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Wirtschaftsinteressen im Staatssozialismus

Auszug

Will man die Tragweite der Veränderungen bewerten und Kontinuitäten aufspüren, denen die Beziehungen zwischen Wirtschaft und Politik seit Mitte der 1980er Jahre unterworfen waren, muss man an den Ausgangspunkt vor dem Systemwechsel zurückkehren. Die Osteuropa- und Kommunismusforschung („Sowjetologie“) befasste sich im Verlaufe von über vier Jahrzehnten mit dem Problem der Artikulation gesellschaftlicher Interessen. „Theoriemoden” wechselten einander ab. Auf die Totalitarismustheorie folgte der, jeweils zeitlich verzögerte, Transfer von Konzepten und Modellen aus sozialwissenschaftlichen Disziplinen, die sich mit westlichen Gesellschaften befassten. Daher fallen die Antworten auf die Frage nach den Beziehungen zwischen Staat und Interessengruppen im Staatssozialismus unterschiedlich aus, was in größerem Maße durch die je zugrunde gelegte Theorieperspektive als durch den Wandel des Systems der Interessenvermittlung bedingt ist (K3.1). Neben den Hierarchien des Parteistaates erkennen realitätsnahe Modelle interpersonelle Netzwerke als Grundstrukturen nicht nur der sowjetischen Gesellschaftsorganisation, sondern auch ihrer polity an (K3.2). Aus den dabei gewonnenen Einsichten ergeben sich Schlussfolgerungen für das postkommunistische Interessengruppensystem (K3.3).

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2006

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