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Einleitung

  • Elisabeth K. Paefgen
Part of the Kulturwissenschaftliche Studien zur deutschen Literatur book series

Zusammenfassung

Das Geschriebene ist nicht dazu da, gelesen zu werden, sondern dient einem erneuten Schreiben. Ausschließlich schriftliche Dokumente garantieren ein ‘Durch- und Weiterkommen’. Darüber hinaus äußert der nicht-ägyptische Sprecher die Vermutung, daß der Schreiber unter den vielen in diesem Land verehrten Göttern der ‘eigentliche’ sei, weil das, was er herzustellen vermag, in so hohem Ansehen stehe. — Wenngleich von einer göttergleichen Hochachtung des Schreibers heute nicht mehr die Rede sein kann, so umreißt der erste Teil des Zitats aus Thomas Manns Joseph-Tetralogie, das die ägyptische als eine schreibbesessene Kultur kennzeichnet, ein Schreib-Programm, wie es auch für diese Arbeit grundlegend ist: Schreiben in der Nachfolge von bereits Geschriebenem und unter Berücksichtigung desselben. Schreiben aber auch, um — in einem übertragenen Sinn — ‘durchzukommen’ durch dieses schon Geschriebene und ‘hineinzukommen’, nicht in das durch die Feste Zel gut gesicherte Land Ägypten, sondern in einen literarischen Text, der sich gleichfalls nicht jedem, der Einlaß begehrt, bereitwillig öffnet. Die Priorität des Schreibens, die aus dieser Charakterisierung der ägyptischen Schriftkultur spricht, erfährt ihre letzte Legitimation durch die bedeutende Position, die „Tut der Schreiber“ eingenommen haben soll; eben diese Priorität des Schreibens — vor der des Lesens — ist auch programmatisch für diese Arbeit, die insofern eigentlich den Titel tragen müßte: SchreibenundLesenundSchreiben.

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1996

Authors and Affiliations

  • Elisabeth K. Paefgen

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