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Prävention und Gesundheitsförderung trotz Vulnerabilität im hohen Alter

  • Stefan PohlmannEmail author
Living reference work entry
Part of the Springer Reference Pflege – Therapie – Gesundheit book series (SRPTG)

Zusammenfassung

Die vorrangige Aufgabe von Prävention und Gesundheitsförderung besteht darin, auf die Bedarfslagen verschiedener Zielgruppen möglichst passgenau einzugehen. Aber ist diese Passgenauigkeit auch im hohen Alter erreichbar und existieren genügend Angebote für diese Zielgruppe? Der nachfolgende Beitrag soll verdeutlichen, wie präventive und gesundheitsfördernde Prozesse vor diesem Hintergrund zu verstehen und langfristig auszugestalten sind. Die explizite Berücksichtigung sehr alter Menschen ist hierbei aus zweierlei Gründen besonders wichtig: erstens, weil diese sowohl relativ – bezogen auf andere Altersgruppen – als auch in absoluten Zahlen eine höchst bedeutsame Generation darstellt; zweitens, weil sich aus einer bedarfsgerechten Unterstützung für diese Personen zwangsläufig neue und – bei Vorliegen einer besonderen Verwundbarkeit – auch sehr dringliche Anforderungen ergeben. Die Ausführungen streichen heraus, dass für eine altengerechte Prävention und Gesundheitsförderung in Deutschland noch eine ganze Reihe von Hürden abzubauen und vermehrt innovative Programme zu entwickeln sind.

1 Verständnis von Prävention und Gesundheitsförderung im hohen Alter

Sensorische Einbußen, funktionelle Einschränkungen, körperliche Störungen und psychosoziale Beeinträchtigungen stellen Bedrohungen im Alter dar, die nur allzu häufig zu einer Multimorbidität beitragen und mit unterschiedlich gearteten Verlusten einhergehen (vgl. Holzhausen et al. 2013). Führt man sich vor Augen, wie eng Erkrankungswahrscheinlichkeiten mit dem höheren Lebensalter verbunden sind, erscheinen insofern zumindest auf den ersten Blick Prävention und Gesundheitsförderung als wenig erfolgversprechend. Um zu verstehen, wann und wie Prävention und Gesundheitsförderung im Alter auch für diejenigen positiv wirken, die bereits erste Einbußen erleben, ist zunächst die Klärungen einer alterssensiblen Prävention und Gesundheitsförderung notwendig sowie ein klares Bewusstsein von Vulnerabilität mit steigenden Lebensjahren. Die Ausführungen beziehen sich dabei vornehmlich auf hochaltrige Menschen, die bereits das siebte Lebensjahrzehnt abgeschlossen haben. Obwohl das chronologische Alter keinen verlässlichen Indikator für den Gesundheitsstatus darstellt, verschärfen sich für dieses hohe Alter zwar nicht per se, aber statistisch signifikant gesundheitliche Herausforderungen (Shaw 2018).

Nach der 13. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung (StatBA 2015, S. 24) umfasst die Gruppe der Hochaltrigen eine extrem schnell wachsende Altersgruppe, die unter der Voraussetzung eines zusätzlichen Anstiegs der Lebenserwartung bis 2050 ihr Höchstniveau mit rund 11 Mio. Menschen erreichen wird. Im Vergleich zum Jahr 2013 fällt sie damit um 147 % höher aus. Ihr Anteil an den älteren Menschen ab 65 Jahren betrüge dann anstelle von aktuell 26 % den beeindruckenden Anteil von 43 %.

Eine konservative Auslegung von Prävention setzt den Fokus auf gesunde Menschen, bei denen eine Entstehung von Krankheit im Vorhinein verhindert werden kann. Diese Primärprävention ist im hohen Alter nicht ausgeschlossen, aber fraglos nur sehr wenigen älteren Personen vorbehalten. Sind sie aber damit ausschließlich auf Programme der Sekundär- oder Tertiärpräventionen beschränkt? Es ist anzustreben, im Alter Krankheiten frühzeitig zu diagnostizieren, ihren Verlauf positiv zu beeinflussen, eine Chronifizierung zu verhindern und eine fortschreitende Verschlimmerung zu vermeiden. Fraglos sollen außerdem bereits eingetretene Hilfs- und Pflegebedarfe aufgefangen und Folgeerkrankungen ausgeschlossen werden. Solche Maßnahmen aus dem Feld der Kuration und Rehabilitation reichen aber nicht aus. Eine alterssensible Prävention gewinnt erst dann an Durchschlagskraft, wenn es gelingt, primäre, sekundäre und tertiäre Vorgehensweisen miteinander zu verzahnen. So bleiben die Vermeidung von Erkrankungen und die Vorbeugung von Belastungen weiterhin elementar, auch wenn bereits einzelne Gesundheitsprobleme in Erscheinung getreten sind.

Ebenso wie ganz selbstverständlich von einer Multimorbidität gesprochen wird, verlangt ein ganzheitliches Verständnis von Gesundheit im Alter auch die Vorstellung einer Multivitalität (Pohlmann 2016a, S. 18). Gemeint ist damit die Gleichzeitigkeit von Gesundheit und Krankheit. Liegt beispielsweise eine motorische Beeinträchtigung vor, kann doch weiterhin eine kognitive Unversehrtheit bestehen. Da Risiken und Krankheiten unabhängig voneinander auftreten können, sind auch die zu treffenden Maßnahmen zwar aufeinander zu beziehen, aber nicht notgedrungen aufeinander angewiesen. Die primäre Prävention ist damit auch bei Vulnerabilität und nach Einsatz kurativer und rehabilitativer Maßnahmen ein weiterhin lohnenswerter Ansatz.

Wie verhält es sich nun mit dem Begriff der Gesundheitsförderung gegenüber der Prävention im hohen Alter? Eine gerontologische Abgrenzung der Konstrukte nach Kruse (2014, S. 91) fasst unter Prävention die Vermeidung von gesundheitlichen Komplikationen währenddessen die Gesundheitsförderung eine Steigerung von gesundheitlichen Ressourcen meint. Besonderes Gewicht wird im Bereich der Gesundheitsförderung gerade im Alter auf die Wahrung der Autonomie gelegt. Die Erhöhung der Selbstbestimmung auf ein für die Gesundheit einer Person möglichst zuträgliches Ausmaß verweist hierbei auch auf die Notwendigkeit der Selbstsorge. Diese kommt indes auch in der Abgrenzung von Verhaltens- und Verhältnisprävention zum Ausdruck, die auf ein adäquates Verhältnis von gesundheitsbezogenen internen Anstrengungen auf der einen und auf geeignete externe Rahmenbedingungen auf der anderen Seite verweisen (vgl. Schnabel 2006). Präventive und gesundheitsfördernde Ausrichtungen sind damit eng miteinander verknüpft und stellen jeweilige Ergänzungen zueinander dar. Um gesundheitliche Probleme abzuwenden und Schutzfaktoren auszubauen greifen diese Vorgehensweisen in den Handlungsfeldern der Altenhilfe ineinander und sind grundsätzlich komplementär angelegt.

