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Online-Medien/Netzmedien als journalistische Angebote

  • Ralf SpillerEmail author
  • Thomas Döbler
  • Matthias Degen
Living reference work entry
Part of the Springer Reference Sozialwissenschaften book series (SRS)

Zusammenfassung

Die Interaktivität und Partizipationsmöglichkeiten des Internets bieten ein erhebliches Potenzial für Netzmedien als journalistische Angebote. Doch wirtschaftlich stehen journalistische Onlineangebote unter Druck. Häufig ist ihre Erlössituation unbefriedigend. Soziale Netzwerke konkurrieren mit attraktivem Content und können häufig mehr Werbekunden auf sich ziehen. Das neue durch das Internet geprägte journalistische Ökosystem ist zeitlich betrachtet noch in einer frühen Phase. Neue journalistische Angebote werden das Community-Prinzip und Netzwerkeffekte für sich nutzen müssen, um im Internet ein größeres Publikum zu finden.

Schlüsselwörter

Netzwerköffentlichkeit Netzkommunikation Gatewatching Gatekeeping Long Tail Partizipativer Journalismus Disintermediation Weblogs Web 2.0 Entgrenzung Ökonomisierung Finanzierungsmodelle 

1 Einleitung

Dieser Beitrag beschreibt zentrale Aspekte von Netzmedien als journalistische Angebote. Hauptthema ist ihre zunehmende Ökonomisierung, die häufig mit publizistischen Qualitätseinschränkungen einhergeht.

Während klassische Print-Medien Leser verlieren, gewinnen journalistische Angebote im Internet Nutzer hinzu (Hasebrink et al. 2017). Doch die Erlösgenerierung von solchen Angeboten gestaltet sich immer noch als schwierig. Das gesamte Ökosystem des Journalismus befindet sich in einem rasanten Wandel, bei dem aktuell Social Media Plattformen wie Facebook, Twitter und Youtube eine wichtige Rolle spielen (Picard 2014). Zum einen entziehen sie den klassischen Medien Nutzer, zum anderen bieten sie attraktive eigene Inhalte und schließlich dienen sie auch als Distributoren klassischer Content-Anbieter. Während also der klassische Kern des Journalismus an Kraft verliert, bilden sich an seinen Rändern neue webbasierte Angebote professioneller oder semiprofessioneller Art, zu denen insbesondere jüngere Nutzer abwandern.

2 Merkmale von Netzmedien als journalistische Angebote

Netzmedien als journalistische Angebote sind öffentlich, technisch vermittelt, richten sich an ein disperses Publikum, erscheinen periodisch und weisen einen Gegenwartsbezug auf (Trappel 2001, S. 228). Hinzu kommen aber noch weitere Merkmale: Die Verwendung von Hypertext, der beliebig angeordnet werden kann, eine ständige Aktualisierbarkeit, hohe Interaktivität und Multimedialität, ein unbeschränkter Umfang und Ubiquität, also eine weltweite Abrufbarkeit.

Dazu kommt, dass Netzangebote zunehmend technische Elemente (Datenbanken, Suchmaschinen, RSS-Feeds) in ihre journalistischen Angebote integrieren. Dadurch unterscheiden sie sich mittlerweile deutlich von Print-Nachrichtenangeboten, und zwar in diversen Dimensionen: Auswahl der Inhalte, Tiefe der Berichterstattung, Layout, Interaktivität etc. (Quandt 2008, S. 151–153).

Beiträge können jederzeit korrigiert und erweitert werden. Entscheidend ist, dass die User über Kommentare, Foren und technische Tools wesentlich besser involviert werden können als bei klassischen Medien. Sie sind nicht mehr nur in der passiven Rezipientenrolle, sondern können jederzeit in die Kommunikatorrolle wechseln (Neuberger und Quandt 2010, S. 67). Von daher wird auch die Abgrenzung immer schwieriger, wer Journalist und was eigentlich noch Journalismus ist (Schweiger und Quandt 2008, S. 12).

Von den Rezipienten werden Onlinetexte oft flüchtiger gelesen als gedruckte Texte. Leser überfliegen eher die Beiträge als sie intensiv zu lesen. Onlinejournalisten reagieren darauf, indem sie die Modularität von Texten erhöhen, der Leser also an unterschiedlichen Stellen einsteigen kann, ohne den Anfang des Textes gelesen zu haben (Matzen 2014).

Treiber hinter der zunehmenden Produktion von digitalen Medienangeboten ist die zum Teil einfachere und kostengünstigere Produktion. Weiterhin sind eine zunehmende Trennung der Inhalte vom Träger und deren Rekombination sowie eine Integration von Funktionen in ein einziges Endgerät durch die Digitalisierung möglich (Kolo 2010, S. 283).

Entsprechend gewinnen für Medienunternehmen und Redaktionen Strategien an Bedeutung, bei denen Inhalte über diverse Plattformen (Homepage, Facebook, Twitter, Youtube etc.) ausgespielt oder angeteasert werden (Meier 2013, S. 256). Zunehmend konvergente Endgeräte und crossmediale Strategien helfen dabei.

3 Entwicklung von Netzmedien als journalistische Angebote

Journalismus im Internet hat sich zu einer veritablen Konkurrenz für andere Nachrichtenquellen wie Zeitungen und Zeitschriften entwickelt. Gerade jüngere Menschen wenden sich ab von Printmedien und verbringen immer mehr Zeit im Internet und auf Newswebsites (Frees und Koch 2015, S. 366–377).

Neben den professionellen Angeboten von klassischen Medienunternehmen (Verlagen, Fernsehsendern etc.) hat die „Laienkommunikation“ im Netz über soziale Netzwerke erheblich an Bedeutung gewonnen. Eine Netzwerköffentlichkeit ist entstanden mit einer großen Anzahl von Teil-Öffentlichkeiten, zum großen Teil außerhalb der klassischen Medien.

