Phenazon

Living reference work entry
Part of the Springer Reference Medizin book series (SRM)

Zusammenfassung

Phenazon

Synonym(e)

Antipyrin

Englischer Begriff

phenazone

Definition

Pyrazolonderivat, Analgetikum.

Molmasse

188,2 g.

Synthese – Verteilung – Abbau – Elimination

Phenazon wird enteral rasch resorbiert und erreicht nach etwa 1 Stunde seine maximale Konzentration im Plasma. Es wird abgebaut zu den Metaboliten 4-Hydroxy-Phenazon, 3-Hydroxymethyl-Phenazon, p-Hydroxy-Phenazon und Norphenazon, die anschließend konjugiert und im Urin ausgeschieden werden. Nur 5 % des oral aufgenommenen Phenazon erscheinen unverändert im Urin.

Halbwertszeit

10–12 Stunden (Plasma).

Funktion – Pathophysiologie

Ähnlich dem chemisch verwandten Metamizol wirkt Phenazon analgetisch und spasmolytisch. Bei Enzyminduktion (z. B. bei gleichzeitiger chronischer Behandlung mit Phenytoin) ist die Wirkung von Phenazon verkürzt. Wegen des möglichen Auftretens einer Agranulozytose ist bei längerer Einnahme eine regelmäßige Blutbildkontrolle erforderlich. Bei schwerer Intoxikation treten Muskelkrämpfe und Koma auf bis hin zu Atemlähmung und Kreislaufkollaps.

Untersuchungsmaterial

Plasma (P), Serum (S).

Analytik

HPLC, GC-MS, LC-MS/MS.

Indikation

Verdacht auf Intoxikation.

Interpretation

Therapeutischer Bereich (S, P): 5–25 mg/L; toxisch: 50–100 mg/L; komatös/letal: unbekannt.

Literatur

  1. König H, Hallbach J (2009) Nonopioid analgesics and antirheumatics. In: Külpmann WR (Hrsg) Clincial toxicological analysis. Wiley-VCH, Weinheim, S 189–214Google Scholar

Copyright information

© © Springer-Verlag GmbH Deutschland 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.Landeskriminalamt NiedersachsenDezernat 53 „Chemie“HannoverDeutschland
  2. 2.HannoverDeutschland

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