ausgangspunkt oft die Sozialtheorie von Berger und Luckmann (1967) bzw. die amerikanische Organisationsforschung (vgl. Hasse und Krücken 2005) ist. Zudem sind auch Beiträge aus der Politikwissenschaft relevant (für einen Überblick Hall und Taylor 1996; March und Olsen 1989), deren neo-institutionalistische Ansätze in Abgrenzung zu behavioralistischen Theorien entstanden sind (vgl. Göhler und Kühn 1999). Insgesamt ist die (Weiter-)Entwicklung des Institutionalismus ein interdisziplinäres Projekt (vgl. Klein 2000) mit vielen Facetten und Ansätzen, die sich teils widersprechen, aber v. a. auch inspirieren, herausfordern und ergänzen – so etwa der ökonomische Fokus auf Austauschbeziehungen mit dem soziologischen auf Machtbeziehungen. Es ist oft diese Kombination, die für die institutionalistische Untersuchung der Kommunikationswirtschaft relevant ist, wo kommunikationswissenschaftliche Fragestellungen mittels ökonomischer Ansätze erklärt werden und der Doppelcharakter der Medien als Wirtschafts- und Kulturgüter zu berücksichtigen ist. Auch wenn der (organisations-)soziologische Institutionalismus in Opposition zum ökonomischen Neo-Institutionalismus entstand, so hat er sich schlussendlich in eine komplementäre Entwicklungsschiene begeben (vgl. Göhler und Kühn 1999). Die verbleibenden wissenschaftlichen Auseinandersetzungen konzentrieren sich auf das Ausmaß an Rationalität im Handlungsmodell der Institutionenökonomik (Homo Oeconomicus) bzw. deren Einschränkung durch kulturalistische und soziokulturelle Einflussfaktoren in soziologischen und politikwissenschaftlichen Institutionalismen.

Eine übergeordnete Gemeinsamkeit der disziplinären Institutionalismen ist der Fokus auf verschiedene Arten von Organisationsforschung (vgl. Scott 2003; Schimank 2007) und damit auf Ordnung. Sie konzentrieren sich damit auf die Mesoebene und bilden ein Bindeglied zwischen Strukturbetrachtungen auf der Makroebene und Handlungs- bzw. Akteursanalysen auf der Mikroebene.

2.2 Medienökonomische Anwendungen von Institutionalismen

Anreize

Für medienökonomische Anwendungen von Institutionalismen erweisen sich zusammenfassend die integrierte Betrachtung von Ökonomie und Politik, die empirisch-vergleichende Perspektive, der Mesocharakter, die Fokusse auf Wandel, auf Organisationen im weiten Sinn und v. a. auf Governance als hilfreich.

Während die Neoklassik untersucht, wie Individuen via Märkten handeln, fokussiert die Institutionenökonomik zusätzlich auf das Handeln von Individuen via Unternehmen und andere Organisationen sowie auf dessen Prägung durch allgemeine Normen- und Wertesysteme in Gesellschaften. Zu den großen Vorzügen der Anwendung der neuen institutionalistischen Ökonomie in der Medienökonomie zählen realitätsnähere Annahmen als in der Neoklassik (vgl. Heinrich und Lobigs 2003), und dass zentrale Fragen der Betriebswirtschaft nicht ausgeblendet werden (vgl. Göbel 2002). Dazu tragen folgende Kalküle bei: die Berücksichtigung von begrenzter Rationalität (vgl. Simon 1962, 1972), von opportunistischer Interessensverfolgung (vgl. Williamson 1985) und von Motivationsproblemen im Verhaltensmodell, die Einbeziehung der (Transaktions-)Kosten der Marktbenutzung, d. h. Kosten der Kooperation und des Austauschs von Gütern und Dienstleistungen, sowie die Integration des Wirtschaftlichen mit dem Politischen. Die Übertragbarkeit von ökonomischen Prinzipien auf außerökonomische Bereiche ist für die Medienökonomie hilfreich. Die empirisch-vergleichende Perspektive auf Unternehmen, Sektoren oder Länder erlaubt es zudem, die unterschiedliche Wirkung von diversen Designs und Arrangements zu verstehen und deren Übertragbarkeit zu diskutieren. Die institutionalistischen Ansätze bringen insgesamt Vorteile sowohl für die volkswirtschaftlich als auch für die betriebswirtschaftlich ausgerichtete Medienökonomik, die durch einen gemeinsamen Blickwinkel miteinander verbunden werden. In einer durch Konvergenzphänomene geschüttelten Medienwelt, die von zunehmender Komplexität und Unsicherheit geprägt ist (vgl. Latzer 2013b), spielen die Auswahl, Schaffung und Gestaltung von Institutionen bzw. von Organisationen, die Ordnung herstellen und somit einer breit verstandenen Governance im Kommunikationssektor dienen, eine entscheidende Rolle. Für das Verständnis des aktuellen Medienwandels bietet zudem die Unterteilung von Institutionen nach den höchst unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Häufigkeiten ihres Wandels (von ständiger Veränderung bis Beständigkeit über hunderte Jahre) einen wertvollen Ausgangspunkt (vgl. Williamson 2000).