2 Zielsetzungen von Prävention und Gesundheitsförderung im hohen Alter

Das zuständige Statistikamt der Europäischen Kommission (Eurostat 2017) hat in seiner amtlichen Verlautbarung darauf verwiesen, dass derzeit die bei der Geburt eines Jungen zu erwartenden gesunden Lebensjahre in der EU bei 62,6 Jahren und eines Mädchens bei 63,3 Jahren liegen. Eine völlige Beeinträchtigungsfreiheit darüber hinaus bleibt im hohen Alter fraglos nur wenigen Menschen vorbehalten. Prävention und Gesundheitsförderung zielen für die meisten insofern darauf ab, das Ausmaß möglicher Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten. Dabei ist hinreichend belegt, dass sich nicht nur der Auftretenszeitpunkt, sondern auch der Verlauf und die Beeinträchtigungsschwere durch rechtzeitige präventive und gesundheitsfördernde Dienste beeinflussen lassen (Hoque et al. 2017). Gerade das hohe Alter macht einen Verbund von Maßnahmen zwingend. Abb. 1 verweist auf das weit aufgestellte Zielspektrum, das eine Unterteilung in sechs Aufgabenbereiche vorsieht (Pohlmann 2016b, S. 11). Zu berücksichtigen sind die Vorbeugung genereller Risiken, die Vermeidung individueller Gefahren, die Verringerung unvermeidlicher Belastungen, die Verbesserung von Chancen und Möglichkeiten, die Verarbeitung dauerhafter Beeinträchtigungen und schließlich die Verstetigung verbliebener Ressourcen.
Abb. 1

Zieldifferenzierung einer alterssensiblen Prävention und Gesundheitsförderung

Die Erfüllung der genannten Aufgaben ist die Voraussetzung dafür, bis ins hohe Alter ein selbstständiges, sinnerfülltes und selbstverantwortliches Leben führen zu können. Aufgrund der regelhaften Abnahme von Ressourcen mit steigendem Lebensalter bleibt die Stärkung verbliebener Potenziale damit gleichermaßen ein elementares Ziel von Prävention und Gesundheitsförderung.

Eine entsprechende Ausrichtung hat nach langem Desinteresse schließlich auch in der Gesundheitspolitik ihren Niederschlag gefunden. Nach Beschluss der 81. Gesundheitsministerkonferenz der Länder vom 03.07.2008 hat sich eine Sachverständigenkommission bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern von Bund, Ländern, Kostenträgern und Leistungserbringern im Gesundheitswesen, Patienten- und Selbsthilfeorganisationen, Wissenschaft und Wirtschaft konstituiert, um sich auf einen Konsens hinsichtlich nationaler Gesundheitsziele zu verständigen. Als siebtes Ziel hat die Kommission das Staatsziel „Gesund älter werden“ proklamiert. In der zugehörigen Broschüre des Bundesgesundheitsministeriums (BMG 2012, S. 18) findet sich auch ein Paragraf zu Prävention und Gesundheitsförderung. In den Aussagen wird die Beeinflussbarkeit von Alterungsprozessen betont und zugleich auf die Bedeutung der subjektiven Gesundheit hingewiesen. Diese hat nicht nur einen empirisch belegbaren Effekt auf die Mortalität (Helmert 2003), sondern führt auch dazu, dass Personen mit der gleichen Erkrankung sehr unterschiedliche Pflegebedarfe mitbringen (vgl. Mathes et al. 2017). Die subjektive Wahrnehmung einer Beeinträchtigung spielt deshalb bei Vorliegen einer Verletzung oder bei Ausbruch einer Erkrankung eine wesentliche Rolle. Sie ist stark biografisch geprägt, aber zugleich durch aktuelle Lernprozesse auch in einem präventiven Sinne positiv veränderbar. Daneben kann auch das Wissen um eine Diagnose ohne das Vorliegen persönlich bemerkenswerter Symptome wie auch das Erspüren und Erleiden von Krankheitsanzeichen ohne entsprechenden medizinischen Befund einen Einfluss auf den Krankheitsverlauf nehmen.

Erst im vierten Anlauf hat sich im Juni 2015 der Deutsche Bundestag auf ein Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention (PrävG) einigen können. Auf dieser Grundlage sollen künftig jährlich rund 300 Mio. Euro in Prävention und Gesundheitsförderung investiert werden. Dieser Betrag soll auch älteren Menschen zugutekommen. Ein Schwerpunkt wird zum einen auf verhältnisorientierte Ansätze, zum anderen auf Früherkennungsuntersuchungen und Qualitätsoptimierungen in der Versorgung gelegt. Zusätzlich hat eine nationale Präventionskonferenz erste Bundesrahmenempfehlungen zur Implementierung des Präventionsgesetzes erstellt, die sich an den Lebensphasen der Bevölkerung orientieren und auch der Gesundheit im Alter zusätzliche Aufmerksamkeit widmen.

Auf europäischer Ebene berücksichtigt das bis 2020 laufende dritte Gesundheitsprogramm als Umsetzungsinstrument einer gemeinsamen Gesundheitsstrategie in seinen Arbeitsplänen die Gesundheitsförderung und Prävention – jedoch ohne einen speziellen Altersbezug. Dieser wird erst in dem Pilotprogramm der Europäischen Innovationsgemeinschaft „Aktives und gesundes Altern“ explizit aufgenommen (vgl. Häkkinen 2016).

Selbst in fachwissenschaftlichen Publikationen war dieser Versorgungsbereich bezogen auf hochaltrige Menschen lange Zeit deutlich unterrepräsentiert und trat dort nur als Randthema oder gar nicht in Erscheinung. Dies trifft zu für altersbezogene gesundheitswissenschaftliche Lehrbücher (z. B. Basiswissen Medizin des Alterns und des alten Menschen von Zeyfang et al. 2013) wie auch für Beiträge, die sich altersübergreifend mit der Prävention im Gesundheitswesen befassen (z. B. Klotter 1997). Erst nach und nach hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Berücksichtigung alter Menschen einer eigenständigen wissenschaftlichen Fundierung und gesonderter Praxisanforderungen bedarf. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass es lange Zeit auch an Überzeugungskraft mangelte, um Prävention und Gesundheitsförderung im hohen Alter auf der politischen Agenda zu platzieren. Nach wie vor steckt insofern das gesamte damit verbundene Unterstützungsfeld für hochaltrige Menschen noch in den Kinderschuhen.

