Linksverschiebung

Living reference work entry
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Zusammenfassung

Linksverschiebung

Englischer Begriff

left shift

Definition

Relative Vermehrung von unreifen Zellen im peripheren Blut oder Knochenmark.

Beschreibung

Die Linksverschiebung beschreibt das vermehrte Auftreten von unreifen Zellen im peripheren Blut oder Knochenmark.

Im Knochenmark kann dieses vermehrte Auftreten von unreifen Vorstufen alle Zellpopulationen, also die Erythropoese, Granulozytopoese und Thrombopoese, betreffen. Bei der Linksverschiebung der Erythropoese bedeutet dies eine Vermehrung der Proerythroblasten und polychromatischen Erythroblasten an der Gesamtzahl der kernhaltigen erythrozytären Vorstufen. Innerhalb der Granulozytopoese beschreibt die Linksverschiebung im Knochenmark das vermehrte Auftreten von Myelozyten, Promyelozyten (Promyelozyt) und Myeloblasten.

Im peripheren Blut beschreibt die Linksverschiebung das vermehrte Auftreten von unreifen Stufen der Granulozytopoese. Unterschieden werden dabei die reaktive Linksverschiebung (Überwiegen von reiferen Formen der Myelopoese wie Metamyelozyten und Stabkernigen [Granulozyten, stabkernige]) und die pathologische Linksverschiebung bei myeloproliferativen Erkrankungen (Überwiegen von unreiferen Formen der Myelopoese wie Myelozyten, Promyelozyten und Blasten) und dem Hiatus leucaemicus bei akuten Leukosen (neben wenigen reifen Granulozyten nur blastäre Zellen nachweisbar).

Literatur

  1. Begemann M (1993) Reaktive Veränderungen der weißen Blutkörperchen und des lymphoretikulären Systems. In: Begemann H, Rastetter J (Hrsg) Klinische Hämatologie, 4. Aufl. Georg Thieme Verlag, Stuttgart, S 441–442Google Scholar

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Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für Laboratoriumsmedizin, Mikrobiologie und BlutdepotRegionale Kliniken Holding RKH GmbHLudwigsburgDeutschland

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