Informelles Lernen in der betrieblichen Bildungsarbeit

Living reference work entry
Part of the Springer NachschlageWissen book series

Zusammenfassung

Mit der Renaissance des Lernens in der Arbeit ist das informelle Lernen in das Zentrum betrieblicher Bildungsarbeit gerückt. Arbeitsorganisatorische Innovationen und damit verbundene qualifikatorische Anforderungen strukturieren und gestalten das betriebliche Lernen in formalen, informellen und nichtformalen Kontexten neu, wobei das informelle Lernen im Mittelpunkt steht. Es ist Teil tagtäglicher Arbeitshandlungen, ordnet sich in betriebliche Lern- und Wissensarten ein und verschränkt sich mit formalem Lernen. Die Validierung von über informelles und nichtformales betriebliches Lernen erworbenen Kompetenzen eröffnet breite Anerkennungsmöglichkeiten.

Schlüsselwörter

Informelles Lernen Betriebliche Bildungsarbeit Lern- und Wissensarten in der Arbeit Verbindung formalen und informellen Lernens Validierung informellen und nichtformalen Lernens 

Literatur

  1. Amtsblatt der Europäischen Union. (2012). Empfehlung des Rates vom 20. Dezember 2012 zur Validierung nichtformalen und informellen Lernens (C 398/01).Google Scholar
  2. ASTD (American Society for Training & Development). (2008). Tapping the potential of informal learning, Alexandria. Virginia: ASTD Press.Google Scholar
  3. Autorengruppe Bildungsberichterstattung. (2008). Bildung in Deutschland 2008. Bielefeld: W. Bertelsmann.Google Scholar
  4. Baethge, M., & Schiersmann, C. (1998). Prozeßorientierte Weiterbildung – Perspektiven und Probleme eines neuen Paradigmas der Kompetenzentwicklung für die Arbeitswelt der Zukunft. In Arbeitsgemeinschaft Betriebliche Weiterbildungsforschung e.V (Hrsg.), Kompetenzentwicklung ’98: Forschungsstand und Perspektiven (S. 11–87). Münster: Waxmann.Google Scholar
  5. Baethge, M., Solga, H., & Wieck, M. (2007). Berufsbildung im Umbruch. Signale eines überfälligen Aufbruchs. Berlin: Friedrich-Ebert-Stiftung.Google Scholar
  6. BBT (Bundesamt für Berufsbildung und Technologie). (2009). Validierung von Bildungsleistungen. Leitfaden für die berufliche Grundbildung.Google Scholar
  7. Beck, U., Giddens, A., & Lash, S. (Hrsg.). (1996). Reflexive Modernisierung. Suhrkamp: Frankfurt am Main.Google Scholar
  8. Blankertz, H. (1982). Die Geschichte der Pädagogik. Von der Aufklärung bis zur Gegenwart. Wetzlar: Büchse der Pandora.Google Scholar
  9. Böhle, F. (2005). Erfahrungswissen hilft bei der Bewältigung des Unplanbaren. Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis, 34(5), 9–13.Google Scholar
  10. Calonder, A., Guler, A., & Amstad, H. (2012). Praxisbeispiel: Ermittlung und Anerkennung von Kompetenzen benachteiligter junger Menschen – Das CH-Q Kompetenzmanagement System in der Schweiz und seine Anwendung. In AWO Bundesverband e.V (Hrsg.), Der Deutsche Qualifikationsrahmen (DQR) – Herausforderungen und Chance für die Jugendsozialarbeit. Eine Expertise (S. 69–109). Berlin: Schriftenreihe Theorie und Praxis.Google Scholar
  11. CEDEFOP. (2009). Europäische Leitlinien für die Validierung nicht formalen und informellen Lernens. Luxemburg.Google Scholar
  12. Dehnbostel, P. (2001). Perspektiven für das Lernen in der Arbeit. In Arbeitsgemeinschaft Qualifikations-Entwicklungs-Management (Hrsg.), Kompetenzentwicklung 2001. Tätigsein – Lernen – Innovation (S. 53–93). Münster: Waxmann.Google Scholar
  13. Dehnbostel, P. (2008). Berufliche Weiterbildung. Grundlagen aus arbeitnehmerorientierter Sicht. Berlin: edition sigma.Google Scholar
  14. Dehnbostel, P. (2015). Betriebliche Bildungsarbeit. Kompetenzbasierte Aus- und Weiterbildung im Betrieb (2. erw. und neubearb. Aufl.). Baltmannsweiler: Schneider.Google Scholar
  15. Dehnbostel, P., & Markert, W. (1999). Problemaufriss: Neue Lernwege als Synthese von intentionalem und Erfahrungslernen. In P. Dehnbostel, W. Markert & H. Novak (Hrsg.), Erfahrungslernen in der beruflichen Bildung – Beiträge zu einem kontroversen Konzept. Kieser: Neusäß.Google Scholar