Dadurch, dass im Internet jeder unter sehr geringen finanziellen Aufwendungen die Möglichkeit hat, zu publizieren, sich zu vernetzen und eine Community aufzubauen, sind eine Vielzahl kleiner und kleinster Anbieter aufgetreten („Long Tail“), die in ihrer Summe jedoch eine beeindruckende Reichweite generieren. Die bisherigen journalistischen Gatekeeper können einfach umgangen werden (Disintermediation). Wie Abb. 1 veranschaulicht sind an die Stelle von standardisierten Medienangeboten für ein Massenpublikum ein weit verzweigtes Netzwerk von Angeboten getreten (Neuberger et al. 2009a, S. 174). Unternehmen, Nicht-staatliche Organisationen (NGOs) und andere können über ihre PR-Abteilungen direkt mit den Nutzern kommunizieren. Diese wiederum tauschen sich auch untereinander aus (Anschlusskommunikation des Publikums). Journalisten haben dadurch tendenziell an (Deutungs-)Macht verloren.
Abb. 1

Aktuelle Öffentlichkeit unter den Bedingungen des Internets. Quelle: Neuberger 2009, S. 41

Insgesamt lässt sich im Öffentlichkeitssystem ein Zuwachs an Einfluss auf der Publikumsseite beobachten. Das bisher eher passive Massenpublikum erhält im Internet die Möglichkeit, aktiv an der Gestaltung von Inhalten und Formaten mitzuwirken (Neuberger und Quandt 2010, S. 69). Auch professionelle Kommunikatoren wie PR-Fachleute gewinnen durch die Disintermediation neue Möglichkeiten, direkt mit ihren Zielgruppen zu interagieren.

Durch die Vielzahl an Kommunikatoren im Internet entstehen jedoch auch Folgeprobleme: So kommt es auf der Rezipientenseite häufig zu einer quantitativen und qualitativen Überforderung. Auf der Kommunikatorseite, insbesondere bei klassischen Medien, entstehen Probleme der Aufmerksamkeitsgewinnung und der Glaubwürdigkeit (Neuberger 2009, S. 50).

4 Meinungsbildung im Rahmen einer integrierten Netzwerköffentlichkeit

Meinungsbildung vollzieht sich im Internet im Rahmen einer integrierten Netzwerköffentlichkeit anders als bei traditionellen Massenmedien. Zunächst einmal ist die integrierte Netzwerköffentlichkeit viel diffuser und schwerer greifbar als klassische Öffentlichkeiten (Puppis et al. 2017, S. 101).

Prinzipiell kann an ihr jeder teilnehmen (Partizipation) und jeder zwischen der Kommunikator- und Rezipientenrolle wechseln. Jeder Teilnehmer hat eine Vielzahl von Auswahloptionen, was letztlich zu einer größeren Aufmerksamkeitsstreuung führt. Konkret bedeutet dies, dass sich kleinste „Communities of interest“ entwickeln, die allerdings auch bei wenigen Teilnehmern medial bereits einen großen Wirbel verursachen können (Shirky 2011).

Hinzu kommt die Disintermediation, also die Umgehung von „Gatekeepern“ sowie das Entstehen funktional-äquivalenter Strukturen zur professionell-publizistischen Vermittlung. Dazu gehören partizipativ- und technisch-publizistische Vermittler wie Nachrichten-Communities und Suchmaschinen.

Schließlich besteht die Möglichkeit der Bildung von „Gegenmacht“ durch das aktive Publikum, das in der Anschlusskommunikation Kritik übt, sich organisieren und vereint protestieren kann (Neuberger und Lobigs 2010, S. 46).

Das Internet ist einerseits ein Medium der Massenkommunikation, besitzt andererseits aber auch nahezu unzählige Nischenangebote, einen „Long Tail“, wie es Anderson (2007) formulierte. Da alles auf einer Plattform – dem Internet – versammelt ist und miteinander vernetzt werden kann, besteht die Möglichkeit, auf unterschiedlichen Plattformen verstreute Gruppen und Individuen zusammenzuführen und zu integrieren. Dies kann sowohl in der Rezipienten- als auch der Kommunikatorrolle geschehen. Dies bedeutet mehr Interaktionsmöglichkeiten für Journalisten, gleichzeitig aber auch einen Machtverlust, da sie ihre klassische Gatekeeperfunktion zunehmend verlieren (Wyss und Keel 2016, S. 7).

Dabei dürfte sich Meinungsmacht im Internet schwerer bilden lassen, als dies bei den klassischen Print- und Rundfunkmedien der Fall ist: Diffusion und Wirkungen sind aufgrund der Netzwerkstruktur viel schwieriger steuerbar (Neuberger und Quandt 2010, S. 73). Hinzu kommt, dass User viel einfacher durch Mobilisierung (z. B. durch Portale wie campact.de, change.org, openpetition.de) eine Gegenmacht zu mächtigen Institutionen wie Regierungen und Konzernen aufbauen und öffentliche Kritik üben können.

Die Vorteile der traditionellen Massenmedien liegen in ihren starken Marken und der bereits generierten häufig großen Reichweite (Neuberger und Quandt 2010, S. 73). Es gibt jedoch zahlreiche Beispiele, wie Unternehmen im Netz innerhalb kurzer Zeit ihre Bekanntheit gesteigert und eine größere Community aufgebaut haben (z. B. Huffington Post). Da die Wettbewerbshürden für Nachrichtenangebote im Internet relativ gering sind, ist abzusehen, dass neue Wettbewerber auftreten und klassische Onlinemedien unter Druck setzen werden (Goderbauer-Marchner und Büsching 2015, S. 26).

5 Veränderungen im Online-Journalismus

War bis Mitte der 1990er-Jahre die Produktion von Medienangeboten an hohe Investitionen in Druck-, Sende- und Übertragungstechnik gebunden, so sind diese mit dem Aufkommen des Internets nahezu verschwunden. Somit können nun Gruppen, Organisationen und Einzelpersonen viel einfacher Öffentlichkeit herstellen. Gerade für Protestgruppen spielt dies eine wichtige Rolle. Statt der klassischen One-To-Many-Kommunikation konnten sich vielfältige Kommunikationsbeziehungen zwischen Personen, Gruppen und Organisationen (one-to-one, one-to-few, one-to-many und few-to-many) herausbilden (Altmeppen 2000, S. 123). Eine wesentliche Rolle spielen dabei Soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter, aber auch Blogs, die zusammen häufig unter dem Begriff Web 2.0 zusammengefasst werden (O’Reilly 2005).

Insgesamt ist durch das Internet eine Entgrenzung des Journalismus festzustellen, d. h. seine Konturen verschwimmen. So kann auf einzelnen Feldern eine Auflösung der Autonomie gegenüber der Werbung (z. B. Corporate Publishing) oder auch eine inhaltliche Entgrenzung gegenüber der Unterhaltung (Infotainment) festgestellt werden (Loosen 2007, S. 63; Weischenberg et al. 2006; Weischenberg 2001, S. 77). Der Journalismus verliert an Kraft, während es gleichzeitig professionellen Public Relations Anbietern und Laienkommunikatoren gelingt, immer mehr Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen (Weichler 2012, S. 13–21).

