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Methoden der Medienökonomie

  • M. Bjørn von RimschaEmail author
  • Juliane A. Lischka
Living reference work entry
Part of the Springer NachschlageWissen book series (SRS)

Zusammenfassung

Die Methoden der Forschung zur Medienökonomie sind so vielfältig wie die Zugänge zum Fach. Als Teildisziplin der Medien- und Kommunikationswissenschaft werden einerseits die Methoden dieses Fachs verwendet und die Ergebnisse im Hinblick auf ökonomische Fragestellungen interpretiert. Andererseits sind die forschenden Personen im Fach oftmals in anderen Disziplinen sozialisiert worden. Damit spielen auch Methoden – insbesondere aus den Wirtschaftswissenschaften – jeweils eine wichtige Rolle. Der vorliegende Beitrag stellt nach einer kurzen Einführung der Fachgeschichte aus methodischer Perspektive die gängigen Erhebungs- und Analysemethoden systematisch vor. Weiter wird erörtert, mit welchen speziellen Herausforderungen das Forschungsfeld aus methodologischer Perspektive konfrontiert ist. Im Anschluss wird ein Ausblick gegeben, welche Methoden das etablierte Spektrum bereichern können, verbunden mit der Diskussion, warum sich diese Methoden bislang nur schwer etablieren konnten.

Schlüsselwörter

Medienmanagement Überblick normative Analyse empirische Analyse Datenerhebungsmethoden Datenauswertungsmethoden qualitative Methoden quantitative Methoden Primärdaten Sekundärdaten Fachzeitschriften Forschungsmethoden Medienökonomie 

1 Medienökonomie zwischen normativer und empirischer Analyse

Im deutschsprachigen Raum wird häufig zwischen normativen und deskriptiven/analytischen/positiven Zugängen zur Medienökonomie unterschieden (vgl. z. B. Dreiskämper 2013, S. 365 f.). Beim normativen Zugang geht es darum, „Gestaltungsoptionen mit Blick auf gesellschaftlich konsentierte Ziele des Mediensystems“ (Kiefer 2005, S. 41) zu entwickeln, also darum, „wie es sein sollte“. Bei diesem Zugang kann von der Medienökonomie nicht von einer empirischen Wissenschaft gesprochen werden. Gegebenenfalls werden Datenerhebungen von Vergleichsmärkten als Argument für das „wie es sein könnte“ angeführt, empirisch fundierte Sensitivitätsanalysen zu Einflussvariablen im Mediensystem sind jedoch nicht üblich.

Der normative Zugang hat im deutschsprachigen Raum eine längere Tradition. Entstanden ist das Fach zum Teil auch als Reaktion auf das sogenannte Zeitungssterben, also Konzentrationstendenzen und im Umfeld der Einführung des kommerziellen Rundfunks. Entsprechend waren medienökonomische Fragen oft eng verknüpft mit regulatorischen Fragen. Zunächst wurden dabei „die wirtschaftswissenschaftlichen Blößen der publizistikwissenschaftlichen Ratgeber mit politökonomischen Instant-Formeln“ bedeckt (Schmolke 2002, S. 131). Probleme, wie etwa die Pressekonzentration, wurden zunächst von Wirtschaftswissenschaftlern und Juristen gelöst. Auch in der Folge gab es häufig Zusammenarbeiten mit Juristen und Lehrstühle wurden mit dem Fokus Medienökonomie und Medienpolitik als Kombination geschaffen, wie etwa der Lehrstuhl von Gerd Kopper 1978 an der TU Dortmund oder der von Axel Zerdick 1980 an der FU Berlin. Die zweite Welle der Berufungen fand im Rahmen des allgemeinen Ausbaus der Medien- und Kommunikationswissenschaft an deutschen Universitäten statt, dann mit einem etwas verschobenen Schwerpunkt in Richtung Medienmanagement. Altmeppen und Karmasin (2003) sehen dabei aber nicht, dass ein übergeordnetes Programm oder Paradigma verfolgt würde. Die Schwerpunktsetzung auf Medienmanagement führen sie vielmehr darauf zurück, „dass derartige Stellenprofile mit dem Rückenwind des Medienbooms leichter durchzusetzen sind“ (2003, S. 7). Mit diesen Berufungen entwickelte sich das Fach eher weg von der normativen Perspektive, hin zu einer deskriptiv analytischen. Bei einem jungen Fach sind die Berufenen jeweils nicht in dem Fach ausgebildet worden, das sie selbst lehren. In Bezug auf die Methoden heißt das, die Professuren brachten jeweils die Methoden mit ein, die sie aus ihrer Herkunftsdisziplin kennen. Betrachtet man nun die konkreten Personen, reicht das Spektrum von Elektrotechnik, Journalistik, Rechtswissenschaft, Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft bis zur Wirtschaftsinformatik. Daneben brachten einige konkrete praktische Erfahrungen, insbesondere im Verlagsmanagement, ein. Klassische medien- und kommunikationswissenschaftliche Methoden kamen jeweils eher durch die Mitarbeitenden mit entsprechenden Abschlüssen hinzu. Der weitere Ausbau des Fachs in jüngster Zeit konzentrierte sich vor allem auf Fachhochschulen. Medienökonomie findet in diesem Kontext wenig statt und im Bereich des Medienmanagements ist der Anspruch meist nicht, das Medienmanagement empirisch zu vermessen, sondern vielmehr, Personal für eine als zukunftsträchtig angesehene Branche auszubilden.

Die größere Zahl an Standorten und Forschenden im angelsächsischen Raum bedeutet, dass sich hier mehrere Communities parallel entwickeln konnten, die oftmals nur wenige Anknüpfungspunkte haben. Die normative Perspektive wird vor allem an Schools of Communication and Journalism betrieben (z. B. Janet Wasko, University of Oregon). Die Kombination von Medienökonomie und Medienpolitik wird vor allem von Volkswirtschaftlern an Schools of Telecommunication und Communication betrieben (z. B. Steven Wildman, Michigan State University). Empirische Medienmanagement-Forschung findet vor allem an Schools of Communication and Journalism statt, wobei die individuellen Forschenden entweder einen Hintergrund in BWL (z. B. Sylvia Chan Olmstedt, University of Florida) oder in Journalismus (z. B. George Sylvie, University of Texas) haben.

Sowohl im deutschsprachigen, als auch im englischsprachigen Raum kann die Medienökonomie1 somit als Ausdifferenzierung der Medien- und Kommunikationswissenschaft verstanden werden, die Impulse in Bezug auf die Methoden des Teilgebiets kamen jedoch eher von außen als aus dem Fach.

