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Mentale Ermüdung und Erholung

  • Sarah KöllingEmail author
  • Fabian Loch
  • Michael Kellmann
Living reference work entry

Zusammenfassung

Mentale Ermüdung und Erholung rücken immer mehr in das Interesse der Sportpraxis und Forschung. Ermüdungs- und Erholungsprozesse können auf physiologischer, verhaltensbezogener und subjektiver Ebene betrachtet und für Interventionen herangezogen werden. Während die Entstehungsmechanismen mentaler Ermüdung bisher weitgehend unklar sind, können einhergehende Indikatoren am deutlichsten subjektiv erfasst werden. Entspannungsverfahren und sportpsychologische Regulationsstrategien sind mögliche Interventionen vor, zwischen oder nach sportlichen Belastungen. Forschungsbedarf besteht jedoch bzgl. der Effekte auf die Verminderung sowie Prävention mentaler Ermüdung. Ein regelmäßiges Monitoring stellt eine wichtige Maßnahme zur Unterstützung der Trainingssteuerung und effektivem Regenerationsmanagement dar.

Dieser Beitrag ist Teil der Sektion Sportpsychologie, herausgegeben vom Teilherausgeber Dieter Hackfort, innerhalb des Handbuchs Sport und Sportwissenschaft, herausgegeben von Arne Güllich und Michael Krüger.

Schlüsselwörter

Ermüdung Beanspruchung Regeneration Erholungsstrategien Leistungssport 

1 Einleitung

Im Leistungssport sind sowohl die physischen als auch die psychischen bzw. mentalen Belastungen der Athletinnen und Athleten kontinuierlich gestiegen, welche stellenweise über ein tolerables Niveau hinausgehen (Meyer et al. 2016). Wird eben diese Belastbarkeit der Athletinnen und Athleten von den Trainings- und Wettkampfbelastungen überschritten und kommen noch zusätzliche sportspezifische und/oder externe Einflussfaktoren hinzu, reichen möglicherweise die individuellen Ressourcen der Athletinnen und Athleten zur Kompensation nicht mehr aus (Faude und Meyer 2012). Als Resultat kann sich ein physischer und mentaler Ermüdungszustand entwickeln, der sich auf die sportliche Leistungsfähigkeit auswirkt.

In Anlehnung daran äußerte sich unter anderem der deutsche Fußballnationalspieler Thomas Müller nach der Europameisterschaft 2016 in einem Interview und erklärte, dass nach der Saison maximal drei Wochen zur Erholung und zum Luftholen zur Verfügung stünden, privat habe man ebenfalls kaum Ruhepausen und das führe zu einer enormen mentalen Belastung (Kicker 2016). Ähnlich bringen es die beiden Biathleten Laura Dahlmeier und Simon Schempp zum Ausdruck, die jeweils unterstreichen, dass man mit seinen Kräften haushalten müsse und die physische und psychische Erholung immens wichtig seien, da die Weltcup-Saison in einer extremen mentalen Belastung münde (Betz 2015; DPA 2017). Die Aussage des deutschen Handballnationalspielers Hendrik Pekeler, dass er eine Erholung von der immensen körperlichen und mentalen Belastung mit Europameisterschaft, Olympischen Spielen, Handball-Bundesliga, Champions League und dem Deutschen Pokal in einem Jahr brauche (Spox 2016), knüpft an die bereits beschriebenen Darstellungen an.

Die Beispiele zeigen, dass die physischen und mentalen Anforderungen im Spitzensport stetig steigen, gleichzeitig aber notwendige Erholungsphasen geringer ausfallen bzw. individuell im Saisonplan berücksichtigt werden müssen. Es zeigt auch, dass diese gestiegenen Anforderungen und Belastungen von Seiten der Athletinnen und Athleten wahrgenommen und der Erholung und Regeneration in der Trainings- und Wettkampfplanung ein höherer Stellenwert eingeräumt werden sollte. Weiterhin kann die Entstehung des mentalen Ermüdungszustandes als multifaktoriell beschrieben werden, da dieser als Reaktion auf psychologische, sportspezifische, umweltbezogene und emotionale Einflussfaktoren einzuordnen ist.

Als globalere Einflussfaktoren sind zunächst das Schlafverhalten und die Schlafqualität, sowie gestörte bzw. unzureichende Erholungsphasen zu nennen (Kellmann et al. 2018a). Zudem stehen die Athletinnen und Athleten unter einem enormen internen und externen Leistungs- und Erwartungsdruck (u. a. durch Trainer, Teammitglieder, Fans und Verein), da sie in jedem Wettkampf immer ihre Höchstleistung abrufen müssen. Gleichzeitig stehen sie auch unter einem großen extern induzierten Druck, der besonders durch die steigende mediale Aufmerksamkeit und Berichterstattung kontinuierlich wächst.