6 Ökonomisierung im Online-Journalismus

Im Jahre 2001, zu einem Zeitpunkt also, wo Online-Medien und Online-Journalismus eine noch recht junge Historie aufwiesen, formulierte Trappel thesenartige Einschätzungen zur Entwicklung von Online-Medien: Eine zentrale Aussage hierbei war, dass bei den Online-Medien sich die Ökonomisierung als dominierendes Gestaltungsprinzip erweist.1 Mit Ökonomisierung, weitgehend synonym mit Kommerzialisierung verwendet, umschrieb er hierbei die Tendenz, dass das wirtschaftliche Handeln immer konsequenter an einem Marktziel, etwa der Gewinnmaximierung zu Lasten nicht-marktlicher, insbesondere publizistischer Zielen ausgerichtet wird (Trappel 2001, S. 222).

Nun handelt es sich bei der Ökonomisierung aber weder um ein neues Phänomen, denn Medienunternehmen handeln schon immer „grundsätzlich medienwirtschaftlich“ (Altmeppen 2008, S. 238), noch um ein medienspezifisches; vielmehr handelt es bei der Ökonomisierung um übergreifende Trends in den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen, die etwa den Bereich der Bildung oder des Gesundheitswesen ebenso wie den des Sports, der Freizeit oder auch der Familie umfasst und ergriffen hat. Ökonomisierung2 ist also keinesfalls ein rein medienbezogenes Phänomen und auch nicht eine Entwicklung, die erst mit dem Aufkommen des Internets einsetzte (Jarren und Meier 2001; Kiefer 2001).

Bemerkenswert ist allerdings ein Spezifikum der Medien, worauf u. a. Altmeppen (2008, S. 237) hinweist, nämlich dass Medien und Medienunternehmen zwar ähnlich wie andere gesellschaftliche Bereiche dem Trend zur Ökonomisierung unterliegen, gleichzeitig aber selbst auch als Treiber für die Ökonomisierung fungieren; so haben beispielsweise die Medien – und hier auch schon die analogen Medien – einen ganz erheblichen Anteil etwa an der Ökonomisierung des Sports. Und digitale, insbesondere die mobilen Medien haben einen kaum zu unterschätzenden Einfluss darauf, wie etwa persönliche Beziehungen im privaten Bereich zeiteffizient und ganz der Logik ökonomischer Rationalitätsprinzipien folgend organisiert werden (Döbler 2012). Der Aspekt der Ökonomisierung des Privaten, von Habermas schon früh als „Kolonialisierung der Lebenswelt“ (1982, S. 480) beschrieben, wird im Folgenden nicht weiter thematisiert werden, allerdings ist vor einer Betrachtung des Online-Journalismus ein grundsätzlicherer Blick auf die Medien als Treiber und als Getriebene der Ökonomisierung zu werfen.

Unter Rückgriff auf strukturationstheoretische Überlegungen Giddens gelingt es Altmeppen (2008, S. 239 f.) diese wechselseitige, sich selbst verstärkende Beziehung von Medien(unternehmen) als handelnde und treibende Akteure der Ökonomisierung einerseits, als durch die Marktstrukturen getriebene, bestimmte und regulierte andererseits theoretisch zu verorten: Über Marktbeobachtungen informieren sich die Medienunternehmen über Strategien und Aktionen der Wettbewerber, was wiederum als Grundlage für die Ausrichtung der eigenen Strukturen und Strategien dient. Die Leistung der Medien(unternehmen) besteht in der Versorgung der Gesellschaft mit Informationen, Unterhaltung und Werbung; als Leitungsorganisationen handeln Medien(unternehmen) nach wirtschaftlichen Kriterien, für die, anders als für den Journalismus, wo es um Öffentlichkeit geht, um Entgelte ihrer Leistungen geht. Denn nicht „die Veröffentlichung, sondern die über Markthandlungen erfolgten Zahlungen entscheiden über den Fortbestand und die künftige Entwicklung der Medienunternehmen. Medien betreiben … ein Geschäft“ (Altmeppen 2008, S. 239).

Dass Medienunternehmen Geld verdienen wollen, ja müssen, und dass sie hierfür u. a. auch Werbeplätze verkaufen, ist für sich genommen kein Beleg für Ökonomisierung (Altmeppen 2012, S. 30). Geht man wie üblich davon aus, dass journalistische Informationsangebote einerseits meritorische Eigenschaften aufweisen, also gesellschaftlich erwünscht und notwendig sind, andererseits Schwierigkeiten haben, sich auf einem Markt eigenständig zu finanzieren, bedarf es i. d. R. sogar der Quersubventionierung etwa über Werbe- oder Unterhaltungsformate (Sjurts 2011, S. 407). Erst das „Zurückdrängen der gesellschaftlich erwünschten meritorischen zu Gunsten der auf Märkten verkäuflichen und einzelwirtschaftlich rentablen Angebote“ (Kiefer 2001, S. 22) kann dann als Ökonomisierung begriffen werden.

Als Ökonomisierungstreiber in Medienunternehmen differenziert Altmeppen (2008, S. 242 ff.) die selbst wiederum interdependenten Ökonomisierungen von Entscheidungsprämissen, Entscheidungsprogrammen, Ressourcenallokationen und Medienangeboten. Ein zentrales Merkmal der Ökonomisierung der Entscheidungsprämissen sieht er etwa darin, dass Ziele und Strategien von Medienunternehmen immer konsequenter auf ein betriebswirtschaftlich erfolgreiches Ergebnis ausgerichtet werden, zugleich publizistische Ziele in den Hintergrund gedrängt werden (ebd). Besonderes sichtbar wird dies schließlich bei den Medienangeboten, wo dann weniger eine „Stärkung der publizistischen Dienstleistung“ als vielmehr „eine (absatz-)marktgerechte Produktgestaltung“ (Altmeppen 2008, S. 245) zentral wird. Publikum und Werbemarkt gewinnen damit als wichtige Einflussfaktoren auf die journalistischen Produkte zunehmend an Bedeutung (Helka 2014, S. 47). Systematische und regelmäßige Publikumsforschung befördern vor dem Hintergrund einer Ökonomisierungsspirale der Medien(unternehmen) einen Journalismus, der sich weniger an dem ausrichtet, was wichtig ist, sondern stärker an dem, was gefällt (Weischenberg et al. 2006, S. 143). Die Folge ist, dass oft „ein Unterhaltungs- und Gebrauchswertjournalismus zu Lasten von Aufklärung und Investigation“ geht (Heinrich 2001, S. 163).

