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Melancholie als Reuevolle Schwermut Musik als Weltliche Torheit

  • Günter Bandmann
Part of the Wissenschaftliche Abhandlungen der Arbeitsgemeinschaft für Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen book series (AWAW, volume 12)

Zusammenfassung

Die Darstellung von Il Genovesino ist ein Warnbild. Weibliche Schönheit, Reichtum, Musik sind nicht nur Exempla der Vanitas, sondern auch in sich schlecht, verführerisch, dem Lasterhaften benachbart. Die schöne Frau sieht nicht, daß der Tod dahinter steht.

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Literatur

  1. 233.
    Das eine befindet sich in der Gallerie Corsini in Rom (abgebildet bei Panofsky, Et in Arcadia ego, a. a. O., Abb. 4), das andere in Privatbesitz (abgebildet bei Hartlaub, Zauber des Spiegels, a. a. O., Abb. 152).Google Scholar
  2. 234.
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  3. 235.
    Erste Ausgabe 1593. In der mir zur Verfügung stehenden Ausgabe von 1766 sind die Angaben zur Meditatione della Morte im IV. Bande, S. 91, gemacht. Vgl. auch Panof sky, Et in Arcadia ego, a. a. O., S. 234 f. und G. Hartlaub, Arcana Artis, a. a. 0., S. 318 ff. Aber auch andere Gestalten werden oft in der Meditation über den Tod dargestellt, der hl. Hieronymus, der Geschwisterheilige der Magdalena, und auch der hl. Franziskus. Vgl. z. B. das Bild von Georges de la Tour mit der Ekstase des hl. Franz, abgebildet bei S. M. M. Furness, Georges de la Tour of Lorraine, 1593–1652, London 1949, Abb. 12.Google Scholar
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    Schon im Mittelalter wird Magdalena als Vertreterin der Vita Contemplativa ihrer Schwester Martha, der Repräsentantin der Vita Activa, gegenübergestellt und auch übergeordnet. Helen Merdedith Garth, Saint Mary Magdalene in Mediaeval Literature, Baltimore 1950, S. 85 ff. — Aus der überreichen, auch dichterischen Literatur des 17. Jahrhunderts sei nur genannt: N. Coeffeteau, Tableau de la pénitence de la Magdalene, Paris 1625; Charles de Saint Paul, Tableau de la Magdalene en l’estat de parfaite amante de Jésus, oû se voient les exercices par lesquels an peut arriver â la gloire d’un semblable estat, Paris 1628. Vgl. auch den guten Überblick bei F.-G. Pariset, Georges de la Tour, Paris 1948, S. 149 ff.; M. v. Waldberg, Zur Entwicklungsgeschichte der „schönen Seele“ bei den spanischen Mystikern, Berlin 1910.Google Scholar
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  7. 240.
    Freilich hat dieses Bild, das um 1625 datiert wird, ein Gegenstück mit der gleichen Frau um 1635–40, auf dem Kreuz und Bußstrick deutlich zu sehen sind und so die Benennung als Magdalena sichern. Pariset, a. a. O., T. 12 u. 13.Google Scholar
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    A. Blunt, Giovanni Benedetto Castiglione u. s. w., a. a. O., S. 15, Nr. 133, 224.Google Scholar
  11. 244.
    Daß die Musikinstrumente in Verbindung mit Sphaira, Zirkel und anderen Geräten der Kunst und Wissenschaft als Vanitassymbole angesichts des Todes erscheinen, ist auf vielen Bildern des 16.-18. Jahrhunderts erkennbar. (Vgl. J. Baltrusaitis, Anamorphoses ou perspectives curieuses, Paris o. J., S. 58 ff.). Das interessanteste Beispiel bieten die Gesandten von Hans Holbein ( 1533, London, National Gallery). Hier stehen die beiden Gesandten als Vertreter der weltlichen und geistlichen Wissenschaft neben einem Aufbau mit den Gerätschaften des Quadriviums. Zu Füßen ist der riesige, perspektivisch verzogene Totenkopf zu sehen. Nur von links unten oder rechts oben gesehen erscheint er „normal“Google Scholar