  16. Dehnbostel, P., Holz, H., & Novak, H. (Hrsg.). (1992). Lernen für die Zukunft durch verstärktes Lernen am Arbeitsplatz – Dezentrale Aus- und Weiterbildungskonzepte in der Praxis-. Berlin: Bundesinstitut für Berufsbildung.Google Scholar
  17. Dietzen, A. (2008). Zukunftsorientierte Kompetenzen: wissensbasiert oder erfahrungsbasiert? Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis, BWP, 37(2), 37–41.Google Scholar
  18. Dietzen, A. (2010). Wissensgesellschaft und beruflich-betrieblicher Bildungstyp. In Zeitschrift für Berufs-und Wirtschaftspädagogik. Beiheft 24. (Berufsforschung für eine moderne Berufsbildung – Stand und Perspektiven) (S. 101–125). Stuttgart: Steiner Verlag.Google Scholar
  19. Dohmen, G. (1999). Informelles Lernen. In Berufsbildung. Zeitschrift für Praxis und Theorie in Betrieb und Schule 53 (S. 25–26). Seelze: Kallmayer-Verlag(57).Google Scholar
  20. Europäische Union. (2008). Gesetzgebungsakte und andere Rechtsinstrumente. Betr.: Empfehlung des Europäischen Parlaments und des Rates zur Einrichtung des Europäischen Qualifikationsrahmens für lebenslanges Lernen. Brüssel.  http://www.bmwf.gv.at/uploads/tx_bmwfcontent/EQR_DE.pdf. Zugegriffen am 25.04.2010.
  21. Gieseke-Schmelzle, W. (1985). Erfahrungsorientierte Lernprozesse. In H.-D. Raapke & W. Schulenberg (Hrsg.), Didaktik der Erwachsenenbildung (S. 74–92). Stuttgart.Google Scholar
  22. Greinert, W. D. (1997). Konzepte beruflichen Lernens. Stuttgart.Google Scholar
  23. Harney, K. (2009). Beruf als Referenz von Aus- und Weiterbildung – Überlegungen zur theoretischen Grundlegung der Berufs- und Wirtschaftspädagogik. In I. Lisop & A. Schlüter (Hrsg.), Bildung im Medium des Berufs? Diskurslinien der Berufs- und Wirtschaftspädagogik (S. 37–64). Frankfurt am Main: G.A.F.B.Google Scholar
  24. Kade, J., & Seitter, W. (2003). Von der Wissensvermittlung zur pädagogischen Kommunikation. ZfE – Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, 6(4), 602–617.Google Scholar
  25. Kern, H., & Schumann, M. (1984). Das Ende der Arbeitsteilung? München: C.H. Beck.Google Scholar
  26. Kommission der Europäischen Gemeinschaften. (2006). Vorschlag für eine Empfehlung des Europäischen Parlaments und des Rates zur Einrichtung eines Europäischen Qualifikationsrahmens für lebenslanges Lernen. KOM 479 endgültig; Brüssel. http://ec.europa.eu/education/policies/educ/eqf/com_2006_0479_de.pdf. Zugegriffen am 25.04.2012.
  27. Konsortium Bildungsberichterstattung. (2010). Bildung in Deutschland. Ein indikatorengestützter Bericht mit einer Analyse zu Perspektiven des Bildungswesens im demografischen Wandel. Bielefeld: W. Bertelsmann.Google Scholar
  28. Kraus, K. (2014). „Lernen im Prozess der Arbeit“ als Ansatzpunkt für die Kompetenzentwicklung von Lehrpersonen. In B. Sieber-Suter (Hrsg.), Kompetenzmanagement (S. 218–232). Bern: hep verlag ag.Google Scholar
  29. Künzel, K. (2004). Verborgen, verkannt, vergessen – und bald „vernetzt“? Zur bildungspolitischen Karriere des informellen Lernens. In R. Brödel (Hrsg.), Weiterbildung als Netzwerk des Lernens. Differenzierung der Erwachsenenbildung (S. 93–122). Bielefeld: W. Bertelsmann.Google Scholar
  30. Kutscha, G. (1992). „Entberuflichung“ und „Neue Beruflichkeit“ – Thesen und Aspekte zur Modernisierung der Berufsbildung und ihrer Theorie. Zeitschrift für Berufs- und Wirtschaftspädagogik, 88, 535–548.Google Scholar
  31. Kutscha, G. (2009). Bildung im Medium des Berufs? In I. Lisop & A. Schlüter (Hrsg.), Bildung im Medium des Berufs? Diskurslinien der Berufs- und Wirtschaftspädagogik (S. 13–36). Frankfurt am Main: G.A.F.B.Google Scholar
  32. Lehmkuhl, K. (2002). Unbewusstes bewusst machen. Selbstreflexive Kompetenz und neue Arbeitsorganisation. Hamburg: VSA Verlag.Google Scholar