Insgesamt sind institutionelle Ansätze besonders gut geeignet, um die angestrebte Brückenfunktion der Medienökonomie zwischen Kommunikationswissenschaft und Ökonomie herzustellen und Verbindungen zur Politikwissenschaft und Soziologie zu schaffen. Damit wird auch eine theoretische Klammer für die einzelnen Teilgebiete, die sogenannten Bindestrich-Fächer innerhalb der Kommunikationswissenschaft, geschaffen (Medien-Politik, -Geschichte, -Soziologie, -Ökonomie etc.). Eine Brückenfunktion leisten institutionalistische Ansätze des Weiteren zu Ansätzen der Ko-Evolution und Komplexität, die für die Konvergenzanalyse zentral sind. Schließlich wird mit Institutionalismen auch eine Brücke zur Mediatisierungsforschung geschlagen. Dies gilt zentral für jene Mediatisierungsansätze, die weniger die sozial-konstruktivistische Perspektive als vielmehr die Medienlogik ins Zentrum rücken und dementsprechend institutionalistisch analysieren (für einen Überblick Lundby 2014).

Charakteristika und Abgrenzungen von Institutionen

Verschiedene Annäherungen an die Fassung und Abgrenzung von Institutionen sind für medienökonomische Anwendungen von Institutionalismen inspirierend. Diese können eine systematische Analyse der Entstehung, Art und gesellschaftlichen Funktionserfüllung von zentralen Institutionen und Organisationen des Medienmarktes anleiten.
  1. (1)

    Entstehung

     
Institutionen können einerseits als intentionale, durch soziale Praxis geschaffene Teile der sozialen und wirtschaftlichen Ordnung (vgl. Schimank 2007) und somit als kontingent betrachtet werden. Andererseits gibt es auch nicht intentional geschaffene Institutionen, deren Entstehung in den Wirtschaftswissenschaften mit Hilfe einer „unsichtbaren Hand“-Metapher erklärt wird (vgl. Richter und Furubotn 2010). Dies ist anders als bei Organisationen, einer spezifischen Form von ebenfalls Ordnung schaffenden Institutionen, wobei hier auch die jeweils involvierten Personen betrachtet werden (vgl. Richter und Furubotn 2010). Organisationen werden jeweils in Verbindung mit einer Zweckerfüllung bewusst hergestellt (vgl. Göbel 2002). Der Optimismus bzgl. des Ausmaßes der Gestaltbarkeit von Institutionen variiert jedoch beträchtlich.
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    Funktionen

     
Institutionen, verstanden als formelle und informelle Regelsysteme inklusive ihrer Durchsetzungsmechanismen, dienen ökonomisch betrachtet der Wohlfahrtssteigerung und politisch gesehen der Durchsetzung individueller und kollektiver Interessen (vgl. Just und Latzer 2010). Institutionen reduzieren Unsicherheiten und schaffen alltäglich notwendige Strukturen, den Rahmen, in dem Menschen interagieren (vgl. North 1990). Der kleinste gemeinsame Nenner institutionalistischer Ansätze ist, dass Institutionen (natürliche und künstliche) Ordnung schaffen und dass sie einen Unterschied machen („institutions matter“). Ökonomisch betrachtet haben Institutionen – nicht nur zentrale ökonomische Institutionen wie Markt, Unternehmen und Wettbewerb, sondern auch stark kulturell geprägte Normen wie Eigentumsrechte und Vertragsdurchsetzungsmechanismen – einen bedeutenden Einfluss auf Wachstum und Entwicklung (vgl. Voigt 2002). Ihre Kohäsionsfunktion stärkt den Zusammenhalt, die Koordinationsfunktion schafft u. a. Planungssicherheit und Verlässlichkeit und die Entlastungsfunktion resultiert aus der Einschränkung des Handlungsspielraums (vgl. Göbel 2002).
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    Abgrenzungen

     

Die mitunter kritisierte Vielfalt und Unschärfe des Institutionenbegriffs sind notgedrungen, führen zu vermeintlichen Widersprüchlichkeiten und Missverständnissen, können aber auch als Vorteil interpretiert werden (vgl. Stölting 1999). Denn sie erlauben und motivieren zur strukturierten Auseinandersetzung mit einer Untersuchungsperspektive, die sich zwar rasch und umfassend in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften ausgebreitet hat („Institutional Turn“, Nielsen 2007), aus der aber kein einheitliches, geschlossenes Theoriegebäude entstanden ist. Eine allgemein gültige, detaillierte Begriffsdefinition erscheint nicht angebracht, da das passende Institutionenkonzept erst im Kontext sinnvoll festlegbar und anwendbar ist, etwa im Rahmen einer konkreten Gesellschafts- oder Wirtschaftstheorie und abhängig von spezifischen Forschungsfragen. Dies ist eine strukturell ähnliche Situation wie beim ebenfalls disziplinär ganz unterschiedlich festgelegten Governance-Begriff, der auch in den verschiedenen Institutionalismen eine bedeutende Rolle spielt (für einen Überblick Schuppert 2006; Benz et al. 2007; Levi-Faur 2012).