2 Methoden der Medienökonomie

Inhalt der Medienökonomie ist nach Albarran (2004, S. 303): „to analyze and evaluate the complex and changing world in which the mass media industries operate“. Um dieser Komplexität gerecht zu werden, ist eine vergleichsweise große Bandbreite an Methoden notwendig, die fallweise eingesetzt werden. An der Schnittstelle zwischen verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen hat die Medienökonomie bislang keine eigenen Methoden entwickelt, sondern bedient sich jeweils in Abhängigkeit vom Forschungsgegenstand und der Forschungsfrage aus dem Methodenrepertoire anderer Disziplinen, vor allem der Volkswirtschaft, Betriebswirtschaft, Psychologie, Soziologie und Politologie. Der vorliegende Beitrag bietet eine Übersicht der in der Medienökonomie verwendeten Methoden. Dabei werden die wichtigsten Methoden vorgestellt und jeweils mit Beispielen aus konkreten Studien illustriert. Unsere Perspektive auf die Medienökonomie ist dabei von einer grundsätzlich kommunikations- und medienwissenschaftlichen Perspektive geprägt und schließt explizit auch das aus wirtschaftswissenschaftlicher Perspektive abgrenzbare Feld des Medienmanagements mit ein. Das Feld wird hier somit eher als Ergebnis der Ausdifferenzierung der Kommunikations- und Medienwissenschaft und weniger als ein beispielhaftes Anwendungsfeld der Wirtschaftswissenschaft verstanden.

2.1 Qualitative und quantitative Methoden

Bevor die gängigen Methoden des Fachs vorgestellt werden können, muss zunächst definiert werden, was mit „Methode“ gemeint ist. Grundsätzlich können zwei Arten von Methoden unterschieden werden, nämlich jene, die im Prozess der Datenerhebung angewendet werden, und jene, die bei der Datenauswertung zum Einsatz kommen. Des Weiteren lassen sich qualitative und quantitative Erhebungs- und Analysemethoden unterscheiden, deren Ziel tiefe bzw. breite Erkenntnisse sind. Laut Beam (2006, S. 526) beziehen sich Forschende, die auf quantitative Methoden zurückgreifen, auf eine „enduring, tangible social world out there that can be studied effectively by following systematic processes for gathering and analyzing information“. Das Ziel von quantitativen Methoden ist typischerweise, Regeln und Zusammenhänge in der sozialen Welt zu identifizieren und soziale Phänomene vorherzusagen (z. B. Beam 2006, S. 526). Quantitative Erhebungen beruhen daher auf vielen Fällen und ihre Ergebnisse sind (abhängig von der Art und Güte der Stichprobe) generalisierbar. Qualitative Forschung ist dagegen ein „Sammelbegriff für sehr unterschiedliche theoretische, methodologische und methodische Zugänge zur sozialen Wirklichkeit“ (von Kardorff 2011, S. 3). Qualitative Analysen lassen „den Untersuchungsgegenstand sprechen“ (Schirmer 2009, S. 48), beruhen meist auf wenigen Fällen und erlauben „exploring media phenomena for inductive theory building, such as by developing theoretical constructs and propositions“ (Achtenhagen und Mierzejewska 2016, S. 36). Erhebung und Analyse sind umfangreicher und tief gehender, die Ergebnisse aber weniger generalisierbar.

Die Entscheidung, ob qualitativ oder quantitativ vorgegangen wird, hängt von Forschungsfrage und -ziel ab, also, „whether it’s more critical to gain a rich, detailed, textured understanding about a few things or to draw broader, more generalizable conclusions about a relatively large number of things“ (Beam 2006, S. 526). Bis 2003 kamen in knapp der Hälfte der Artikel des Journal of Media Economics (JME) bzw. International Journal on Media Management (IJMM) quantitative, in einem Viertel qualitative und in 12 % eine Mischung aus qualitativen und quantitativen Methoden zum Einsatz (Beam 2006, S. 546). Achtenhagen und Mierzejewska (2016, S. 35–37) haben jeweils nur die meist zitierten Artikel im JME, IJMM und Journal of Media Business Studies (JOMBS) untersucht. In diesem Sample kommen sie zu ähnlichen Anteilen: 49 % für quantitative Studien und 14 % für qualitative Studien. Den geringen Anteil qualitativer Studien sehen die Autorinnen problematisch, da gerade solche Studien zur Theoriebildung geeignet wären. Theoriebildung findet offenbar nicht datengestützt statt, denn 36 % der meist zitierten Artikel sind konzeptuelle Essays ohne eigene Datenauswertung. Diesen hohen Anteil sehen die Autorinnen als Indikator für eine noch junge und sich entwickelnde Disziplin, die ihren Gegenstand definieren und abgrenzen muss. Gleichzeitig muss angemerkt werden, dass die Traditionen und Forschungsgegenstände der jeweiligen Zeitschriften stärker quantitativ als qualitativ ausgelegt sind, auch wenn sie einen methodischen Fokus in ihren Zeitschriftenprofilen nicht explizit erwähnen (Achtenhagen und Mierzejewska 2016, S. 25–27). So ein „quantitative bias“ kann gleichermaßen für den Fokus auf quantitative Analysen verantwortlich sein.

2.2 Datenerhebungs- und Datenanalysemethoden

Die Datenerhebung kann einerseits Primärdaten für den Untersuchungszweck erheben oder Sekundärdaten nutzen, die von anderen erhoben wurden. In 60 % der JME- und IJMM-Artikel haben sich die Autoren in der Vergangenheit auf Sekundärdaten gestützt, in 50% ausschließlich, in 10 % haben sie zusätzlich Primärdaten erhoben. Achtenhagen und Mierzejewska (2016) differenzieren nicht zwischen Erhebungs- und Auswertungsmethoden.

