Advertisement

Umgang mit Mittelbegrenzung im Gesundheitswesen

Living reference work entry
Part of the Springer Reference Sozialwissenschaften book series (SRS)

Zusammenfassung

Über die Verwendung begrenzter Ressourcen im Gesundheitswesen wird in Deutschland seit langem diskutiert. Dieser Beitrag erläutert die Hintergründe dieser Diskussion und gibt einen Überblick über den Status Quo der Ressourcenausstattung in der medizinischen Versorgung. Zudem diskutiert er aktuelle Vorschläge für den Umgang mit und die Verteilung von begrenzten Ressourcen im Gesundheitswesen und stellt die Ergebnisse empirischer Studien zur ärztlichen bzw. Bevölkerungsperspektive auf die Allokation in der medizinischen Versorgung dar.

Schlüsselwörter

Mittelbegrenzung Ressourcenallokation Rationierung Priorisierung medizinische Versorgung Deutschland 

Literatur

  1. Beske, F. 2011. Rationalisierung, Rationierung und Priorisierung: Wer diskutieren will, muss definieren. Arzt und Krankenhaus 1:18–19.Google Scholar
  2. Beske, F. 2016. Perspektiven des Gesundheitswesens: geregelte Gesundheitsversorgung im Rahmen der sozialen Marktwirtschaft. Berlin: Springer.CrossRefGoogle Scholar
  3. Börsch-Supan, A. 2014. Ökonomie einer alternden Gesellschaft. Perspektiven der Wirtschaftspolitik 15(1): 4–23.CrossRefGoogle Scholar
  4. Braun, B., und G. Marstedt. 2010. Gerechtigkeit im Kontext von Gesundheit. In Gesundheitsmonitor 2010: Bürgerorientierung im Gesundheitswesen, Hrsg. J. Böcken, B. Braun und J. Landmann, 289–38. Gütersloh: Verlag Bertelsmann Stiftung.Google Scholar
  5. Breyer, F. 2016. Demographischer Wandel und Gesundheitsausgaben: Theorie, Empirie und Politikimplikationen. Perspektiven der Wirtschaftspolitik 16(3): 215–230.Google Scholar
  6. Brink, A., J. Eurich, A. Langer, und P. Schröder, Hrsg. 2006. Gerechtigkeit im Gesundheitswesen. Berlin: Duncker & Humblot.Google Scholar
  7. Broqvist, M., M. Branting Elgstrand, P. Carlsson, K. Eklund, und A. Jakobsson. 2011. National model for transparent prioritisation in Swedish health care (revised version). Linköping: National Center for Priority Setting in Healthcare.Google Scholar
  8. Cassel, D., und A. Postler. 2007. Alternde Bevölkerung und Gesundheitsausgaben: Eine theoretische Analyse demografischer Ausgabeneffekte auf den Beitragssatz der GKV. Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik 227(5/6): 578–602.Google Scholar
  9. Choosing Wisely Initiative. 2016. www.abimfoundation.org/Initiatives/Choosing-Wisely.aspx. Zugegriffen am 30.03.2016.
  10. Conrad, P. 2007. The medicalization of society. On the transformation of human conditions into treatable disorders. Baltimore: Johns Hopkins University Press.Google Scholar
  11. Daniels, N. 1985. Just health care. Cambridge: Cambridge University Press.CrossRefGoogle Scholar
  12. Dengler, K., und H. Fangerau, Hrsg. 2013. Zuteilungskriterien im Gesundheitswesen: Grenzen und Alternativen. Bielefeld: transcript.Google Scholar
  13. Deutscher Bundestag. 2001. Gutachten 2000/2001 des Sachverständigenrates für die Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen. Bedarfsgerechtigkeit und Wirtschaftlichkeit. Bd. III: Über-, Unter- und Fehlversorgung: Drucksache 14/6871.Google Scholar
  14. Diederich, A., und M. Schreier. 2010. Einstellungen zu Priorisierungen in der medizinischen Versorgung: Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung. FOR655 Working Paper 27/2010.Google Scholar
  15. Dissmann, W., und M. de Ridder. 2002. The soft science of German cardiology. Lancet 359(9322): 2027–2029.CrossRefGoogle Scholar