Zu beachten ist ferner, dass die Zielsetzungen von Prävention und Gesundheitsförderung im hohen Alter keineswegs einhellig geteilt werden. Gründe dafür sind die unterschiedlichen Interessenslagen und die verschiedenen beteiligten Perspektiven auf diesem Gebiet. Die Sicht von Kosten- und Leistungsträgern, beteiligten Professionen und Laien sowie Adressaten oder Angehörigen kann mit unterschiedlichen Absichten und Wünschen einhergehen, die mitunter Widersprüche, Ambivalenzen oder Konflikte mit sich bringen können (Pohlmann 2016c). Daneben weichen die Indikatoren zur Abschätzung der Erfolge von Prävention und Gesundheitsförderung voneinander ab. Es kann einen erheblichen Unterschied machen, ob und wie die Einsparpotenziale ermittelt werden. Etwa durch eine Vermeidung von Pflegebedürftigkeit oder einen Auszug aus der eigenen Wohnung. Diese lassen sich monetär in Euro oder durch intangible Kosten im Sinne eines Erhalts von Lebensqualität erheben (vgl. Müller und Gärtner 2016).

Ob und für wen Entlastungsgrößen festgehalten und welche biometrischen Gesundheitsvariablen einbezogen werden, variiert stark. Erschwert werden Messungen generell dadurch, dass auch Erfolge von präventiven und gesundheitsfördernden Maßnahmen durch davon unabhängige Verschlechterungen des Gesundheitszustands älterer Menschen überlagert und damit der eigentliche Gewinn entsprechender Vorgehensweisen verschleiert werden können. Dies erklärt zusätzlich, warum die Bewertung von Strategien der Prävention und Gesundheitsförderung im Alter sehr unterschiedlich ausfallen kann. Argumente transparent zu machen, breit zu diskutieren und möglichst sachlich abzuwägen kann dabei helfen, ein gemeinsames Verständnis zu erzielen. Zuvorderst sollte es bei einem solchen Einigungsprozess um das Wohl der betroffenen älteren Menschen gehen.

3 Zielgruppen der Prävention und Gesundheitsförderung im hohen Alter

Prävention und Gesundheitsförderung richten sich prinzipiell an die gesamte Bevölkerung. Jedoch sind die Bedarfe und Risiken für entsprechende Maßnahmen in der älteren Bevölkerung mannigfach. Angebote sollten damit auf unterschiedliche Bedürfnisse und Möglichkeiten ihres Klientels und der damit verbundenen Rahmenbedingungen ausgerichtet sein. In diesem Zusammenhang sind verschiedene Aspekte zu bedenken (Pohlmann 2018):

Prävention und Gesundheitsförderung im hohen Alter müssen nicht erst dann greifen, wenn Personen ein hohes Alter erreicht haben. Vielmehr braucht es auch Maßnahmen und Verhaltensweisen, die prospektiv auf ein langes Leben ausgerichtet sind. Bei denjenigen Schritten, die hingegen einzuleiten sind, wenn Menschen bereits gealtert sind, ist der Vielgestaltigkeit der Entwicklungsprozesse genauere Beachtung zu schenken. Trotz der Heterogenität von Erkrankungen im Alter treten Einschränkungen nicht gänzlich wahllos in Erscheinung. Korrelationen, Wirkungsmechanismen oder gar Gesetzmäßigkeiten aufzudecken ist deshalb elementar (Yashin et al. 2016).

Epidemiologische Studien (Weyerer et al. 2008) geben uns Hinweise auf besonders verwundbare Bevölkerungsanteile, die mit einer besonders hohen Wahrscheinlichkeit definierten Risiken ausgesetzt sind. Kombiniert mit den Erkenntnissen aus der sog. Lebenslagenforschung lassen sich schutzbedürftige Gruppierungen genauer identifizieren (vgl. Lampert und Rosenbrock 2017). So wissen wir um den hochbrisanten Zusammenhang zwischen Armut und Gesundheit. Damit ist ausdrücklich eine gesellschaftspolitische Verantwortung verknüpft. Hinzu kommt eine individuelle Vulnerabilität, wie sie durch unsere Biogenetik hervorgerufen wird. Mittels valider diagnostischer Verfahren ergeben sich daraus für den Einzelnen besser zu kalkulierende Gefährdungen. Die sowohl individuell als kollektiv bedingten Wahrscheinlichkeiten für Beeinträchtigungen erzeugen bestimmte Muster, die es durch präventive und gesundheitsfördernde Herangehensweisen frühzeitig zu bestimmen und hinsichtlich ihres Auftretens passgenau zu verhindern oder abzumildern gilt. Hierbei dürfen sich die gewählten Maßnahmen aber nicht allein auf biologische Herausforderungen beschränken, sondern müssen ganz nach den Vorgaben der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) der Weltgesundheitsorganisation (WHO 2005) auch psychosoziale Belastungen mit ins Kalkül ziehen. Will man die biologischen, sozialen und psychischen Dimensionen von Prävention und Gesundheitsförderung einbeziehen, sind zwingend sehr breite Herangehensweisen der beteiligten Akteure erforderlich, die eine angemessene Aktivität, eine hohe Lebenszufriedenheit, einen gesunden Lebensstil und schließlich einen subjektiv als positiv erlebten Gesundheitszustand anstreben (WHO 2009).

Für den letztgenannten Aspekt der subjektiven Wahrnehmung und Deutung der eigenen Gesundheit kommen unterschiedliche Kriterien zum Tragen. Hier ist unter anderem die Dauer einer Störung zu beachten. Während manche Beeinträchtigung das gesamte Leben bestimmt, treten andere im Alltag wenig in den Vordergrund oder lassen sich durch verschiedene Coping-Strategien weniger gewichtig erscheinen. Hinzu kommt ferner, ob Schmerzen und Beeinträchtigungen als fluktuierende oder als dauerhafte Zustände in Erscheinung treten (vgl. Fialka-Moser 2013).