Für die Datenerhebung von Primärdaten steht grundsätzlich der sozialwissenschaftliche Methodenkanon mit den Basismethoden Befragung, Beobachtung und Inhaltsanalyse zur Verfügung. Diese lassen sich weiter ausdifferenzieren.
  • So kann etwa die Befragung nach dem Grad der Standardisierung (biografisches Interview vs. geschlossener Fragebogen), nach Erhebungsmedium (face-to-face, CATI, Online), nach der Rolle der Befragten (repräsentative Bevölkerungsumfrage vs. Experteninterviews) oder nach der Erhebungsfrequenz (einmalig, monatlich, Panel, Delphi) differenziert werden. Etwa ein Drittel der Artikel in vier internationalen Fachzeitschriften der Kommunikationswissenschaft (Journal of Communication, Journal of Broadcasting and Electronic Media, Journalism and Mass Communication Quarterly und Communication Research) zwischen 2001 und 2010 benutzte Befragungen (Ha et al. 2015). Im JME und IJMM waren es bis 2003 etwa ein Viertel der Artikel (Beam 2006, S. 538). Selbst auszufüllende Papier-, gefolgt von Telefon- und zunehmend Onlinebefragungen sind dabei häufig angewandte Methoden (Ha et al. 2015). Etwa 5 % der Befragungen waren persönliche Interviews. Dabei basieren Drittmittelfinanzierte Befragungsstudien eher auf Telefoninterviews als Onlinebefragungen und häufiger auf Zufallsstichproben statt Convenience-Stichproben (Ha et al. 2015). Die Verwendung von Sekundärdaten statt Primärerhebungen hat nicht zugenommen. Zusammen mit Befragungen wurden am häufigsten Inhaltsanalysen gefolgt von Experimenten durchgeführt (Ha et al. 2015).

  • Inhaltsanalysen lassen sich vor allem nach formalen und inhaltlichen Aspekten differenzieren und können qualitativ, wobei die Bedeutung von Inhalten im Mittelpunkt steht, oder quantitativ, wobei der manifeste Inhalt zentral ist, erhoben werden. Inhaltsanalysen werden v. a. zur Beschreibung, z. B. der Vielfalt von Medieninhalten als abhängige Variable, in medienökonomischen Untersuchungen eingesetzt. Weiter werden Dokumentanalysen von Geschäftsberichten, strategischer Kommunikation, internen Präsentationen oder Marktberichten für Fallstudien von Medienunternehmen und Marktanalysen vorgenommen. Zudem wäre die Analyse von Themen der Fachpresse der Medienindustrie denkbar (Wilkinson und Merle 2013). Im JME und IJMM kamen bei 13 % der Artikel Inhaltsanalysen zum Einsatz (Beam 2006, S. 538).

  • Experimente testen den Einfluss eines Stimulus auf Versuchspersonen, typischerweise mit Experimental- und Kontrollgruppe, auf die Teilnehmende zufällig zugeteilt werden (Quasi-Experimente mit z. B. Schulklassen als Gruppen bilden eine Ausnahme) sowie weiteren Untergliederungen je nach Anzahl der Stimulusvariationen. Standardisierte Laborexperimente können von Feldexperimenten in einer „natürlicheren“ Umgebung unterschieden werden. Ein Experimentaldesign schließt häufig eine vorgängige und/oder nachgängige Befragung ein. Lediglich 2 % der JME- und IJMM-Artikel haben ein Experiment durchgeführt, was mit dem geringeren Fokus auf Forschungsfragen auf Individual-, sondern verstärkt auf Unternehmens- oder Marktebene begründet werden kann (Beam 2006, S. 539).

  • Beobachtungen können nach Objekt (wer), Einheit (was), Feld (wo) und Instrument (womit), sowie nach dem Grad der Strukturiertheit, der Transparenz, der Anwesenheit und dem Grad des Eingriffs in die Situation unterschieden werden. Dazu können auch ethnologische Methoden für Fallstudien gezählt werden, die z. B. für die Analyse von Prozessen in Nachrichtenredaktionen genutzt werden, und die Beobachtung und Interviews oft miteinander verschränken.

Fallstudien verknüpfen typischerweise einige dieser Erhebungsmethoden, wie Experteninterviews mit Managern, Fokusgruppen mit Mitarbeitenden und qualitativen Dokumentenanalysen, z. B. für die Analyse eines einzelnen oder einiger weniger Unternehmen (Beam 2006, S. 545).

Zudem werden bei Beam (2006, S. 538) Modellspezifikationen und -simulationen als Datenerhebungsmethoden aufgeführt, die jedoch auf theoretischen Annahmen und nicht auf erhobenen Daten beruhen.

Mahrt und Scharkow (2013, S. 28) beschreiben die Nachteile sozialwissenschaftlicher Primärerhebungsmethoden sowie Sekundärdaten wie folgt:

„In-depth analysis, both qualitative and quantitative, might allow for accurate predictions and understanding of a single individual, but it often cannot be generalized for larger samples or the general population. […] Correlations on the aggregate level, on the other hand, cannot simply be applied to the individual level without the risk of an ecological fallacy, i.e., observing something in aggregate data that never actually occurs on the individual level.“

Vor allem bei nicht-repräsentativen Stichprobenziehungen trifft der Kritikpunkt der mangelnden Generalisierbarkeit von Ergebnissen auf Mikroebene zu. Sekundärdaten liegen dagegen oft aggregiert vor und lassen den Umkehrschluss auf individuelle Einstellungen oder individuelles Verhalten nicht zu, ohne dass ein kollektiver, oder ökologischer, Fehlschluss ausgeschlossen werden könnte. Dieser liegt dann vor, wenn die entsprechende Individualhypothese nicht für das Aggregat gilt (Coleman 1986, 1990). Diese Einschränkungen der Validität der Daten müssen bei der Wahl der Erhebungsmethode mit berücksichtig werden.

Analysemethoden können qualitativ, quantitativ-deskriptiv, -bivariat oder -multivariat sein. Albarran (2006, S. 296) nennt Trendstudien oder Zeitreihenanalysen und ökonometrische Modelle als typische medienökonomische Analysemethoden. Neben den klassischen Analysemethoden, die auf Varianzen beruhen (Korrelationen, Regressionen, Varianz-, Faktoren- oder Clusteranalysen), etablieren sich auch Analysemethoden wie die ursprünglich politikwissenschaftliche Qualitative Comparative Analysis (QCA) oder konzeptionelle Ansätze, wie z. B. die Policy-Analyse nach Windhoff-Héritier (1987), mit der Effekte von politischen Interventionen auf die Medienwirtschaft untersucht werden können. Grundsätzlich zählt auch die Diskursanalyse zum Set von möglichen Analysemethoden von Texten und Inhalten.

Die besprochenen qualitativen und quantitativen Datenerhebungs- (Abb. 1) und Analysemethoden (Abb. 2) sind im Folgenden nochmals systematisch dargestellt.
Abb. 1

Datenerhebungsmethoden. Quelle: Eigene Darstellung

Abb. 2

Datenanalysemethoden. Quelle: eigene Darstellung.