  16. Eurich, J., A. Brink, A. Langer, und P. Sehröder. 2003. Ethische Implikationen der Ökonomisierung in der Medizin: Das Arzt-Patient-Verhältnis aus Sicht der doppelten Prinzipal-Agent-Theorie. Zeitschrift für Evangelische Ethik 47(1): 21–32.CrossRefGoogle Scholar
  17. Europäische Kommission. Hrsg. 2010. Spezial Eurobarometer 327: Patientensicherheit und Qualität der medizinischen Versorgung – Zusammenfassung. Brüssel.Google Scholar
  18. Fischer, M. A., und J. Avorn. 2004. Economic implications of evidence-based prescribing for hypertension: Can better care cost less?. Journal of the American Medical Association 291(15): 1850–1856.CrossRefGoogle Scholar
  19. Friedrich, D.R. 2010. Warum Priorisierung unumgänglich ist. Zeitschrift für Wirtschaftspolitik 59(3): 284–297.CrossRefGoogle Scholar
  20. Fuchs, C. 2010. Demografischer Wandel und Notwendigkeit der Priorisierung im Gesundheitswesen. Bundesgesundheitsblatt 53(5): 435–440.CrossRefGoogle Scholar
  21. Gogol, M., und F. Klein. 2014. Choosing wisely – auch in Deutschland. Das Richtige fur die Patienten tun. MMW Fortschritte der Medizin 156(2): 20.CrossRefGoogle Scholar
  22. Gogol, M., und, A. Siebenhofer. 2016. Choosing Wisely – Gegen Überversorgung im Gesundheitswesen – Aktivitäten aus Deutschland und Österreich am Beispiel der Geriatrie. Wiener Medizinische Wochenschrift online first 166(5): 155–160.Google Scholar
  23. Härter, M., und U. Koch-Gromus. 2015. Innovative Versorgungsformen und Modelle der vernetzten Versorgung. Bundesgesundheitsblatt 58:341–344.CrossRefGoogle Scholar
  24. Hasenfuß, G., K. Werdan, J. Szecsenyi, K.-H. Kuck, und S. Baldus. 2015. Kampagne: Klug entscheiden – Auf dem Weg zu…„klugen Entscheidungen“. DÄB International 112(38): 4.Google Scholar
  25. Robert Koch Institut, Hrsg. 2015. Gesundheit in Deutschland: Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Berlin: RKI.Google Scholar
  26. Kliemt, H. 2003. Rationierung im pluralen Rechtsstaat. In Gesundheitsversorgung im Alter: zwischen ethischer Verpflichtung und ökonomischem Zwang, Hrsg. G. Marckmann, 59–71. Stuttgart: Schattauer.Google Scholar
  27. Kühn, H. 2004. Demographischer Wandel und demografischer Schwindel. Zur Debatte um die gesetzliche Krankenversicherung. Blätter für deutsche und internationale Politik 49:742–751.Google Scholar
  28. Landwehr, C. 2011. Substantielle und prozedurale Gerechtigkeit in der Verteilung von Gesundheitsgütern. Politische Vierteljahresschrift 1:29–50.CrossRefGoogle Scholar
  29. Marckmann, G. 2007. Zwischen Skylla und Charybdis: Reformoptionen im Gesundheitswesen aus ethischer Perspektive. Gesundheitsökonomie und Qualitätsmanagement 12:96–100.CrossRefGoogle Scholar
  30. Marckmann, G. 2016. Gerechtigkeit und Gesundheit. In Soziologie von Gesundheit und Krankheit, Hrsg. M. Richter und K. Hurrelmann, 139–151. Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden.CrossRefGoogle Scholar
  31. Meyer, T. 2009. Zusammenhang zwischen Priorisierung und Rationierung – zwei Modelle. ZEFQ 103(2): 80–84.Google Scholar
  32. Meyer, T., und H. Raspe. 2009a. Das schwedische Modell der Priorisierung medizinischer Leistungen. In Priorisierung in der Medizin: Interdisziplinäre Forschungsansätze, Hrsg. W. A. Wohlgemuth und M. Freitag, 89–118. Berlin: Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft.Google Scholar
  33. Meyer, T. und, H. Raspe. 2009b. Schwerpunkt: Priorisierung im Gesundheitswesen – eine Diskussion nimmt Fahrt auf. ZEFQ 103(2).Google Scholar