Versuche einer einheitlichen, allgemein gültigen Begriffsbestimmung von Institutionen sind dementsprechend nur mäßig hilfreich. Dies gilt auch für trennscharfe Abgrenzungsversuche von Institutionen und Organisationen (vgl. Göbel 2002; Kiefer und Steininger 2014). Eine grobe exemplarische Annäherung ist, dass speziell in den Wirtschaftswissenschaften Organisationen meist als Sonderformen von Institutionen verstanden werden und die Neue Institutionenökonomik auch eine dementsprechende neue Organisationsökonomik enthält (vgl. Richter und Furubotn 2010). Erst in Kombination mit konkreten Forschungsfragen, eingebettet in theoretische Ansätze, gewinnt die konsistente, präzise Abgrenzung an Bedeutung. Dies führt auch innerhalb der Kommunikationswissenschaft zu in Begrifflichkeit, Detailierungsgrad und Ausrichtung ganz unterschiedlichen Ansätzen/Festlegungen, wenn es um die institutionentheoretische Untersuchung von Medien, Journalismus und Öffentlichkeit geht (vgl. Künzler et al. 2013; Jarren und Steininger 2016).

Für die medienökonomische Untersuchung des Konvergenzphänomens ist wichtig, dass mit der Institutionenökonomik sämtliche Arten von ökonomischen, sozialen und politischen Institutionen analysiert werden können, von allgemeinen gesellschaftlich-kulturellen Normen bis hin zu organisatorischen Detailarrangements von Medienunternehmen und Regulatoren.

Ansätze und Anwendungen

Volkswirtschaftlich gesehen sind es im Kern drei Gruppen von Ansätzen, die in unterschiedlicher Kombination auch für medienökonomische Fragestellungen anwendbar sind. Sie fokussieren auf (1) Transaktionskosten, (2) Eigentums- und Verfügungsrechte sowie auf (3) Vertretungsprobleme und dies überwiegend auf der Organisationsebene. Das gemeinsame Ziel ist dabei die Schaffung effizienter Austauschbeziehungen (vgl. Göbel 2002; Göhler und Kühn 1999; Schimank 2007).
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    Transaktionskosten-Ansätze wollen Entstehung, Wandel, Performanz und Wirkung von Institutionen erklären (vgl. Theuvsen 1999; Göhler und Kühn 1999). Sie sind geprägt durch die Arbeiten von Williamson (1985) und vergleichen auf Basis anfallender Transaktionskosten (z. B. Informations- und Kommunikationskosten) verschiedene institutionelle Arrangements, bestehend aus Verträgen, Organisationsformen und Märkten, die den Rahmen für ökonomische Aktivitäten setzen. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass Transaktionen Kosten verursachen und dauerhafte Organisationen Transaktionskosten und Unsicherheiten reduzieren können. Es geht um die Klärung der Frage, welche Governance-Arrangements für welche Transaktionen (besser) geeignet sind, z. B. um „Make-or-buy“-Entscheidungen zwischen firmeninterner Produktion oder der Auslagerung in den Markt. Derartige Aufgaben stellen sich aufgrund der vielen neuartigen und veränderten Transaktionsformen in der digitalen Internetökonomie in verstärktem Ausmaß.

    Für das Verständnis des konvergenten Mediamatiksektors mit seiner vergleichsweise starken Rolle des Staates (Regulierung und öffentliches Eigentum an Unternehmen) ist auch der Grundgedanke von North (1990) zentral, dass politische Institutionen die Transaktionskostenentwicklung steuern, etwa durch die Durchsetzung von Verträgen oder die Sicherung von Eigentumsrechten. Gewinnbringend auf den Kommunikationssektor übertragbar sind auch institutionalistische Untersuchungsdesigns zur Analyse der Regulierung von Versorgungsunternehmen (Spiller und Tommasi 2008) oder Regulierungsinstanzen. Insgesamt erweisen sich Transaktionskostenansätze für die empirisch-vergleichende Regulierungsforschung als hilfreich, sowohl für die Untersuchung von Organisationen als auch von Normen. Sie lassen sich zur Abwägung institutioneller Public-Policy-Implikationen im Bereich der Kommunikationsregulierung anwenden (vgl. Levy und Spiller 1994), eignen sich zur Evaluierung von Lizenz- und Franchise-Verträgen im konvergenten Kommunikationssektor und führen zu einer veränderten Sichtweise von Antitrust-Regulierungen (vgl. Klein 2000). Transaktionskostenansätze tragen auch zur Erklärung konvergenzbedingter Veränderungen von Industriestrukturen im Markt für Internetanwendungen bei, etwa zur Erklärung des wachsenden Phänomens der Sharing Economy (vgl. Henten und Windekilde 2016).