2.3 Ebenen von Untersuchungsthemen

Der Kern von medienökonomischen Untersuchungsthemen liegt auf der Mesoebene der Medienorganisation, die von der Mikroebene des Rezipienten- und Entscheiderverhaltens determiniert wird und wiederum die Makroebene der Marktgegebenheiten mitbestimmt. Eine saubere Abgrenzung, was nun als Medienökonomie und was als Medienmanagement bezeichnet werden kann, ist in der Forschungspraxis oft schwer möglich. Tendenziell sind Makrothemen eher der Medienökonomie und Mesothemen eher dem Medienmanagement zuzuordnen. Bei ersteren wird der Markt untersucht, bei letzteren die Unternehmung. Ziel des vorliegenden Textes ist es jedoch nicht, eine definitorische Abgrenzung vorzunehmen. „Medienökonomie“ wird hier als Sammelbegriff für Themen verwendet, die sich mit ökonomischen Fragestellungen der Medien beschäftigen. Nicht alle Methoden passen zu allen Standardthemen und Theorien. Die Übersicht der Methoden ist deshalb entlang der drei Ebenen: Makro, Meso und Mikro strukturiert.

2.3.1 Makroebene

Auf der Makroebene werden Marktgegebenheiten auf Länder- oder regionaler Ebene sowie auf Branchenebene untersucht. Forschungsfragen auf der Makroebene beschäftigen sich beispielsweise damit, ob und inwieweit Medien krisensicher sind (Picard 2008; Van der Wurff et al. 2008; von Rimscha und Siegert 2015, S. 93–108), wie sich Medienkonzentration entwickelt und welche Auswirkungen dies auf das Medienangebot hat (Russi 2013a, 2013b; von Rimscha und Siegert 2015, S. 75–92) oder welche Rolle Innovationen und Medien-Startups für Medienmärkte spielen (Carlson und Usher 2015; Dogruel 2014; Mierzejewska und Hollifield 2006).

Dabei ist die Forschung zu Medienmärkten jedoch stark interdisziplinär, da sich nicht nur Ökonomen, sondern auch Forschende der Kommunikations-, Medien- oder Kulturwissenschaft medienökonomischen Fragestellungen widmen. Entsprechend der Interdisziplinarität des Forschungsfeldes decken Erhebungs- und Analysemethoden sozial- und geisteswissenschaftliche Ansätze ab (Napoli 2009). Es kommen insbesondere Methoden aus der Volkswirtschaft zum Einsatz, etwa, wenn sich Studien zur Medienkonzentration im Rahmen von Sekundärdatenanalysen auf Marktanteilsstatistiken beziehen. Im Rahmen von Sekundärdatenanalysen können bestehende nationale Langzeit-Befragungsdatensätze zu Mikrodaten, wie das „Sozio-oekonomische Panel“ (SOEP) oder die Consumer Surveys der Europäischen Kommission, mit makroökonomischen oder aggregierten Haushalts-Daten verknüpft werden (z. B. Gray et al. 2015 mit UK Datensätzen zu sozialem und ökonomischem Wandel; Lischka 2016 für Nachrichteninhalte und Verhalten ökonomischer Akteure; Lischka und Seufert 2016 für Sekundärdatenanalysen von Werbewirkung). Grundsätzlich könnten Sekundärdaten auch mit online-generierten Daten im Längsschnitt über Zeitpunkte oder im Querschnitt über Bevölkerungssegmente verknüpft werden. Choi und Varian (2012) testen, inwieweit Zeitreihendaten von aggregierten Online-Suchanfragen mit Google Trends dazu genutzt werden können, ökonomische Kurzfirstvorhersagen („Nowcasting“) zu betreiben. Beispielsweise können so Indikatoren zur Wirtschaftslage, Bevölkerungsinteressen oder Konsumstimmung gewonnen werden. Taylor, Schroeder und Meyer beschreiben Anwendungsfelder von online-generierten Daten im Bereich der Ökonomie wie folgt: „financial transactions of all kinds, including increasingly granular sources such as loyalty card data and online purchases, labour market data, and detailed population data“ (2014, S. 2). Ein Vorteil gegenüber amtlichen Statistiken und Befragungsdaten ist die höhere Datenfrequenz.

2.3.2 Mesoebene

Auf der Mesoebene der Medienorganisationen kommen vor allem Methoden aus der Betriebswirtschaftslehre und der Soziologie zum Einsatz, etwa, wenn Organisationsstrukturen oder Kennzahlen zwischen Unternehmen verglichen werden.

In Bezug auf die Datenerhebung dominieren Sekundärdaten und Befragungen. In einem Fall sollen bestimmte Kennzahlen für die Organisation stehen, im anderen sollen individuelle Repräsentanten stellvertretend Auskunft über die Organisation geben.

Eine wichtige Quelle für Studien auf der Mesoebene könnten Unternehmensdatenbanken wie etwa Osiris des Bureau van Dijk oder Bürgels Wirtschaftsinformationen sein. In der Forschungspraxis werden diese jedoch kaum verwendet, denn die Basis für diese Datenbanken sind meist Geschäftsberichte und ähnliche öffentlich zugängliche Unternehmensinformationen. In der Medienbranche spielen jedoch Klein- und Kleinstunternehmen ohne Berichtspflicht sowie Familienunternehmen mit allenfalls eingeschränkter Berichtspflicht eine große Rolle. Eine Suche nach aktiven Schweizer AV-Produzenten in der Osiris Datenbank bringt im Sommer 2015 z. B. keinen einzigen Treffer. Darüber hinaus sind die meisten Studien nicht nur an allgemeinen finanziellen Kennzahlen interessiert, sondern an medienspezifischen Informationen wie etwa den durchschnittlichen Kosten pro produzierter Programmminute (Seufert 2006). Für solche Informationen stehen selten spezialisierte Datenbanken zur Verfügung.

Sehr wohl nützlich sind Unternehmensdatenbanken allerdings für die Analyse von Beteiligungsstrukturen von Medienkonzernen (z. B. Hachmeister und Rager 2005).