  34. Miksch, A., und J. Szecsenyi. 2013. Entwicklung und Evaluation von Disease-Management-Programmen in Deutschland. Public Health Forum 21(1): 4.e1–4.e3.CrossRefGoogle Scholar
  35. OECD. 2015. Health expenditure and financing: Organization for economic co-operation and development. http://stats.oecd.org/index.aspx?DataSetCode=HEALTH_STAT#. Zugegriffen am 30.03.2016.
  36. Ollenschläger, G. 2002. Möglichkeiten und Grenzen von Leitlinien zur Reduktion von Über-, Unter- und Fehlversorgung. Arzneimittel-Forschung 52:334–336.Google Scholar
  37. Petri, B. 2015. Rationalisierung, Mittelerhöhung, Rationierung und Priorisierung von Gesundheitsleistungen in der Sozialversicherung mit ethischen Aspekten. In Handbuch Sozialversicherungswissenschaft, Hrsg. L. Mülheims, K. Hummel, S. Peters-Lange, E. Toepler und I. Schuhmann, 391–401. Wiesbaden: Springer.CrossRefGoogle Scholar
  38. Raspe, H. 2004. SGB IX: Bedarfsgerechte Leistung und umfassende Rehabilitation. Zeitschrift für Sozialreform 50(4–5): 446–461.Google Scholar
  39. Raspe, H. 2010. Priorisierung in der medizinischen Versorgung. Unabweisbare Aufgabe, unnützer Luxus oder Spiel mit dem Feuer? Bundesgesundheitsblatt 53:874–881.CrossRefGoogle Scholar
  40. Raspe, H. 2012. Gegen Missverständnisse und Fehlwahrnehmungen. Zur aktuellen Priorisierungsdebatte in Deutschland. Zeitschrift für eine soziale Medizin 1:10–14.Google Scholar
  41. Raspe, H., und T. Meyer. 2009. Vom schwedischen Vorbild lernen. DÄB 106(21): 1036–1039.Google Scholar
  42. Raspe, H., und S. Stumpf. 2012. Schwerpunkt: Priorisierung im Gesundheitswesen 2012 – zum aktuellen Stand der Diskussion. ZEFQ 106(6).Google Scholar
  43. Raspe, H., und S. Stumpf. 2013. Kriterien und Verfahren zur Priorisierung medizinischer Leistungen: Ergebnisse und methodische Herausforderungen. In Gesundheitsmonitor 2013: Bürgerorientierung im Gesundheitswesen Hrsg. J. Böcken und U. Repschläger, 186–210. Gütersloh: Verlag Bertelsmann Stiftung.Google Scholar
  44. Rawls, J. 1971/1999. A theory of justice. Cambridge: Belknap Press.Google Scholar
  45. Rosenberg, A., A. Agiro, M. Gottlieb, J. Barron, P. Brady, Y. Liu, C. Li, und A. DeVries. 2015. Early trends among seven recommendations from the choosing wisely campaign. JAMA Internal Medicine 175(12): 1913–1920.CrossRefGoogle Scholar
  46. Sawicki, P. T. 2005. Qualität der Gesundheitsversorgung in Deutschland. Medizinische Klinik 100(11): 755–768.CrossRefGoogle Scholar
  47. Schmitz-Luhn, B., und A. Bohmeier, Hrsg. 2013. Priorisierung in der Medizin. Kriterien im Dialog. Berlin/Heidelberg: Springer.Google Scholar
  48. Schneider, U. 2002. Beidseitige Informationsasymmetrien in der Arzt-Patient-Beziehung: Implikationen für die GKV. Vierteljahreshefte zur Wirtschaftsforschung 71(4): 447–458.CrossRefGoogle Scholar
  49. Schöne-Seifert, B., D. R. Friedrich, und A. Diederich. 2012. Leistungsbeschränkungen in der Medizin nach Maßgabe von Nutzen-Schwellen: Akzeptanz in der deutschen Bevölkerung? ZEFQ 106(6): 426–434.Google Scholar
  50. Siegrist, J., und M. Marmot, Hrsg. 2008. Soziale Ungleichheit und Gesundheit: Erklärungsansätze und gesundheitspolitische Folgerungen. Bern: Huber.Google Scholar
  51. Statistisches Bundesamt. 2015. Preise: Verbraucherpreisindizes für Deutschland – Jahresbericht 2014. Wiesbaden: Statistisches Bundesamt.Google Scholar
  52. Storz, P., und B. Egger. 2010. Die Debatte über Priorisierung und Rationierung in der Gesetzlichen Krankenversicherung: überfällig oder überflüssig? Gesundheits- und Sozialpolitik 64(1): 11–18.CrossRefGoogle Scholar
