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Familie: Timaliidae – Timalien

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Zusammenfassung

„Was man nicht unterbringen kann, das sieht man als Timalien an“ (Hartert 1910, S. 469). Dieser etwas scherzhaft gemeinten Auffassung des deutschen Ornithologen Ernst Hartert zufolge landeten viele Sperlingsvögel seinerzeit in der großen Familie der Timalien, in der bis in die jüngste Vergangenheit 309 Arten in 84 Gattungen zusammengefasst waren (Collar und Robson 2007) und die damit die viertgrößte Singvogelfamilie darstellte (vgl. Pfeifer 2013). Jüngere genetische Studien zeigten jedoch die Zusammenhänge verschiedener Taxa. So wurden aus einer ursprünglich sehr großen Vogelfamilie mittlerweile sechs, zum Teile sehr nahe verwandte Familien, nämlich außer den Timaliidae die Pellorneidae, Leiothrichidae, Pnoepygidae, Zosteropidae und Sylviidae. Die Timaliidae umfassen nach diesen Studien gegenwärtig nur noch 10 Gattungen mit 51–54 Arten und knapp 200 Unterarten (vgl. Winkler et al. 2015). Des Weiteren stellte man fest, dass viele Arten polyphyletisch (vielstämmig) sind und somit auch in anderen Familien zu finden sind, wie z. B. Macronus (Meisentimalien), Pomatorhinus (Säbler oder Sicheltimalien) und Stachyris (Buschtimalien). Diese verbliebenen Arten wurden noch nicht vollständig genetisch untersucht, sodass zu vermuten ist, dass noch viel Bewegung in die innere Systematik der Familie kommen wird. Gegenwärtig sind die drei genannten Gattungen noch den Timaliidae zugeordnet (HBW Alive 2019).

Literatur

  1. Collar, N., & Robson, C. (2007). Family Timaliidae (Babblers). In J. del Hoyo, A. Elliott & D. A. Christie (Hrsg.), Handbook of the birds of the world (Bd. 12, S. 70–291). Barcelona: Lynx.Google Scholar
  2. Hartert, E. (1910). Die Vögel der paläarktischen Fauna. Systematische Übersicht der in Europa, Nord-Asien und der Mittelmeerregion vorkommenden Vögel (Bd. 1). Berlin: Friedländer.Google Scholar
  3. HBW Alive Species. (2019). Handbook of birds of the world – Timaliidae. www.hbw.com/species. Zugegriffen am 12.03.2021.
  4. Pfeifer, R. (2013). Was ist eine Timalie? Faszinierende Vielfalt der Lebensformen und Herausforderung an den Systematiker. Vogelwarte, 51, 117–126.Google Scholar
  5. Simon, B. (2018). Nachzucht-und Bestandsliste der Arbeitsgruppe Weichfresser e. V. Sassen-Trantow: Selbstverlag.Google Scholar
  6. Winkler, D. W., Billermann, S. M., & Lovette, I. J. (2015). Bird Families of the World – Timaliidae (S. 453–454). Barcelona: Lynx.Google Scholar

Authors and Affiliations

  1. 1.SüdharzDeutschland

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