In jüngster Zeit wurde auch das Instrument Inhaltsanalyse verstärkt zur Datenerhebung genutzt (z. B. Eisenbeis 2007). In diesem Kontext sollen Veröffentlichungen einer Organisation für die Organisation sprechen, um die Nachteile eines reaktiven Verfahrens wie der Befragung zu umgehen. Zwar können so größere Fallzahlen von Organisationen untersucht werden und es stellen sich weniger Probleme des Feldzugangs, andererseits ergeben sich andere Probleme: Nicht alle Organisationen müssen Informationen veröffentlichen (nur Aktiengesellschaften müssen z. B. einen Geschäftsbericht veröffentlichen) und so sind bestimmte Organisationen von vornherein von einer Analyse ausgeschlossen. Des Weiteren haben die Veröffentlichungen einer Organisation keinen neutralen Charakter, sondern müssen immer auch als Instrumente der Öffentlichkeitsarbeit verstanden werden.

2.3.3 Mikroebene

Auf der Mikroebene können entweder die Mediennutzer als Nachfrager oder die Medienschaffenden als Produzenten in den Blick genommen werden. Entsprechend werden hier Methoden aus der Psychologie verwendet – bei den Rezipienten aus der Konsumpsychologie, bei den Medienschaffenden aus der Arbeits- und Organisationspsychologie. Für Forschungsfragen, die Gruppen von Mediennutzern oder -schaffenden betreffen, können weitere Methoden der empirischen Sozialforschung, wie z. B. aus der Soziologie, angewandt werden.

Rezipienten

Aus Perspektive der Medienökonomie spielen die Rezipienten vor allem als Kunden, aber auch als „Vorprodukt“ eine Rolle, etwa, wenn die aggregierte und qualifizierte Rezipientenaufmerksamkeit an die Werbekunden verkauft werden soll.

Bei der Rezipientenfinanzierung spielt neben der Abfrage von inhaltlichen Interessen vor allem die Zahlungsbereitschaft eine Rolle. So kann einerseits die Preispolitik eines Anbieters optimiert werden, andererseits kann grundsätzlich die finanzielle Tragfähigkeit von Geschäftsmodellen bewertet werden. Rezipienteninteressen werden in der Regel mittels allgemeinen Befragungen oder durch gezielte Befragungen nach dem Konsum eines Medienangebots erhoben (z. B. Copytests und Testscreenings). Hier sind jeweils auch passive Verfahren, wie z. B. Eye-Tracking, möglich. Dabei gibt es keine speziell medienökonomische Perspektive in der Rezeptionsforschung. Apparative Verfahren, wie das Eye-Tracking oder eine Elektromyografie, erfassen im Idealfall neutral die Blickrichtung oder die Muskelaktivität. Die resultierende Heatmap etwa ist eine Darstellung, die der Interpretation bedarf (Bojko 2009). Erst durch die Verknüpfung und Kontextualisierung ergibt sich z. B. eine medienpsychologische oder medienökonomische Relevanz. Die Zahlungsbereitschaft dagegen ist unmittelbar ökonomisch relevant. Sie wird meist mit Hilfe von Conjoint-Analysen erhoben. Dabei sollen Rezipienten jeweils für unterschiedliche Produkteigenschaften und Preise angeben, ob sie Kaufinteresse hätten, sodass in der Gesamtschau der Nutzwert einzelner Eigenschaften und die gemittelte Zahlungsbereitschaft erhoben werden können. Problematisch bei Conjoint-Analysen ist es jeweils realistische Kombinationen anzubieten und die Probanden nicht mit einer zu großen Anzahl von Kombinationsmöglichkeiten zu überfordern. Neuere Varianten der Conjoint-Analyse, z. B. die Adaptive Choice-Based Conjoint, erlauben eine gezielte Reduktion der Kombinationsmöglichkeiten pro Proband und ermöglichen so eine größere Anzahl von Eigenschaften einzubeziehen bzw. die notwendige Samplegröße zu reduzieren.

In Analogie zur Zahlungsbereitschaft kann für nicht marktfähige Güter die Wertschätzung für ein Gut mit Hilfe der contingent valuation method (Bateman 2002; Carson 2000) erhoben werden. Durch eine möglichst plausible Beschreibung eines Ausschlusses von Nichtzahlern werden bei diesem Ansatz die Güter hypothetisch marktfähig gemacht. Dieser Ansatz wurde in der Vergangenheit insbesondere für die Bewertung des öffentlichen Rundfunks angewendet (Delaney und O’Toole 2004; Papandrea 1999).

Die gängigen Methoden der Mediaforschung sind vielfach beschrieben (z. B. Frey-Vor et al. 2008). Grundsätzlich geht es um die Erfassung von Medienkontakten, wobei vier Basisvarianten (Twyman 1983) dieser Erfassung möglich sind. Beim (1) Recall-Verfahren wird im Rahmen einer Befragung die Mediennutzung rekonstruiert. Die bekannteste Studie, die dieses Verfahren verwendet, ist die Hörfunk-Media-Analyse in Deutschland, bei der Personen zu ihrem Hörverhalten am Vortag befragt werden. In der Langzeitstudie Massenkommunikation (van Eimeren und Ridder 2011) wird dieses Verfahren für alle Medien gleichzeitig angewendet. Grundproblem dieser Methode ist das begrenzte Erinnerungsvermögen der Rezipienten. Entsprechend versuchen (2) Tagebuchstudien näher an die Nutzung heranzukommen. Hier werden Rezipienten gebeten, ihre Mediennutzung in vorgegebenen Zeitabständen zu protokollieren. Üblich ist dieses Verfahren bei Tagesablaufstudien, die die Nachfrage nach einer bestimmten Mediengattung insgesamt erfassen. Für die Erhebung der Nachfrage nach einzelnen Medieninhalten ist dieses Verfahren nicht geeignet. Grundproblem dieser Methode ist die Compliance, also die variable und ggf. mangelnde Sorgfalt der Probanden beim Führen des Tagebuchs. (3) Koinzidenztests versuchen dieses Problem zu umgehen, indem die Mediennutzung im Moment der Befragung erhoben wird. Praktisch wird, z. B. durch einen Telefonanruf, abgefragt, welche Medien unmittelbar vor dem Anruf genutzt wurden. Da dieses Verfahren sehr aufwendig ist, wird es in der Regel lediglich als Validierungsverfahren für andere Methoden eingesetzt. Die vierte Variante (4) versucht, die Mediennutzung möglichst objektiv also weitgehend ohne Einfluss der Auskunftsperson zu erfassen. Dabei lassen sich aktive und passive Metersysteme unterscheiden. Aktive Verfahren sind auf Inputs der Mediennutzer angewiesen (z. B. die Fernbedienung eines TV-Meters), passive Verfahren kommen ganz ohne Eingaben der Nutzer aus, etwa die Schweizer Radiowatch, die Aufnahmen mit dem archivierten Programm abgleicht oder Trackingverfahren im Internet. Mit Ausnahme des Internets, bei dem für die jeweiligen Medienangebote problemlos Vollerhebungen via Metersysteme möglich sind, sind alle Varianten auf eine sorgfältige Stichprobenziehung angewiesen.

