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Halogenkohlenwasserstoffe, leichtflüchtige

  • C. Vidal
  • W. -R. Külpmann
Living reference work entry
Part of the Springer Reference Medizin book series (SRM)

Zusammenfassung

Halogenkohlenwasserstoffe, leichtflüchtige

Synonym(e)

LHKW

Englischer Begriff

volatile halogenated hydrocarbons

Definition

Gruppe toxischer chlorierter Kohlenwasserstoffe.

Struktur

Z. B. Dichlormethan CH2Cl2, Trichlormethan (Chloroform) CHCl3, Tetrachlormethan (Tetrachlorkohlenstoff) CCl4.

Molmasse

Dichlormethan 84,93 g; Chloroform 119,4 g; Tetrachlorkohlenstoff 159,8 g.

Synthese – Verteilung – Abbau – Elimination

LHKW werden meist durch Inhalation aufgenommen, unabsichtlich oder beim Schnüffeln (Schnüffelstoffe). Sie reichern sich im Fettgewebe, wie z. B. Gehirn, an. Der Abbau erfolgt in der Leber unter der Katalyse von Cytochrom P450, die Ausscheidung über Lunge und Niere.

Halbwertszeit

Die Halbwertszeit ist für die verschiedenen LHKW unterschiedlich:
  • Trichlorethanol (aus Trichlorethen [„Tri“]): 10 Stunden (Plasma)

  • Trichloressigsäure (aus Trichlorethen und Tetrachlorethen [„Per“]): 100 Stunden (Plasma)

Pathophysiologie

LHKW wirken akut narkotisch und können bei hoher Dosis in wenigen Tagen durch schwere Schädigung von Leber und Niere zum Tode führen. Chronische Exposition kann bleibende Schäden des Zentralnervensystems hinterlassen. Die Wirkungen werden zu erheblichem Teil durch die Metabolite der LHKW hervorgerufen.

Untersuchungsmaterial

Blut (EDTA) im gasdichten Rollrandröhrchen.

Analytik

Gaschromatographische Dampfraumanalyse.

Referenzbereich

Nicht nachweisbar; für MAK-Werte (Arbeitsplatzkonzentration, maximale) und BAT-Werte (Arbeitsstoff-Toleranzwert, biologischer) s. aktuelle Liste (Degel et al. 2009).

Indikation

Überwachung der Exposition; Verdacht auf Vergiftung. Bei Aufnahme von Dichlormethan ist zusätzlich CO-Hb regelmäßig zu kontrollieren, da CO beim Abbau gebildet wird.

Literatur

  1. Degel F, Geldmacher-v. Mallinckrodt M, Köppel C (2009) Volatile halogenated hydrocarbons. In: Külpmann WR (Hrsg) Clincial toxicological analysis. Wiley-VCH, Weinheim, S 539–553Google Scholar

Copyright information

© © Springer-Verlag GmbH Deutschland 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.Landeskriminalamt NiedersachsenDezernat 53 „Chemie“HannoverDeutschland
  2. 2.HannoverDeutschland

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