    Derartige Transaktionskosten-Analysen sind nicht auf die Wirtschaftswissenschaften beschränkt, sondern haben auch in benachbarten Disziplinen wie Soziologie, Politik- und Rechtswissenschaft zur Herausbildung entsprechender Forschungsstränge geführt.

     
  1. (2)

    Ansätze zu Eigentums- und Verfügungsrechten gehen von der Annahme aus, dass mittels Eigentums- und Verfügungsrechten die Allokation und Nutzung von Ressourcen gesteuert werden können. Solche Ansätze betrachten Transaktionen als vertragliche Übertragungen dieser Rechte und fragen nach den effizienten institutionellen Arrangements, etwa ob Regulierung/Verstaatlichung oder Privatisierung gerechtfertigt erscheint, oder ob es im Fall von gemeinsam nutzbaren Ressourcen (Allmenden) und kollektivem Handeln notgedrungen zu deren Zerstörung kommt, zur „Tragödie der Allmende“ (Hardin 1968). Diese eher pessimistischen Annahmen spiegeln sich etwa auch in der Theorie des kollektiven Handelns (Olson 1965) wider. Dementgegen verweist Elinor Ostrom (1991, 2005) auf institutionelle Alternativen (v. a. Selbstorganisation) zur staatlichen Regulierung sowie auf reine Marktlösungen für Allmende-Probleme. Zunehmende und neue Probleme des Schutzes geistigen Eigentums in digitalisierten, konvergenten Medienmärkten sowie die wachsende Problematisierung der Allmende-Problematik im Internet, etwa im Zusammenhang mit der Netzneutralitätsdebatte (Kruse 2011), lassen die Relevanz dieser institutionalistischen Analyseansätze rasch ansteigen. Diese Ansätze lassen sich auch gewinnbringend auf die Allmende-Herausforderungen des Journalismus (vgl. Kiefer 2011) und v. a. auch des Internet als digitale Allmende und daraus entstehende Wettbewerbsprobleme (Haucap und Stühmeier 2016) übertragen. Mit der Konvergenz steigt auch der ökonomische Wert des Frequenzspektrums an. Die Festlegung von Verfügungsrechten über Frequenzen, etwa der durch Digitalisierung erzielten „Digitalen Dividende“ (frei werdende Frequenzen), gewinnen dementsprechend an ökonomischer und politischer Brisanz (vgl. Börnsen et al. 2011).

     
  2. (3)

    Agency-Ansätze untersuchen Vertretungs- und Kontrollprobleme in der Beziehung zwischen Auftraggebern (Prinzipal) und Auftragnehmern (Agent). Dabei werden Handlungsstrategien in Abhängigkeit von institutionellen und organisationalen Strukturen geprüft und erarbeitet. Gesucht werden Mechanismen zur Reduktion von Agency-Kosten (Monitoringkosten des Prinzipals, Bindungskosten des Agenten, Residualverlust) angesichts möglicher „Moral Hazards“ von Agenten, der Versuchung einer opportunistischen Verfolgung von Eigeninteressen durch die Auftragnehmer auf Kosten der Auftraggeber (vgl. Klein 2000). Die Grundgedanken dafür sind Interessenskonflikte, die beschränkten Kontrollmöglichkeiten des Prinzipals aufgrund von Informationsasymmetrien und dementsprechend unvollständige Verträge zwischen Prinzipal und Agent.

    Kiefer und Steininger (2014) verweisen auf medienökonomische Anwendungsmöglichkeiten dieser Ansätze zur Diskussion und (regulatorischen) Gestaltung von Beziehungen zwischen Medienunternehmer (Agent) und Publikum (Prinzipal) und damit auch des Journalismus. Auf Basis der Prinzipal-Agent-Problematik zwischen Nutzern und Medienunternehmen lässt sich beispielsweise die Bedeutung von Medien-Marken, Meta-Medien (z. B. Programmzeitschriften) und Medienkritik erklären (vgl. von Rimscha und Siegert 2015). Siegert und Brecheis (2010) verwenden den Prinzipal-Agent-Ansatz zur Erklärung der Beziehung zwischen Werbewirtschaft (Auftraggeber) und Medienunternehmen (Auftragnehmer), wobei Zielkonflikte und Informationsasymmetrien das Vertragsverhältnis belasten. Napoli (1997) reflektiert die Implikationen des Prinzipal-Agent-Ansatzes für die Analyse der Produktion von Medieninhalten. Wang und Ang (2010) diskutieren Prinzipal-Agent-Probleme für das staatlich kontrollierte Mediensystem in China und identifizieren staatlichen Medienbesitz und Parteienkontrolle als wesentliche Gründe. Sowohl ökonomisch als auch soziologisch geprägte Institutionalismen zur Analyse von Unternehmenskommunikation, Journalismus und Public Relations (PR) finden sich auch bei Fengler und Ruß-Mohl (2007) sowie Sandhu (2013).