Medienschaffende

Studien zu Medienschaffenden betrachten diese meist als Inputfaktoren der Medienproduktion. Es geht also um Fragen, mit welchem Personal in welchem organisatorischen Setting der Output optimiert werden kann, sei es in Bezug auf die finanziellen Ziele eines Unternehmens oder in Bezug auf die gesellschaftliche Funktion der Medien.

Etabliert haben sich in diesem Bereich standardisierte Befragungen, wenig standardisierte Interviews und Beobachtungen. Psychometrische Verfahren, die Eigenschaften von individuellen Medienschaffenden mit Hilfe von standardisierten Tests erfassen wollen, haben sich dagegen bislang nicht etablieren können.2 In einer kritischen Tradition der Forschung zu Media Work überwiegen unstandardisierte interpretierende Methoden (vgl. z. B. Hesmondhalgh und Baker 2011).

Intensiv erforscht sind traditionell Journalisten als Medienschaffende, sowohl im Rahmen von groß angelegten Befragungsstudien (z. B. Hanitzsch et al. 2010; Weischenberg et al. 2006) als auch im Rahmen von Redaktionsbeobachtungen (z. B. Altmeppen 1999; Lublinski 2004). Ökonomische Fragestellungen kommen dabei jedoch nur am Rande, in der Regel in Bezug auf Reaktionen von Journalisten auf unternehmerische Entscheidungen vor. Dabei werden meist ad hoc-Kategorien in Befragungen eingesetzt.

2.4 Qualitative und quantitative Methoden in Fachzeitschriften

Im Gegensatz zu anderen sozialwissenschaftlichen Forschungsfeldern gibt es in der Medienökonomie keinen ausgeprägten Bruch zwischen Forschenden die jeweils stärker an quantitativen oder qualitativen Methoden orientiert sind. Zwar existiert zu einigen Forschungsobjekten eine Fülle an quantitativen Daten, denkt man etwa an Nutzungsdaten aus der Publikumsforschung oder Verkaufszahlen; in vielen anderen Fällen, insbesondere bei Forschungsfragen auf der Meso- und Makroebene, ist die Fallzahl häufig so klein, dass Analysen allein auf Basis quantitativer Methoden weitgehend wertlos wären. Eine große Verbreitung im Forschungsfeld haben deshalb auch Methoden bzw. Analyseansätze, die quantitative und qualitative Methoden verbinden, wie etwa Fallstudien (von Rimscha und Sommer 2015), die Kennzahlenanalysen mit Interviews und Dokumentenanalysen kombinieren.

Eine Auswertung der Methoden, die in den wichtigsten Journals im Fach (JME, IJMM, JOMBS und zusätzlich für den deutschsprachigen Raum die MedienWirtschaft) verwendet werden (von Rimscha und Lischka 2016 in Vorbereitung), ergab für die Jahre 2005 bis 2015 folgendes Bild: 68 % der verwendeten Erhebungsverfahren können als quantitative Methoden bezeichnet werden, 31 % als qualitativ.3 Bei der Datenauswertung ist das Verhältnis nahezu gleich: die qualitativen Methoden haben einen etwas geringeren Anteil, dafür gibt es mehr „sonstige“ Methoden, die sich nicht eindeutig zuordnen lassen. Zwischen den vier Titeln gibt es dabei jedoch erhebliche Unterschiede (vgl. Tab. 1). So finden sich im JME verstärkt quantitative Inhaltsanalysen oder Sekundärdatenanalysen, die meist quantitativ-multivariat ausgewertet werden. Studien im IJMM erheben häufig Daten mit Interviews und Befragungen, die quantitativ oder qualitativ analysiert werden. Das JOMBS publiziert häufig Interviews, Befragungen oder Inhaltsanalysen, die eher qualitativ ausgewertet werden. Ein Schwerpunkt der MedienWirtschaft sind Befragungen, die oft qualitativ oder deskriptiv analysiert werden.
Tab. 1

Überblick über Datenerhebungs- und Analysemethoden

 

Total

Zeitschrift

(n = 363)

JME

(n = 93)

(A)

IJMM

(n = 105)

(B)

JOMBS

(n = 113)

(C)

MW

(n = 52)

(D)

Datenerhebungsmethode

(Mehrfachkodierung)

Interview

21.5 %

6.5 %

27.6 %A

29.2 %A

19.2 %

Befragung

30.9 %

18.3 %

41.0 %A

25.7 %

44.2 %A

Inhalts-/Dokumentenanalyse qualitativ

14.9 %

6.5 %

11.4 %

26.5 %AB

11.5 %

Inhalts-/Dokumentenanalyse quantitativ

15.4 %

29.0 %BC

8.6 %

10.6 %

15.4 %

Beobachtung

2.2 %

2.2 %

3.8 %

1.8 %

0.0 %

Experiment

3.3 %

3.2 %

3.8 %

0.0 %

9.6 %

Sekundärdaten

30.6 %

50.5 %BCD

22.9 %

23.9 %

25.0 %

Metaanalyse

5.2 %

4.3 %

5.7 %

8.0 %

0.0 %

Sonstiges (z. B. Fokusgruppen)

2.2 %

0.0 %

2.9 %

.9 %

7.7 %

Datenanalysemethode

(Mehrfachkodierung)

qualitativ

32.5 %

7.5 %

34.3 %A

52.2 %AB

30.8 %A

quantitativ deskriptiv

31.1 %

35.5 %

29.5 %

26.5 %

36.5 %

quantitativ bivariat

21.8 %

16.1 %

30.5 %

16.8 %

25.0 %

quantitativ multivariat

32.0 %

61.3 %BCD

31.4 %C

14.2 %

19.2 %

Sonstiges

6.3 %

14.0 %C

3.8 %

1.8 %

7.7 %

Basis n = 363, empirische Studien. Spalten addieren sich nicht zu 100 %, da in vielen Studien mehr als eine Methode verwendet wurde. Signifikante Unterschiede ( p < 0,05) zwischen den Zeitschriften sind mit hochgestellten Buchstaben gekennzeichnet und beruhen auf Bonferroni-korrigierten Z-Tests.

