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Klassische Politische Ökonomie

  • Michael LitschkaEmail author
Living reference work entry
Part of the Springer NachschlageWissen book series (SRS)

Zusammenfassung

Der Beitrag behandelt einige Grundfragen einer politischen Ökonomie der Medien unter theoriegeschichtlichen, methodologischen und Anwendungsaspekten innerhalb der Medienwirtschaft. Theoriegeschichtlich wird der Weg von einer klassischen zu einer neoklassischen Ökonomik sowie einer alten zu einer neuen politischen Ökonomie gezeigt; methodologisch wird kurz auf einige programmatische Gegensätze dieser Ansätze eingegangen und die Werturteilsfreiheit hinterfragt, was die Inklusion einiger in der Medien- und Kommunikationsgesellschaft unabdingbarer Diskussionsstränge, etwa jene um Konzentration, Vielfalt und Regulierung eher erlaubt; als spezifisches Anwendungsbeispiel steht der Diskurs um Gerechtigkeit in der Gesellschaft, der von verschiedenen Ansätzen (etwa kontraktualistischen, utilitaristischen, deontologischen oder Social Choice orientierten) geprägt wurde und der in der Medienökonomie als kommunikationswissenschaftlicher Teildisziplin noch unterrepräsentiert ist. Eine Rückbesinnung auf „klassische“ politisch-ökonomische Analysen zur Überwindung vorhandener Theoriegegensätze stellt das Fazit der Überlegungen dar.

Schlüsselwörter

Klassische politische Ökonomie Theoriegeschichte Werturteilsfreiheit Gerechtigkeit Methodologie (Neo-)Liberalismus 

1 Einleitung

Politische Ökonomie der Medien als spezifischer Zugang innerhalb der Medienökonomie impliziert immer, dass Fragen der Machtverteilung, Einkommensverteilung, Fairness und Gerechtigkeit auch in der Medienwirtschaft und -gesellschaft zentral sind. Diese Fragen werden aus verschiedensten Gründen in vielen eher am ökonomischen Mainstream (und das bedeutet meist: an der Neoklassik) orientierten Ansätzen zu wenig beleuchtet. Dieser Beitrag stellt zur Diskussion, dass viele in der heutigen Ökonomie diskutierten, politische und ethische Fragen bereits in klassischen Texten (bspw. der britischen politischen Ökonomie bei John Stuart Mill und Adam Smith) angedeutet wurden und eine Rückbesinnung auf diese Autoren (und deren spezifische Theorien und Modelle) auch für eine politische Ökonomie der Medien hilfreich sein kann. Dazu wird zu Beginn ein kurzer Abriss der Theoriegeschichte der politischen Ökonomie gegeben und deren Beitrag zur Medienökonomie analysiert (Abschn. 2).

Methodologisch wird von vielen heterodoxen Ansätzen (etwa marxistischen, keynesianischen, institutionalistischen, aber auch wirtschaftsethischen) vorgeschlagen, dass sich einige der aus der Theoriegeschichte (und Empirie) heraus erkennbaren Anomalien auflösen lassen, wenn wohlüberlegte Werturteile im Sinne einer normativen Ökonomik zugelassen werden. Dies wird anhand einiger Beispiele aus der Volkswirtschaftstheorie gezeigt und angeregt, dass die Medienökonomie die identifizierten methodologischen Lücken angeblich werturteilsfreier Modelle ebenfalls überwinden sollte (Abschn. 3).

Ein spezifischer Anwendungsfall ist der Diskurs um Gerechtigkeit in der politischen Ökonomie, der aus unterschiedlichen Theorietraditionen gespeist wird, z. B. von utilitaristischen, deontologischen, kontraktualistischen und Social Choice Ansätzen. Auch neuere Theorieentwürfe wie Amartya Sens Capability Approach bieten, im Sinne der Grundgedanken der klassischen politischen Ökonomie, einige interessante Anwendungsmöglichkeiten für die Medienökonomie als politische Ökonomie (Abschn. 4).

Die Rückbesinnung innerhalb der Disziplin Medienökonomie vom „Neo“- zum „alten“ Liberalismus bietet, so das Fazit, der politisch-ökonomisch und ethisch orientierten Medienökonomie die Möglichkeit, auch neue Fragen (z. B. der Konvergenz, der Mediennutzung und der Medienproduktion in der digitalen Welt, der Medienvielfalt in Zeiten medialer Konzentrationstendenzen) über neoklassisch orientierte Konzepte (die natürlich bei vielen Detailproblemen ihre Meriten hat, s. etwa in der Spieltheorie) hinaus stringent zu analysieren (Abschn. 5).

2 Politische Ökonomie der Medien – eine kurze Theoriegeschichte

Zentral für ein Verständnis, was politische Ökonomie1 der Medien heute ausmacht, ist die theoriegeschichtliche Entwicklung von der klassischen zur neoklassischen und politischen zur neuen politischen Ökonomie. Dazu werden zunächst, anschließend an Seufert (2007, S. 28–32), die groben Entwicklungslinien abgesteckt und danach anhand ausgewählter Beispiele aus der klassischen politischen Ökonomie gezeigt, dass dort vieles an Theoriematerial mit durchaus aktuellem (medien-)ökonomischen Bezug vorhanden ist. Eine „klassische politische Ökonomie revisited“ ist demnach das Unterfangen dieses Abschnitts.

2.1 Von „Klassik“ zu „Neoklassik“ und „politischer“ zu „neuer politischer“ Ökonomie (der Medien)

Die Wohlfahrt eines Landes war in der klassischen Ökonomie des 18 Jhdt. ebenso wie in der neoklassischen Ökonomie (ab dem späten 19. Jhdt.) vom Gesamtwert der Güter und Dienstleistungen geprägt, die man zu produzieren imstande war. Jedoch wandelte sich die Bestimmung des Wertes dieser Güter und Dienstleistungen von einer objektiven zu einer subjektiven Analyse. Die subjektiven Zahlungsbereitschaften aufgrund unterschiedlicher Nutzenfunktionen, die dadurch sich ändernden relativen Preise, der freie Wettbewerb und die Konsumentensouveränität2 stehen in der Neoklassik im Zentrum. Das Konzept der Marginalanalyse (Grenzkosten und Grenznutzen) zeigt kurzfristige Anpassungsprozesse in der Wirtschaft; die historischen, sozialen und politischen Entwicklungen spielen dann in der „reinen“ Ökonomik keine Rolle mehr. Wesentliche Erkenntnisse der klassischen Ökonomen, wie z. B. die Effizienz und Effektivität von Arbeitsteilung, komparative Kostenvorteile durch internationalen Handel, dezentrale Entscheidungsmechanismen als überlegene Prozessordnung der Wirtschaft und die ökonomische Rationalität (in unterschiedlichem Ausmaß) als modellhafter Unterbau wirtschaftswissenschaftlicher Forschung haben sich hingegen nicht grundlegend verändert.

