Advertisement

Diskussionen zum Kombattantenstatus in asymmetrischen Konflikten

  • Bernhard Koch
Chapter

Zusammenfassung

Das Gebot, zwischen rechtmäßigen Angriffszielen und geschützten Personen zu unterscheiden, gehört zu den Grundpfeilern des tradierten Rechts im bewaffneten Konflikt. Aber durch asymmetrische Strategien und Taktiken, die zum Teil das rechtliche Gebot missbräuchlich zu nutzen versuchen, gerät es in der militärischen Praxis immer mehr ins Hintertreffen. Die damit zusammenhängenden praktischen Probleme haben zum einen eine bedeutende rechtshermeneutische Diskussion entfacht, zum anderen aber auch sog. „revisionistischen Theorien des gerechten Krieges“ Auftrieb gegeben.

Stichworte

Kriegsbilder nicht-internationaler bewaffneter Konflikt humanitäres Völkerrecht ius in bello liberaler Individualismus 

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literaturverzeichnis

  1. Benbaji, Yitzhak. 2008. A Defense of the Traditional War Convention. Ethics 118 (3): 464-495.Google Scholar
  2. Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) (Hrsg.). 2007. Aus Gottes Frieden leben – für gerechten Frieden sorgen. Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus.Google Scholar
  3. Fabre, Cécile. 2009. Guns, Food, and Liability to Attack in War. Ethics 120 (1): 36-63.Google Scholar
  4. Fabre, Cécile. 2012. Cosmopolitan War. Oxford: Oxford University Press.Google Scholar
  5. Frowe, Helen. 2014. Defensive Killing. Oxford: Oxford University Press.Google Scholar
  6. Gillner, Matthias und Volker Stümke (Hrsg.). 2014. Kollateralopfer. Die Tötung von Unschuldigen als rechtliches und moralisches Problem. Münster: Aschendorff.Google Scholar
  7. Kaldor, Mary. 2012. New and Old Wars. Organized Violence in a Global Era. 3. Aufl. Stanford: Stanford University Press.Google Scholar
  8. Koch, Bernhard. 2014a. Es ist an uns. Zur sozialethischen Abwägung bei bewaffneten Drohnen und ihren normativen Implikationen. In Das Zeitalter der Einsatzarmee. Herausforderungen für Recht und Ethik, hrsg. von Fabian Forster, Sascha Vugrin und Leonard Wessendorff, 37-54. Berlin: Berliner Wissenschafts-Verlag.Google Scholar
  9. Koch, Bernhard. 2014b. Zur Debatte um den Einsatz von Drohnen. Stimmen der Zeit 232 (11): 779-782.Google Scholar
  10. Koch, Bernhard. 2015a. Targeted Killing. Grundzüge der moralphilosophischen Debatte in der Gegenwart. In Christliche Friedensethik vor den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, hrsg. von Veronika Bock, Johannes J. Frühbauer, Arnd Küppers und Cornelius Sturm, 191-206. Münster: Aschendorff.Google Scholar
  11. Koch, Bernhard. 2015b. Bewaffnete Drohnen und andere militärische Robotik. Ethische Betrachtungen. Moderne Waffentechnologie. Hält das Recht Schritt?, hrsg. von Christof Gramm und Dieter Weingärtner, 32-56. Baden-Baden: Nomos.Google Scholar
  12. Kortüm, Hans-Henning. 2008. Krieg und Frieden. In Enzyklopädie des Mittelalters. Bd. 1, hrsg. von Gert Melville und Martial Staub, 271-279. Darmstadt: Primus.Google Scholar
  13. Kreß, Claus. 2014. Der Bürgerkrieg und das Völkerrecht. Zwei Entwicklungslinien und eine Zukunftsfrage. JuristenZeitung 69 (8): 365-373.Google Scholar
  14. Lazar, Seth. 2010. The Responsibility Dilemma for Killing in War. A Review Essay. Philosophy & Public Affairs 38 (2): 180-213.Google Scholar
  15. Luban, David. 2013. Military Necessity and the Cultures of Military Law. Leiden Journal of International Law 26 (2): 315-349.Google Scholar
  16. McMahan, Jeff. 2004. The Ethics of Killing in War. Ethics 114 (2): 693-733.Google Scholar
  17. McMahan, Jeff. 2009. Killing in War. Oxford: Clarendon Press.Google Scholar
  18. McMahan, Jeff. 2011. Who is Morally Liable to be Killed in War. Analysis 71 (3): 544-559.Google Scholar
  19. Melzer, Nils. 2009. Interpretative Guidance on the Notion of Direct Participation in Hostilities Under International Humanitarian Law. Genf: International Committee of the Red Cross. https://www.icrc.org/eng/assets/files/other/icrc-002-0990.pdf. Zugegriffen: 2. Juli 2015.
  20. Menke, Christoph. 2011. Recht und Gewalt. Berlin: August Verlag.Google Scholar
  21. Münkler, Herfried. 2002. Die Neuen Kriege. Reinbek: Rowohlt.Google Scholar
  22. Münkler, Herfried. 2010. Der Wandel des Krieges. Von der Symmetrie zur Asymmetrie. Weilerswist: Velbrück.Google Scholar
  23. Otsuka, Michael. 1994. Killing the Innocent in Self-Defense. Philosophy & Public Affairs 23 (1): 74-94.Google Scholar
  24. Pogge, Thomas W. 2007. Cosmopolitanism. In A Companion to Contemporary Political Philosophy, hrsg. von Robert E. Goodin, Philipp Pettit und Thomas W. Pogge, 312-331. 2. Aufl. Oxford: Wiley-Blackwell.Google Scholar
  25. Reader, Soran. 2000. Making Pacifi sm Plausible. Journal of Applied Philosophy 17 (2): 169-180.Google Scholar
  26. Rodin, David. 2002. War and Self-Defense. Oxford: Oxford University Press.Google Scholar
  27. Rodin, David. 2014. The Myth of National Self-Defense. In The Morality of Defensive War, hrsg. von Cécile Fabre und Seth Lazar, 69-89. Oxford: Oxford University Press.Google Scholar
  28. Ryan, Cheyney. 2013. Pacifi sm, Just War, and Self-Defense. Philosophia 41 (4): 977-1005.Google Scholar
  29. Steinhoff, Uwe. 2014. Rechte, gerechte Angreifbarkeit und die moralische Gleichheit von Kombattanten. In Den Gegner schützen? Zu einer aktuellen Kontroverse in der Ethik des bewaffneten Konflikts, hrsg. von Bernhard Koch, 195-240. Baden-Baden: Nomos.Google Scholar
  30. Strawser, Bradley Jay. 2011. Walking the Tightrope of Just War. Analyis 71 (3): 533-544.Google Scholar
  31. Thomson, Judith Jarvis. 1991. Self-Defense. Philosophy & Public Affairs 20 (4): 283-310.Google Scholar
  32. Walzer, Michael. 1977. Just and Unjust Wars. New York: Basic Books.Google Scholar
  33. Wittgenstein, Ludwig. 1971. Philosophische Untersuchungen. Frankfurt a.M.: Suhrkamp.Google Scholar

