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Die literarische Produktion: Hermann Hesse

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Zusammenfassung

Aus dieser Einstellung zur Literatur haben sich zwei dominante Interpretationstendenzen herauskristallisiert: die Erforschung dessen, was in der strukturalistischen Terminologie als „Literarizität“ bezeichnet wird und die Beschäftigung mit der Literatur als Repräsentation von Gesellschaft.2 Im Rahmen dieser zweiten Annäherungsmethode und vor dem Hintergrund der immer aktueller werdenden These der angeblichen Krise des modernen Subjekts gilt es im folgenden letzteres als Einzelfall in der semantisch speziellen Situation des jeweiligen Romans zu untersuchen.

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Literatur

  1. 15.
    Benning, W./Petropoulou, E., a.a.O., S. 512.Google Scholar
  2. 16.
    Ziolkowski betrachtet Demian als eine Jesus-Transfiguration. Es handelt sich meiner Meinung nach um eine Überinterpretation. Über die symbolische Funktion von Demian s. The novels of Hermann Hesse, a.a.O., S. 138–143.Google Scholar
  3. 17.
    Thomas Mann in Tonio Kröger verwendet auch das Kain-Zeichen. (s. darüber auch Ziolkowski: The novels, S. 122) s. Benning/Petropoulou, a.a.O., S. 511.Google Scholar
  4. 18.
    Vgl. den gleichnamigen Aufsatz von 1919. (Bd. 10, S. 454 ff.)Google Scholar
  5. 23.
    Auch Ziolkowski gibt direkte und indirekte Verweise auf Nietzsche in Hesses Roman in seiner Demian-Analyse s. The gospel of Demian, in: The novels of HH, (S. 87–143) S. 103 ff. Er betont die Verwendung des Wortes “Herde”, weist auf den Stil von Pistorius in manchen Absätzen hin, der an den Nietzscheanischen Zarathustra erinnert (S. 103), sowie auf die von Demian verlangte “Umwertung der Werte” (S. 104 f.).Google Scholar
  6. 24.
    Demian,S. 28. (Hervorhebungen von der Autorin)Google Scholar
  7. 25.
    Demian,S. 29. (Hervorhebungen von der Autorin)Google Scholar
  8. 55.
    Die Brüder Karamasow oder Der Untergang Europas.Einfdlle bei der Lektüre Dostojewskis, S. 321 (Hervorhebungen von der Autorin)Google Scholar
  9. 56.
    Die Brüder Karamasow oder Der Untergang Europas, S. 325 (Hervorhebungen von der Autorin)Google Scholar
  10. 57.
    Die Brüder Karamasow oder Der Untergang Europas, S. 322 f. (Hervorhebungen von der Autorin)Google Scholar
  11. 58.
    Die Brüder Karamasow oder Der Untergang Europas, S. 323.Google Scholar
  12. 68.
    Auch von Sinclair, Goldmund oder Knecht kann man behaupten, daß sie das von ihnen erwünschte Ziel erreichen. Dieses wäre die Vervollkommnung und völlige Entfaltung des Selbst für Sinclair, das Erreichen der Einheit durch die Kunst für Goldmund und das Transzendieren in die höchste Stufe des Selbst jenseits der Trennung von Aktion und Meditation fir Knecht. Jedoch erreichen Goldmund und Knecht das Telos im Zustand des Aufgehoben-Seins (im Sinne Hegels), und Sinclairs Telos bleibt dem Leser vorenthalten.Google Scholar
  13. 69.
    Im Kapitel über die Topologie wird die Bewegung des Subjekts semantisch dargestellt und systematisch ausgelegt. “Siddhartha” oder das Erreichen des Telos Google Scholar
  14. 75.
    Vgl. die Erkenntnis, zu der das Individuum nach dem Erwachen gelangt. (S. 383 ff.)Google Scholar
  15. 76.
    Vgl. S. 369; “wo bliebe die Heiligkeit der Gebete, wo bliebe die Ehrwürdigkeit des Brahmanenstandes, wo die Heiligkeit der Samanas, wenn es so wäre, wie du sagst, wenn es kein Lernen gäbe?! Was, o Siddhartha, was würde dann aus alledem werden, was auf Erden heilig, was wertvoll, was ehrwürdig ist?!”Google Scholar
  16. 78.
