Intervention bei Disziplinschwierigkeiten und sozialen Übergriffen: Nutzung klinisch-psychologischer Überlegungen zur Veränderung von Verhalten

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Zusammenfassung

Während bislang für Einzelaspekte gezeigt wurde, wie man als Lehrkraft unbeabsichtigt zur Dynamik in der Klasse beitragen beziehungsweise umgekehrt diese bewusst steuern kann, soll nun ein umfassenderer Ansatz ausgearbeitet werden, der über verschiedene spezifische Fehlverhaltensweisen hinweg eine generellere Orientierung liefern kann – die sowohl lerntheoretische als auch bindungstheoretische Überlegungen aufgreifende „Pädagogische Verhaltensmodifikation“.

Oberflächlich betrachtet scheint dieser Ansatz gerade in der Praxis schon gut bekannt und viel genutzt zu sein. Allerdings wird er meist unbeabsichtigt verkürzt eingesetzt, sodass aus einem potenziell „scharfen Schwert“ leicht ein stumpfes wird. Diesen Ansatz möchte ich mithilfe von Beispielen zu Disziplinproblemen illustrieren und jeweils aufzeigen, worauf man achten sollte, damit er wirksam wird.

Auf der abstraktesten Ebene betont dieser Ansatz zwei große Komponenten: Lenkung und Wärme/Beziehungsangebot (siehe auch die sogenannte „autoritative“ Erziehung, im Gegensatz zur „autoritären“ beziehungsweise „permissiven“). „Lenkung“ bedeutet, dass Kinder und Jugendliche Führung brauchen, dass erziehende Erwachsene ihnen Orientierung und Standards vorgeben. In der pädagogischen Praxis wird hierzu häufig die Lerntheorie angewandt. Wenn diese Umsetzung aber die zweite Komponente, die oben schon als zentral ausgearbeitete Wärme, beziehungsweise noch genereller: das Beziehungsangebot (siehe hierzu insbesondere Kap. 5), ignoriert, werden solche Versuche häufig zu technisch, zu seelenlos – und damit unwirksam.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2013

Authors and Affiliations

  1. 1.Department Psychologie – Arbeitsbereich Pädagogische PsychologieLudwig-Maximilians-Universität MünchenMünchenDeutschland

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