Als sportspezifische Einflussfaktoren gelten in erster Linie die Wettkampf- und Trainingsplanung, -häufigkeit sowie der Wettkampf- und Trainingszeitpunkt. Hierunter fallen Reisen zu Auswärtsspielen und internationalen Wettkämpfen sowie Trainingslagern, die unter Umständen mit Zeit- und Klimaumstellungen verbunden sind. Gleichzeitig müssen die Athletinnen und Athleten eine Vielzahl von sportspezifischen taktischen Anforderungen (insbesondere in Spielsportarten) umsetzen und sich an komplexe Spielsituationen, wie Gegner und Mitspieler, anpassen, so dass die Sportart selbst bereits hohe kognitive Anforderungen aufweist. In Ergänzung dazu müssen sie sich auf unerwartete oder sich verändernde Wetter- sowie Umweltbedingungen (z. B. durch Zuschauereinflüsse) einstellen und mit möglicherweise strittigen und gravierenden Schiedsrichterentscheidungen umgehen.

Unter die außersportlichen Einflussfaktoren können die Doppelbelastung von Leistungssport und Bildung (Schule/Ausbildung/Studium) oder Beruf aber auch privater Stress oder Verpflichtungen und Verantwortungen gegenüber der Familie und Freunden gezählt werden. Diese können sich wiederum in mentalen bzw. emotionalen Auswirkungen, wie Gedanken, Gefühlen oder Wahrnehmungen, auf die sportliche Tätigkeit zeigen. Gleichzeitig können sich die sportbezogenen Anforderungen negativ auf das Erleben und Verhalten im außersportlichen, privaten Lebensbereich auswirken.

Vor diesem Hintergrund erhält die Erholung als ausgleichender, kompensierender Faktor einen besonders hohen Stellenwert. Erholung ist grundsätzlich als ein mehrdimensionaler, psycho-physiologisch aktiv gestalteter Prozess zu verstehen, welcher der Wiederherstellung verbrauchter Ressourcen dient (Heidari und Kellmann im Druck; Kallus 2016). Der Erholungsbedarf einer Person wird zu einem Großteil durch die Art, Dauer und Intensität der vorangegangenen Belastung bestimmt. Gleichzeitig hängen Bedarf sowie Erholungsprozesse von der jeweiligen Konstitution einer Person ab. Hierbei sind besonders der Trainingszustand, die Stoffwechselkapazität sowie der Elektrolythaushalt und der Immunstatus zu betrachten. Auf der physiologischen Ebene ist daher der Begriff der Regeneration zu verwenden, welcher sich auf die Wiederherstellungsprozesse und Substitution der verbrauchten Stoffe bezieht (Kölling und Kellmann im Druck). Der Erholungsbedarf wird ebenfalls in hohem Maße durch den psychischen Zustand determiniert, welcher durch die Erholungs-Beanspruchungs-Bilanz dargestellt werden kann (Kallus 2016; Kellmann et al. 2018a). Dieser drückt das Wechselspiel zwischen den sportspezifischen und außersportlichen Anforderungen und dem biopsychosozialen Erholungszustand aus.

Gelingt eine ausreichende Regeneration sowie Erholung, werden nicht nur Nährstoffspeicher aufgefüllt und Zellaufbau (v. a. der Muskulatur) erzielt, sondern auch die Anpassung des neuronalen Vernetzungsmusters zur Optimierung von Bewegungsabläufen sowie eine Steigerung der Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems erreicht. Dieser Effekt der Anpassung an kurzfristige Ermüdung bzw. Beanspruchung ist als Superkompensation bekannt und ein vorwiegendes Trainingsziel (Meeusen et al. 2013). Zu beachten ist zudem, dass die Form der (vorangehenden oder bevorstehenden) Belastung zugleich die Form respektive Anforderung an die Erholung vorgibt. Unterschieden werden kann zwischen passiver und aktiver sowie pro-aktiver Erholung (Kellmann 2002). Bei einer hauptsächlich körperlichen Ermüdung kann beispielsweise eine kurze passive Pause (Ruhe) oder ein ausreichend langer Schlaf zweckmäßig sein. Bei andauernder kognitiver Belastung kann eine aktivierende körperliche Betätigung für den entsprechenden Ausgleich sorgen, ebenso wie ein aktives Cool-down nach einer intensiven körperlichen Belastung. Pro-aktive Erholung beinhaltet zudem ein hohes Maß an Selbstbestimmung und auf die individuellen Anforderungen ausgerichtetes Verhalten (Kaplan 2001; Nédélec et al. 2013).