All diese Tendenzen verschärfen und beschleunigen sich unter den Bedingungen des Online-Journalismus, wo kontinuierlich über den Tag hinweg die Aufmerksamkeit der Internet-User auf die eigenen Inhalte gelenkt werden soll, um Reichweite und Werbeeinnahmen zu generieren. Lünenborg (2012, S. 447 f.) sieht durch das zum Alltagsmedium gewordene Internet die journalistische Leistung als meritorisches Gut durch kostenlose Onlineangebote grundsätzlich in Frage gestellt. Damit einhergehend verlieren journalistische Inhalte, also z. B. die klassische Nachricht, die den gesellschaftlichen Diskurs eröffnen soll, neben einem Gesamtangebot aus Unterhaltung und sich ständig aktualisierenden Onlinemedien an Reputation. Hinzu kommt, dass der Journalismus auf gesellschaftlicher Ebene als Lieferant relevanter Informationen neben PR-Kommunikatoren, Blogs, Twitter oder Bürgerjournalisten seine exklusive Funktion verliert (Lünenborg 2012, S. 448). So wird insbesondere die klassische Gatekeeperfunktion von Journalisten brüchig und löst sich partiell auf, da die Handelnden und Entscheidungsträger aus Politik, Sport, Wirtschaft etc. direkt mit der Öffentlichkeit kommunizieren (können); Journalisten werden damit ein stückweit zu „Nacherzählern degradiert“ (Weigert 2014, S. 250). Veit Dengler, der CEO der Schweizer NZZ-Mediengruppe formuliert in einem Gastbeitrag für den Spiegel 2015 (Dengler 2015) das folgendermaßen: „Wo grundsätzlich jeder Teilnehmer am Diskurs potenzieller Nachrichtenlieferant ist, tendieren die sogenannten gatekeeper rents – die Erträge aus der Schleusenfunktion der Nachrichtenmedien – gegen null, und zwar ganz einfach deswegen, weil niemand mehr einer Schleuse bedarf, um an Nachrichten zu gelangen, da gleichsam alle Schleusen offen sind.“

So wie sich die Verknüpfung z. B. des Neuigkeitswerts von Informationen mit den klassischen Medien Zeitung, Radio oder Fernsehen aufgelöst hat, so ist medienökonomisch zusätzlich entscheidend, dass in der digitalen Medienwelt gewohnte und bislang selbstverständliche ökonomische Verknüpfungen sich ebenfalls auflösen bzw. schon aufgelöst haben: So ist z. B. die traditionelle Verknüpfung von Anzeigengeschäft und publizistischer Leistung zerrissen (Pöttker 2009). Im analogen Medien-Zeitalter kam man dem Wunsch der Werbekunden, Streuverluste zu vermeiden, über eine zunehmend ausdifferenzierte Special-Interest-Publizistik im Pressesektor entgegen. Aufgrund der Zielgruppengenauigkeit von Online-Angeboten ist nun aber gar kein redaktioneller Teil mehr nötig, um bspw. zahlende Anzeigenkunden zu finden. Die Einnahmen aus Stellen-, Auto- oder Immobilien-Anzeigen, die früher Verlagen (und partiell auch Rundfunkunternehmen) dazu dienten, den Journalismus mit zu finanzieren, teilen sich jetzt Firmen neuen Typs, die ausschließlich mit Online-Anzeigen für ihre Shareholder Geld verdienen (Pöttker 2009). Zwar investieren die großen Medienunternehmen wie der Axel Springer oder Burda-Verlag systematisch in den Ausbau von Beteiligungen an „medienartigen“ Internetunternehmen, sodass die Digital- und Onlinesparten bereits große Anteile an den jeweiligen Konzernumsätze ausmachen (Novy et al. 2014, S. 5), nur diese neuen digitalen Geschäftsfelder scheinen oft nur noch sehr bedingt mit dem originären Verlagsgeschäft verbunden.

Der Axel Springer Konzern etwa, der sich selbst in seinem Geschäftsbericht 2016 als „ein in Europa führender digitaler Verlag“ bezeichnet, erwirtschaftet bereits mehr als zwei Drittel der Umsatzerlöse und fast drei Viertel des EBITDA durch digitale Aktivitäten (Axel Springer 2016). Das Geschäft von Axel Springer ist derzeit in drei operative Segmente, nämlich Rubriken-, Vermarktungs- und schließlich Bezahlangebote – hinter letzterem verbergen sich die journalistischen Aktivitäten – gebündelt, was nach Eigenaussage des Konzerns die unterschiedlichen Kundengruppen und Erlösarten eines zunehmend digital tätigen Verlags widerspiegelt (ebd.). Wachstumstreiber des Konzerns sind vor allem die Rubrikenangebote mit den Bereichen Stellen, Immobilien, Ferienimmobilien und Autos. Sicherlich sind Kleinanzeigen klassisches Verlagsgeschäft und dienten früher dazu Journalismus zu finanzieren – heute aber sind die Anzeigenportale komplett unabhängige Angebote. Schon 2014 nach dem spektakulären Verkauf eines Großteils der Springer-Printtitel an die Funkegruppe für über 900 Millionen Euro formulierte Grieß (2014, S. 271) „Springer ist in Zukunft vielleicht noch ein Medien-Unternehmen, Journalismus spielt darin jedoch nur noch eine untergeordnete Rolle“.

Der Burda-Verlag, der sich mittlerweile von seinen Anteilen am profitablen Tierfutterhändler Zooplus wieder getrennt hat, nicht zuletzt weil hier „… einfach keine Schnittmenge mit unserem Medien- und Digitalgeschäft“ gegeben war (so Burda-Digitalvorstand Stefan Winners im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters 2015), hält nicht nur eine Mehrheit am Karrierenetzwerk Xing, sondern hat unter seinem Digitalgeschäft, unter dem nach wie vor viele journalistische Titel gebündelt sind, eben auch z. B. mit freundeskreis.de eine Plattform, um Hersteller bei ihrer Content-Marketing-Strategie mit dem Einsatz von Influencern zu unterstützen oder betreibt mit HolidayCheck das nach eigenen Angaben „größte unabhängige Urlaubsportal“ (Burda 2017) im deutschsprachigen Raum.