Die politische Ökonomie klassischer Herkunft lehnt sich dementsprechend in ihrem Erkenntnisinteresse an der klassischen Ökonomie eines Adam Smith und dessen NachfolgerInnen an (zu denen in einem gewissen Sinne natürlich auch Marx gehört). Somit geht es neben der Erklärung der Wirkweisen des Marktsystems auch um gesellschaftliche Prozesse und politische Machtfragen. Liberale Strömungen wie bei Adam Smith und David Ricardo, marxistische Strömungen und alte institutionelle Strömungen wie bei Veblen sind dabei historische Ansätze, aktuell spricht man von einer „kritischen“ politischen Ökonomie (auch der Medien; s. etwa Knoche 2002). Politische Ökonomie unterscheidet sich nach Seufert (2007, S. 32) durch ihr anderes Wissenschaftsverständnis (kritisch-dialektisch und normativ statt empirisch-analytisch), ihr Erkenntnisobjekt (Makro- statt Mikrophänomene, Veränderungen statt statische Zustände), ihre Definition eines „Optimums“ (Wohlfahrt statt individuelle Durchsetzung von Präferenzen) und ihre Methodologie (verbale historische Analyse vs. mathematische Gleichgewichtsanalyse).

Für dieses, eher an der klassischen Ökonomie (und marxistischen Ideen) ausgerichtete Verständnis sind auch die so genannten kritischen Ansätze von Mosco (2009); Babe (1995) und Knoche (2002) gute Beispiele. „Kritische“ Medienökonomie beinhaltet generell heterodoxe (etwa keynesianische, marxistische, institutionalistische) Ansätze, geht aber in ihrer prinzipiellen Entfernung zur neoklassischen Schule noch weiter und umfasst alle Ansätze, die in der angloamerikanischen Medienökonomie (so etwa bei Albarran 2010, S. 27–29 und Picard 2007, passim) als Tradition der „political economy“ bezeichnet werden. Diese Ansätze fokussieren stark auf Fragen der Medienmacht, hegemonialen Aktivitäten dominanter Unternehmen, soziale Fragen der Medien und politische Kräfte. Neben Marxistischen Studien, die die kapitalistisch orientierte Medienproduktion und die ungleiche Verteilung der Mediengüter aufzeigen möchten, sind v. a. „Hegenomie“-orientierte Ansätze (nach dem italienischen Philosophen Gramsci), die z. B. die US Werte-zentrierte Content-Produktion im Medienbereich kritisieren, und Theorien des technologischen Determinismus, die z. B. die Aufspaltung der Gesellschaft (digital divide), bedingt durch kommunikationstechnologische Neuerungen, beschreiben, zu nennen (Mosco 2009 beschreibt die entsprechenden kommunikationstechnologischen Fragen).

Knoche (1999) wiederum sieht die Medienwirtschaft einem Strukturwandel unterliegen, bedingt durch bestimmte Kapitalformen und -bewegungen. Insbesondere sieht er (ibid., 150–151) die (v. a. seit dem Aufstieg des Internets) verstärkten Kapitalbewegungen durch Privatisierungen, die eine Erweiterung der Medienindustrie bedeuteten, als grundlegend strukturierende Momente. Die Kapitaleigner hätten demnach ein Interesse an möglichst kurzfristigen, raschen Kapital- und Warenbewegungen, um dem Ziel der Profitmaximierung zu entsprechen. Dabei gibt es (vgl. ibid., 153) vier Kapital-Typen: Medienkapital (Nachrichtenagenturen, Presse, Buch, TV, Film etc.), Medienbezogenes Kapital (Papier, Druck, Elektronik, Post, PR/Werbung/Marketing etc.), Medieninfrastrukturkapital (Kabel, Satellit, Computer, Telefon, Internet) und Medienfremdes Kapital (Bank, Versicherung, Energie, Verkehr, Finanzkapital etc.). Diese Kapitalformen verflechten sich und medienfremdes vereint sich mit Medienkapital; es entstehen Multimediaunternehmen.

Die damit verbundenen Probleme werden in der kritischen Tradition auch soziologisch und medienpolitisch analysiert. Eine polit-ökonomische Kritik an der Mainstream-Ökonomik und ihrer Tendenz, die Phänomene Information und Kommunikation reduktionistisch zu betrachten, stammt von Babe (1995). Dabei ist eine seiner Hauptfragen, ob Geld als üblicher Wertmaßstab der Ökonomen den Wert von Information messen kann, bzw. Information über diesen Wert enthalten kann. Diese neoklassische Sichtweise von Information wird von Babe (ibid., 15–19) kritisiert, da Information selbst die Produktionsfunktionen ändern und somit nicht mit traditionellen Inputfaktoren verglichen werden kann. Ihre intangible und „öffentliche Gut“ Charakteristik lässt eine ökonomische Bepreisung oft nicht zu. Babe (ibid.), wie auch Mosco (2009) plädieren demnach für eine Sichtweise, die mit dem Konzept der „Macht“ operiert und verlangen nach einem ethischen Rahmen, den ein erweitertes Konzept von Information sehr wohl haben müsste. Eine Kommunikationswissenschaft, die diesem Standpunkt folgt, müsste dann die kommunikativen Prozesse einer marktlich geprägten Güter- und Geldwirtschaft durchleuchten. Die Medienpolitik wäre dann in der Lage, allzu starken Tendenzen der „commoditization“ (wie Babe den Vorgang der Verdinglichung und Geldbewertung der Kommunikation nennt), wie z. B. strengere Gesetze zum geistigen Eigentumsrecht, Information Highway Initiativen, Deregulierungen im Mediensektor und Handelsabkommen (die wiederum meist den Interessen des Medienkapitals dienen), entgegenzutreten. Die aktuelle Diskussion innerhalb der EU um Netzneutralität3 fällt genau in dieses Themengebiet hinein.

Die neue politische Ökonomie auf der anderen Seite kritisiert zentrale Grundannahmen der Neoklassik, so etwa das „homo oeconomicus“-Axiom oder den Zustand optimaler Informationsverteilung. Diese Kritikpunkte teilt sie mit weiteren Ansätzen der so genannten „Neuen Institutionenökonomik“ (bspw. Principal-Agent Theorie, Transaktionskostentheorie, Theorie der Eigentumsrechte oder Verfassungsökonomik). Marktinstitutionen (wie Industriestandards) oder politische Institutionen (wie Verbraucherschutz) entstehen, um informationelle Defizite zu mindern (Seufert 2007, S. 28). Insbesondere zeigt die neue politische Ökonomie Wege zu einer Herausbildung von geteilten Regelwerken (zur Bildung von gesellschaftlichem Konsens) und die Wichtigkeit politischer Eingriffe in die Nachfragestrukturen, z. B. wenn es um die Produktion öffentlicher Güter oder um Einkommensverteilungen geht. Dies macht sie v. a. im Bereich der Mediengüter zu einer „realistischeren“ Alternative, da diese bekanntlich meist semi-öffentlichen (Club-) und oft meritorischen Charakter haben. Jedoch bleiben zentrale methodologische Elemente der Neoklassik, wie z. B. die rationale und Anreizgemäße Entscheidungsstruktur der Individuen, die Gleichgewichtsorientierung und der methodologische Individualismus auch in der neuen politischen Ökonomie bestehen (s. hierzu auch Frey 1990). Die Grenzen dieser methodologischen Selbstbeschränkungen werden in Kap. Kritische Politische Ökonomie und Institutionenökonomik / Media Governance noch einmal aufgegriffen.