Wird jedoch der optimale Zeitpunkt für die Superkompensation überschritten und das dysfunktionale Überziehen (Overreaching) über längere Zeit aufrechterhalten, tritt der gegenteilige Effekt auf und kurzfristige Regenerations- und Erholungsmaßnahmen sind nicht mehr ausreichend (Meeusen et al. 2013). Das chronisch gestörte Verhältnis zwischen den Anforderungen und dem Erholungsbedarf einer Person wird auch als Untererholung (Underrecovery Syndrome) bezeichnet (Altfeld und Kellmann 2014; Kellmann 2002, 2008). Hierbei machen sich hauptsächlich psychische Symptome, wie Erschöpfung, verringerte Motivation, negative Gedanken und Emotionen in Bezug auf bevorstehende Tätigkeiten bemerkbar. In Kombination mit körperlichen Symptomen, wie Muskelschmerzen, Gewichtsverlust, pathologischen Veränderungen von Blutparametern oder einer reduzierten Leistungsfähigkeit, kann sich daraus über einen längeren Zeitraum das Übertrainingssyndrom (Overtraining Syndrome) entwickeln (Meeusen et al. 2013). Eine längere Unterbrechung von der sportlichen Tätigkeit und eine systematische Anwendung von Regenerations- und individuell abgestimmten Erholungsmaßnahmen sind in diesem Fall angebracht und können unter Umständen mehrere Monate in Anspruch nehmen.

Herauszustellen ist, dass im Leistungssport insgesamt hohe kognitive Anforderungen vorherrschen, die sich einzeln oder in individueller Kombination auf die sportliche Leistungsfähigkeit auswirken können (Kellmann et al. 2018a). Zu betonen ist auch, dass die Athletinnen und Athleten die zuvor beschriebenen Einflussfaktoren und Belastungen unterschiedlich subjektiv wahrnehmen und anders belastend empfinden können. Demnach kann eine gleiche Belastung zu interindividuell verschiedenartigen Beanspruchungszuständen führen (Kellmann 2008). Hieraus kann abgeleitet werden, dass diese individuellen Beanspruchungszustände wiederum zu unterschiedlich ausgeprägten mentalen Ermüdungszuständen führen können. Dennoch bleibt aktuell offen, wie man auf das Phänomen der mentalen Ermüdung adäquat reagiert bzw. diesem Phänomen entgegenwirkt (Coutts 2016). Mögliche Ansatzpunkte werden in diesem Kapitel vorgestellt und diskutiert. Tabelle 1 gibt einen Überblick über einige Prozesse und Indikatoren mentaler Ermüdung sowie mögliche Strategien zur mentalen Erholung.
Tab. 1

Übersicht über Prozesse und Indikatoren mentaler Ermüdung und möglicher Erholungsstrategien

Ebene

Prozesse/Indikatoren mentaler Ermüdung

Strategien mentaler Erholung

Physiologisch

• Veränderung der Gehirnaktivität

• Veränderung von kognitiven Prozessen, physiologischen und kardiovaskulären Parametern (v. a. Herzfrequenz, Blutlaktat, Blutdruck, Herzminutenvolumen)

• Unterstützung der physiologischen Prozesse durch ausreichend Ruhe bzw. durch ausgleichende Aktivität (in Abhängigkeit von der vorangegangenen Belastung)

• Auffüllen der Nährstoffspeicher (v. a. Kohlenhydrate & Elektrolyte)

• Koffein, grüner Tee

verhaltensbezogen

• Leistungsabfall

• Eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit, Identifizierung von bedeutenden Ankerpunkten im Sehfeld, Aufmerksamkeitslenkung