Welche Erhebungs- und Analysemethoden in medienökonomischen Studien angewendet werden, hängt immer auch von Thema und theoretischem Ausgangspunkt ab, denn die Theorie setzt den Rahmen für die Forschungsfragen sowie das Untersuchungsobjekt, und diese determinieren die Methoden. Albarran (2006) unterteilt Standardthemen von medienökonomischen Untersuchungen nach Medienprodukten, zweiseitigen Märkten, Branding, Wettbewerb, Größen- und Verbundvorteilen, Fusionen und Übernahmen sowie Arbeit und Beschäftigung. Beam (2006) zeigt, dass Medienunternehmen, gefolgt von Märkten sowie Individuen und Industrien die häufigsten Untersuchungseinheiten im JME und IJMM sind. Dabei werden die TV-Branche in gut jedem dritten und die Zeitungsbranche in jedem fünften Artikel untersucht. Film und neue Medien sind mit 6 % der Artikel wenig und weitere Branchen wie Werbung, Bücher, Zeitschriften, Radio, Telekommunikation und Breitband jeweils mit weniger als 5 % vertreten (Beam 2006, S. 547). Beam (2006) schlussfolgert, dass dem Management von Medienorganisationen, Medieninhalten, weiteren Branchen neben TV und Zeitungen sowie komparativen Ansätzen in der Forschung mehr Beachtung geschenkt werden sollte. Zehn Jahre später finden Achtenhagen und Mierzejewska (2016, S. 36) eine größere Diversität: 21 % der meistzitierten Artikel in JME, IJMM und JOMBS beschäftigen sich mit TV, 14 % mit Zeitungen, je 5 % mit Internet und Film. Ein Drittel der Beiträge nimmt andere Mediensektoren in den Blick und ein Viertel hat keinen spezifischen Sektor im Fokus. Dies kann als Indikator dafür gesehen werden, dass in Zeiten von Konvergenz eine gattungs- oder sektorspezifische Betrachtung an Wert verliert.

Auffällig an der Studie von von Rimscha und Lischka ist der Befund, dass es typische Kombinationen von Forschungsthemen und Forschungsmethoden gibt. Forschungsfragen zu Geschäftsmodellen werden meist quantitativ deskriptiv bearbeitet (z. B. Cook und Sirkkunen 2013; Tennant 2014), solche zum Management meist qualitativ (z. B. North und Oliver 2015; von Rimscha 2009). Nicht in allen Fällen sind diese Kombinationen zwingend, und so drängt sich die Frage auf, ob es in der Methodenanwendung Routinen und Traditionen gibt, die zwar allgemein akzeptiert zu sein scheinen, aber nicht unbedingt zu den nützlichsten Ergebnissen führen. Abschließend wird die Frage adressiert, welche Methoden sich als nützliche Alternativen anbieten würden.

3 Welche Methoden könnten (mehr) verwendet werden?

Albarran (2004, S. 302) forderte vor über zehn Jahren Forschende dazu auf, „[to] be willing to move away from simply describing specific firms’ structure and performance to more analytical and investigative analysis“. Die erwähnte Auswertung der angewandten Methoden in den wichtigsten Fachzeitschriften zeigt, dass insgesamt durchaus ein weites Feld an Erhebungs- und Auswertungsmethoden abgedeckt wird, allerdings häufig in wiederkehrenden Kombinationen aus Erhebung, Analyse und Thema, so dass die Summe der Studien zu einem Thema eben nicht die Schwächen einer Methode ausgleichen können. Studien zu Produktion und Management z. B. werden meist auf Basis von Interviews oder Dokumentenanalysen qualitativ oder quantitativ-deskriptiv oder -bivariat ausgewertet. Hier könnten zusätzlich Studien mit (Quasi-)Experimenten oder einer Beobachtung der konkreten Entscheidungssituationen das Wissen entscheidend erweitern, da diese Methoden z. B. weniger anfällig für ex-post Rationalisierungen sind.

Erschwerend kommt freilich die Profilbildung der Zeitschriften hinzu, bei der eine thematische Fokussierung bewusst oder unbewusst auch eine methodische Verengung bedeutet. Ein etablierter Kreis von Gutachtern sorgt für eine sich selbstverstärkende Pfadbildung. Da Autoren sich bewusst für ein bestimmtes Journal entscheiden, reproduzieren und verstärken sie die Fokussierung damit. Eine Studie, in der ein etabliertes Thema mit einer neuen Methode angegangen wird, lässt sich in solch einem Umfeld schwerer platzieren. Als Beispiel könnte die Studie von Russi et al. (2014) dienen. Zwar sind Wettbewerb und financial commitment im JME etablierte Themen, doch mussten die Autoren ungleich mehr Aufwand treiben, die Gutachter zu überzeugen, dass eine fuzzy set qualitative comparative analysis (fsQCA) – eine Methode mit Wurzeln in der Politikwissenschaft – hier neue Erkenntnisse bringen kann. Wie in anderen Wissenschaftsbereichen ist auch in der Medienökonomie das Publikationswesen also strukturell konservativ und eher innovationshemmend. Damit ist das Fach vierzehn Jahre nachdem Altmeppen und Karmasin (2002, S. 27) dies noch verneinten vielleicht doch auf dem Weg zur „normal sience“ (vgl. Kuhn 1962/2012). Als Schnittstellenfächer (Pagel 2015) leidet die Medienökonomie zusätzlich unter Konventionen, die jeweils aus den Nachbardisziplinen hereingetragen werden.

Daneben gibt es Spezifika des Forschungsfeldes, die aus methodischer Sicht eine Herausforderung darstellen und mittelbar dazu führen, dass bestimmte Methoden weniger gut und weniger häufig angewendet werden. Hier ist zunächst das Problem der kleinen Fallzahlen zu nennen. Dies gilt insbesondere bei Studien auf der Meso- und Makroebene. Wer die Medienmärkte der EU-Mitgliedsstaaten vergleicht, kann nur 28 Fälle untersuchen. Auch wer z. B. Schweizer Zeitungsverlage untersuchen will, kommt auf kaum höhere Zahlen. Damit verbieten sich einige statistische Verfahren grundsätzlich. Bei Regressionen darf die Zahl der erklärenden Variablen nicht zu hoch sein, damit ein sinnvolles Verhältnis zwischen Fallzahl und Variablenzahl (Wagschal 1999, S. 378) gewahrt bleibt. Da also häufig die Voraussetzung für quantitative Analysen fehlt, verwenden viele Autoren qualitative Verfahren, unabhängig davon, ob diese ideal zu ihrer Forschungsfrage passen. Hier würde es sich lohnen, auch stärker auf Methoden aus anderen Disziplinen zurückzugreifen, die ebenfalls ein „small N“-Problem (Lieberson 1992) haben. Insbesondere die Qualitative Comparative Analysis (QCA) böte hier großes Potenzial (Humprecht und Büchel 2013; Russi 2013b).

