Die Geburtsstunde der Humanität

  • Andreas Marneros
Chapter

Zusammenfassung

Aus dem vierundzwanzigsten Gesang meiner Ilias schließlich werde ich Euch erzählen von der Geburt der Humanität. Kurz zusammengefasst ist sie so vonstattengegangen: Priamos, göttlich geschützt und von Hermes geführt, wagt sich, in die Höhle des Löwen zu gehen und dort dem Mörder seines Sohnes in die Augen zu schauen: in Achilles Unterkunft. Er bittet um den Leichnam seines Sohnes, damit er ihn würdevoll bestatten kann, an das Mitgefühl des griechischen Helden appellierend. Das bis jetzt unmöglich Erscheinende wird möglich: Achilles zeigt Empathie und Mitgefühl, lässt den Leichnam auslösen und behandelt den alten König würdevoll. Darüber hinaus garantiert er Waffenruhe bis zum Ende der zwölf Tage dauernden Bestattungszeremonien für Hektor – die auch eingehalten wird. Und die uns begleitende Seele wird dabei geflügelte Worte von immerwährender Gültigkeit singen, wie etwa über den Verlust von Empathie und Scham, der den Menschen zur Bestie macht, über die Tatsache, dass nicht die Abstammung eines Menschen, sondern seine Haltung und seine Werke von Bedeutung sind. Über das ungerechte Verhalten, das durch Trauer und Trauma entstehen kann, und über die Tatsache, dass die Humanität ein Kind der Empathie ist. Und schließlich noch über einiges mehr.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2017

Authors and Affiliations

  • Andreas Marneros
    • 1
  1. 1.BonnDeutschland

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