  33. Lipsmeier, A. (1998). Vom verblassenden Wert des Berufs für das berufliche Lernen. Zeitschrift für Berufs- und Wirtschaftspädagogik, 94, 481–495.Google Scholar
  34. Lisop, I. (1994). Zur Neuorientierung der Weiterbildung unter den durch „Lean Production“ veränderten Produktionsbedingungen. In A. Fischer & G. Hartmann (Hrsg.), Bewegung. Dimensionen der Veränderung von Aus- und Weiterbildung (S. 87–98). Bielefeld: W. Bertelsmann Verlag.Google Scholar
  35. Meyer, R. (2000). Qualifizierung für moderne Beruflichkeit. Soziale Organisation der Arbeit von Facharbeiterberufen bis zu Managertätigkeiten. Münster: Waxmann.Google Scholar
  36. Molzberger, G. (2007). Rahmungen informellen Lernens. Zur Erschließung neuer Lern- und Weiterbildungsperspektiven. Wiesbaden: Deutsche Universitäts-Verlag und VS Verlag für Sozialwissenschaften.Google Scholar
  37. Negt, O. (1975). Soziologische Phantasie und exemplarisches Lernen. Zur Theorie und Praxis der Arbeiterbildung. Frankfurt a M./Köln.Google Scholar
  38. Neuweg, G. H. (1999). Könnerschaft und implizites Wissen. Zur lehr-lerntheoretischen Bedeutung der Erkenntnis- und Wissenstheorie Michael Polanyis. Münster.Google Scholar
  39. Olsen, O. J. (2001). Erosion der Facharbeit? Fragen und Einwände zu einer deutschen Debatte. In Soziale Welt 52/2001 (S. 151–179).Google Scholar
  40. Overwien, B. (2000). Informelles Lernen erforschen: Definition(en), Vorgehensweisen und Ergebnisse. In P. Dehnbostel & H. Novak (Hrsg.), Arbeits- und erfahrungsorientierte Lernkonzepte (S. 176–187). Bielefeld: W. Bertelsmann.Google Scholar
  41. Overwien, B. (2005). Stichwort: Informelles Lernen. Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, 3, 339–355.CrossRefGoogle Scholar
  42. Pfeiffer, S. (2012). Wissenschaftliches Wissen und Erfahrungswissen, ihre Bedeutung in innovativen Unternehmen und was das mit (beruflicher) Bildung zu tun hat. In E. Kuda, B. Kaßebaum, G. Spöttl & J. Jürgen Strauß (Hrsg.), Akademisierung der Arbeitswelt. Zur Zukunft der beruflichen Bildung (S. 203–219). Hamburg: VSA.Google Scholar
  43. Polanyi, M. (1985). Implizites Wissen. Frankfurt a. M.Google Scholar
  44. Rauner, F. (2004). Praktisches Wissen und berufliche Handlungskompetenz (ITB-Forschungsberichte, Bd. 14). Bremen: ITB.Google Scholar
  45. Rohs, M. (2008). Connected Learning. Zur Verbindung formellen und informellen Lernens in der IT-Weiterbildung. Saarbrücken: VDM Verlag Dr. Müller.Google Scholar
  46. Schiersmann, C. (2007). Berufliche Weiterbildung. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.Google Scholar
  47. Schultz-Wild, L., & Lutz, B. (1997). Industrie vor dem Quantensprung. Eine Zukunft für die Produktion in Deutschland. Berlin: Springer.CrossRefGoogle Scholar
  48. Senge, P. M. (1993). The fifth discipline – The art and practice of the learning organization. London: Century Business.Google Scholar
  49. Sloane, P. F. E. (2000). Veränderung der Betriebs- und Arbeitsorganisation – Konsequenzen für die betriebliche Bildungsarbeit. In P. Dehnbostel & G. Dybowski (Hrsg.), Lernen, Wissensmanagement und berufliche Bildung (S. 93–109). Bielefeld: W. Bertelsmann.Google Scholar
  50. Stratmann, K.-W. (1995). Das duale System der Berufsbildung – eine historisch-systematische Analyse. In G. Pätzold & G. Walden (Hrsg.), Lernorte im dualen System der Berufsbildung (S. 25–43). Bielefeld: W. Bertelsmann.Google Scholar
  51. Wilkesmann, U. (2007). Wissenschaftliche Weiterbildung als gemeinsame Wissensarbeit an der Grenzstelle von Universitäten und Unternehmen – eine unterschätzte Form der Wissensproduktion. Arbeit, 16(4), 269–281.Google Scholar
  52. Womack, J. P., Jones, D. T., & Roos, D. (1992). Die zweite Revolution in der Autoindustrie (5. Aufl). Frankfurt am Main: Campus.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2015

Authors and Affiliations

  1. 1.Department BildungDeutsche Universität für WeiterbildungBonnDeutschland

Personalised recommendations