• Reaktionsverzögerung

• Tätigkeitswechsel bzw. Pause

• Schlaf/Power Nap

• Durchführung von Selbstregulationsmaßnahmen

Subjektiv-psychologisch

• Stimmungs- und Gefühlsveränderungen

• negativer Gemütszustand

• gesteigertes Müdigkeitsempfinden

• Aktivierungsmangel

• Beeinflussung des Willens und der Widerstandsfähigkeit

• Steigerung des subjektiven Wohlbefindens

• Entspannungsverfahren

• Psychologische Strategien & Techniken

2 Konzeptionen und Begrifflichkeiten bezüglich mentaler Ermüdung und Erholung im Sport

2.1 Mentale Ermüdung

Im Allgemeinen bezieht sich der Begriff Ermüdung auf das alltägliche Gefühl, das nach unangemessenem Schlaf bzw. unzureichender Ruhepause oder nach körperlicher Anstrengung entsteht (Smets et al. 1995). Somit wird Ermüdung als Folgezustand geistiger und körperlicher Beanspruchung verstanden, der eine reversible Leistungs- und Funktionsminderung bewirkt (Hacker und Richter 1984). Die Ermüdungsforschung ist seit den 1960er-Jahren ein wichtiges Gebiet der Arbeitspsychologie hinsichtlich der Arbeitsbeanspruchung und der Leistungserbringung. Folglich wird dem Ermüdungszustand eine hohe Bedeutung im alltäglichen sowie im Berufsleben zugeschrieben. Es lassen sich zahlreiche Ermüdungsformen unterscheiden, wobei die zwei Hauptformen einerseits als physische Ermüdung (Muskelermüdung) und andererseits als psychische bzw. mentale Ermüdung (auch zentrale oder nervöse Ermüdung) beschrieben werden (Hacker und Richter 1984). Mentale Ermüdung wird als ein psychobiologischer Zustand verstanden, der durch die lang anhaltende Tätigkeit von kognitiven Aktivitäten bzw. durch lang anhaltende kognitive Herausforderungen hervorgerufen wird (Boksem et al. 2005; Marcora et al. 2009). Demnach bezieht sich das Konstrukt der mentalen Ermüdung auf einen gefühlsmäßigen subjektiven Zustand und es wird aufgezeigt, dass je länger eine kognitive Aktivität anhält, desto stärker der Müdigkeitszustand empfunden wird (Boksem und Tops 2008). Der mentale Ermüdungszustand wird als akute Reaktion (akute Ermüdung) auf eine anhaltende mentale Anstrengung bzw. Belastung beschrieben und unterscheidet sich damit von chronischer Müdigkeit und kognitiven Beeinträchtigungen in Verbindung mit zahlreichen Krankheiten (Boksem und Tops 2008; Smith et al. 2015). In Anlehnung an das systematische Review von van Cutsem et al. (2017) bildet sich der Zustand der (akuten) mentalen Ermüdung auf drei unterschiedlichen Ebenen heraus, der physiologischen, der verhaltensbezogenen sowie psychologisch-subjektiven Ebene (siehe Abschn. 2.3, 2.4 und 2.5).

2.2 Mentale Erholung

Mentale Erholung als eigenständiges Konstrukt erhielt bisher wenig Aufmerksamkeit in der sportwissenschaftlichen bzw. -psychologischen Literatur. Bislang schien sich die Trennung der Erholungsaspekte bzw. Erholungsstrategien auf die körperliche und eine gesamt-psychische Betrachtung zu beschränken. Demnach liegt derzeit keine allgemeingültige Definition der mentalen Erholung vor. Aus dem vorangegangenen Abschnitt ließen sich die Definitionen für Ermüdung umkehren, so dass man mentale Erholung als ‚Abwesenheit mentaler Ermüdung‘ bezeichnen könnte. Aus der bestehenden Erholungsliteratur ist jedoch bekannt, dass die Gleichung ‚erholt = nicht beansprucht‘ sowie ‚nicht erholt = beansprucht‘ nicht angenommen werden kann (Kallus 2016; Kellmann 2002, 2008). Jedoch ist ein objektives Messverfahren zur Erfassung des mentalen Erholungszustandes – abgesehen von Indikatoren eines mental ermüdeten Zustandes (siehe Abschn. 2.3, 2.4 und 2.5) – derzeit nicht bekannt. Typischerweise werden psychometrische Verfahren eingesetzt, um das subjektive Empfinden zu erfassen.

Mögliche Strategien zur Beeinflussung des mentalen Erholungs- bzw. Ermüdungszustands werden in diesem Kapitel diskutiert, wobei diese Strategien ausdrücklich unter dem Aspekt der mentalen Erholung weiter empirisch zu untersuchen sind. Außerdem gestaltet sich die Trennung der Ebenen physiologisch – verhaltensbezogen – psychisch-subjektiv im Hinblick auf den Gesamtzustand bzw. Gesamtprozess mentaler Erholung als künstlich, da eine hohe Interdependenz dieser Ebenen anzunehmen ist. Am deutlichsten wird dies am Beispiel Schlaf, welcher in diesem Kontext eine ganzheitliche Betrachtung erfordert (siehe Abschn. 2.6).