    Ich stimme Ziolkowski völlig zu, wenn er das von ihm definierte “beatific smile” als eine äußere Manifestation eines inneren Sieges anerkennt, der Erlösung. Er erkennt das gleiche Lächeln auf Vasudevas und am Ende der Erzählung auch auf Siddharthas Gesicht. Das “beatific smile” kehrt auch in Der Steppenwolf, Die Morgenlandfahrt und Das Glasperlenspiel als Eigenschaft der Unsterblichen oder Vollendeten wieder. (s. The novels of.., a.a.O., S.171 f.)Google Scholar
  17. 124.
    Siddhartha, S. 436. Die Zeit wird jetzt von Siddhartha nicht wahrgenommen; vgl. dazu Siddharthas Angst vor der Zeit auf S. 414.Google Scholar
  18. 125.
    Shaw, R. Leroy: Zeit und Struktur des Siddhartha, a.a.O. S. 116.Google Scholar
  19. 126.
    Vgl. darüber Stolte, Heinz: Hermann Hesse, Weltscheu und Lebensliebe,Hansa Verlag, Hamburg 1971, (zitiert nach Michels, V.: Materialien zu Hermann Hesses “Siddhartha”, Bd. 2, a.a.O., S. 312 f.) Stolte erklärt in Anlehnung an Kant wie das denkende und erkennende Subjekt durch die Wahrnehmung der Wesensverschiedenheiten des ihm entgegenstehenden Objektiven zur exakten Erkenntnis des Ich gelangen kann.Google Scholar
  20. 127.
    s. Umschlag der Suhrkamp-Ausgabe (Einzelband), 1974, und das Vorwort der englischen Ausgabe von “Demian” in: Üher Hermann Hesse, Volker Michels (Hg.), Bd. 1, Suhrkamp Verlag, Frankfurt a. M. 1976, (st 331), S. 153–158, S. 156.Google Scholar
  21. 128.
    Blanchot, M.: Der Gesang der Sirenen,a.a.O., S. 237.Google Scholar
  22. 129.
    Egon Schwarz verweist auf eine Parallele zu Goethes “Faust” (Zur Erklärung von Hesses Steppenwolf in: Monatshefte, Madison, Wisconsin, 53, 1961, 4, S.191–98 v.a. S.192). Dieselbe Ansicht (i.e. Wiedererkennen im Magischen Theater einer “modernen Walpurgisnacht”) vertritt auch M. Blanchot (a.a.O., S. 237). Carlson, Anni (in: Materialien zu Hermann Hesses “Der Steppenwolf’, herausgegeben von Volker Michels, Suhrkamp Verlag, Frankfurt a. M. 1972) führt unter dem Titel Zur Geschichte des Steppenwolfsymhols, S.377–381) das Steppenwolfsymbol auf Nietzsche zurück. H. J. Lüthi, (Hermann Hesse. Natur und Geist, a.a.O., S. 81) betont die autobiographischen, psychoanalytischen und metaphysischen Aspekte. R. Freedman beschäftigt sich hauptsächlich mit dem Spiegel als Symbol und strukturalem Element. (vgl. Hermann Hesse, a.a.O. 5.371 ff.; und The lyrical Novel. Studies in Hermann Hesse, Andre Gide and Virginia Wolf Princeton Univ. Press, Princeton, New Jersey 1963, S. 76–77 und Person and Persona: The magic mirrors in Google Scholar
  23. 142.
    Deleuze, G.: Strukturalismus,a.a.O., S. 11. Deleuze gibt hier eine eigene Deutung von einer These Lacans.Google Scholar
  24. 143.
    ibid., S. 11. Deleuze führt Lacans Gedankengang zu Ende: “So geschieht es im Falle des Wolfsmannes, wie Lacan ihn interpretiert, daß das Thema der Kastration, weil es nicht symbolisiert bleibt (”Verwerfung“), im Realen, in der halluzinatorischen Form des abgeschnittenen Fingers wiederauftaucht.” (Strukturalismus,S. 11 f.)Google Scholar
  25. 157.
    So Haller über sich selbst: “Und was hingegen mir in meinen seltnen Freudenstunden geschieht, was fir mich Wonne, Erlebnis, Ekstase und Erhebung ist, das kennt und sucht und liebt die Welt höchstens in Dichtungen, im Leben findet sie es verrückt.” (S. 211) “Und wer suchte über den Trümmern seines Lebens den zerflatternden Sim, litt das scheinbar Unsinnige, lebte das scheinbar Verrückte, hoffte heimlich im letzten irren Chaos nach Offenbarung und Gottesnähe?” (S. 217)Google Scholar
  26. 158.