In dieser groben Zusammenstellung lassen sich also die klassische und neoklassische Ökonomie, die „alte“ und „neue“ politische Ökonomie und die kritische politische Ökonomie der Medien differenzieren, wobei man in einer genaueren Analyse diverse Unterströmungen theoriegeschichtlich herausarbeiten könnte. Im Kontext der Disziplin Medienökonomie stellt sich aber die Frage, welche Ansätze heute zeitgemäß angesichts neuer Medienentwicklungen sind und ob aus althergebrachten Theorien noch relevante Erkenntnisse hierfür gewonnen werden können. Dies scheint insbesondere wichtig, als der in der allgemeinen Ökonomik (wenn auch nicht unbedingt in der Medienökonomik) vorherrschende neoklassische Diskurs für diese Fragen weniger geeignet scheint. Dazu sollen folgende Denkanstöße gegeben werden, die auf die immer noch aktuelle Relevanz klassischer Ökonomie im Bereich der Medienökonomie hinweisen sollen.

2.2 Die vernachlässigte Tradition des „alten“ Liberalismus

Im deutschsprachigen Raum hat der neoklassische Ansatz im Gegensatz zur anglo-amerikanischen Tradition weniger Einfluss auf die Medienökonomie gehabt als andere Alternativen, v. a. politisch-ökonomischer Herkunft. Die Gründe dafür mögen vielfältig sein, aber die größere Anzahl von KommunikationswissenschaftlerInnen im Feld und die wichtigere Rolle öffentlicher Regulierungsmaßnahmen sind hier sicher zu nennen.4 Einige wichtige Lehrbücher (so etwa Heinrich 1994) fallen aber natürlich überwiegend in die neoklassische Tradition. Picard (2007, S. 18–20) differenziert hier zwischen dem amerikanischen Zugang zur Medienökonomie, den er „applied tradition“ nennt und der stärker empirisch geprägt sei, und dem europäischen, den er „critical tradition“ nennt und der eher theoretische (soziologische und politische) Aspekte behandeln würde. Dieser Befund lässt sich durchaus in der Theoriegeschichte festmachen, wenn man einen Blick auf wichtige Lehrbücher wirft: Picard (1989) konzentriert sich auf die Beschreibung von Medienmärkten mittels basaler ökonomischer Modelle, Owen und Wildman (1992) fokussieren auf Entscheidungsstrukturen in bestimmten Medienmärkten, Alexander et al. (1993) und Albarran (1996) integrieren industrieökonomische und finanzökonomische Strömungen und Doyle (2002) bringt in ihre Analyse der Medienindustrie klassische und politisch-ökonomische Denkmuster ein. Zwar dominierte der neoklassische Zugang diese Publikationen, doch versäumen die AutorInnen selten, Ideen der Neuen Institutionenökonomie, der politischen Ökonomie und auch der kritischen Theorie anzusprechen. Der Grund dafür dürfte die Erkenntnis sein, dass Medienmärkte aufgrund ihrer Strukturen und Gütereigenschaften sowie des öffentlichen Interesses ihrer spezifischen Produktion manche für eine neoklassische Analyse zentralen Voraussetzungen einfach nicht vorweisen: Informationsmängel, Rationalitätsmängel, ungleiche Verteilungen des Medienzugangs und der Medienmacht etc. verhindern die durchgehende Anwendung neoklassischer Modelle in diesem Bereich.

Ein gutes Beispiel hierfür ist das Konzept eines „marketplace of ideas“ auf Medienmärkten, also die Vorstellung, dass in einem wettbewerbsgesteuerten System sich jene Mediengüter (und jene Medienunternehmen) durchsetzen, die die Nachfrage des Publikums am besten bedienen und ein ungeregelter Markt(zugang) die effiziente Allokation der Content Produktion und Distribution (auch politischer Information) gewährleisten könne. Diese aus der neuen politischen Ökonomie (und neoklassischen Orientierung derselben) herrührende Idee findet sich paradigmatisch in Coase (1974), als Anwendung auf politische Stimmenmaximierung bereits in Downs’ Public Choice Ansatz (1957). Diesem Ansatz widersprechen klassische und kritische AutorInnen; letztere sehen Medien eher als Produzenten von Ideologie und Repräsentanten von Partialinteressen (Seufert 2007, S. 39) und beklagen die oligopolistische Struktur vieler Medienmärkte, die kollusives und keinem öffentlichen „Auftrag“ entsprechendes Verhalten erleichtert. Erstere haben ein grundlegend anderes Verständnis einer liberalen politischen und Wirtschaftsordnung (s. dazu gleich unten).

Ein zweites Beispiel kann im „uses and gratifications approach“ gesehen werden (s. z. B. Katz et al. 1974; Katz und Foulkes 1962), der behauptet, Personen wählen Medienangebote nach dem Nutzen, den sie daraus ziehen können. Der Fokus auf die Fähigkeit der RezipientInnen, rational Medienangebote zu wählen und die Befriedigung ihrer Bedürfnisse (in einer vollständigen Präferenzordnung) mit vorhergesehenen und berechenbaren Ergebnissen des Konsums in direkten Zusammenhang zu bringen, kann durchaus als neoklassisches Verhaltensmodell der MedienkonsumentInnen gesehen werden. Neuere ökonomische Ansätze, die ihre Wurzeln in Social Choice und wirtschaftsphilosophischen Überlegungen haben, wie der „Capability Approach“ von Sen (1985, 1987, 2003, 2010) bezweifeln aber, dass MediennutzerInnen ihre wahren Präferenzen entweder durch ihre Zahlungsbereitschaft oder irgendeine andere Methode konsistenten Wahlverhaltens zeigen. Denn erstens können sie Bedürfnisse haben, die nicht im Wahlverhalten zum Ausdruck kommen, z. B. weil das entsprechende Medienangebot nicht existiert, teuer oder verschlüsselt ist, oder gar das notwendige Konsumkapital (Kiefer 2005, S. 178) fehlt; und zweitens gibt es Motive im Konsumentenverhalten, die nicht die persönliche Wohlfahrt betreffen, wie die Sorge um das Wohlbefinden anderer (näher zu dieser Kritik am „uses and gratifications approach“ Litschka 2015).