Die Notwendigkeit der Prävention besteht gerade im Bewusstsein einer ausgeprägten Vulnerabilität. Diese Verwundbarkeit hat im Alter viele Gesichter – auch jenseits von konventionellen Krankheitsdiagnosen. Trauer, Isolation und mangelnde Teilhabe können dabei ebenso Folge somatischer Veränderungen wie auch psychischer oder sozialer Phänomene sein. Dazu zählen Ängste, Kontrollverlustwahrnehmungen, Stigmatisierungen oder Umweltbarrieren. Es geht insofern nicht nur, aber gerade im Alter, um das Streben nach einer relativen Gesundheit in einem multidimensionalen Geflecht von teilweise interagierenden und teilweise unabhängigen Risiken und Anforderungen. Je mehr robuste Erkenntnisse Anbieter über ihre Zielgruppen erlangen und je flexibler die Programme der Prävention und Gesundheitsförderung darauf zu reagieren vermögen, desto effizienter werden diese Maßnahmen ausfallen.

4 Programme der Prävention und Gesundheitsförderung im hohen Alter

In Deutschland existieren unterschiedliche Modellprojekte auf Bundes-, Landes- oder lokaler Ebene, die bei der Prävention und Gesundheitsförderung alter Menschen auf medizinische und nichtmedizinische Gesundheitsprofessionen fokussieren, Kommunen oder spezielle Einrichtungen verschiedenster Träger einbinden, von Krankenkassen, Stiftungen oder Forschungsinstituten umgesetzt werden. Von einer flächendeckenden und bedarfsgerechten Angebotspalette oder einer hinreichenden Vernetzung unterschiedlicher Maßnahmen kann allerdings nicht die Rede sein (vgl. Satariano und Maus 2018). Dennoch dokumentieren auch vereinzelte Beispiele, wie vielversprechend solche Programme ausfallen können. Einen Einblick in Best-Practice-Modelle bieten in diesem Zusammenhang die Empfehlungen der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V. (BVPG 2007). In dem Papier werden vielversprechende Programme benannt, die zur Umsetzung von Präventionszielen in der zweiten Lebenshälfte beitragen.

4.1 Spannbreite der Programme

In dem Wissen, dass einzelne Funktionsbereiche alter Menschen je nach Bewertung und Beanspruchung mit unterschiedlich ausgeprägten Belastungen einhergehen können, sind auch die Programme von Prävention und Gesundheitsförderung im Alter besonders breit anzulegen und müssen verschiedene Phänomene und Lebenssituationen in den Blick nehmen. Dazu zählen – ganz allgemein formuliert – die Verhinderung aversiver oder gar lebensbedrohlicher Zustände wie die Vermeidung von Armut oder Gewalt bis hin zur Suizidprävention. In diesem Bereich wurden verschiedene Angebote ins Leben gerufen (vgl. Lucha 2018; Staudhammer 2018; Stoppe 2018). Gleichzeitig wird die Aufrechterhaltung positiver Lebensbereiche durch bestimmte Trainingsverfahren in den Blick gerückt. Die Studien beispielsweise von Oswald im Zuge des SIMA-Projekts gehören zu den Pionierarbeiten in diesem Feld. Eine wissenschaftlich evaluierte Kombination von kognitiven und psychomotorischen Trainingsinhalten belegt im Vergleich zu Kontrollgruppen einen verbesserten Gesundheitsstatus und eine erhöhte Selbstständigkeit der älteren Nutzerinnen und Nutzer (z. B. Oswald und Ackermann 2009).

Allgemein können präventive oder gesundheitsfördernde Programme auf diverse Einflussfaktoren einzuwirken versuchen. Dabei kann es sich um jene Anstrengungen handeln, die sozialen, kulturellen und physischen Umweltbedingungen altengerechter auszugestalten. Dazu braucht es nicht nur allgemeingesellschaftliche Diskussionen, sondern auch einen gesetzlich angemessenen Rahmen, der sinnvolle Änderungen öffentlicher und privater Lebensräume ermöglicht. Stereotype, Klischees und Vorurteile über das Alter tragen dazu bei, dass die Potenziale für Prävention und Gesundheitsförderung im hohen Alter eher unterschätzt werden. Nötig sind wissenschaftlich abgesicherte Erkenntnisse sowie unabhängige und neutrale Daten und Aussagen über die Möglichkeiten und Grenzen einer altersangemessenen Prävention und Gesundheitsförderung. Neben den genetischen Faktoren, die Risiken determinieren, sind auch die Fakten zur Bewältigungsfähigkeit älterer Menschen zu verdeutlichen. Eine verständliche Informationsvermittlung sollte hierbei nicht auf Kosten der Komplexität des Gegenstands gehen. Daneben sind weitere, moderierende Variablen einzubeziehen. Beispielsweise sind neben alterssensiblen Ansätzen auch gendersensible oder kultursensible Vorgehensweisen in der Prävention und Gesundheitsförderung zu berücksichtigen. So gibt es Hinweise darauf, dass vor allem ältere Männer einer Förderung ihres Gesundheitsverhaltens bedürfen (Kruse 2002) und sprachliche Barrieren beim Zugang älterer Migrantinnen und Migranten abzubauen sind (Wohlrab 2004).

Wichtig sind all jene Ansätze, die zu einem realistischen Altersbild beitragen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit den formalen Auftrag, eben diese Aufgabe wahrzunehmen. Im Rahmen ihres Programms „Gesund und aktiv älter werden“ hält die BZgA Bundes- und Regionalkonferenzen ab und kooperiert mit unterschiedlichen Akteuren des Gesundheitswesens. Gleichzeitig soll die Bundesbehörde einen Überblick über Aktivitäten rund um das Thema Gesundheit im gesamten Bundesgebiet bieten. So berichtet die BZgA regelmäßig über neue Publikationen und Initiativen im Themenfeld „Gesund und aktiv älter werden“. Eigene Präventionsprojekte wie „Älter werden in Balance“, das sich an über 65-jährige Personen wendet, illustriert, wie durch körperliche Aktivität die Gesundheit und Lebensqualität in Deutschland gefördert und Pflegebedürftigkeit hinausgeschoben werden kann.

Wertvolle Bündnispartner für eine verstärkte Sensibilisierung in dieser Richtung sind Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaft mit einschlägigen Forschungsbereichen, aber auch relevante Institutionen wie das Robert Koch-Institut, Einrichtungen der Max Planck oder der Fraunhofer-Gesellschaft, das Deutsche Zentrum für Altersfragen oder das Kuratorium Deutsche Altershilfe. Langfristig tragen sie als Bildungsinstanzen auch dazu bei, die Lebensbedingungen durch Angebote des lebenslangen Lernens zu verbessern und leisten auch für zukünftige Generationen älterer Menschen einen Beitrag, um die Einkommenssituation, den sozialen Status und die Bildungschancen zu verbessern. Es ist zudem gut belegt, dass Bildung ein wichtiges präventives Instrument darstellt (vgl. Schramek et al. 2018).