     

Multidisziplinäre Kombinationen

Neben und v. a. in Kombination mit diesen zentralen institutionenökonomischen Ansätzen sind aus medienökonomischer Perspektive auch kommunikationswissenschaftliche Anwendungen von Institutionalismen anderer Teildisziplinen zu beachten. So etwa die v. a. mediensoziologisch geprägte Sichtweise von Medien als gesellschaftlich wirksame Institutionen (vgl. Saxer 1980; Schudson 2002; Sparrow 1999, 2006; Donges 2006) oder auch des damit institutionell-symbiotisch verbundenen Journalismus als eine für Demokratien bedeutsame gesellschaftliche Institution (vgl. Kiefer 2010). Daraus lassen sich dann stärker medienökonomisch geprägte Fragen diskutieren, wie jene nach der Finanzierung des Journalismus und folglich von öffentlichen und privaten Medien (vgl. Kiefer 2011).

Journalistische Medien (meist verstanden als Medienunternehmen) können nicht nur als ökonomische, sondern auch als politische Institutionen (vgl. Sparrow 1999, 2006; Schudson 2002) verstanden werden, die in Reaktion auf ökonomische, professionelle und informationelle Unsicherheiten entstehen und handeln. Sie werden als politische Akteure wirksam, indem sie auf Basis geteilter Normen und Werte Nachrichten generieren und damit nicht nur die politische Kultur prägen, sondern auch die ökonomischen Ordnungssysteme von Gesellschaften. Medienunternehmen können dabei als Teil eines interorganisatorischen Feldes konzipiert werden, das auch andere politische Kommunikatoren umfasst (vgl. Sparrow 1999).

In Übereinstimmung damit werden Medien als Regelungsmuster (vgl. Saxer 1980) bzw. als Normen- und Wertesystem in der Gesellschaft eingestuft, an deren Logik sich Parteien, Interessensvertretungen und Unternehmen anpassen (vgl. Donges 2006, 2008). Diese Anpassungen von Organisationen an die Medienlogik erfolgen aufgrund von weitreichend homogenen Vorstellungen über die institutionellen Funktionen und Wirkungen von Medien bzw. von Mediensystemen in Gesellschaften (vgl. Donges 2013).

Die durch Medienkonvergenz in das Zentrum gerückten Online-Medien führen folglich zu einem Institutionenwandel, der aufgrund der Multioptionalität und Dezentralität des Internet durch weitaus weniger stabile und homogene Strukturen und dementsprechende Erwartungshaltungen gegenüber neuen Online-Medien/Formaten geprägt ist, als dies für traditionelle Medien und deren Online-Pendants der Fall ist (vgl. Neuberger 2013). Gleichzeitig steigen auch die Bedeutung von Technik und deren institutionell steuernden Wirkungen an. So bestimmen beispielsweise Algorithmen als Institutionen zunehmend über die Evolution und die Nutzung des Internet mit und sind damit ein Faktor, der an der Entstehung von sozialer Ordnung, von geteilter sozialer Realität, mitwirkt (Just und Latzer 2016; vgl. weiter unten).

Für die Prüfung und Erklärung der Legitimität, Homogenität und Entwicklungsdynamik von Institutionen und Organisationen, die speziell für die Medienwandelforschung von besonderer Bedeutung sind, werden in der soziologischen neo-institutionalistischen Organisationstheorie Isomorphismen herangezogen (vgl. Scott 2001). Solche Strukturähnlichkeiten entstehen durch Nachahmung, normativen Druck oder durch Zwang, wobei mit Powell und DiMaggio (1991) Zusammenhänge zwischen Eigenschaften des jeweiligen organisationalen Feldes (relevantes gesellschaftliches Umfeld) und der Art und dem Ausmass der Isomorphien hergestellt werden können. Dies lässt sich auf die Analyse von Isomorphien von Medienunternehmen anwenden (vgl. Sparrow 1999), auf Public Relations (vgl. Sandhu 2013) oder auch – in Kombination mit der neo-institutionalistischen Erkenntnis, dass neben regulativen auch normative und kulturell-kognitive Bestandteile von Institutionen zu berücksichtigen sind (vgl. Scott 2001) – für die Analyse der Medienregulierung als Institution und Organisation (vgl. Puppis 2013).