Wenn man die Anwendung neoklassischer Ökonomiemodelle auf politische Fragen als neoliberale Politik bezeichnet (hierzu näher Wright 2003; Karmasin und Litschka 2008), muss es auch so etwas wie den „alten Liberalismus“ geben, bzw. sollte man die Unterschiede herausarbeiten, wie es Ulrich (2001, S. 298) macht. Er vergleicht die beiden Denkweisen in Tab. 1:
Tab. 1

„Alter“ vs. „Neo-Liberalismus“ bei P. Ulrich

 

Wirtschaftsliberale („neoliberale“) Konzeption

Republikanisch-liberale Konzeption

Konzept der Person

Mensch als präsoziales Wesen:

„Ich rechne also bin ich“ (Thomas Hobbes); bedingtes wechselseitiges Interesse

Mensch als soziales Wesen:

„Ich fühle Sympathie also bin ich“ (Adam Smith); unbedingte wechselseitige Achtung und Anerkennung

Freiheitsbegriff

Primär negative Freiheit

(„unantastbare“ Privatautonomie gegen Ansprüche anderer: Abwehrrechte)

Primär positive Freiheit („öffentlicher Vernunftgebrauch“ unter mündigen Bürgern: Beteiligungsrechte)

Konzept des Bürgers

Besitzbürger (Bourgeois):

„Ich habe Privateigentum, also bin ich“

Staatsbürger (Citoyen):

„Ich partizipiere an der Res publica, also bin ich“

Politikbegriff

Strategischer Machtausgleich im „Stimmenmarkt“ (Bargaining)

„Öffentlicher Vernunftgebrauch“ (deliberative Demokratie)

Modus der Vergesellschaftung

Vorteilstausch (macht- und interessenbasiert).

Gesellschaft als Marktzusammenhang

Gleiche allgemeine Bürgerrechte (gerechtigkeitsbasiert).

Gesellschaft als Rechts- und Solidarzusammenhang

Ideal der Wirtschaftsordnung

„Freie“ Marktwirtschaft („entgrenzt“ und „entfesselt“).

Totale Marktgesellschaft.

Wirtschaft als Gesellschaft.

Soziale Marktwirtschaft (embedded economy).

Lebensdienliche Marktwirtschaft.

Wirtschaft in der Gesellschaft.

Für Ulrich ist der frühe Liberalismus v. a. im England und Schottland des 18. Jhdt. angesiedelt und bei den politischen Ökonomen Adam Smith und John Stuart Mill paradigmatisch verkörpert; konzipiert ist dieses Verständnis als „republikanisches“, im Gegensatz zum rein Marktorientierten Liberalismus neuerer Prägung (wie etwa bei Hayek 1971, der österreichischen Schule der Nationalökonomie, s. Litschka und Grechenig 2010, oder neueren Vertretern der Neoklassik, etwa Becker 1976). Für die Medienökonomie heute zentrale Fragen scheinen sich in diesem Framework besser bearbeiten zu lassen; so weisen einige Ideen der „alten“ politischen Ökonomen zwar nicht auf diese modernen Problemlagen hin, zeigen aber, mit welchem Verständnis man diesen begegnen könnte.

In „On Liberty“ zum Beispiel verteidigt John Stuart Mill (2002) sein Prinzip des Liberalismus, nämlich dass in die Freiheiten von Individuen (gegen ihren Willen) nur zum Selbstschutz und zur Verhinderung von Schaden für Dritte eingegriffen werden darf, nicht aber, um das eigene physische oder moralische „Gut“ zu befördern. Abgesehen von den utilitaristischen Grundlagen von Mills Theorien (die eigene Probleme aufwerfen) ist es genau dieses „alte“ Verständnis von Freiheit, das in der neoklassischen Ökonomie verloren gegangen ist. Denn er verbindet das a priori „negative“ Freiheitskonzept mit verschiedenen Pflichten, die Bürger angesichts ihrer geschützten Freiheiten haben, etwas, das in der neoklassischen Ökonomie nicht vorkommen kann, da diese keine Pflichten formuliert, sondern Optimalitätsbedingungen für den Markt. Im Ulrich’schen Sinne wären ja auch Medienunternehmen „Wirtschaftsbürger“, die die „positiven“ Freiheiten der Menschen wahren müssen. Ward (2011, S. 170–178) wendet das Mill’sche Konzept für eine ethisch fundierte Ausformung des Journalismus unter dem Aspekt des „minimizing harm“ an und zeigt somit die Aktualität und Anwendbarkeit dieses liberalen Grundgerüsts für einen wichtigen Teilbereich der Medien.

Ein anderer großer Philosoph des 18. Jhdt. und Wegbereiter u. a. der politischen Ökonomie Adam Smiths, David Hume, kann ebenfalls als Vertreter dieses „alten“ Liberalismus gesehen werden. In seiner „Inquiry Concerning Human Understanding“ (Hume 1995) beschreibt er neben der Rolle des Erfahrungswissens und dem Induktionsproblem auch (im Abschnitt „On Liberty and Necessity“) die Wichtigkeit von Handlungsmotiven und der Charakterbildung, um im wirtschaftlichen, politischen und sozialen Leben anerkannt zu werden; insbesondere führt er die Logik des Handelns auf Inferenzen zurück, die Individuen aufgrund von Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen und gewöhnlich beobachtbaren, wiederkehrenden Phänomenen machen können. Dies widerspricht gänzlich der Konzeption des Individuums in neoklassischen Modellen und Metaphern wie dem „homo oeconomicus“, wo das rationale Entscheiden entweder schon a priori vorausgesetzt oder auf Ziel-Mittel Relationen beschränkt wird.

Ihren eigentlichen Ausgang nahm die klassische politische Ökonomie wohl bei Adam Smiths „Wealth of Nations“ (Smith 1996), wo er eine Konzeption von Individuen entwarf, die in Verfolgung ihrer Eigeninteressen automatisch für die Erhöhung des Gesamtwohls der Gemeinschaft sorgen. Das Prinzip der Freiheit bei Smith darf nicht vom Staat eingeschränkt werden, sondern die „unsichtbare Hand“ regelt das Zusammenspiel der Individuen auf Märkten zum Wohle der Gesellschaft, ohne dass der/die Einzelne dies beabsichtigen würde. Dem Menschen sind zudem bestimmte Eigenschaften, wie der Wunsch nach Tausch und Handel, angeboren, und in einer freien Marktwirtschaft mit möglichst wenig Staatseingriffen kommen diese Charakterzüge am sinnvollsten zum Tragen. Arbeitsteilung, freier Welthandel ohne Beschränkungen und produktiver Einsatz der Arbeitskraft eines jeden nach seinen Möglichkeiten sorgen für ökonomischen Fortschritt. Durch die relative materielle Besserstellung der Arbeiter im Verhältnis zu den Grundbesitzern und Adeligen kommt es außerdem zu einer „Verfeinerung der Lebensart und der ethischen Gefühle“.