Der seit den 1970er-Jahren propagierte Grundsatz des lebenslangen Lernens verfolgt die Idee, dass sich der Wissenserwerb auch abseits von Bildungsinstitutionen lebensbegleitend vollzieht und zum Aufbau oder zur Erweiterung von Wissen sowie zur Vermittlung methodischer Kenntnisse, praktischer Fertigkeiten und sozialer Kompetenzen beitragen sollen (vgl. Pohlmann et al. 2017, S. 23). Für ältere Menschen steht dabei aus Sicht von Prävention und Gesundheitsförderung eine handlungs- und praxisorientierte Vermittlung im Zentrum – geht es doch um eine alltagsrelevante und lebenspraktische Ausrichtung. Daher ist es wenig aussagekräftig, wie viele Personen entsprechende Kurse in Anspruch genommen haben. Vielmehr geht es darum, ob es gelungen ist, die vermittelten Kompetenzen langfristig in Alltagsroutinen zu überführen. Dies gilt etwa für Angebote der Bewegungs- oder Ernährungsbildung, die zu einer aktiven und angemessenen Veränderung der Aktivitäts- und Essgewohnheiten beitragen sollen (z. B. Günther und Happ 2016).

Eine positive Einflussnahme auf das individuelle Gesundheitsverhalten beinhaltet außerdem die bewusste Vermeidung von Gefahren (z. B. Tabakkonsum, Medikamentenmissbrauch, Alkoholabusus, Überlastung etc.) und die vermehrte Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen (vgl. Siegel 2012). Es steht demnach die Performanz und nicht das passive Wissen im Vordergrund. Berücksichtigt werden sollten für Aneignung und Anwendung von Gesundheitswissen vor allem die Neugier und die Lernfreude im Alter (vgl. Tippelt und Legni 2014). Dazu bedarf es zwar nicht grundsätzlich – aber aufgrund der besonderen generationenspezifischen Lernerfahrungen und auch aufgrund von sensorischen und kognitiven Veränderungen der Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit – recht häufig einer angepassten Didaktik. Dass ein frühzeitig greifender Bildungseinsatz zum Abbau sozialer Ungleichheit und zu gerechten Lebenschancen beitragen kann, ist hinreichend bekannt (Richter und Hurrelmann 2009).

4.2 Ordnung der Programme

In dem Bewusstsein der Vielschichtigkeit von Programmen zur Prävention und Gesundheitsförderung im hohen Alter sei an dieser Stelle ein Taxonomieversuch gewagt, mittels dessen sich die verschiedenen Ansätze in diesem Feld gruppieren lassen. Fünf Säulen unter den Namen Protektion, Kompensation, Konstitution, Restitution und Substitution dienen zur Clusterung verschiedener Handlungsansätze. Unter dem Dach protektiver Maßnahmen sind all jene Instrumente zu subsumieren, die einen externen Gesundheitsschutz bewerkstelligen sollen (Abb. 2).
Abb. 2

Ausrichtung von Programmen im hohen Alter

Die Vermeidung von Gewalt in der Pflege, die Verhinderung von Armut oder Diskriminierung bis hin zu Impfungen, Vorsorgemaßnahmen oder medizinischen Rehabilitationen gehören dazu. Bei der Kompensation geht es eher darum, durch eine externe Umweltgestaltung Gesundheitsprobleme abzumildern. Darunter fallen beispielsweise altengerechte Gestaltungen des öffentlichen oder privaten Raumes und ihrer Infrastrukturen durch Architektur, Design und Städtebau oder auch die Unterstützungen durch innovative Assistenzsysteme. Externe Maßnahmen durch Protektion und Kompensation beschränken sich nicht allein auf staatliches Handeln oder gemeinnützig organisierte Prozesse, sondern berücksichtigen zudem informelle freiwillige Leistungen, erbracht durch lokale Netzwerke wie Familie oder Freunde. Sie können professionell oder ehrenamtlich umgesetzt werden.

Interne Maßnahmen setzen dagegen auf selbstverantwortete Aktivitäten älterer Menschen. Unter die Kategorie der Restitution fällt ein Gesundheitsverhalten, dass zur Aktivierung und Optimierung von brachliegenden Potenzialen beiträgt etwa das Einüben neuer Bewegungsabläufe oder das Training von vernachlässigten Alltagsaufgaben. Bei der Substitution handelt es sich um Handlungsweisen, die Ausfälle ausgleichen durch Anpassung der Ziele, Akzeptanz von Beeinträchtigungen sowie die Aufgabe oder Veränderung erfolglos erscheinender Vorgehensweisen. In beiden Bereichen geht es um die Selbstbefähigung (Empowerment) alter Menschen (Antonietti et al. 2014). Verbunden werden externe und interne Maßnahmen innerhalb dieses Ordnungsschemas insbesondere durch eine Kompetenzvermittlung, die durch Bildungsangebote eine Vermeidung von Risiken auf der einen und die Förderung von nützlichen Verhaltensweisen auf der anderen Seite hervorrufen soll. Sie zielen deshalb auf die somatische und psychische Konstitution älterer Menschen ab. Interne und externe Maßnahmen stehen insgesamt in einem engen Wechsel- und Abhängigkeitsverhältnis.

Eine gelungene Prävention und Gesundheitsförderung im hohen Alter setzt voraus, dass einzelne Initiativen frühzeitig beginnen und lebensbegleitend, alters- und zielgruppengerecht fortgesetzt werden. Sie zielen darauf ab, geeignete Strukturen für ein gelingendes Altern aufzubauen oder zu erhalten (Pohlmann 2016). Dieses Gelingen schließt Verluste und Beeinträchtigungen keineswegs aus, macht aber ihre Bewältigung deutlich leichter. Da bei Hochaltrigen verfügbare Ressourcen im Vergleich zu früheren Lebensphasen schwinden (Rott 2014), sind diese durch externe Unterstützungen gezielt weiter aufrecht zu erhalten. Über Beratungsangebote können solche Hilfen aber auch die internen Steuerungsmöglichkeiten verbessen. Diese beziehen sich auf die individuelle Resilienz, die alte Menschen in die Lage versetzt, sich weiterhin erfolgreich gegen gesundheitliche Herausforderungen zu wappnen (Pohlmann 2019).

