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Retikulozytenproduktionsindex

Living reference work entry
Part of the Springer Reference Medizin book series (SRM)

Zusammenfassung

Retikulozytenproduktionsindex

Synonym(e)

RPI

Englischer Begriff

reticulocyte index; RPI

Definition

Kennzahl zur Abschätzung der Retikulozytenproduktion bei Anämien.

Beschreibung

Bei Patienten mit einer Anämie ist das Reifestadium der Retikulozyten (Retikulozyt) bei der Freisetzung aus dem Knochenmark abhängig vom Schweregrad der Anämie. So gelangen unreifere Retikulozyten bei einer ausgeprägten Anämie vermehrt ins periphere Blut. Der Retikulozytenproduktionsindex (RPI) berücksichtigt diese verlängerte Verweildauer der unreiferen Retikulozyten im Blutkreislauf. Zusätzlich wird die Retikulozytenzahl auf einen Standardhämatokrit von 0,45 % korrigiert. Der RPI ist definiert als
$$ \mathrm{RPI}=\frac{\mathrm{Retikulozytenzahl}\ \left[\%\right]}{\mathrm{Reifungszeit}\ \left[\mathrm{Tage}\right]}\times \frac{\mathrm{H}\ddot{\mathrm{a}}\mathrm{matokrit}\ \left[\mathrm{L}/\mathrm{L}\right]}{0,45\ \left[\mathrm{L}/\mathrm{L}\right]} $$

Dabei gilt:

RPI = 1: Anzahl der gebildeten Retikulozyten entspricht dem Bedarf, der zur Aufrechterhaltung des momentanen Hämatokrit-Werts notwendig ist:

Hämatokrit (L/L)

Retikulozytenreifungszeit (Tage)

0,45

1,0

0,35

1,5

0,25

2,0

0,15

2,5

Literatur

  1. Kleesiek K (1995) Blutzellen und blutbildende Organe. In: Greiling H, Gressner AM (Hrsg) Lehrbuch der Klinischen Chemie und Pathobiochemie. Schattauer Verlag, Stuttgart, S 831Google Scholar
  2. Thomas L (2008) Labor und Diagnose, 7. Aufl. TH-Books, Frankfurt am MainGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für Laboratoriumsmedizin, Mikrobiologie und BlutdepotRegionale Kliniken Holding RKH GmbHLudwigsburgDeutschland

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