Kommentierte Literatur

  1. Fabre, Cécile. 2012. Cosmopolitan War. Oxford: Oxford University Press. Fabres Buch versucht als erstes einen durchgängigen Ansatz der Verknüpfung von ius ad bellum und ius in bello. Rechte und Pflichten von Kombattanten werden als abhängig von der Art des Konfliktes bestimmt. So müssen in humanitären Interventionen Kombattanten die Interessen der zu schützenden Zivilbevölkerung anders berücksichtigen als die Interessen „gegnerischer“ Zivilisten in Selbstverteidigungskriegen zu berücksichtigen sind.Google Scholar
  2. Koch, Bernhard (Hrsg). 2014. Den Gegner schützen? Zu einer aktuellen Kontroverse in der Ethik des bewaffneten Konflikts. Baden-Baden: Nomos. Dieses Buch, das die erste größere deutschsprachige Auseinandersetzung mit der „revisionistischen Theorie“ des gerechten Krieges darstellt, nimmt sich zur Leitfrage, wie die Lasten des Krieges zwischen gerechten Kombattanten, Gegnern und Zivilisten zu „verteilen“ sind. Es deutet damit Argumentationslinien an, wie über die Engführung des Revisionismus an einigen Stellen ethisch hinausgedacht werden sollte.Google Scholar
  3. Melzer, Nils. 2009. Interpretative Guidance on the Notion of Direct Participation in Hostilities under International Humanitarian Law. Genf: International Committee of the Red Cross. https://www.icrc.org/eng/assets/files/other/icrc-002-0990.pdf. Diese Studie nimmt die Deutung der vermeintlich unscheinbaren Ausnahme, dass Zivilisten, die sich direkt an Feindseligkeiten beteiligen, vom Schutz ausgenommen sind, zum Anlass, ganz grundsätzlich über das Verhältnis von staatlichen und nicht-staatlichen Akteuren in nicht-internationalen bewaffneten Konflikten nachzudenken und die Grenzen des Erlaubten gegenüber nicht-staatlichen Kämpfern zu bestimmen.

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2017

Authors and Affiliations

  1. 1.Frankfurt a. M.Deutschland

Personalised recommendations