Resilient bleiben alte Menschen, wenn es ihnen gelingt, trotz Krankheit ein für sie zufriedenstellendes Ausmaß ihrer persönlichen Handlungsfähigkeit zu erhalten, egal ob es um zeitlich limitierte oder dauerhafte Gesundheitsanfechtungen geht. Die Aufrechterhaltung oder die Wiederherstellung der Handlungsfähigkeit muss jedoch nicht identisch sein mit derjenigen in zurückliegenden Lebensabschnitten. Vielmehr geht es um den Erhalt von Lebensqualität und Autonomie trotz unvermeidbarer Einschränkungen. Hier spricht man von einem Verlustmanagement (Pohlmann 2016c, S. 51). Alte Menschen zeigen diverse Bewältigungskompetenzen und mitunter beeindruckende Verhaltensweisen, um Reserven zu aktivieren und Widrigkeiten zu bewältigen (Kruse 2014). Von diesen Fähigkeiten können auch jüngere Generationen lernen.

5 Zugang zu Prävention und Gesundheitsförderung im hohen Alter

Das Sozialgesetzbuch regelt in § 20 SGB V Abs. 1 die gesetzlichen Grundlagen der Bezuschussung primärpräventiver Leistungen durch die gesetzlichen Krankenkassen. Darin heißt es, dass Leistungen zur Primärprävention den allgemeinen Gesundheitszustand verbessern und insbesondere einen Beitrag zur Verminderung sozialbedingter Ungleichheit von Gesundheitschancen erbringen sollen. Die Bestimmung der als prioritär zu betrachtenden Handlungsfelder und Kriterien obliegt dem Spitzenverband Bund der Krankenkassen. Zieht man den Präventionsbericht zu Rate, der einen Überblick zur Inanspruchnahme von präventiven Kursangeboten gibt, fällt allerdings der Beitrag zur Prävention und Gesundheitsförderung im hohen Alter eher bescheiden aus. Im Berichtsjahr 2016 richtet sich nur 1 % der ermittelten Angebote speziell an die Gruppe der über 80-Jährigen (Schempp und Struppel 2017, S. 43) Berücksichtigt man hingegen die Inanspruchnahme von Kursen nach dem Alter, sind es immerhin 12 % aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer in diesem Alter (ebd., S. 77), die die Angebote der gesetzlichen Krankenkassen nutzen. Dabei erreichen die Kursangebote altersübergreifend insgesamt rund 5,1 Mio. Versicherte. Inwieweit die Gesamtausgabenhöhe der Größenordnung älterer Menschen in der Bevölkerung anteilig Rechnung trägt, geht aus dem Bericht nicht hervor.

Elementar ist ein Zugang für alte Menschen, die sozioökonomisch benachteiligt sind und/oder besondere Gesundheitsbelastungen aufweisen (vgl. Kruse und Schmitt 2016). Bekannt ist jedoch, dass gerade diejenigen, die einer Prävention und Gesundheitsförderung am dringlichsten bedürfen, auch gleichzeitig am schlechtesten zu erreichen sind (vgl. Janssen et al. 2014). Die inneren Widerstände und äußeren Hürden für gerade diese Zielgruppe erscheinen ausnehmend hoch. Vielfach wissen ältere Menschen nicht um persönliche Risiken oder können aufgrund von eingeschränkter Mobilität nutzbringende und erwünschte Angebote nicht in Anspruch nehmen. Doch auch vorhandenes Wissen und erreichbare Präventionsstrukturen allein reichen noch nicht aus, um sich konsequent gesundheitsorientiert zu verhalten. Wir neigen vor allem dann zu riskantem Verhalten, wenn uns entweder die gesundheitsschädlichen Handlungsweisen zumindest eine kurzfristige Befriedigung verschaffen oder wenn das gesundheitsorientierte Verhalten nur mit großen Anstrengungen aufrechterhalten werden kann.

Selbsttäuschung und Pseudorationalität sind lebenslange Begleiterscheinungen menschlichen Handelns (vgl. Brinkmann 2014). Erschwert wird ein Zugang zu Prävention und Gesundheitsförderung im Alter aber auch vor allem deshalb, weil viele Angebote sehr kleinteilig nur auf bestimmte Gesundheitsbereiche beschränkt bleiben (vgl. Martin 2011). Dies ist gerade für multimorbide und mehrfachbelastete Personen kontraproduktiv. Es bedarf daher gerade im hohen Alter nicht nur niedrigschwelliger, sondern auch mehrdimensionaler Angebote, die gerade eine gezielte Ansprache sozial schwächerer Schichten ermöglicht (vgl. Borchert 2008).

Hochaltrige sind darauf angewiesen, dass Prävention auch trotz Krankheit und dass Gesundheitsförderung trotz Autonomieeinschränkungen weiterhin bestehen bleiben. Unabhängig von Diagnose und Grad der Gebrechlichkeit müssen Ansprüche lebenslang gelten und dürfen keiner expliziten oder versteckten Rationierung unterliegen. In dieser Richtung ist auch das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) auszulegen. Die Umsetzung eines solchen Anspruchs hängt aber ebenso von den Entscheidungen und Anstrengungen der betroffenen alten Menschen ab wie von dem gesellschaftlichen Willen, passende Angebote kontinuierlich bereitzustellen.

Gerade diejenigen, die im Alter stark eingeschränkt sind, benötigen Unterstützung, um mit drohenden oder bereits eingetretenen Verlusten der Selbstständigkeit umzugehen. In Fällen, in denen ältere Menschen aufgrund von einsetzenden Beeinträchtigungen nicht mehr in der Lage sein sollten, gesundheitsbezogene Entscheidungen vollumfänglich selbst zu treffen, ist es umso wichtiger, die Willensbekundungen im Vorfeld abzuklären. Nur so kann stellvertretend im Sinne der betroffenen Personen agiert werden. Auch eine solche Vorbereitung wirkt präventiv. Dies gilt im juristischen Sinne etwa durch Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten: zum einen für die formale Inanspruchnahme von Dienstleistungen, zum anderen für informelle Dienste, z. B. bei der Auswahl von sozialen Aktivitäten.

Überdies sind alle Optionen auszuschöpfen, auch eingeschränkten älteren Menschen zu ermöglichen, zwischen verschiedenen Alternativen auszuwählen und sich auch trotz eingeschränkter kommunikativer Kompetenzen mitzuteilen. Vor allem progressiv progredient verlaufende Erkrankungen verlangen entsprechende Vorkehrungen und Bewusstmachungen. In der Gerontologie hat sich dafür das Prinzip der bewusst angenommenen Abhängigkeit etabliert (Kruse 2005, S. 279 f.). Darunter lässt sich ein Verstehensprozess für alle Beteiligten fassen, in einzelnen Lebensbereichen notwendige Hilfen zu geben und anzunehmen und Einschränkungen der Selbständigkeit als ein natürliches Phänomen des Menschseins und nicht als Ausdruck des Versagens zu deuten. Der Umgang mit Einbußen und Verlusten, die nicht mehr rückgängig zu machen sind, bedarf hierbei eines auf den Einzelfall ausgerichteten Hilfeplans, der die subjektiven Folgen von Alterseinschränkungen zu verringern hilft. Die Verantwortung gegenüber derart abhängigen Menschen ist daher auch im Feld der Prävention und Gesundheitsförderung besonders groß.