2.3 Mentale Ermüdung und Erholung: Befunde auf physiologischer Ebene

Auf der physiologischen Ebene zeigt sich der mentale Ermüdungszustand hauptsächlich in Veränderungen der Gehirnaktivität sowie in Veränderungen von kognitiven Prozessen (Brownsberger et al. 2013; Wascher et al. 2014). Diese auftretenden Veränderungen scheinen insbesondere die Wahrnehmung der Anstrengung zu beeinflussen (van Cutsem et al. 2017). Zudem lassen sich spezifische physiologische bzw. kardiovaskuläre Parameter, die typischerweise bei sportwissenschaftlichen Untersuchungen bzw. im Rahmen der Leistungsdiagnostik betrachtet werden, (bspw.Herzfrequenz, Blutlaktat, Blutdruck, Herzminutenvolumen, maximale Sauerstoffaufnahme) als Ausprägungen des mentalen Ermüdungszustandes heranziehen (Brownsberger et al. 2013; Marcora et al. 2009). Bislang konnten jedoch keine Veränderungen von kardiovaskulären, respiratorischen und metabolischen Reaktionen auf eine körperliche Belastung in einem mental ermüdeten Zustand nachgewiesen werden (Marcora et al. 2009; van Cutsem et al. 2017). Eine Vermutung ist, dass verschiedene Neurotransmitter, welche für eine Beeinträchtigung der Ausdauerleistung verantwortlich sind, negativ durch den Zustand mentaler Ermüdung beeinflusst werden (van Cutsem et al. 2017). Es bleibt daher offen, welche dieser Parameter einen mentalen Ermüdungszustand charakterisieren, oder ob dieser vielmehr durch einen physiologischen Ermüdungszustand hervorgerufen wird.

Besonders im (leistungs-)sportlichen Kontext ist anzunehmen, dass der Prozess der mentalen Ermüdung mit den physiologischen Anforderungen des Trainings und/oder Wettkampfes einhergeht (Knicker et al. 2011; Nédélec et al. 2012). Es scheint daher naheliegend auf der physiologischen Ebene jene Erholungsmaßnahmen anzuwenden, die der physiologischen Regeneration dienen. Als wichtigste Strategie sind hierbei passive Ruhe sowie die Wiederherstellung eines ausgewogenen Wasserhaushaltes und Auffüllen der Nährstoff- und Glykogenspeicher zu nennen (Nédélec et al. 2013). Zur Unterstützung der kognitiven Erholung bzw. Stimulation wird außerdem der Einsatz von Koffein oder grünem Tee diskutiert (Cappelletti et al. 2015; Glade 2010; Nathan et al. 2006; Nehlig 2010; Nehlig et al. 1992).

2.4 Mentale Ermüdung und Erholung: Befunde auf verhaltensbezogener Ebene

Auf dieser Ebene macht sich mentale Ermüdung in erster Linie durch einen Leistungsabfall in Bezug auf die zu bewältigende Aufgabe bemerkbar. Dieser Leistungsabfall als negative Konsequenz und vor allem die Einflüsse auf die kognitive und motorische Leistungsfähigkeit sind bereits belegt (Smith et al. 2016a, b). In Bezug auf die sportspezifische technische Leistungsfähigkeit im Fußball konnten Smith et al. (2016a, b) zeigen, dass in einem mental ermüdeten Zustand unter anderem mehr Fehler beim Passspiel oder bei der Ballkontrolle auftreten. Daher kann mentale Ermüdung in Sportarten, in denen hohe kognitive Ansprüche mit hohen physischen Herausforderungen gepaart sind, zu erheblichen Leistungseinbußen führen (Duncan et al. 2015). Die negativen Einflüsse mentaler Ermüdung sind unter anderem zurückzuführen auf die eingeschränkte Fähigkeit, die Konzentration aufrecht zu erhalten und/oder bedeutende Ankerpunkte im Sehfeld zu identifizieren und entsprechend zu reagieren (Duncan et al. 2015). Auch Boksem et al. (2005) stellen heraus, dass ermüdete Personen vermehrt Schwierigkeiten haben sich zu konzentrieren und zu fokussieren. Diese abnehmende Konzentration ist unter anderem durch eine sinkende Aufmerksamkeitslenkung auf die zu bewältigende kognitive Aufgabe zu erklären. Eine sinkende Ausführungsgenauigkeit sowie steigende Reaktionszeit bzw. Reaktionsverzögerung werden ebenfalls als Ausprägungen des mentalen Ermüdungszustandes genannt (van Cutsem et al. 2017).