  12. Quasten, a. a. O., S. 147 ff.; Gérold, a. a. O., S. 203 f.Google Scholar
  13. 242.
    A. Rosenberg, P. P. Rubens, Des Meisters Gemälde, Klassiker der Kunst, 1905, Abb. 393. Das Bild, nicht mehr aufgenommen bei J. A. Goris u. J. Held, Rubens in America, New York 1947, ist die Replik eines Magdalenenbildes des Berliner KaiserFriedrich-Museums, das aber durch seitlich zugefügte Putten und Engel erweitert wurde. Das New Yorker Bild spiegelt die ursprüngliche Fassung wieder. R. Oldenbourg in der 4. Aufl. des oben genannten Bandes der „Klassiker der Kunst“, 1921, S. 471.Google Scholar
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    Jüngerhausdiarium vom 17. Mai 1752, Punkt VIII der 1. Session. — Auch in der altchristlichen Literatur finden sich zahlreiche Empfehlungen, die Psalmen mit halber Stimme und ohne Gefallsucht vorzutragen. Gérold, a. a. O., S. 162 ff.Google Scholar
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    Berenson, a. a. O., Nr. 1155. Eine weitere ältere Darstellung der Natur in diesem Typus finden wir dann auf der Martelli-Patera (Abb. 56).Google Scholar
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    Zu diesem Bilderkreis vgl. Knipping, a. a. O., II, S. 33–48.Google Scholar
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    Leo Spitzer, Muttersprache und Muttererziehung, in: Essays in historical semantics, New York 1948, S. 34 ff. Man vgl. auch Alanus de Insulis, Distinctiones dictionum (Migne PL 210) unter „lactare“, „mamma”, „ubera“.Google Scholar
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  24. 265.
    Im übrigen gehört diese Darstellung aus dem Hortus Deliciarum und die in Anm. 262 genannte — diese stammt wahrscheinlich aus einer Boethius-Handschrift (Swarzenski, a. a. O., S. 94) — in die Bildtradition des oben besprochenen Holzschnittes Dürers für Celtes (Abb. 20). Die Annahme von J. Weitzmann-Fiedler (Romanische Bronzeschalen mit mythologischen Darstellungen, in: Zeitschrift für Kunstwissenschaft, XI, 1957, S. 30), daß die Komposition im Hortus Deliciarum als Nachbildung von gravierten Bronzeschalen zu verstehen sei, ist sehr unwahrscheinlich, da das Kompositionsschema — Kreis mit kranzförmig angeordneten Rundfeldern — auch in vielen anderen Zusammenhängen vorkommt (Artustafel, Eucharistieteller, Zwölfgöttersteine, Fensterrosen u. s. w.). Vgl. auch J. Dam-rich, Ein Künstlerdreiblatt des XIII. Jahrhunderts im Kloster Scheyern, Straßburg 1904, S. 84 ff.Google Scholar
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  30. 274.
    Diese Bedeutung steht auch offensichtlich hinter den Bildern des 17. Jahrhunderts, auf denen Maria mit ihrem Milchstrahl die Weltkugel benetzt. Knipping, a. a. O., II, S. 33–48.Google Scholar
  31. 275.
    Das Bild wurde zuerst im Burlington Magazine XCII, 1950, T. VI veröffentlicht. Herrn Wengraf von der Arcade Gallery in London, der damaligen Besitzerin, danke ich für freundliche Auskunft. Inzwischen ist das Bild in den Besitz von Mr. Theodore A. Heinrich, Direktor des Royal Ontario Museum in Toronto gekommen und von Emanuel 1 nternitz (The inspired Musician. A sixteenth century musical pastiche, in: The Burlington Magazine C, 1958, S. 48 ff.) behandelt worden.Google Scholar
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  • Günter Bandmann

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