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Theoretische Grundlagen

  • Klaus Feldmann
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Zusammenfassung

Individuum und Kollektiv bzw. Gesellschaft sind durch den Tod miteinander verschränkt. Das Individuum wird durch das Bewußtsein seiner Endlichkeit, der ablaufenden Lebenszeit, zur Leistung motiviert. Da das Kollektiv bzw. die Gesellschaft das Individuum überdauert, wird eine Motivation gefördert, Leistungen im Dienste des Kollektivs durchzuführen, weil dadurch eine Teilnahme an der gesellschaftlichen Unsterblichkeit ermöglicht wird. Doch immer bleibt ein Spannungsverhältnis: Die Individuen können gesellschaftlich instrumentalisiert werden, im krassen Fall, wenn sie im Krieg „verheizt“ werden. Der einzelne kann sich existentiell als sterblich und damit als „verantwortungslos“ gegenüber dem Kollektiv, das ihn nicht „retten“ kann, verhalten. Ob dies dann gesellschaftlich funktional ist, ist eine theoretische Frage. Adam Smith und seine „unsichtbare Hand“ betten auch den egoistischen Menschen in das Wohlergehen des Ganzen ein. Jedenfalls ist der Tod auch eine Grenze für Macht und Herrschaft, da den Toten nichts mehr befohlen werden kann — allerdings kann ihnen etwas „angedichtet“ werden, was wieder für die Machtspiele der Überlebenden bedeutsam ist. Auch kann man wie Comte sagen, daß die Toten Macht über die Lebenden haben. Macht und Herrschaft stehen jedenfalls in einem komplexen Verhältnis zum Tod.

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© Leske + Budrich, Opladen 1997

Authors and Affiliations

  • Klaus Feldmann

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