Allerdings, und hier gab es in der Theoriegeschichte wohl viele Missverständnisse, war Smith kein Verfechter radikalen „Laissez-faire“ Denkens, denn dort wo der Markt die gesellschaftlich erwünschten Ziele nicht erreichen kann, etwa bei Schulpflicht, Militär, Verkehrswesen, Kunst und anderer (v. a. öffentlicher) Güter, soll der Staat diese zur Verfügung stellen oder subventionieren. Es gibt auch eine nun schon lange andauernde Diskussion, ob die Interpretation von Adam Smith als Vater des „Marktliberalismus“ seinem Werk gerecht wird, und einige moderne Ökonomen und Philosophen würden dies bestreiten (so z. B. Sen 1987 oder Ulrich 2001). Sie sehen Smith eher als Vertreter eines politischen Liberalismus (s. a. oben), in dem die freie Marktwirtschaft in ein System politischer und v. a. ethischer Regeln eingebettet ist, was ja auch in seinem zweiten Hauptwerk „Die Theorie der ethischen Gefühle“ (Smith 2010) deutlich zum Ausdruck kommt. Die Medienökonomie hat die Diskussion um den öffentlichen Gutcharakter vieler Medien immer ernst genommen und vermutlich mehr als andere Teildisziplinen der Ökonomie auf die Grenzen der Effizienz von Märkten bei dieser Frage aufmerksam gemacht. Vermutlich würden sich weitere Ideen aus dem vielfältigen Werk der politischen Ökonomen klassischer Richtung ähnlich fruchtbar machen lassen für moderne medienökonomische Probleme.

Es gibt aber auch in der neueren Ökonomie durchaus Ansätze, die die Grundgedanken des alten Liberalismus für ihre politische Ökonomie verwenden, so z. B. Amartya Sen’s Capability Approach. Dieser errichtet eine politische Ökonomie, die zwar auf einigen Ergebnissen der Social Choice Theorie fußt (und somit mit einigen neoklassischen und mathematischen Modellen arbeitet), aber explizit die Rolle des alten liberalen Denkens betont. Politische Ökonomie ist für Sen nur in einer deliberativen Demokratie möglich, die ein Politikurteil nur nach einem Prozess offener Diskussion ermöglicht und er unterscheidet dies von einer liberalen Demokratie, in welcher individuelle Präferenzen zu einer sozialen Nutzenfunktion addiert werden.5 Die Gründe dafür sind vielfältig (s. hierzu z. B. Sen 1987), vielleicht am wichtigsten ist der Mangel an Informationsvielfalt, der unsere Entscheidungen unvollkommen geraten lässt in einem Setting liberaler, utilitaristischer Systeme. Diese Vielfalt kann nur durch diskursive (und durch massenmediale Information gestützte) Entscheidungsprozesse erreicht werden (s. dazu auch Kap. Institutionenökonomik / Media Governance), womit der Bezug zur Medienökonomie klar gegeben ist.

Es lässt sich somit zeigen, dass tatsächlich große Unterschiede im Verständnis liberaler politischer Ökonomie bestehen, je nachdem ob man einem „alten“ oder einem „Neo“-Liberalismus anhängt; möglicherweise sind viele Probleme, die gerade MedienökonomInnen heute damit haben, neoklassische Mainstream-Modelle für medienwirtschaftliche Fragen heranzuziehen, auf diese Unterschiede zurückzuführen. Ein weiterer wichtiger Unterscheidungspunkt politischer Ökonomie zu neoklassischen Ansätzen ist die Frage der Zulässigkeit von Werturteilen im wirtschaftswissenschaftlichen Zugang zu Medienfragen; während solche in den Anfangszeiten der Ökonomik (als diese mit den Disziplinen Ethik und Politik noch eine Einheit bildete) ganz natürlich schienen, sind sie mit der Ausdifferenzierung der praktischen Philosophie in verschiedene Spezialdisziplinen (v. a. seit dem Aufstieg der Neoklassik) in Misskredit geraten. Das folgende Kapitel will diese Problematik kurz aufarbeiten und politische Ökonomie als normative Ökonomik verstehen.

3 Politische Ökonomie der Medien als normative Ökonomik

Die moderne Volkswirtschaftstheorie ist über weite Strecken eine Entscheidungstheorie, v. a. in der neoklassischen Mikroökonomie, die durch die Anwendung einer rein instrumentellen Zweckrationalität gekennzeichnet ist. Individuen können ihre Ziele in eine konsistente Rangfolge bringen und zur Zielerreichung die bestgeeigneten Mittel effizient einsetzen. In ihrer reinen Form benötigt sie somit keine zusätzlichen Annahmen über menschliches Verhalten oder den Prozess, der zur Bildung bestimmter Ziele geführt hat. Die in der Ökonomie verwendete Spielart dieser Entscheidungstheorie heißt ‚Rational Choice‘ und stellt die Wahlhandlungen der Marktteilnehmer in den Vordergrund. Menschen optimieren unter bestimmten Restriktionen, kleinste (marginale) Änderungen und Gleichgewichtssituationen sind für optimale Entscheidungen zu analysieren. Die so genannte marginalistische Revolution Ende des 19. Jhdt., v. a. durch Menger, Jevons und Walras verkörperte dieses Denken erstmals in Reinkultur. Das ökonomische Prinzip, der „homo oeconomicus“, wird in der neueren Ökonomie paradigmatisch durch Gary Becker (1996) vertreten, der mittels des Rational Choice-Ansatzes auch soziologische Themen wie Eheschließung, Kriminalität und Bildung behandelt hat.

Weitere wichtige Ökonomen, die eine Ökonomie als .positive‘, bzw. auch deduktive, Wissenschaft konzipieren, in der die Realitätsnähe der Annahmen nicht zählt, solange die Vorhersagen stimmen, und die auf normative Überlegungen verzichten kann, sind Milton Friedman (1953) und Lionel Robbins (1935). Ersterer betonte die Wichtigkeit so genannter „as if“ Annahmen (Friedman 1953, S. 30), d. h. die WirtschaftswissenschaftlerInnen tun so, als ob WirtschaftsteilnehmerInnen wüssten, wie zu optimieren sei, was „im Durchschnitt“ auch stimme; letzterer sieht Ökonomie als deduktive Disziplin, die von realistischen Annahmen bzw. empirischen Tests weitgehend befreit sein soll und meinte, dass „…economic analysis is wertfrei in the Weber sense“ (Robbins 1935, S. 42).

