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Nationale Maßnahmen zur Reduktion der CO2-Emissionen

  • Dieter Cansier
Conference paper
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Part of the Studien zum Umweltstaat book series (UMWELTSTAAT)

Zusammenfassung

Nationale Reduktionsmaßnahmen sollten nicht nur bei CO2 und den FCKW ansetzen, sondern alle Treibhausgase erfassen. Drittwichtigste Ursache für den Treibhauseffekt sind die Methan-Emissionen. Als Instrumente kommen hier vor allem technische Vorschriften in Frage. Das gilt für Methanfreisetzungen aus Kläranlagen und Müllhalden sowie bei der Förderung von Kohle, Erdöl und Erdgas, indem hier vorgeschrieben wird, daß das Gas aufgefangen und verbrannt wird. Leckagen aus Gasleitungen lassen sich durch größere technische Vorsorge vermeiden. Ob es möglich sein wird, die Rinderbestände auf der Welt nicht weiter anwachsen zu lassen, weil auch sie eine wichtige Quelle für das atmosphärische Methan bilden — wie es gelegentlich vorgeschlagen wird -58, muß man bezweifeln. Die Rinder werden hauptsächlich für die Fleischversorgung der Menschen in den Industrieländern gezüchtet. Die Bevölkerung in diesen Ländern müßte ihre Ernährungsgewohnheiten wesentlich umstellen, wozu sie eventuell durch eine spezielle Verbrauchssteuer veranlaßt werden könnte. Eine wesentliche Quelle der Emissionen ist auch der Naßfeld-Reisanbau. Hier die Produktion zu verringern, würde in starken Konflikt mit dem Ziel, die Welternährung zu sichern, geraten, denn Reis ist neben Weizen nicht nur das wichtigste Nahrungsmittel der Welt, sondern auch die mit Abstand wichtigste Nahrungsquelle in den Entwicklungsländern des asiatischen Raumes.59 Vorschläge in der Literatur beschränken sich deshalb darauf, die Entwicklung neuer „trockener“ Reisanbaumethoden zu fördern.60

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1991

Authors and Affiliations

  • Dieter Cansier
    • 1
  1. 1.Wirtschaftswissenschaftliches SeminarUniversität TübingenTübingen 1Deutschland

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