Advertisement

Familie: Muscicapidae – Fliegenschnäpper

Living reference work entry
  • 14 Downloads

Zusammenfassung

Fliegenschnäpper sind eine überwiegend altweltliche Vogelgruppe, die nach den neueren molekularbiologischen Untersuchungen derzeit 298 Arten in 57 Gattungen umfasst. Ihre nächsten Verwandten sind die Drosseln (Turdidae) und die Wasseramseln (Cinclidae). Fliegenschnäpper sind eine morphologisch recht uneinheitliche Vogelgruppe, deren Verwandtschaftszusammenhänge immer wieder diskutiert und deren Arten in der Vergangenheit oftmals neu gruppiert wurden (vgl. Sangster et al. 2010; Zuccon und Ericson 2010). Zur Zeit werden sie in vier Unterfamilien unterteilt: Muscicapinae (eigentliche Fliegenschnäpper), Niltavinae (Niltavas), Cossyphinae (Rötel u. a.) und die große Unterfamilie Saxicolinae (Schmätzer). Zu den Muscicapinae gehören beispielsweise die Schamadrossel (heute auch Weißbürzelschama genannt) (Kittacincla malabarica) und die Feuerschwanzschama (Kittacincla pyrropygus), zu den Niltavinae der Rotbauch-Blauschnäpper (früher Rotbauchniltava) (Niltava sundara), zu den Cossyphinae die meisten Rötelarten, z. B. der Schneescheitelrötel (Cossypha niveicapilla), aber auch unser heimisches Rotkehlchen (Erithacus rubecula) (Abb. 1), zu den Saxicolinae viele bekannte europäische Singvögel, wie z. B. die Nachtigall (Luscinia megarhynchos), der Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus), das Rubinkehlchen (Calliope calliope), das Schwarzkehlchen (Saxicola torquatus), aber auch der Steinrötel (Monticola saxatilis) sowie der düster gefärbte Hadesschmätzer (Myrmecocichla nigra) und der Springschmätzer (Pinarornis plumosus). Fliegenschnäpper sind überwiegend kleine bis mittelgroße Vögel, deren Grundfärbung oftmals braun oder schwarz-weiß, bei vielen Arten zudem aber mit blauen, rötlichen oder gelben Gefiederpartien untermalt ist. Männchen sind oftmals prächtiger gefärbt als die Weibchen (Winkler et al. 2015) Eine der kleinsten Arten ist der Diamantschnäpper (Anthipes monileger) mit 11,5–13 cm Größe bei einem Gewicht von 11 g, eine der größten die Purpurpfeifdrossel (Myophonus cearuleus) mit bis zu 35 cm Länge und bis zu 231 g Gewicht.

Literatur

  1. Hachfeld, B. (1992). Haltung und Zucht des Weißscheitelrötels. Die Voliere, 15, 324–330.Google Scholar
  2. Kirschke, S. (2004). Zuchterfahrungen mit Insektenfressern. Wilhelmshaven: Selbst.Google Scholar
  3. Mayer, S. (1996). Haltung und Zucht der Schamadrossel. Die Voliere, 19, 228–231.Google Scholar
  4. Pagel, T., & Marcordes, B. (2011). Exotische Weichfresser (S. 106–112). Stuttgart: Ulmer.Google Scholar
  5. Sangster, G., Alström, P., Forsmark, E., & Olsson, U. (2010). Multi-locus phylogenetic analysis of old World chats and flycatchers reveals extensive paraphyly at family, subfamily and genus level (Aves: Muscicapidae). Molecular Phylogenetics and Evolution, 57(1), 380–392.CrossRefGoogle Scholar
  6. Simon, B. (2018). Nachzucht- und Bestandsliste der Arbeitsgruppe Weichfresser e. V. Sassen-Trantow: Eigen.Google Scholar
  7. Winkler, D. W., Billermann, S. M., & Lovette, I. J. (2015). Bird families of the world – Muscicapidae (S. 481–485). Barcelona: Lynx.Google Scholar
  8. Zuccon, D., & Ericson, P. G. P. (2010). A multi-gene phylogeny disentangles the chat-flycatcher complex (Aves: Muscicapidae). Zoologica Scripta, 39(3), 213–224.CrossRefGoogle Scholar

Authors and Affiliations

  1. 1.AG WeichfresserSüdharzDeutschland

Personalised recommendations