Insgesamt ist für die Medienökonomie zu beachten, dass neo-institutionalistische Ansätze der Soziologie auch auf die Analyse von Wirtschaftsstrukturen, von Unternehmen und Wettbewerbsverhalten angewendet werden, wobei weniger die Erklärung der Effizienz als vielmehr jene der Legitimität im Vordergrund stehen (vgl. Hasse und Krücken 2005).

Zudem lassen sich konstitutionenökonomische Ansätze (vgl. Buchanan 1987; Buchanan und Vanberg 1989) zur gesellschaftlichen Zielbestimmung, in Kombination mit Transaktionskosten-, Verfügungsrechte- und Agency-Ansätzen zur Untersuchung der Durchsetzung/Erreichung dieser Ziele gewinnbringend auf Medienregulierung bzw. auf Governance-Herausforderungen im Kommunikationssektor anwenden (vgl. Lobigs 2007). Dies gilt etwa auch für die Diskussion des für die Kommunikationsforschung zentralen Konzeptes der Öffentlichkeit (vgl. Kiefer 2007) und des Journalismus als deren zentrale institutionelle Struktur. Zur Berücksichtigung der handlungsleitenden Wirkungen von Institutionen im (Tele-)Kommunikationssektor erweist sich schließlich auch der politikwissenschaftlich geprägte akteurszentrierte Institutionalismus (vgl. Mayntz und Scharpf 1995) als hilfreich.

2.3 Erweiterungen im Lichte des aktuellen Medienwandels

Generell eignen sich Institutionalismen für die Erklärung von Ordnung und dessen Wandel. Für die bessere Berücksichtigung der Spezifika des aktuellen Medienwandels bieten sich einige Erweiterungen an. Der aktuelle Medienwandel, geprägt durch Digitalisierung und Konvergenz, hat sowohl die Bedeutung von Technik als auch die Komplexität erhöht. Er stellt somit veränderte Anforderungen an die kommunikationswissenschaftliche bzw. medienökonomische Analyse (vgl. Latzer 2013a). Dies v. a. durch zentrale Merkmale der Konvergenz, konkret die Digitalisierung und die Entflechtung von Kommunikationstechnik und Inhalt in einem liberalisierten Sektor, durch den daraus resultierenden Innovationsboom sowie die damit verbundene Komplexitätssteigerung, die durch einen rasanten Akteurszuwachs und eine steigende Vernetzung zwischen den Akteuren gekennzeichnet ist.

In Reaktion darauf verstärken sich Sichtweisen von Technik als Institution, die die Governance-Funktion von Technik thematisieren und diese auch als Policy-Thema behandeln (Just und Latzer 2016). Technik wird als Design bzw. Realitätskonstruktion (Floyd 1992) oder als Gesetz (Reidenberg 1998; Lessig 1999) verstanden, welche das menschliche Verhalten formt (Winner 1986). Dies trifft insbesondere auch auf Software-Technik zu, v. a. auf Algorithmen im Internet, welche die Realitätskonstruktion und damit die soziale Ordnung mitgestalten – und zwar entscheidend anders als traditionelle Massenmedien (Just und Latzer 2016). Als Institutionen steuern Algorithmen sowohl das Angebot als auch die Nachfrage im konvergenten Mediensektor (Orwat et al. 2010; Napoli 2014; Latzer et al. 2016), sie stecken den Handlungsspielraum für diesen gesellschaftspolitisch brisanten Wirtschaftsraum ab und verlangen somit nach demokratischer Kontrolle (Saurwein et al. 2015). Insgesamt ist Technik aus institutioneller Sicht gleichzeitig Instrument und Ergebnis von Governance (vgl. Katzenbach 2012).

Ergänzt durch und in Kombination mit (ko-)evolutionären Innovationsansätzen (Frenken 2006) eignen sich diese institutionalistischen Ansätze, um zu einem realistischeren Bild der Rolle von Technik und des aktuellen Wechselspiels von technischem und ökonomischem/gesellschaftlichem Wandel beizutragen (Latzer 2013b). So plädieren auch Cunningham und Flew (2015) für eine Pluralität von Ansätzen in der Medienökonomie, etwa für eine Kombination von neoklassischen mit institutionenökonomischen, kritischen politökonomischen und evolutionären Ansätzen zur Diskussion der Zukunft von Public Service Media im konvergenten Kommunikationssektor.