Max Weber wurde von ÖkonomInnen immer wieder zitiert, wenn es darum ging, dass Werturteile im Gegenstandsbereich empirischer Sozialwissenschaften nichts verloren hätten. Das so genannte „Werturteilsfreiheitspostulat“ wurde in „Die ‚Objektivität‘ sozialwissenschaftlicher und sozialpolitischer Erkenntnis“ formuliert und durch Passagen wie: „(…) denn wir sind der Meinung, dass es niemals Aufgabe einer Erfahrungswissenschaft sein kann, bindende Normen und Ideale zu ermitteln, um daraus für die Praxis Rezepte abzuleiten“ (Weber 1988, S. 149) scheinbar absolut gesetzt. Auch wenn diese Stelle so wirkt, als würde Weber eine Trennung des Vernunftkonzepts in eine wertende (normative) Vernunft und eine wissenschaftliche (deskriptive) Vernunft befürworten, so war für ihn der zentrale Punkt doch eher der, dass die Person des Wissenschaftlers/der Wissenschaftlerin sich in seiner/ihrer Rolle als LehrerIn und ForscherIn der (subjektiven) Werturteile enthalten solle. Es gilt den in der Philosophie verpönten „naturalistischen Fehlschluss“ (die Verwechslung von Sein mit Sollen, bzw. den Schluss von deskriptiven Aussagen auf normative) zu vermeiden.

Sind deshalb normative Aussagen prinzipiell unsinnig und unzulässig im ökonomischen Diskurs? Es geht wohl eher darum, subjektive (und damit intersubjektiv nicht nachvollziehbare) Aussagen zu identifizieren und versteckte Werturteile herauszufiltern, um transparent und intersubjektiv nachvollziehbar zu bleiben. Vor allem Werturteile im Basisbereich (wie die Auswahl der behandelten Probleme, die verwendeten Forschungsmethoden, Regelungen über den Ablauf der wissenschaftlichen Tätigkeit) sind unumgänglich, wenn auch begründungsbedürftig. Ob man also Fragen der Medienkonzentration (mit welchen Methoden auch immer) oder aber Fragen der journalistischen Berufsausübung unter den Prämissen wirtschaftlicher ,Sachzwänge‘ untersucht, präjudiziert – unabhängig von der Methode – die Ergebnisse. Dieses wird sich aber weder durch institutionelle noch durch individuelle Vorkehrungen vermeiden lassen. Es kann also nur darum gehen, diese Werturteile offenzulegen und nachvollziehbar zu machen. Aber eben dies geschieht nicht immer. In Karmasin und Litschka (2013, S. 193–199) findet sich eine detailliertere Diskussion dieser Frage und ein methodologischer „Raster“ für medienökonomische Texte.

Beispiele aus der Theoriegeschichte für angebliche Werturteilsfreiheit ökonomischer Forschung finden sich z. B. in Blaug (1992, S. 124–125), wo die angebliche Wertfreiheit des Pareto-Optimums diskutiert wird. Umverteilungen zuzulassen, solange keine Person durch diese Umverteilungen schlechter gestellt wird, während mindestens eine Person besser gestellt wird, scheint zunächst ein recht objektives ‚Effizienz‘-Kriterium zu sein. Es gehöre somit zur „positiven“ Ökonomik, denn wenn einige grundlegende Bedingungen erfüllt seien (fixe Präferenzordnung, KonsumentInnensouveränität, Einstimmigkeit bei der Reallokation von Ressourcen…) ist das Pareto Optimum ein (quasi automatisch eintretender) Gleichgewichtszustand. Blaug (ibid., 127) zeigt aber Gegenbeispiele, die zeigen, dass auch ein Gleichgewichtszustand die Möglichkeit von Pareto-Verbesserungen enthalten kann. Fragen der Macht bei Verhandlungsprozessen oder Ungleichheiten bei der Anfangsausstattung („endowment“) in einer Gesellschaft werden ebenso ausgeblendet. Wie andernorts (Karmasin und Litschka 2013, S. 198) argumentiert, sind alle Effizienzkriterien a priori normativ, weil sie bestimmte Gerechtigkeitsvorstellungen (s. hierzu gleich unten) oder bestimmte Vorstellungen von z. B. „Effizienz“ erfordern und oft stillschweigend voraussetzen.

Ein zweites Beispiel von Blaug (1992, S. 222–224) betrifft die Anwendung ökonomischer Modelle auf außerökonomische Phänomene (d. h. „ökonomischer Imperialismus“) wie Familienentscheidungen oder Verbrechensneigung. Ähnlich wie soeben beschrieben haben ja auch Gary Becker, der dies propagierte (Becker 1976, S. 5–7) und seine Nachfolger versucht, durch ihre strengen Voraussetzungen der Theoriebildung ad-hoc Immunisierungen zu vermeiden, dabei allerdings wiederum stillschweigend Annahmen verwendet, die empirisch eben nicht mehr testbar sind und in den normativen Bereich reinfallen. Solche Annahmen sind etwa die Präferenz für weniger, aber besser ausgebildete Kinder bei einkommensstärkeren Familien oder die Wohlfahrtspräferenzen von Spendenempfängern, die auf eine bestimmte Art in die Nutzenfunktion der Spender eingehen (,Altruismus‘), oder die Risikoneigung potenzieller Verbrecher.

Dieser methodologische Abschnitt über werturteilsfreie Modelle in der Ökonomiegeschichte sollte zeigen, dass politische Ökonomie generell, und eine politische Ökonomie der Medien insbesondere mit solchen Modellen vorsichtig umgehen muss und versuchen sollte, normative Ökonomik zu sein, d. h. eine Wissenschaft, die sehr wohl mit Werturteilen arbeitet, diese aber wohl begründet und intersubjektiv teilbar gestaltet. Medienkonzentration, Medienvielfalt und Medienregulierung sind nur einige wenige Beispiele für Themen, die eine Vielzahl von Gesichtspunkten und Wertvorstellungen beinhalten und sich durch rein empirische, positive oder deduktive (axiomatische) Analysen kaum bewältigen lassen; hier wird eine normative Diskussion unter Einbezug von Erkenntnissen anderer Disziplinen (bspw. Ethik, Politikwissenschaften, Psychologie, Soziologie…) mehr Erfolg versprechen. Im folgenden Abschnitt wird ein wichtiger normativer Teilbereich der Wirtschaftswissenschaften, Kommunikationswissenschaft und Philosophie mit einer solchen Analyse versehen, nämlich der Diskurs um Gerechtigkeit und die dafür unabdingbare Rolle der Massenmedien.

