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Sterben und Tod

Sozialwissenschaftliche Theorien und Forschungsergebnisse

  • Authors
  • Klaus Feldmann

Table of contents

  1. Front Matter
    Pages 1-6
  2. Klaus Feldmann
    Pages 7-10
  3. Klaus Feldmann
    Pages 11-16
  4. Klaus Feldmann
    Pages 17-23
  5. Klaus Feldmann
    Pages 24-46
  6. Klaus Feldmann
    Pages 47-52
  7. Klaus Feldmann
    Pages 53-74
  8. Klaus Feldmann
    Pages 75-109
  9. Klaus Feldmann
    Pages 110-113
  10. Back Matter
    Pages 114-122

About this book

Introduction

"Wenn mittels des Elektroencephalogramms (EEG) die für das lebende Großhirn typischen elektrischen Entladungen nicht mehr festgestellt werden können, wenn datiiber hinaus auch über die Verschaltungen zu den stammesgeschichtlich alten Teilen des Gehirns im sogenannten Hirnstamm keine Reflexe mehr ausgelöst werden können und die Blutzirkulation im Gehirn zum Stillstand gekommen ist, gilt das unter Ärzten seit etwa zwei Jahrzehnten als das sicherste Zeichen, daß der Tod eingetreten ist. " (Schiefenhövel 1993, 37) Es klingt eigentümlich, aber der Satz "Das einzige, was gewiß ist, ist der Tod," ist falsch, Bei einem Tier stellen wir als Laien ohne Zögern den Tod fest, bei einem Menschen ist dies eine professionelle Angelegenheit, also nur wenige auserwählte Personen sind hierfür befugt Und es herrscht keine Ei­ nigkeit darüber, ob der ganze Mensch oder nur ein Teil von ihm tot ist In anderen Kulturen wurden Menschen für tot erklärt, die in unserer Gesell­ schaft für lebendig gehalten werden. Todesdefinitionen sind also kulturell vermittelt Die Hirntoddefinition deutet auf den Wandel im vorherrschenden Men­ schenbild hin - Bewußtsein, zentrale Steuerung, Rationalität. Die gesell­ schaftliche Anerkennung der Definition über den Gehirntod erwies sich für den Fortschritt der Medizin, z. B. für die erfolgreiche Durchführung von Or­ gantransplantationen, als notwendige Voraussetzung. Nur das Gehirn ist we­ sentlich für den "modernen" Menschen, die anderen Körperteile sind ersetz­ bar, ohne daß es zu einem Identitätsverlust kommt Das traditionelle japani­ sche Menschenbild geht dagegen von einer untrennbaren Einheit der Körper­ teile aus, da sonst die Identität gefährdet ist (Ohnuki-Tierney 1994).

Keywords

Familie Hospiz Identität Institution Krieg Kultur Massenmedien Medizin Moderne Organisation Rationalität Sozialwissenschaft Sterblichkeit Struktur Trauer

Bibliographic information

  • DOI https://doi.org/10.1007/978-3-322-95852-5
  • Copyright Information VS Verlag für Sozialwissenschaften | Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, Wiesbaden 1997
  • Publisher Name VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden
  • eBook Packages Springer Book Archive
  • Print ISBN 978-3-8100-1659-1
  • Online ISBN 978-3-322-95852-5
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