Der Zugang wird des Weiteren erschwert durch falsche Anreize und kontraindizierte Vorgehensweisen. Seit geraumer Zeit haben sog. Anti-Ageing-Kampagnen (Spindler 2014) verbunden mit teilweise invasiven Eingriffen Konjunktur auf dem Anbietermarkt. Auf den ersten Blick könnte man diese für Prototypen der Prävention und Gesundheitsförderung halten, zielen sie doch darauf ab, einen altersbedingten Verfall aufzuhalten und eine langandauernde Jugendlichkeit und Lebenskraft zu erhalten. Bei genauerem Hinsehen entpuppen sich viele dieser Angebote indes als hochgradig problematisch und in Teilen sogar als überaus gefährlich. Beredtes Beispiel dafür sind operative Eingriffe, Hormonpräparate und all jene Verfahren, die dazu führen, einem bestimmten Schönheitsideal zu entsprechen, in der Realität aber ohne Nachweis einer wie auch immer gearteten Alterungshemmung bleiben und stattdessen mit beträchtlichen Nebenwirkungen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen aufwarten. Sofern Anti-Ageing also auf den unbedingten Erhalt einer körperlichen Fassade ausgerichtet ist und das höhere Lebensalter als eigenständige, reife Entwicklungsaufgabe leugnet, verlieren derartige Angebote nicht nur das richtige Maß, sondern erzeugen einen normativen Zwang, der rein gar nichts mit dem Erhalt von Gesundheit und der Vermeidung von Krankheit und Belastungen zu tun hat. Sie suggerieren, dass es im Alter lediglich auf Äußerlichkeiten ankomme und leugnen gleichzeitig, dass insbesondere ein hohes Alter mit unvermeidlichen Verlusten einhergeht.

Dieses Beispiel illustriert abermals die Bedeutung von Altersbildern (Kruse 2012) sowohl in den Köpfen von Leistungsanbietern als auch in den Vorstellungen der Zielgruppe selbst. Noch wird die positive Veränderbarkeit von Organfunktionen und kognitiven Fähigkeiten eher unterschätzt. Diese als Plastizität (Brehmer et al. 2014) im Alter gut dokumentierte menschliche Gesundheitsleistung stellt bis in das hohe Alter einen potenten Schutz gegen den Abbau der biopsychischen Leistungsfähigkeit dar. Damit Seniorinnen und Senioren auf diese Potenziale zurückgreifen können, müssen Erkenntnisse wie diese stärker in der Praxis verankert werden. Dazu gehört eine breite Vermittlung von Informationen über die positive Veränderungs- und Lernfähigkeit des alten Menschen einerseits und den vorurteilsfreien Umgang mit Beeinträchtigungen andererseits. Auf diese Weise sollten ältere Menschen Beistand erhalten, damit sie auch im Alter selbstbestimmt und eigenverantwortlich ihre Zukunft gestalten können.

6 Anforderungen an Prävention und Gesundheitsförderung im hohen Alter

Insgesamt belegen gerontologische Studien, dass Menschen bis in das hohe Alter von einem gesundheitsbewussten Verhalten profitieren und einen Nutzen aus Präventionsprogrammen ziehen können (vgl. Renner und Staudinger 2008). Umso mehr benötigt eine alternde Gesellschaft ein lebenslanges Anrecht auf Prävention und Gesundheitsförderung. Allein die Vorhaltung von Gesundheitsprogrammen reicht indes nicht aus. Vielmehr bedarf es einer alterssensiblen Ausrichtung solcher Angebote. Dementsprechend sollten sich Ansätze bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen und alten Menschen sowohl im Hinblick auf lebenslaufbezogene Risiken als auch auf zugrunde liegende Bewältigungsoptionen unterscheiden.

6.1 Herausforderungen

Zieht man für die Prävention und Gesundheitsförderung kritisch Bilanz, so sind folgende Herausforderungen zu konstatieren:
  • Gesundheitliche Risikofaktoren werden im Alter oftmals gar nicht oder zumindest nicht frühzeitig genug erkannt. Während die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen aufgrund von Akuterkrankungen mit dem Alter erheblich ansteigt, gilt dies nicht im gleichen Maße für Präventionsprogramme (Saß et al. 2009, S. 157).

  • Ein unzureichendes Gesundheitsbewusstsein und ein inkonsequentes Präventionsverhalten erschweren die Nutzung von verbliebenen Ressourcen älterer Menschen. Nach Studienergebnissen des Robert Koch-Instituts (vgl. Lange et al. 2017) hat sich bei nachwachsenden Kohorten ein verbesserter Gesundheitsstil herausgebildet. Gerade Hochbetagte sind im Gegensatz dazu anders sozialisiert, bringen über die Lebensjahre kumulierte Risiken mit und benötigen mehr Aufwand, um ungesunde Verhaltensweisen abzulegen.

  • Es fehlen in bestimmten Bereichen adäquate Gesundheitshilfen für die Zielgruppe hochaltriger Menschen. In bestimmten geografischen Bereichen sind besondere Defizite nachweisbar. Dieser Mangel wird als regionale Deprivation bezeichnet (Maier 2016, S. 67).

  • Bestehende Angebote werden aufgrund mangelnder Attraktion, Bekanntheit oder Erreichbarkeit nicht rechtzeitig in Anspruch genommen. Dies führt zu einer massiven Diskrepanz von Vorsorgebedarfen und Vorsorgerealitäten (Müller 2014, S. 265).

Unumgänglich erscheint vor diesem Hintergrund eine Ausweitung und Vernetzung von Dienstleistungsangeboten, die den speziellen Erfordernissen älterer Menschen Rechnung tragen und frühzeitig einsetzende Hilfen bieten. Ein breites Angebot ist nicht nur wegen heterogener Bedarfe dieser Zielgruppe wichtig, sondern auch um eine ausreichende Wahlfreiheit zu gewährleisten. In dem vom Bundesforschungsministerium geförderten Förderschwerpunkts zur Kooperation für nachhaltige Präventionsforschung wird in einem Memorandum zur nachhaltigen Stärkung entsprechender Angebote eine nationale Gesamtstrategie gefordert. Diese soll mit einer Erweiterung der bisherigen Finanzierungsquellen verbunden sein und eine übergreifende Koordinierung zur Entwicklung und Sicherung der Prävention und Gesundheitsförderung beinhalten (Walter et al. 2015, S. 383).