4 Gerechtigkeit in der politischen Ökonomie der Medien

Gerechtigkeit ist ein komplexes und von vielen Disziplinen betrachtetes Theoriegerüst, das im vorliegenden Beitrag von einer ökonomischen und kommunikativen Seite beleuchtet wird und für die politische Ökonomie der Medien (v. a. die Rolle der Massenmedien) fruchtbar gemacht werden soll. Dabei stützt sich die Argumentation auf den „Capability Approach“ Amartya Sens, eines politischen Ökonomen, der für seine Synthese aus ethischen und ökonomischen Überlegungen 1998 den Nobelpreis erhielt und in der Kommunikationswissenschaft in letzter Zeit verstärkt rezipiert wird (s. z. B. Litschka 2015, passim). Da das Thema Gerechtigkeit in der Medienökonomie traditionellen Zuschnitts noch wenig diskutiert wird, im obigen Sinne aber normativ wichtig ist und v. a. viele Verbindungen zu Fragen der Publizität aufweist, könnte dies ein wichtiges Feld für die politische Ökonomie der Medien auch in Zukunft sein.

4.1 Das Konzept der komparativen Gerechtigkeit

Der Capability Approach von Amartya Sen entstand, weil diverse „Unmöglichkeitstheoreme“ der Social Choice Theorie gezeigt haben, dass es unmöglich ist, unsere individuellen Präferenzen (z. B. bezüglich geteilter Werte in einer Gesellschaft) so zu aggregieren, dass eine daraus entstehende gesellschaftliche Nutzenfunktion bestimmten logischen Mindestanforderungen genügt. V. a. die Maximierung des Nutzens als Ziel in einer Gesellschaft, wie es der Utilitarismus fordert, reicht aufgrund vieler Mängel dieser Theorie (v. a. jene der Informationsgrundlagen für unsere Entscheidungen, s. Sen 1987) nicht aus, um wichtige Fragen wie jene nach Gerechtigkeit beantworten zu können. Für normative Fragen benötigen wir mehr als die Entscheidungsbasis „individuelle Präferenzen“ (Sen 2003, S. 302), nämlich die Anwendung kommunikativer Vernunft und Publizität. Dazu unterscheidet Sen (2010) zunächst zwei Traditionen von Gerechtigkeitstheorien:

In der ersten, die bei Hobbes, Locke, Rosseau und Kant begann und heute bspw. bei Rawls, Nozick und Gauthier fortgeführt wird, wird auf Institutionen fokussiert, die gerechte Regeln für die Gesellschaft bereitstellen sollen. Sen nennt diese Tradition „transzendentalen Institutionalismus“, weil eine ideale Situation eingefordert wird, für die keine empirische Überprüfung tatsächlicher Zustände notwendig ist. Es genügt, einige ideale und gerechte Regeln zu befolgen, die (wie die Rawlsianischen Gerechtigkeitsprinzipien) aus virtuellen Sozialverträgen entstehen. Gerechtigkeit ist demgemäß „perfekt“: es gibt keinen Vergleich verschiedener Prinzipien mehr und es besteht kein Grund zur Überprüfung tatsächlicher Lebensumstände von Personen oder Möglichkeiten, die diese haben oder nicht haben. Korrekte Institutionen bestimmen das korrekte Verhalten von Menschen und diese werden gerecht handeln, wenn die Gesellschaft nach diesen Prinzipien geordnet ist.

Die zweite und nach Sen vielversprechendere Tradition beinhaltet vergleichende Ansätze (daher „komparative Gerechtigkeit“), die sich auf tatsächliche Implementierungen von Gerechtigkeit konzentrieren. Diese Ansätze begannen bei Smith, Condorcet und Mill und wurden später bei Marx und den modernen Social Choice Theoretikern fortgeführt. Diese interessieren sich weniger für eine perfekt geordnete Gesellschaft, sondern wollen verschiedene Gesellschaften nach deren Errungenschaften bei der Gerechtigkeit vergleichen. Das Ziel ist es, ungerechte Zustände zu verbessern, nicht einen komplett gerechten Zustand zu erreichen. Dies sei auch unmöglich angesichts des vorherrschenden Wertepluralismus und der unterschiedlichen Entwicklung von Nationen. Dieser ergebnisorientierte Zugang ist auch für ökonomische Analysen besser geeignet, da Konsequenzen von Handlungen besser bestimmt werden können und geht über die gewöhnliche utilitaristische Nutzenanalyse hinaus: erstens spielt Nutzen in diesem Ansatz kaum eine Rolle, bzw. ist nur ein Bestandteil von vielen Erwägungen, zweitens verlangt Sen auch einen Fokus auf Prozesse, die zu den Ergebnissen führen („comprehensive outcome“, wie er es nennt). Warum aber sollten wir den beschriebenen komparativen Zugang bevorzugen? Laut Sen, weil wir uns mehr auf die tatsächlichen Lebensumstände der Menschen konzentrieren sollten, statt auf Ideale; weil der Gesichtspunkt anderer Länder Platz haben sollte, nicht nur der eigene (wie in Sozialvertragsansätzen üblich), was u. U. zu „provinziellen“ Sichtweisen führen könnte; weil Personen viele Gerechtigkeitsprinzipien im „Urzustand“ wählen könnten, nicht nur eines; und weil Personen auch nach einer Einigung „unvernünftig“ handeln können, was durch die entsprechende Öffentlichkeit verhindert werden kann; genau hier kommen auch medienökonomische Fragen ins Spiel.

4.2 Die Rolle der Massenmedien bei der Herstellung gerechter Zustände

Die Folgen des „komparativen“ Ansatzes für die Medienökonomie sind vielfältig. Zunächst ist wichtig, so viele Informationsgrundlagen als möglich für unsere Entscheidungen heranzuziehen (nicht nur Nutzenüberlegungen) und v. a. interpersonelle Nutzenvergleiche zu erlauben (was die neoklassische Ökonomie ja ablehnt). Andere Vorgehensweisen würden in die Falle des „transzendentalen Institutionalismus“ gehen und die Unmöglichkeitstheoreme der Social Choice Theorie (Arrow 1951; Sen 1979) nicht ernst genug nehmen. Diese zusätzlichen Informationen z. B. über die Frage, wie viele Entscheidungsalternativen jemand überhaupt hat und ob er diese auch wahrnehmen kann (dazu „befähigt“ ist), machen ja den „Capability Approach“ als Befähigungsansatz erst aus. Es geht eben auch darum, neben dem „well-being“ (der Frage der Bedürfnisbefriedigung) auch den „agency“ (die Frage der Wahlmöglichkeiten) Aspekt zu bedenken und die relativen Vorteile von Personen zu erkennen (Sen 2010, S. 121).