Eine naheliegende Strategie, um auf der verhaltensbezogenen Ebene einen Erholungseffekt nach kognitiver Belastung zu erzielen, ist eine Unterbrechung jener Tätigkeit durch eine Pause oder ein Tätigkeitswechsel. In welcher Form dies geschieht, hängt von der jeweiligen Situation ab. Intuitiv kommen kontrastierende Maßnahmen in Betracht, welche andere (z. B. weniger kognitiv fordernde) Komponenten ansprechen. Wenige sportliche Aktivitäten sind jedoch auf rein kognitive Aufgaben beschränkt. In diesem Kontext können kurze Pausen oder Unterbrechungen während eines Wettkampfes für die Durchführung sportpsychologischer Selbstregulationsmaßnahmen genutzt werden (Frester und Mewes 2008) (siehe Abschn. 2.7).

Eine weitere ausgleichende Maßnahme stellt das Einhalten ausreichender Ruhe nach bzw. vor physischer Belastung dar. Dies lässt sich unter anderem mit einer kurzen Schlafphase (Power Nap) erzielen (Debarnot et al. 2011; Driskell und Mullen 2005; Ficca et al. 2010). Die Wirkung auf sportspezifische Parameter ist jedoch noch nicht ausreichend untersucht. Es wurde sowohl ein leistungsförderlicher Effekt berichtet (Pelka et al. 2017; Waterhouse et al. 2007) als auch weder ein positiver noch negativer Effekt (Petit et al. 2014). Eine klare Empfehlung oder Ablehnung kannaufgrund der aktuellen Befundlage daher nicht ausgesprochen werden. Hervorzuheben sind jedoch die subjektiv wahrgenommene Wirkung und die individuelle habituelle Bedeutung, die ein Power Nap für das Wohlbefinden einer Person haben kann.

Des Weiteren ist die Anwendung systematischer Entspannungsverfahren denkbar (Kaplan 2001; Kellmann et al. 2018b). Dazu existieren zahlreiche Verfahren und vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Gängige Strategien sind unter anderem autogenes Training, Atemregulation, progressive Muskelentspannung, Yoga und Meditation. Während die Wirkung in verschiedenen Settings, beispielsweise zur Angstregulation, laut eines aktuellen Reviews größtenteils belegt ist (Pelka et al. 2016), liegen Befunde in Bezug auf die mentale Erholung im Sport nicht vor. Bezüglich sportpraktischer Parameter hat sich jedoch eine systematische Atemübung zwischen zwei Belastungen als vielversprechend herausgestellt (Pelka et al. 2017).

2.5 Mentale Ermüdung und Erholung: Befunde auf subjektiv-psychologischer Ebene

Sämtliche auf eine Person einwirkende psycho-physiologische Zustände und Prozesse werden zentralnervös verarbeitet und bewertet, so dass diese sich insgesamt als erholt oder ermüdet beschreiben würde (Meyer et al. 2016). Auf dieser Ebene wird der Zustand von mentaler Ermüdung durch Stimmungs- bzw. Gefühlsveränderungen sowie durch einen negativen Gemütszustand charakterisiert (MacMahon et al. 2014; Marcora et al. 2009). Hierunter fallen unter anderem ein gesteigertes Müdigkeitsempfinden und/oder Energielosigkeit bzw. Aktivierungsmangel (van Cutsem et al. 2017). Dieses Müdigkeitsgefühl scheint dabei Entscheidungsprozesse, Aufmerksamkeit sowie die Bereitschaft jenem zu widerstehen, entscheidend zu beeinflussen (Brownsberger et al. 2013). Es wird ein enger Zusammenhang zwischen mentaler Ermüdung und Motivation angenommen, so dass sich die Motivation bezüglich der zu bewältigenden Aufgabe bei mentaler Ermüdung reduzieren kann (Boksem und Tops 2008). Darüber hinaus kann ein mentaler Ermüdungszustand auch nach relativ kurzer Beanspruchungszeit empfunden werden, wohingegen längere kognitive Aktivitätsphasen nicht zwangsläufig zu einem mentalen Ermüdungszustand führen müssen (Boksem und Tops 2008). Daran anknüpfend scheint die Einsatz-Belohnungs-Balance eine Rolle zu spielen, wonach hohe Arbeitsbelastungen nur in Ermüdung resultieren, wenn die damit verbundene Belohnung als zu gering eingeschätzt wird (Boksem et al. 2006). Sind Einsatz und Belohnung nicht ausgeglichen, kann dadurch die Bereitschaft bzw. der Wille beeinflusst werden, dem Ermüdungsgefühl zu widerstehen und sich eine Abneigung gegenüber der zu bewältigenden Aufgabe entwickeln (Brownsberger et al. 2013; MacMahon et al. 2014). In sportbezogenen Studien konnte jedoch kein klarer Zusammenhang festgestellt werden, wonach die Motivation hinsichtlich der bevorstehenden Ausdauerbelastung in einem mental ermüdeten Zustand nicht reduziert war (Marcora et al. 2009; van Cutsem et al. 2017). Des Weiteren ist anzunehmen, dass eine verringerte Motivation aufgrund mentaler Ermüdung in einer Wettkampfsituation bzw. im Kontext von Leistungsbeurteilungen sehr unwahrscheinlich ist. Vielmehr scheint die körperliche Leistungsfähigkeit durch ein höheres Anstrengungsempfinden oder eine verringerte Zeit bis zur Erschöpfung in einem mental ermüdeten Zustand negativ beeinflusst zu werden (Marcora et al. 2009; Smith et al. 2015).