Zu Holtzbrincks Digital-Aktivitäten zählen neben den jüngeren Zukäufen wie myphotobook.de, gutefrage.net, MeinAuto.de, GameDuell bereits schon länger die Handwerkerbörse Myhammer, das Dating Portal Parship oder die IT-Seite Golem, aus dem originär journalistischen Angebot von Tageszeitungen hat sich Holtzbrinck dagegen in den letzten Jahren mehr und mehr zurückgezogen (Institut für Medien- und Kommunikationspolitik 2017).

Zwar existieren zu den meisten journalistischen Print- und Bewegtbildangeboten von Verlagen und Rundfunksendern digitale Komplementärformate (Online-Ausgaben, Mediatheken, Apps), der Trend der letzten Jahre zeigt jedoch, dass die Medienunternehmen bei ihren Online-Aktivitäten, wenn auch mit graduellen Unterschieden, sich zunehmend in Richtung nicht-journalistischer Angebote bewegen. Das ist so lange kein Problem wie die Bereitschaft vorhanden ist, die sinkenden Einnahmen aus journalistischen Angeboten durch steigende Einnahmen im nicht-journalistischen Digitalbereich zu subventionieren. Da dies angesichts der oben dargelegten Ökonomisierungsüberlegungen aber keinesfalls sicher scheint, sind die Modelle für eine auch in der Zukunft tragfähige und stabile wirtschaftliche Basis für den Journalismus im Allgemeinen und für den Online-Journalismus im Besonderen noch offen. Zwischen einem Journalismus, der von Milliardären möglicherweise als „Hobby“ (Knüwer 2014, S. 298) finanziert wird, wie es etwa nach dem Kauf der „Washington Post“ durch Amazon-Gründer Jeff Bezos kolportiert wurde, oder einer zunehmenden Orientierung an der Werbewirtschaft, einer Beurteilung gesellschaftlicher Phänomene, ob und inwieweit sie medial verwertbar und – online besonders wichtig – aufmerksamkeitswirksam und leicht konsumierbar sind, gibt es zwar etliche Ideen und Überlegungen, die in der ökonomischen Alltagspraxis allerdings ihrer Erprobung und Bewährung noch harren. Auch Kooperationen mit Facebook (Facebook Instant Articles) oder Apple (Apple News), bei denen online veröffentliche Artikel bei diesen Plattformen angeboten werden, scheinen ernüchternd und unter Erlösgesichtspunkten nur bedingt tauglich, um anspruchsvollen Journalismus zu finanzieren. So stieg nach „New York Times“, „Cosmopolitan“ und „Forbes“ nun auch die britische Tageszeitung „The Guardian“ wieder aus dem Projekt aus. Der Grund bei allen war, dass die Einnahmen durch die Instant Articles weit hinter den Erwartungen zurückblieben. Und auch einige der 25 Medienhäuser aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die diese Facebook-Kooperation eingegangen sind, erwägen mittlerweile einen Rückzug (W&V 24.04.2017).

Ein öffentliches Finanzierungsmodell, wie u. a. von Kiefer (2011) vorgeschlagen, geht von der Überlegung aus, dass der Journalismus keine Ware ist (oder sein darf), die sich am Markt verkaufen muss. Vorgeschlagen wird alternativ eine Art „Kollektivfinanzierung“ jenseits marktwirtschaftlicher Wettbewerbsmodelle, aber auch eines öffentlich-rechtlichen Systems; diesen Überlegungen zufolge gilt es die gesamte Angebotspalette zivilgesellschaftlicher und öffentlicher Zuschüsse auszureizen – sei es über private und öffentliche Stiftungen, Privatspenden, Mäzenate (= Jeff Bezos?) und Partnerschaften mit bestehenden, z. B. staatlichen Bildungseinrichtungen (Weichert 2014, S. 282). Diesen zunächst noch sehr unspezifisch gehaltenen Grundgedanken verbunden mit der Frage, wie die Prinzipien eines verantwortungsbewussten, anspruchsvollen Journalismus unter Absicherung seiner finanziellen Ressourcen auf lange Sicht in die digitalen Umgebungen transformiert werden können, versucht u. a. Weichert (2013) in folgenden fünf Vorschlägen zu konkretisieren:
  • Crowdfunding

    Der Grundgedanke hierbei ist, die Nutzer, also z. B. die Leser nicht durch kostenpflichtige Paywalls abzuschrecken oder Artikel gegen Einzelgebühren anzubieten, sondern sie gleichsam moralisch in die Pflicht zu nehmen, da nur durch ihre Unterstützung die journalistische Qualität aufrechterhalten werden könne (Weichert 2014).

    Das derzeit prominenteste Beispiel, die Leser zu freiwilligen monetären Beiträgen bzw. Abonnements zu ermuntern, bietet vermutlich der britische Guardian, der am Ende eines jeden Artikels diesen optisch auffälligen Hinweis mit einem direkten Link, über den man sich als Supporter anmelden kann, einblendet: „Unlike many others, we haven’t put up a paywall – we want to keep our journalism as open as we can. Support us for 4,99 € per month. Become a Supporter“ (Guardian 2017). Über die aktuelle Zahl an zahlenden Unterstützern gibt es keine offiziellen Angaben, in verschiedenen journalistischen Veröffentlichungen wird die Zahl zwischen 50.000 und rund 200.000 geschätzt.

    Der niederländische De Correspondent konnte mittels Crowdfunding 1,5 Millionen Euro Investitionsmittel einsammeln und weist nach eigenen Angaben 50.000 Abonnenten auf. Und für den für Anfang 2018 geplanten Start der schweizerischen Online-Zeitung „Republik“ konnte durch Abonnenten bereits 3,4 Millionen Franken und durch Investoren weitere 3,5 Millionen Franken eingetrieben werden (Akyol 2017). Degen und Spiller (2013) bewerten hingegen in ihrer empirischen Studie durch Crowdfunding finanzierte journalistische Projekte eher kritisch.

  • Mäzenatentum

    Hierunter fallen vor allem Spenden von Privatpersonen, Unternehmen und vor allem Stiftungen; so fördert etwa die Stiftung des US-Bankerehepaars Herbert und Marion Sandler mit rund zehn Millionen Dollar jährlich das unabhängige Redaktionsbüro Pro Publica in New York (Spiller und Degen 2013). Die Relevanz dieses Instruments der Journalismusförderung zeigt sich auch für die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZIT-Stiftung) oder für den Guardian (Scott Trust) (Weichert 2014).