Eine politische Ökonomie der Medien, die das ernst nimmt, wird die Wichtigkeit von „Publizität“, bei Habermas (1995) das öffentliche Räsonieren und die Verteidigung unserer Argumente vor der unbegrenzten Öffentlichkeit, betonen, denn die Medienökonomie hat es mit vielen Fragen zu tun, die Publizität erfordern: das Problem ungleicher Informationszugänge, die intransparente Preisbildung auf manchen Medienmärkten (insofern überhaupt marktmäßige Beziehungen im Spiel sind), die Wichtigkeit von Vertrauensgütern, aber auch Medienkonzentration und Medienvielfalt sind hier als Beispiele zu nennen. Um hier alle relevanten Standpunkte austauschen zu können, sind wir auf eine international ausgerichtete Berichterstattung angewiesen, die möglichst objektive (intersubjektiv teilbare) Evaluierungen sozialer Zustände ermöglicht. Ebenso auf die öffentlichen Arenen, die Medien für die öffentliche Deliberation bereitstellen, um privat deliberierte soziale Konventionen aufzubrechen. Konsequenterweise adressiert Sen (2010, S. 201) die Rolle global ausgerichteter Medien (und Medienökonomie), die die Grenzen der Gerechtigkeit in früheren (Sozialvertrags-) Theorien überwinden helfen sollen.

Da somit Demokratie und Gerechtigkeit diskursive Elemente teilen, da Gerechtigkeit nur durch öffentliches Räsonieren und öffentliches Räsonieren nur in demokratischen Situationen mit freien Medien, Redefreiheit, Meinungsfreiheit, freien Wahlen und fair verteilten Informationszugängen möglich sind, sollen Massenmedien folgendes zu diesem Diskurs beitragen (Sen 2010, S. 361–362):
  • Medienfreiheit verbessert direkt unser „well-being“, da sie uns hilft, unsere „Lebenswelt“ (Habermas 1995, passim) zu bewältigen

  • Medien geben uns die notwendigen Informationen zur Überprüfung der Argumente der „Anderen“

  • Sie unterstützen benachteiligte Gruppen (jene ohne die nötigen „Capabilities“) durch öffentlich gemachte Kritik an den Zuständen

  • Sie helfen uns bei der Wertebildung durch Diskurs, Werte, die notwendigerweise divers und pluralistisch sein werden, da (ökonomisch gesprochen) multiple Präferenzsysteme gleich „gültig“ und logisch sein können.

  • Sie unterstützen Gerechtigkeit durch Diskussion, die einzig mögliche Gerechtigkeit im System Sens

Dies können natürlich nur erste Versuche einer Anwendung des „Capability Approach“ innerhalb einer politischen Ökonomie der Medien sein. Und „Gerechtigkeit“ ist bestimmt nur ein Spezialfall normativer Diskussion in der Medienökonomie. Auch handelt es sich hier um eine eher abstrakte Anwendung des Ansatzes auf der Makroebene, wo also Mediensystem und politische Fragen zu entscheiden sind. Wo Medienökonomie aber in der Medienpolitik (z. B. bei Regulierungsfragen) beratend tätig sein soll und gesellschaftlich relevante Fragen des Mediensystems bearbeiten möchte, wird sie, so das zugrundeliegende Argument, auch hier mit einem Ansatz der klassischen politischen Ökonomie mehr Erfolg haben als mit neoklassischen Modellen (auch wenn diese in der neuen politischen Ökonomie abgeschwächt wurden).

5 Fazit

Der Beitrag hat zunächst eine kurze Theoriegeschichte der politischen Ökonomie von der Klassik zur Neoklassik beschrieben und einige heute als relevant erachteten Themen der Medienökonomie als bereits bei klassischen politischen Ökonomen (wenn auch natürlich in veränderter Form) vorhandene identifiziert. Danach wurde die Werturteilsfreiheit als problematisches Dogma moderner Ökonomik erörtert und für eine politische Ökonomie als normative Ökonomik plädiert. Wie eine solches Verständnis von Medienökonomie im Bereich Gerechtigkeit wirken würde, war ebenfalls ein eigenes Kapitel.

Die Disziplin Medienökonomie als Teilbereich der Medien- und Kommunikationswissenschaft hat vielfältige Ausprägungen. Als politische Ökonomie der Medien sind ganz zentrale gesellschaftliche Fragen im Fokus: Konzentration von Eigentum und Macht im Mediensektor, fair verteilte Zugänge zu Medien auch in der digitalisierten Welt (s. die Diskussion um Netzneutralität), Information als Ware, der „Prosumer“ als neue medienökonomische Einheit, Fremd-, Selbst und Koregulierung als Grenze von Marktprozessen, Publizität als Maßstab der Vernunft im Gegensatz zur Befriedigung individueller Präferenzen auf einem freien Markt u. v. a. sind nach wie vor aktuelle medienökonomische Fragen, die, so der Tenor dieses Beitrags, nach normativer Ökonomik rufen.

Eine so verstandene politische Ökonomie der Medien schließt den Kreis vom „alten“ zum „Neo“-Liberalismus und wieder zurück, anerkennt neuere Erkenntnisse (etwa der Social Choice Theorie und der Verhaltensökonomik) und bietet einen interdisziplinären (und theoriegeschichtlich fundierten) Rahmen auch für künftige Fragen, z. B. noch stärkerer Konvergenztendenzen, der Mediennutzung und der Medienproduktion in der digitalen Welt, der Medienvielfalt in Zeiten medialer Konzentrationstendenzen, der über neoklassisch orientierte Konzepte hinaus geht.

Fußnoten

  1. 1.

    Es wird durchgehend der Begriff „Ökonomie“ statt „Ökonomik“ verwendet, wenn es um die Bezeichnung von Disziplinen, jedoch nicht, wenn es um die Betonung ökonomischer Modelle und Methoden geht.

  2. 2.

    Die ja eine Eigenschaft des Marktsystems bezeichnet, nämlich die „Macht“ der Nachfrager, über ihre bekundeten Präferenzen langfristig auch die Produktion zu bestimmen. „Das Angebot der Produzenten soll seinen Präferenzen folgen, die er über Zahlungsbereitschaft für die einzelnen Güter und Dienste signalisiert“ (Kiefer und Steininger 2014, S. 247). Natürlich muss man kommunikationswissenschaftlich den Konsum (verbrauchbarer Dinge) von der Nutzung (oft unverbrauchbarer) medialer Angebote trennen. Es scheint aber naheliegend, dass auch die Nutzung von Medien über verschiedene Mechanismen (s. etwa Werbewirtschaft) deren Produktionssystem mitbestimmt.

  3. 3.

    S. z. B. den Sammelband von Krone und Pellegrini (2012): Netzneutralität und Netzbewirtschaftung. Multimediale Inhalte in Telekommunikationsnetzwerken. Baden-Baden: Nomos. Edition Reinhardt Fischer; darin insbesondere Krone: „Netzneutralität im Kontext von bandbreitenintensiven Massenmedien und Multimediadiensten. Policy-Formulierung in der EU 27.“

  4. 4.

    Vgl. die Diskussion bei Kiefer und Steininger (2014, 41–46).

  5. 5.

    Zum genauen Unterschied vgl. Miller (1992).

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Authors and Affiliations

  1. 1.Department for Media and EconomicsUniversity of Applied Sciences St. PöltenSt PöltenӦsterreich

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