Subjektive Beschreibungen eines mental erholten Zustandes sind unter anderem konzentriert, aufmerksam, aufnahmefähig, wach und ‚geistig frisch‘. Aufgrund dieses eher globalen Charakters zielen Erholungsmaßnahmen auf der subjektiv-psychologischen Ebene daher auf eine allgemeine Steigerung des subjektiven Wohlbefindens ab. Einen großen Einfluss hat außerdem die subjektive Bewertung in Bezug auf die erwarteten Folgen des wahrgenommenen Ermüdungszustandes und wie stark der Erholungsbedarf eingeschätzt wird. In diesem Kontext spielt die Bewertung (Appraisal) der gegenwärtigen Situation eine wichtige Rolle und wie die Person ihre eigenen Ressourcen und Bewältigungsmöglichkeiten einschätzt (Reicherts und Horn 2009). Im Falle dysfunktionaler Gedanken sind solche Maßnahmen durchführbar, die zu einer Neubewertung beitragen. Ansätze der kognitiven Umstrukturierung (Wilken 2010) oder der rational-emotiven Verhaltenstherapie (Turner 2016) könnten herangezogen werden, um sich in zukünftigen Situationen nicht mehr durch störende Gedanken beeinträchtigen zu lassen.

2.6 Schlaf als ganzheitlicher Erholungsfaktor

Die Bedeutung des Schlafes für das generelle psychische und physische Wohlbefinden ist in der Sportwissenschaft weitgehend anerkannt (Halson 2014; Kölling et al. im Druck; Kölling et al. 2016a; Nédélec et al. 2015a). Besonders deutlich wird seine Bedeutung für kognitive und neuronale Prozesse sowie die Stimmung im Zusammenhang mit Schlafmangel (Engle-Friedman 2014; Fullagar et al. 2015) sowie durch verlängerte Schlafphasen (Kamdar et al. 2004; Kölling et al. 2016b; Mah et al. 2011).

Auch wenn die Mechanismen (kumulierter) mentaler Ermüdung noch nicht vollständig geklärt sind, scheint es daher einleuchtend, dass Sportlerinnen und Sportler regelmäßig auf ausreichend Schlaf achten sollten. Jedoch liegen inzwischen zahlreiche Befunde vor, dass gerade Leistungssportlerinnen und -sportler nicht genug bzw. qualitativ hochwertigen Schlaf erhalten (Fietze et al. 2009; Lastella et al. 2015; Leeder et al. 2012; Sargent et al. 2014). Die Anwendung von schlafhygienischen Regeln stellt u. a. eine Möglichkeit zur Optimierung der Schlafphase dar (Halson 2014; Nédélec et al. 2015b; Van Ryswyk et al. 2017). Außerdem kann der zuvor beschriebene Power Nap eine zusätzliche Erholungsstrategie – insbesondere im Hinblick auf reduzierten Nachtschlaf – darstellen (Postolache et al. 2005; Robson-Ansley et al. 2009; Waterhouse et al. 2007).

Was jedoch für eine Person als ausreichend gilt, kann nicht pauschal vorgegeben werden, sondern ist sehr individuell und hängt zudem von verschiedenen Faktoren, u. a. den Trainingszeiten und persönlichen Präferenzen, ab. Ein wichtiges Kriterium ist allgemein, zügig einzuschlafen, selten (< 3 mal) nachts aufzuwachen und sich nach dem Aufstehen frisch und erholt zu fühlen sowie tagsüber keine extreme Schläfrigkeit zu verspüren.

2.7 Sportpsychologische Strategien und Konzepte

Diverse psychoregulative Verfahren können je nach Situation und Zielsetzung verschiedene Funktionen erfüllen, welche der Antriebs-, Orientierungs-, Ausführungs-, oder Kontrollregulation dienen können (Frester und Mewes 2008). Für einen Überblick über die häufigsten Methoden sei auf weitere Grundlagenwerke angewandter Sportpsychologie hingewiesen (Beckmann und Elbe 2008, 2015; Beckmann und Kellmann 2008; Stoll et al. 2010). Eine kürzlich erschienene Meta-Analyse konnte die positiven Effekte psychologischer sowie psychosozialer Interventionen auf die sportliche Leistung respektive Leistungsfähigkeit aufzeigen (Brown und Fletcher 2017). Ein Einfluss auf die mentale Erholung kann hierbei jedoch nur indirekt über die Leistungsverbesserung angenommen werden.