    s. den Artikel von R. Karalschwili Apologie der Verrücktheit, in: ders.: Hermann Messe. Charakter und Weltbild, a.a.O., S. 285 ff. Michel Foucault versucht aus einer anderen Perspektive die Alterität des Verrückten und seine Verbannung aus der Gesellschaft zu erklären, indem er als zweite Prozedur der Ausschliessung der Gesellschaft,- deren Aufgabe es sei, die Kräfte und die Gefahren des Diskurses zu bannen, -die Entgegensetzung von Vernunft und Wahnsinn erkennt; er erläutert: “Seit dem Mittelalter ist der Wahnsinnige derjenige, dessen Diskurs nicht ebenso zirkulieren kann wie der der anderen: sein Wort gilt fir null und nichtig, es hat weder Wahrheit noch Bedeutung […] andererseits kann es aber auch geschehen, daß man dem Wort des Wahnsinnigen im Gegensatz zu jedem andern eigenartige Kräfte zutraut: die Macht eine verborgene Wahrheit zu sagen oder die Zukunft vorauszukünden oder in aller Naivität das zu sehen, was die Weisheit der andern nicht wahrzunehmen vermag. […] Nur symbolisch erteilte man ihm das Wort: auf dem Theater, wo er entwaffnet und versöhnt auftrat, weil er die Rolle der maskierten Wahrheit spielte.” (Foucault, M.: Die Ordnung des Diskurses, Fischer, Frankfurt 1991, S. 12). Mit dem Vorbehalt, daß Hallers Aufzeichnungen vielleicht eine maskierte Wahrheit beinhalten, betrachtet auch der bürgerliche Herausgeber das Geschriebene; s. Der Steppenwolf; S. 203.Google Scholar
  27. 159.
    Karalaschwili, Reso: Hermann Hesse. Charakter und Weltbild, a.a.O., S. 286.Google Scholar
  28. 168.
    Der Steppnnwolf, S. 296. Hermine spricht den Gedanken der Ewigkeit für Hany aus: “Die Frommen nennen es Reich Gottes. Ich denke mir: wir Menschen alle, wir Anspruchsvolleren, wir mit der Sehnsucht, mit der Dimension zuviel, könnten gar nicht leben, wenn es nicht außer der Luft dieser Welt auch noch eine andre Luft zu atmen gäbe, wenn nicht außer der Zeit auch noch die Ewigkeit bestünde, und die ist das Reich des Echten.” (S. 343) Ein wenig später reflektiert Haller darüber: “Dies alles waren, so schien mir, vielleicht nicht ihre eigenen Gedanken, sondern die meinigen, die die Hellsichtige gelesen und eingeatmet hatte und die sie mir wiedergab, so daß sie nun Gestalt hatten und neu vor mir standen.” (S. 344) “Es ist mir eine Freude, lieber Harry, Sie heut ein wenig bewirten zu dürfen. Sie sind oft Ihres Lebens sehr überdrüssig gewesen, Sie strebten fort von hier, nicht wahr? Sie sehnen sich danach, diese Zeit, diese Welt, diese Wirklichkeit zu verlassen und in eine andre, Ihnen gemäßere Wirklichkeit einzugehen, in eine Welt ohne Zeit. Tun Sie das, lieber Freund, ich lade Sie dazu ein. Sie wissen ja, wo diese andre Welt verborgen liegt, daß es die Welt Ihrer eigenen Seele ist, die Sie suchen. Nur in Ihrem eigenen Innern lebt jene andre Wirklichkeit, nach der Sie sich sehnen. Ich kann Ihnen nichts geben, was nicht in Ihnen selbst schon existiert, ich kann Ihnen keinen andern Bildersaal öffnen, als den Ihrer Seele. Ich kann Ihnen nichts geben, nur die Gelegenheit, den Anstoß, den Schlüssel. Ich helfe Ihnen Ihre eigene Welt sichtbar machen, das ist alles.”169Google Scholar
  29. 187.
    Deleuze verwendet die Lacanischen Begriffe, s. darüber ibid. S. 41 ff.Google Scholar
  30. 188.
    Das besondere Objekt - anders das leere Feld genannt - bilde Konvergenzpunkt der divergenten Serien und sei - so Lacan - ‘außerordentlich’ symbolisch und besitze die merkwürdige Eigenschaft, nicht dort zu sein, wo man es sucht. Diese drei Strukturordnungen kommunizieren nicht an ein und demselben Ort, aber sie sind durch das jeweilige Objekt=x miteinander verbunden. (Deleuze: Strukturalismus, S. 41 f. und 51 f.)Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1997

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