Wenngleich mittlerweile eine ebenfalls geforderte rechtliche Verankerung gegeben ist, steht eine ausreichende Abstimmung und finanzielle Absicherung von Dienstleistungen für Hochaltrige noch aus. In der Praxis bewährte Ansätze warten nach wie vor auf flächendeckende Umsetzung. Modellprojekte werden vielfach nach öffentlicher Anschubfinanzierung nicht in den Regelbetrieb überführt. Offenbar fehlt es an einer schlagkräftigen Lobby für Ältere.

6.2 Akteure

Es reicht zudem nicht aus, sich auf die gesetzlichen Krankenkassen als Gestalter einer frühzeitigen Vorbeugung und Stärkung gesundheitlicher Potenziale ihrer Versicherten zu beschränken. Vielmehr sind auf kommunaler Ebene die einschlägigen Akteure für ein Bündnis gezielt und kontinuierlich einzubinden, damit auch ältere Menschen planungssicher und verlässlich auf Dienste zugreifen können. Bereits derzeit spielen die Kommunen im Bereich der Alten- und Gesundheitshilfe eine Schlüsselrolle (vgl. Kuhlmann 2009). Ihre Initiativrolle zu stärken wird eine wesentliche gesundheitspolitische Aufgabe sein. Um die Unabhängigkeit und Neutralität der beteiligten Partner auf lokaler Ebene zudem als Kosten- und Leistungsträger zu wahren, ist neben einer hohen Transparenz auch eine enge Verzahnung mit Wissenschaft und Praxis unverzichtbar. Vielversprechend wirkt darüber hinaus die Einbindung der Zielgruppe selbst durch partizipative Ansätze (Wright 2010). Eine zusätzliche Berücksichtigung von (pflegenden) Angehörigen (Büker 2015) wäre von Vorteil – auch im Sinne einer Belastungsvorbeugung und Stärkung dieser Gruppe. Über sog. Setting-Ansätze lassen sich solche Angebote unmittelbar im Lebensalltag älterer Menschen realisieren (Altgeld und Kolip 2014).

Erst die Verständigung auf Wirkfaktoren und ihre messbaren Indikatoren erlaubt auch einen Vergleich von Programmen sowie eine systematische Orientierung an den Bedarfen der Klienten. Eine Kompression von Morbidität (Trachte et al. 2015), eine effiziente Bewältigung von Krankheitsfolgen (Faltermaier 2017) sowie die Erhöhung von Autonomie und Lebensqualität (Müller und Gärtner 2016) nehmen bei einer solchen Wirkungsforschung eine zentrale Rolle ein. Abb. 3 skizziert einen idealtypischen Optimierungskreislauf von neuen und alten Dienstleistungen in diesem Sektor.
Abb. 3

Optimierungskreislauf von Dienstleistungen der Prävention und Gesundheitsförderung im Alter

Elementarer Faktor ist dabei auch die Qualifizierung der professionellen Fachkräfte. In der Ausbildung von Fachkräften in einschlägigen Sozial- und Gesundheitsberufen gehören Prävention und Gesundheitsförderung im hohen Alter noch viel zu selten zu den regulären curricularen Lehrinhalten. Zwar stellen Expertenstandards wie Dekubitus- oder Sturzprophylaxe (King 2018) im Unterricht ein Pflichtprogramm in der Krankenpflege dar, doch fehlt es an einem übergreifenden Qualifizierungskonzept für eine alterssensible Prävention und Gesundheitsförderung. Die jüngste Reform des Pflegeberufegesetzes hat zwar die getrennt geregelten Ausbildungen aus dem früheren Altenpflegegesetz und dem ehemaligen Krankenpflegegesetz zusammengeführt, doch bleiben mit dieser Neuorientierung noch viele Fragen offen. Daran ändert auch die vom Bundeskabinett am 13. Juni 2018 verabschiedete Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Pflegeberufe sehr wenig. So bleiben beispielsweise die notwendigen Anpassungen im Hochschulbereich für eine akademische Grundqualifizierung weiterhin vage. Eine Facharztausbildung für Innere Medizin und Geriatrie ist in Deutschland zwar möglich, aber bislang nur in drei Bundesländern verankert. Weiterbildungsangebote im Bereich von Public und Mental Health verfügen in der Regel nicht über entsprechende Module oder Zertifikatsabschlüsse für diesen Bereich.

Für die Oecotrophologie wird ein von den gesetzlichen Krankenkassen anerkanntes Zertifikat für die primärpräventive Ernährungsberatung bezuschusst (vgl. Brehme 2014), ohne hierbei aber systematisch auf den Metabolismus oder relevante Erkrankungen älterer Menschen einzugehen. Da die meisten Studiengänge im Bereich der Sport- und Bewegungswissenschaft vornehmlich auf das Lehramt ausgerichtet sind, fallen ältere Menschen als Zielgruppe von Prävention und Gesundheitsförderung regelmäßig aus dem Raster. Andere sozialwissenschaftliche Programme lassen ebenfalls eine gesundheitliche Ausrichtung mit diesem gesonderten Akzent vermissen. Wenn sich jenseits der genannten Lücken dennoch in den aufgeführten Feldern einzelne Lehrschwerpunkte ausfindig machen lassen, sind diese eher den Forschungs- und Praxisinteressen der Lehrkräfte als den zugrunde liegenden Ausbildungsstrukturen zu verdanken. In einschlägigen Ausbildungen und Studiengängen stehen Interessenten zudem vor einem kaum durchschaubaren Dickicht unterschiedlicher Lehrinhalte.

Zu bedenken ist schließlich ein weiterer Aspekt: Eine Ausweitung von fürsorglich ausgerichteten Gesundheitsprogrammen darf nicht zu einer Versorgungsmentalität beitragen. Selbstsorge und Eigenverantwortung bleiben bis in das hohe Alter entscheidend. Die demografische Entwicklung zeigt eines ganz deutlich: Jüngere Generationen erwartet überwiegend ein langes Leben. Dieses lange Leben bringt zwangsläufig verschiedene kritische Veränderungen mit sich, auf die sich jeder Einzelne, aber auch die Gesamtgesellschaft vorbereiten kann. Nötig ist ein proaktives Vorgehen, lange bevor sich ernsthafte Probleme einstellen. Das bedeutet nicht, dass wir vollumfänglich Optimalbedingungen erzeugen könnten. Gleichwohl hat eine alternde Gesellschaft ohne vorsorgliche Anstrengungen keine Zukunft.

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Authors and Affiliations

  1. 1.Hochschule für angewandte Wissenschaften MünchenMünchenDeutschland

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