  53. Strech, D. 2013. Verantwortungsvoller Umgang mit Mittelbegrenzung in der Medizin. In Gerecht sorgen. Verständigungsprozesse über den Einsatz knapper Ressourcen bei Patienten am Lebensende, Hrsg. G. Duttge und M. Zimmermann-Acklin, 127–138. Göttingen: Universitätsverlag Göttingen.Google Scholar
  54. Strech, D., und M. Danis. 2014. How can bedside rationing be justified despite coexisting inefficiency? Journal of Medical Ethics 40(2): 89–93.CrossRefGoogle Scholar
  55. Strech, D., und G. Marckmann. 2010. Wird in deutschen Kliniken rationiert oder nicht? Wie genau wir es wissen und warum es nicht die wichtigste Frage sein sollte. DMW 135:1498–1502.CrossRefGoogle Scholar
  56. Strech, D., K. Börchers, D. Freyer, A. Neumann, J. Wasem, und G. Marckmann. 2008. Ärztliches Handeln bei Mittelknappheit. Ethik in der Medizin 20(2): 94–109.CrossRefGoogle Scholar
  57. Strech, D., M. Danis, M. Löb, und G. Marckmann. 2009a. Ausmaß und Auswirkungen von Rationierung in deutschen Krankenhäusern. Ärztliche Einschätzungen aus einer reprasentativen Umfrage. DMW 134(24): 1261–1266.CrossRefGoogle Scholar
  58. Strech, D., D. Freyer, K. Börchers, A. Neumann, J. Wasem, M. G. Krukemeyer, und G. Marckmann. 2009b. Herausforderungen expliziter Leistungsbegrenzungen durch kostensensible Leitlinien. Gesundheitsökonomie und Qualitätsmanagement 14:38–43.CrossRefGoogle Scholar
  59. Strech, D., M. Follmann, D. Klemperer, M. Lelgemann, G. Ollenschläger, H. Raspe, und M. Nothacker. 2014. When choosing wisely meets clinical practice guidelines. ZEFQ 108(10): 601–603.Google Scholar
  60. Stumpf, S., und H. Raspe. 2012. Deliberative Bürgerbeteiligung in der Priorisierungsdebatte: Welchen Beitrag können Bürger leisten? ZEFQ 106(5): 418–425.Google Scholar
  61. Stumpf, S., und H. Raspe, Hrsg. 2014. Die Lübecker Bürgerkonferenz zur Priorisierung in der medizinischen Versorgung. Lage: Jacobs Verlag.Google Scholar
  62. Stumpf, S., S. Hecker, und H. Raspe. 2014. Kriterien für die Priorisierung medizinischer Leistungen im Licht eines regionalen Surveys – Ergebnisse und methodologische Fragen. Gesundheitswesen 76(4): 221–231.Google Scholar
  63. Swedish Parliamentary Priorities Commission. 1995. Priorities in health care: Ethics, economy. Stockholm: Implementation.Google Scholar
  64. Ulrich, V., und U. Schneider. 2004. Die Rolle des Patienten im Rahmen der Arzt-Patient-Beziehung. Universität Bayreuth, Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät.Google Scholar
  65. Wohlgemuth, W. A., und M. Freitag. 2009. Priorisierung in der Medizin. Interdisziplinäre Forschungsansätze. Berlin: Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft.Google Scholar
  66. Wohlgemuth, W. A., R. Dittmar, B. Bayerl, J. Gehlert, und E. Nagel. 2008. Gesundheitsökonomische Evaluation von e-Health-Maßnahmen. Public Health Forum 16(60): 9.e1–9.e4.Google Scholar
  67. ZEKO. 2000. Prioritäten in der medizinischen Versorgung im System der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). DÄB 97(15): 1017–1023.Google Scholar
  68. ZEKO. 2007. Priorisierung medizinischer Leistungen im System der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Zusammenfassung. DÄB 104(40): 2750–2754.Google Scholar
  69. Zins, J. 2012. Altersabhängige Rationierung im öffentlichen Gesundheitswesen. Halle-Wittenberg: Martin-Luther Universität.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2016

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für Geschichte, Ethik und Philosophie der MedizinMedizinische Hochschule HannoverHannoverDeutschland

Personalised recommendations