Die Verknüpfung von Institutionalismus und evolutionären Theorien ist nicht neu. Der Institutionalismus war von Beginn an mit evolutionären Ansätzen eng verbunden. Sowohl die Alte als auch die Neue Institutionenökonomik sind durch evolutionstheoretische Arbeiten geprägt (vgl. Rutherford 1996). Ko-evolutionäre Ansätze überwinden die auch in der Kommunikationswissenschaft häufig argumentierte Frontstellung zwischen Technik- und Sozialdeterminismus. In institutionenökonomischen Arbeiten werden technische Innovationsprozesse als evolutionäre Prozesse verstanden (Nelson und Winter 1982), die durch die zentralen evolutionären Charakteristika Variation, Selektion und Adaption geprägt sind. Kooperation, als zusätzliches, prägendes (Erfolgs-) Merkmal evolutionärer Prozesse bildet gleichzeitig den Anknüpfungspunkt zur Diskussion der Schaffung sozialer Ordnung, bei der Kooperation eine wichtige Rolle spielt, sowie des aufkommenden Phänomens der Sharing-Economy (vgl. Benkler 2004; Lessig 2008; Belk 2010; Rifkin 2014) im Internet-Zeitalter. Für die Erklärung der Entstehung von Institutionen, von Spielregeln und der Verhaltenspraxis, werden evolutionäre Erklärungen herangezogen. So werden etwa mittels evolutionärer Spieltheorie konkurrierende Verhaltensstrategien bzw. die Überlebenswahrscheinlichkeit geprüft (vgl. Voigt 2002). Institutionen entstehen entweder natürlich durch Habitualisierung, wobei deren Durchsetzung einen evolutionären Prozess mit den Grundmechanismen Variation, Selektion und Adaption durchläuft. Die zweite Variante ist, dass Institutionen bewusst eingesetzt bzw. zentral verfügt werden oder auf einem Vertrag beruhen (vgl. Göbel 2002).

Zu einer stärkeren Berücksichtigung evolutionärer, komplexitätstheoretischer Konzepte kommt es auch durch medienökologische Ansätze (Scolari 2012). Anknüpfend an institutionalistisch geprägte Arbeiten von Innis (1972, 1991) zum Zusammenhang von Medientechnik und gesellschaftlichen Herrschaftsformen und geprägt durch provokante Ausführungen von McLuhan (1964) und Postman (1985), gewinnt die medienökologische Tradition, die Medien als Umwelten versteht, angesichts der Herausforderungen der Erklärung des aktuellen Medienwandels an Bedeutung.

Durch die Verknüpfung von institutionellen und evolutionären Blickwinkeln wird der steigenden Komplexität von Systemen Rechnung getragen, etwa von digitalen Online-Plattformen, charakterisiert durch nicht-lineare Entwicklungen, Emergenz und Feedback-Schleifen, durch grosse Netzwerke von miteinander verbundenen Komponenten, die in der konvergenten, liberalisierten Medienwirtschaft verstärkt anzutreffen sind. Evolutions- bzw. komplexitätsökonomische Ansätze (Beinhocker 2007), die auf institutionenökonomischen Theorien aufbauen, unterscheiden sich auch wesentlich von ökonomischen Rational-Choice-Ansätzen, da sie die starke Betonung rationaler Entscheidungsmodelle und den zentralen Fokus auf Top-down-Governance hinterfragen und relativieren. Des Weiteren unterscheiden sie sich von statischen Zugängen der Mainstream-Ökonomie, die Technik als exogenen Faktor betrachten.

Die Anwendung dieser durch Evolution und Komplexität erweiterten institutionalistischen Ansätze in der medienökonomischen und -politischen Forschung führt zu essenziell veränderten Ergebnissen und Policy-Empfehlungen (vgl. Latzer 2013b, 2014). Denn steigende Komplexität bedeutet u. a. sowohl sinkende Vorhersehbarkeit und Kontrollierbarkeit als auch anwachsende nicht-intendierte Folgen von Governance-Versuchen. Daraus leiten sich veränderte (innovations-)ökonomische und politische Strategien sowohl in Medienunternehmen als auch in der Kommunikationspolitik ab (vgl. Latzer 2013b, 2014).

Ein wesentlicher Teil der sich formierenden Internet-Ökonomie fokussiert auf institutionellen Wandel, seien es die Ökonomie von Internet Standards, Copyright, Privatsphäre, Interconnection oder der Internet-Architektur, wobei die Berücksichtigung des technischen Wandels jeweils eine prominente Rolle einnimmt (für einen Überblick Bauer und Latzer 2016). Traditionelle ökonomische und insbesondere institutionenökonomische Ansätze werden in der Internet-Ökonomie durch Sichtweisen des Internet als komplexes System (vgl. Schultze und Whitt 2016) und Ansätze einer Network Science (vgl. Schneider und Bauer 2016) ergänzt. Insgesamt kann für die Internet-Ökonomie festgehalten werden, dass sie Mainstream, institutionelle und evolutionäre Theorien mit komplexitätsökonomischen, politökonomischen und Network-Science-Ansätzen zusammenbringt. Es sind diese multidisziplinären Brückenschläge, die einen realistischeren Blick auf gegenwärtige Veränderungen in der konvergenten, digitalen Kommunikationswirtschaft erlauben. Institutionalismen multipler Art bilden den Ausgangspunkt und Kern dieser Anstrengungen.