  • Flatrate

    Das Modell einer Kultur-Flatrate in Form einer gesetzlich geregelten Zugangsgebühr, die jeweils von Internetprovidern und Kabelnetzbetreibern pauschal entrichtet werden und von einer möglicherweise erst noch zu schaffenden Institution zentral verteilt würde, zielt auf eine Art „Kopfpauschale“ (Weichert 2014) auf Internetanschlüsse ab. Es könnte einem System ähneln wie es die GEMA für das Kulturgut Musik bereits seit Langem praktiziert und was eben auch für die Finanzierung von Journalismus genutzt werden könnte.

    Eine Flatrate für journalistische Inhalte kann aber sehr ähnlich wie in der Musikindustrie (z. B. Spotify) auch privatwirtschaftlich organisiert werden. So kann beispielsweise für einen Abopreis von 10 Euro pro Monat Zugriff auf eine Nachrichtenseite, die von unterschiedlichen Verlagen und ggf. auch Rundfunksendern gespeist wird, gegeben werden (Grüblbauer und Krone 2015). Die Einnahmen werden dann auf die Produzenten der Nachrichten verteilt. iKiosk (Axel Springer) oder Blendle (auch an diesem Dienst ist u. a. Axel Springer beteiligt) arbeiten im deutschsprachigen Raum bereits entlang eines solchen Modells. Der schwedische Anbieter readly bietet für 10 Euro im Monat Zugriff auf 2000 Zeitschriften, darunter 500 deutschsprachige (Plavec 2017).

    Ob und inwieweit der „gebündelte Vertrieb von journalistischen Verlagsprodukten“ (Grüblbauer und Krone 2015) zukunftsfähig ist, wird sich aber auch erst noch erweisen müssen; zumindest aus Sicht der Verlage bestehen Zweifel. Im bisherigen Modell behalten die Plattformen nämlich um die zehn Prozent als Vermittlungsprovision und bei Nutzung der Angebote über Mobilgeräte wird zusätzlich eine Gebühr für Google bzw. Apple fällig (Plavec 2017). Sollte sich das Modell Flatrate in dieser Form durchsetzen, könnte das eine ähnliche Entwicklung wie in der Musikindustrie bedeuten: Nur für große und bekannte Verlage wird es wirtschaftlich lukrativ sein.

    Nach Einschätzung von Baekdal (2017) werden solche Flatrate-Plattformen, wenn überhaupt, nur für spezialisierte Themen, z. B. für Computer oder Fotografie funktionieren; ein Spotify for News könne man dagegen „vergessen“, nicht zuletzt auch deswegen, da im Wettbewerb um die knappe Aufmerksamkeit und das Geld der Nutzer mehr Marktgeschrei als journalistisch gut recherchierte und aufbereite Information geliefert werde.

    Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang eine von Blendle selbst veröffentlichte Chartliste: Sie zeigt, dass vor allem Beiträge mit „knackigen Thesen“ oder „spektakuläre Reportagen“ (Plavec 2017) nachgefragt werden. Das bestätigt sowohl Baekdal (2017) als auch Überlegungen zur Ökonomisierung des Online-Journalismus: Information wird zur Ware.

  • Öffentliche Gebühren

    Gemeint ist hier eine durch öffentlich-rechtliche Gebührengelder getragene „Stiftung für Qualitätsjournalismus“, bei der sich Journalisten und Redaktionen, aber auch Blogger und Online-Portale z. B. um eine Förderung für aufwändige Rechercheprojekte oder Auslandsaufenthalte im Dienste des Qualitätsjournalismus bewerben können (Weichert 2014). Finanziert werden könnte eine solche Stiftung beispielsweise durch eine monatliche Abgabe in Analogie zur Rundfunkabgabe, aber in deutlich geringerer Höhe, wie sie in vielen europäischen Ländern üblich ist. Erst jüngst hat auch die unabhängige Eidgenössische Medienkommission unter Leitung von Otfried Jarren sich explizit für eine staatliche Förderung, bevorzugt über ein Stiftungsmodell, ausgesprochen (Akyol 2017).

  • Öffentliche Einrichtungen

    Hier handelt es sich im Grunde eher um eine Ergänzung für andere Modelle. Grundgedanke ist die Vernetzung bestehender öffentlicher Bildungseinrichtungen, gemeinnütziger Institute, unabhängiger Initiativen und Vereine, explizit mit der Aufgabe, eine publizistische Vielfalt zu gewährleisten, indem z. B. die journalistische Aus- und Weiterbildung gefördert wird oder Exzellenzstipendien vergeben werden (Weichert 2014).

Nach einer in der Schweiz durchgeführten empirischen Studie, deren Ergebnisse im Jahr 2015 von Fürst et al. publiziert wurden, spürt ein großer Teil der Journalisten (52 %) in starker Weise, dass die Finanzierung des eigenen Mediums unsicherer geworden ist. Gleichzeitig berichten die befragten Journalisten, dass die Konkurrenz mit anderen Medien deutlich zugenommen habe, die Bedeutung von Klickraten gestiegen sei; die Autoren halten fest, dass generell die Onlinenutzungszahlen in vielen Redaktionen die Entscheidung mitprägen, welche Themen ausgewählt und wie sie dargestellt werden. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass Schweizer Journalisten mehrheitlich eine deutliche Verschärfung des ökonomischen Drucks wahrnehmen und für grundlegende journalistische Aufgaben im Alltag oft zu wenig Zeit bleibt.

Die Ökonomisierung mit den damit einhergehenden publizistischen Qualitätseinschränkungen schreitet voran. Ob journalistische Start-ups, die jenseits der etablierten Medienstrukturen entstehen, durch zukunftsorientierte Geschäftsideen oder innovative Finanzierungsquellen, den Journalismus beleben, bleibt abzuwarten. Eine aktuelle Studie von Buschow (2017), die 15 Medien-Start-ups untersucht hat, gelangt überwiegend zu ernüchternden Ergebnissen. Obwohl Unternehmer und Gründer im Online-Journalismus mit viel Optimismus, tatkräftigem Elan und verantwortungsbewussten Absichten starten, tragen sie zumindest im deutschsprachigen Raum kaum zu seiner Erneuerung bei. Als Gründe führt Buschow vor allem an, dass
  • die Gründer sich auf die Produktion von qualitätsvollen Inhalten konzentrieren, journalistische Berufsstandards in digitale Medienumgebungen übertragen, dagegen Gewinnerzielungsabsichten, Wachstumsambitionen oder eine ertragreiche Unternehmensveräußerung – im Gegensatz zu anderen Online-Branchen – hier nur eine nachgeordnete Rolle spielen

  • manche Neueinsteiger das Erlösmodell der klassischen Tageszeitung kopieren und so in dieselben Probleme wie etablierte Medienhäuser geraten: einerseits geringe Zahlungsbereitschaft der Leser für Online-Inhalte, andererseits platzieren Anzeigenkunden ihre Werbung nur noch zurückhaltend in journalistischen Umfeldern.