Bei Publikumsuntersuchungen wurden bislang meist Befragungen oder Sekundärdaten herangezogen. Hier bieten sich bei Fragestellungen zu interaktiven, dynamischen oder rekursiven Aspekten des Online-Verhaltens, Loyalitätsstudien, Online-Kaufprozessen bis hin zu detaillierten Online-Publikumsdaten digitale Methoden an, die online-generierte Daten erheben. Medieninhalte sind kontinuierlich abrufbar und deren Nutzung teils algorithmengesteuert (McKelvey 2014), sodass Online-Daten ein realistischeres, umfangreicheres und generalisierbares Bild der Mediennutzung zeichnen können (Mahrt und Scharkow 2013).

Eine weitere Herausforderung, insbesondere der Medienmanagementforschung, stellt der Feldzugang dar. Medienrezeptionsforscher müssen bei ihren Probanden nicht wählerisch sein, denn auch mit reinen Studierendensamples lässt sich die Konstruktvalidität belegen. Wenn nun aber nicht allgemein das Verhalten von Menschen, sondern eben genau das von Medienmanagern untersucht werden soll, können auch nur diese befragt werden. Zwar ist es grundsätzlich schon schwieriger, Menschen in Führungspositionen zu untersuchen (vgl. z. B. Galonska 2012), bei Medienmanagern kommt aber häufig noch ein zusätzliches Problem hinzu: Medienmanager sind sich der gesellschaftlichen Relevanz der von ihnen verantworteten Medien oft durchaus bewusst. In diesem Kontext sehen sie in Forschenden zum Teil nicht nur neutrale Beobachter, sondern vermuten Kritiker, denen Sie sich entziehen wollen und auch leicht können. So sehr die Forderung nach einer gesellschaftlich engagierten Wissenschaft auch gerechtfertigt sein mag, so sehr kann genau dieses Engagement wiederum das Problem des Feldzugangs erschweren und damit wiederum die Frage aufwerfen, wie empirisch oder normativ das Fach ist (vgl. im Kontext der Konzentrationsforschung Knoche 2005). Damit ist durchaus verständlich, warum Forschende versuchen, auf nicht-reaktive Verfahren, wie die Inhaltanalyse von Geschäftsberichten auszuweichen. Diese bringen jedoch wiederum neue Probleme mit sich, wie oben beschrieben. Neben einem Vertrauensaufbau zwischen Forschenden und Medienmanagern könnten auch Forschungsmethoden zielführend sein, die vom konkreten Managerhandeln abstrahieren. Ein Medienmanager, der an einem Experiment teilnimmt, gewährt Einblick in seine Entscheidungsmuster, ohne jedoch Geschäftsgeheimnisse preiszugeben oder das Gefühl zu haben, sich rechtfertigen zu müssen. Die Community sollte solchen Methoden mehr Chancen geben, denn immer neue Interviewstudien mit den Medienmanagern, die glücklicherweise doch verfügbar waren, versprechen nur einen begrenzten Erkenntnisgewinn. Insofern gilt nach wie vor die Aussage von Albarran (2004, S. 16): „The field is ripe for exploring new avenues of research, expanding the use of different methologies“.

4 Conclusio

Das oft aus anderen Wissenschaftsbereichen als der Medien- und Kommunikationswissenschaft entlehnte, qualitative und quantitative Methodenrepertoire der Medienökonomie lässt sich durch die Entwicklung des Fachs aus Journalistik, Rechtswissenschaft, Betriebswirtschaft und Volkswirtschaft sowie durch Überschneidungen mit Psychologie, Soziologie und Politologie erklären. Mit dem vielfältigen Methodenrepertoire können Forschungsfragen auf der Makroebene des Marktes, der Mesoebene der Medienorganisation und der Mikroebene der Mitarbeitenden und des Publikums umfangreich bearbeitet werden.

Der Fokus von medienökonomischen Untersuchungsthemen liegt auf der Mesoebene der Medienorganisation, die von der Mikroebene des Rezipienten- und Entscheiderverhaltens determiniert wird und wiederum die Makroebene der Marktgegebenheiten mitbestimmt. Zwar existiert zu einigen Forschungsobjekten eine Fülle an quantitativen Daten, etwa bei Nutzungsdaten aus der Publikumsforschung oder Verkaufszahlen, jedoch sind Forschende auf Makro- oder Mesoebene oft mit einem „small N“-Problem konfrontiert. Eine große Verbreitung im Forschungsfeld haben auch deswegen Fallstudien, die Kennzahlenanalysen mit Interviews und Dokumentenanalysen kombinieren. Die Qualitative Comparative Analysis (QCA) böte hier als weitreichend neuer Ansatz in der Medienökonomie Lösungspotenzial. Forschungsfragen zu Geschäftsmodellen werden zudem z. B. meist quantitativ deskriptiv und solche zum Management meist qualitativ bearbeitet. Bei Publikumsuntersuchungen wurden bislang meist Befragungen oder Sekundärdaten herangezogen. Hier bieten sich digitale Methoden an, die online-generierte Daten analysieren.

Das insgesamt durchaus weite Feld an Erhebungs- und Auswertungsmethoden wird bislang häufig in wiederkehrenden Kombinationen aus Erhebung, Analyse und Thema angewandt, so dass die Summe der Studien zu einem Thema nicht die Schwächen einer Methode ausgleichen können. Zukünftige medienökonomische Studien sollten daher neben einer thematischen vor allem auch eine methodische Forschungslücke füllen.

Fußnoten

  1. 1.

    Für eine bessere Lesbarkeit wird im Folgenden jeweils der Begriff Medienökonomie verwendet, gemeint sind in der Regel jedoch Medienökonomie und -management.

  2. 2.

    Auch innerhalb der Psychologie sind tatsächlich oder vermeintlich exakte Testverfahren umstritten.

  3. 3.

    Die Prozentangaben beziehen sich auf die Methoden. In einigen Beiträgen wurde mehr als eine Methode verwendet und gelegentlich auch Kombinationen von qualitativen und quantitativen Methoden.

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Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für PublizistikJohannes Gutenberg-Universität MainzMainzDeutschland
  2. 2.Universität ZürichZürichSchweiz

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