3 Zusammenfassung

Die in Opposition zur orthodoxen Ökonomie entstandene Institutionenökonomie hat gegen Ende des 20. Jahrhunderts ein rasches Wachstum, eine Annäherung an die Mainstream-Ökonomie und eine starke Ausdifferenzierung durchlaufen. Neben Alten und Neuen Institutionalismen hat sich eine Vielzahl disziplinärer Ansätze etabliert, die insgesamt ein interdisziplinäres Projekt ergeben, aus dem sich jedoch kein einheitliches Theoriegebäude entwickelt hat. Was als strenger Gegensatz zu Mainstream-Theorien oder zwischen disziplinären Institutionalismen begann, hat sich vielfach auf komplementäre Schienen begeben, wie etwa Neoklassik und Neue Institutionenökonomie oder auch ökonomische und soziologische Institutionalismen.

Der Ende des 20. Jahrhunderts mit starker Verbreitung in den Sozialwissenschaften einhergehende „Institutional Turn“ hat die Kommunikationswissenschaft und im Zuge dessen auch die Medienökonomie erfasst. Die Analyse von Institutionen und von Organisationen als deren spezifische Ausprägung wurde zu einer Selbstverständlichkeit. Die in den Anfängen des Institutionalismus noch als revolutionär geltenden Grundgedanken und Charakteristika haben sich weitgehend etabliert, wie etwa die handlungsleitende, ermöglichende und zugleich beschränkende Wirkung von Institutionen, die eingeschränkte Rationalität in der alltäglichen Entscheidungsfindung und eine stärker dynamische, empirische und evolutionäre Orientierung in der Analyse.

Zentrale Kategorien der Kommunikationswissenschaft wie Medien, Journalismus und Öffentlichkeit werden einerseits als handlungsleitende Rahmenrichtlinien bzw. Spielregeln in Gesellschaften untersucht, andererseits auch Medienunternehmen und Regulierungsinstanzen als spezifische Arrangements für konkrete (wirtschaftliche) Austauschbeziehungen, die durch die institutionellen Charakteristika von Medienunternehmen und Regulierungsorganisationen festgelegt und variiert werden. Als Vorteile werden realistischere Modell-Annahmen und diverse Brückenfunktionen anerkannt. Dazu zählen sowohl die disziplinenübergreifenden Perspektiven, die Verbindung von volks- und betriebswirtschaftlichen Ansätzen als auch die institutionalistische Meso-Perspektive, welche die strukturellen Makroansätze mit handlungstheoretischen, akteursbezogenen Mikroansätzen verbindet. Die Anwendungen fokussieren auf eine breit verstandene Ordnungs- und Governance-Funktion von Institutionen und Organisationen. Begrifflichkeiten und Kriterien werden oft eklektizistisch und problemorientiert aus verschiedenen Institutionalismen aufgegriffen, wobei in der Kommunikationswissenschaft die Anwendung soziologischer Ansätze zu überwiegen scheint. Institutionenökonomische Ansätze zu Transaktionskosten, Eigentums- und Verfügungsrechten und Vertretungs- bzw. Kontroll-Problemen gewinnen mit konvergenz- und digitalisierungsbedingten Umbrüchen sowie mit der zunehmenden Ökonomisierung des digitalisierten Kommunikationssektors an Bedeutung und werden – oft auch in Kombination mit soziologischen und politologischen Ansätzen – verstärkt angewendet.

Die mit der Medienkonvergenz einhergehenden analytischen Herausforderungen der Komplexitätssteigerung und des Bedeutungszuwachses des technischen Wandels lenken das Augenmerk auf eine ko-evolutionäre Innovationsökonomie, welche die traditionellen institutionalistischen Ansätze ergänzt. Analysen des Internet rücken die Governance-Funktion von Technik als Institution vermehrt in das Zentrum. So wird beispielsweise sowohl die Bedeutung der spezifischen Architektur für Innovationstätigkeit und Investitionen als auch des Designs von Algorithmen für mediale Realitätskonstruktionen in Gesellschaften hervorgehoben. Zu den Konsequenzen einer veränderten, komplexitätstheoretischen, institutionalistischen Governance-Perspektive zählt auch, dass sich daraus grundlegend unterschiedliche Strategieempfehlungen der Medienökonomie und -politik ergeben. Evolutionäre, komplexitätstheoretische Erweiterungen resultieren in einem Gegenpol zu Rational-Choice-Ansätzen und setzen einen weiteren Schritt in Richtung einer realitätsnahen theoretischen Fundierung der Untersuchung der konvergenten, digitalisierten Kommunikationswirtschaft.

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2017

Authors and Affiliations

  1. 1.IPMZ, Abteilung Medienwandel & InnovationUniversität ZürichZürichSchweiz

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