  • neue Erlösquellen verstärkt dort erschlossen werden, wo Neugründungen Nischenthemen besetzen und mit ihren Inhalten spezifische Communitys erreichen und gemeinsam mit ihren Nutzern neue Finanzierungsquellen ausprobieren (E-Commerce, Beratungsangebote oder Schulungen)

  • schließlich je mehr sich die Berichterstattung eines Medien-Start-ups an die Gesamtgesellschaft richtet, desto schwerer fällt das Geldverdienen.

Kurz: Auch Start-ups scheinen kein (Allheil-)Mittel für die Probleme des professionellen Journalismus zu sein (Buschow 2017).

7 Funktionale Äquivalente zum klassischen Journalismus

In einer umfassenden Studie von journalistischen Onlineangeboten stellen Neuberger et al. (2009b, S. 227) fest, dass der Kernbereich des Internetjournalismus nach wie vor im Wesentlichen aus den Internetablegern traditioneller Massenmedien besteht. Die Autoren legten jedoch einen engen Begriff von Journalismus zugrunde. Rechnet man auch Dienste wie Buzzfeed.com und Heftig.de (Krone 2014) zu journalistischen Angeboten oder auch themenspezifische Weblogs, dürfte sich das Spektrum noch mal deutlich erweitert haben.

Nach dieser Studie konnten nur relativ wenige Weblogs als journalistische Anbieter eingestuft werden. Daraus schließen die Autoren, dass Weblogs eher eine komplementäre Funktion haben und nur punktuell journalistische Leistungen erbringen (Neuberger et al. 2007, S. 110, 2009a, S. 177).

Es bleibt festzuhalten, dass sich neben klassischen Formen des Journalismus im Internet eine Reihe funktionaler Äquivalente etabliert haben (Neuberger et al. 2009b, S. 14). Dies sind Angebote, die Kriterien wie Aktualität, Periodizität und Universalität genügen oder anders ausgedrückt Themen für die öffentliche Diskussion bereitstellen und somit zur Selbstbeobachtung der Gesellschaft beitragen. Dazu gehören einige Weblogs oder auch bestimmte Foren im Internet (z. B. bei Xing oder Linkedin). Dabei wird die klassische Redaktion als organisiertes System von einer Kommunikationsgemeinschaft als organisiertes System (Community of interest) abgelöst (Bucher und Büffel 2005, S. 88). Auch bei Blogs existiert durch die Verlinkungen, Bewertungen und Kommentierungen anderer eine virtuelle Community, die eine dezentrale Filterfunktion wahrnimmt, wie es sonst Redaktionen tun.

8 Profil und Tätigkeiten von Online-Journalisten

Neben Produktion von Beiträgen aller Art spielt im Online-Journalismus das „Gatewatching“ (Bruns 2005; Shapiro 1999) eine wichtige Rolle. Also nicht mehr so sehr das „Gatekeeping“, also die grundsätzliche Entscheidung über eine Veröffentlichung ist entscheidend, sondern viel mehr die nachträgliche Sichtung und Prüfung des im Internet Publizierten. Hinzu kommt die Moderation von Usern: Ihre Beteiligung muss organisiert und moderiert werden und nimmt ebenfalls viel Zeit im Online-Journalismus ein (Neuberger 2010, S. 39). An die Stelle von harten Selektionsentscheidungen für oder gegen eine Veröffentlichung tritt eine empfehlende Orientierung und revidierende Auswahl. Alternativen bleiben im Internet erhalten und zugänglich (Neuberger und Quandt 2010, S. 73).

Von Onlinejournalisten wird erwartet, dass sie nicht nur texten können, sondern über multimediale Kompetenzen verfügen, also z. B. auch Videos drehen, schneiden und einbetten können (Simons 2011, S. 203). Letztlich ist im Online-Journalismus ein zum Teil anderes Selbstverständnis gefragt, als in traditionellen Redaktionen: Der Kontakt zu den Usern muss enger erfolgen, der Journalist sich stärker zurücknehmen (Malik und Scholl 2009, S. 189–191). Online-Journalisten sind häufig stärker in der Rolle eines Themenmoderators, anstatt eines reinen Themenlieferanten.

Online-Redaktion müssen immer mehr externe Plattformen bedienen, nicht nur ihr eigenes Redaktionssystem, sondern auch Facebook, Twitter und Co. (Goderbauer-Marchner und Büsching 2015). Von den Redakteuren wird entsprechend die Bereitschaft erwartet, sich auf diese neuen Medien einzulassen und sie für Redaktions- und Vermarktungszwecke zu nutzen (Tandoc und Vos 2016). Gleichzeitig wird das Monitoring von Themen, Schlagzeilen und der Nutzer (audience) mit Hilfe von Online-Analysetools immer wichtiger (Tandoc 2014).

9 Partizipativer Journalismus

Beim partizipativen Journalismus (Bruns 2005; Engesser 2008) kann jeder im Prinzip ohne Hürden mitwirken. Die „Crowd“ wird in die journalistische Produktion an unterschiedlichen Stellen in unterschiedlichem Umfang eingebunden, sei es durch Hinweise, Kommentare oder Bilder. In jedem Fall soll die Crowd das Angebot bereichern.

Durch den Preisverfall bei Hard- und Software ist für die Her- und Bereitstellung von Nachrichten im weitesten Sinne eine klassische Redaktion nicht mehr notwendig (Neuberger und Quandt 2010, S. 63). Die Nutzer können im Internet auf die Produktions- und Distributionskapazitäten traditioneller Medienunternehmen verzichten und selber als „Mini-Medienuntenehmen“ auftreten, und zwar im Sinne eines „produzierenden Users“ („Produsage“) (Bruns 2005). Redaktionen machen sich dies zunutze, indem sie Nutzer bei der Recherche beteiligen oder bei der Entscheidung über Themen mitentscheiden lassen. Durch Weiterempfehlungen und Metadaten fungieren die Nutzer so quasi als zweite „Gatekeeper“ neben der Redaktion (Neuberger et al. 2014, S. 26; Singer 2014).

Während im traditionellen Journalismus die Qualitätskontrolle in der Regel eine interne Angelegenheit der Redaktion ist, werden im partizipativen Journalismus Informationen und Meinungen erst nach Veröffentlichung von den Usern, also extern, geprüft (vgl. Bowman und Willis 2003, S. 12). Es gibt also auch eine Qualitätskontrolle bei Bloggern und ähnlichen Akteuren der Netzwelt, nur funktioniert sie nach anderen Regeln und ist eher informeller Natur.

Engesser (2013, S. 348) schlussfolgert aus seiner empirischen Analyse einer Vielzahl von Plattformen für partizipativen Journalismus, dass bei diesen mit starken Ungleichgewichten bei der Aktivität, Publizität und damit der Partizipation insgesamt gerechnet werden müsse. Dies gelte auch, wenn eine ausgeglichenere Verteilung, z. B. nach der deliberativen Demokratietheorie (Habermas 1992), wünschenswert wäre. Letztlich würden sich in der Regel immer nur wenige Personen aktiv auf solchen Plattformen beteiligen.

10 Facebook und Twitter im Online-Journalismus

Online-Medien nutzen verstärkt die sozialen Netzwerke, um ihre journalistischen Beiträge zu verbreiten. Der Journalismus geht also zunehmend dahin, wo sein Publikum ist oder sich ohnehin aufhält. Denn zumindest junge Menschen verbringen immer mehr Zeit mit Kommunikation im Internet über Facebook, WhatsApp und ähnlichen Diensten (Frees und Koch 2016).

Publizistische Leistungen werden auch im Internet in erster Linie immer noch von professionellen journalistischen Anbietern erbracht, d. h. von den Ablegern traditioneller Massenmedien. Deshalb sind auch diese Angebote für die Meinungsbildung besonders wichtig. Allerdings haben Suchmaschinen, insbesondere Google, eine erhebliche Bedeutung für die Zuführung von Nutzern auf journalistische Websites. Soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter tragen inzwischen maßgeblich zur Kanalisierung der Aufmerksamkeit auf professionell-journalistische Websites bei (Neuberger und Lobigs 2010). Insoweit erfüllen damit, neben Rundfunk, Presse und Internet-Suchmaschinen, auch soziale Netzwerke die Rolle eines Gatekeepers (Machill et al. 2013).

Ähnlich wie bei Internet-Suchmaschinen besteht in sozialen Netzwerken grundsätzlich die Gefahr, dass ein Nutzer durch den NewsFeed nur über solche neuen Mitteilungen oder Postings in Kenntnis gesetzt wird, die seinen eigenen Vorlieben entsprechen. Er verbleibt dann in einer sogenannten Filter Bubble. Eine Auseinandersetzung mit konträren Meinungen findet dann kaum mehr statt (Neuberger und Lobigs 2010). Obwohl soziale Netzwerke deutlichen Einfluss auf die aktive Meinungsbildung ihrer Nutzer nehmen können, liegt der Fokus in der Regel auf der passiven Meinungsbildung, indem die Nutzer soziale Netzwerke mehrheitlich zum Meinungsaustausch verwenden (Neuberger und Lobigs 2010).

11 Zusammenfassung

Die Interaktivität und Partizipationsmöglichkeiten des Internets bieten ein erhebliches Potenzial für den Online-Journalismus. Dieses Potenzial hat sich in den letzten Jahren in sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter manifestiert, der Journalismus konnte dieses Potenzial nur zum Teil heben. Die Huffington Post könnte als ein Beispiel gelten, der das zu einem höheren Grad gelungen ist.

Die Herstellung von Öffentlichkeit und das Publizieren von Informationen sind keine Privilegien des Journalismus mehr. Publizistische Relevanz und damit auch ein relevantes Publikum wird daher immer mehr von der Exklusivität der Informationen sowie der Art und Weise ihrer Aufbereitung und Einordnung abhängen (Wolf 2014, S. 359).

Es bleibt festzuhalten, dass der Konkurrenzkampf um die Aufmerksamkeit der Nutzer größer und härter geworden ist. Die Aufmerksamkeit von Nutzern ist jedoch nur begrenzt steigerbar, d. h. bei immer mehr Inhalteangeboten im Netz wird es für anspruchsvollen Journalismus in der Tendenz schwieriger, sich gegen andere Angebote durchzusetzen. So fragte Neuberger (2002, S. 25) bereits frühzeitig, ob der Journalismus im Internet nicht seine Identität verliere, er quasi unsichtbar werde.

Der Kernbereich des klassischen Journalismus wird an den Rändern immer mehr ergänzt durch verschiedene Formen von semi-professionellem Journalismus. Grenzen werden zunehmend unklarer durch die Leistungen netzbasierter Laienkommunikation als auch durch neue Technologien. So sehr das einerseits klassische Redaktionen bedrohen mag, so scheint es doch andererseits eher zu einer Zunahme von Öffentlichkeit zu führen, einer wesentlichen Voraussetzung einer funktionierenden Demokratie. Soweit also bestimmte Formen von klassischem Journalismus verschwinden, bleibt eine berechtigte Annahme, dass diese zumindest zum Teil durch andere Formen von Netzwerköffentlichkeit und moderne Technologien ersetzt werden.

Fußnoten

  1. 1.

    Weitere Annahmen waren, dass mit Ausnahme hochpreisiger Nischenprodukte der Kommerzialisierungsgrad der Online-Medien denjenigen der analogen Medien übertrifft oder dass bei Online-Medien die Marktmacht führender Marktteilnehmer weiter zunimmt (Trappel 2001, S. 221).

  2. 2.

    Der Begriff der ‚Ökonomisierung’ selbst wird oftmals auf die Modernisierungsbemühungen von Staat und Verwaltung in den 1960er- und 1970er-Jahren im angelsächsischen Raum zurückgeführt (Franke 2003). Die Ökonomisierung von öffentlichen Organisationen zielte damals, so heißt es dort, auf eine „effizientere und effektivere Aufgabenerfüllung“ (ebd.).

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.University of Applied Sciences, Hochschule MacromediaKölnDeutschland
  2. 2.Hochschule MacromediaStuttgartDeutschland
  3. 3.Westfälische HochschuleGelsenkirchenDeutschland

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