Beispielhaft für sportpsychologische Interventionen sei an dieser Stelle das mentale Training (Imagery) erwähnt, welches eine verbreitete Methode zur Unterstützung des Techniktrainings, der Wettkampfvorbereitung, der Angstregulation oder des Rehabilitationsprozesses bei Verletzungen darstellt (Mayer und Hermann 2015). Hierbei werden Bewegungsabläufe oder spezifische Situationen in möglichst realistischer Weise vorgestellt und in Gedanken erlebt, ohne dass eine tatsächliche physische Ausführung stattfindet (Jones und Stuth 1997). Ein direkter Einfluss bzw. Zusammenhang zwischen regelmäßigem mentalem Training auf den Effekt mentaler Ermüdung respektive Erholung ist bisher nicht explizit untersucht worden. Es wäre jedoch denkbar, dass mit dieser Methode erfahrene Athletinnen und Athleten, die sich besonders auf die Bewegungsausführung in belastenden Situationen fokussieren, einen günstigeren Umgang mit oder eine geringere Auswirkung der mentalen Ermüdung zeigen. Dies ist insbesondere dann von Bedeutung, wenn dadurch die Anzahl der (intensiven) körperlichen Trainingseinheiten reduziert werden kann.

2.8 Persönlichkeitseigenschaften als mögliche Einflusskomponenten

Im Kontext des Leistungssports sind Persönlichkeitseigenschaften ein häufiger Untersuchungsgegenstand. Es wird nach Ausprägungen und Faktoren gesucht, die Athletinnen und Athleten zwischen erfolgreichen von weniger erfolgreichen, talentierten von weniger talentierten, oder im Leistungssport verbleibenden von Drop-outs unterscheiden. Es ist daher davon auszugehen, dass es gewisse Charakteristika gibt, die bei einigen Personen eine höhere respektive geringere Anfälligkeit für Symptome der mentalen Ermüdung bzw. einen günstigeren Umgang mit dieser aufweisen.

Ein Konzept ist die mentale Stärke, das in diesem Zusammenhang weiter zu untersuchen ist (Jones et al. 2002, 2007). So stellte sich in einer Untersuchung mit Tennisspielerinnen und -spielern mentale Stärke als Prädiktor für den Beanspruchungszustand heraus (Cowden et al. 2016). Eine hohe Ausprägung mentaler Stärke geht demnach mit einer geringen wahrgenommenen Beanspruchung einher und impliziert somit eine günstigere Anpassung an Belastungen und Anforderungen. Cowden et al. (2016) schlagen außerdem vor, in zukünftigen Studien den Aufmerksamkeitsfokus und die Konzentrationskapazitäten als mögliche Prädiktoren oder Einflussfaktoren auf mentale Stärke zu untersuchen. Mentale Stärke scheint zudem mit günstigeren Schlafparametern in der Adoleszenz zusammen zu hängen (Brand et al. 2014). Dabei nehmen Brand et al. (2014) eine bidirektionale Beziehung an, wodurch sich durch verbesserten Schlaf eine höhere mentale Stärke erzielen lässt, respektive durch eine erhöhte mentale Stärke einen erholsameren Schlaf. Eine Längsschnittstudie mit Berufsschülerinnen und -schülern zeigte zudem, dass Personen mit einer hoch ausgeprägten mentalen Stärke besser mit wahrgenommenem Stress umgehen können (Gerber et al. 2013). Eine Möglichkeit, mentale Stärke in belastenden Situationen zu fördern, stellt das sogenannte Stressimpfungstraining nach Meichenbaum (2003) dar. Hierbei werden unter anderem aktive, emotions- und selbstkontrollbezogene Bewältigungsstrategien eingeübt, in Vorstellungs- und Verhaltensübungen trainiert und in der Realität in abgestuften Stresskonfrontationen durchgeführt. Dieser Ansatz könnte auch als mögliche Trainingsstrategie zum Umgang mit mental (und gleichzeitig körperlich) belastenden Wettkampfsituationen angewendet werden. Es ist jedoch noch offen, ob sich der Zustand mentaler Ermüdung mit Hilfe dieses Trainings verhindern bzw. vermindern lässt und ob der Umgang mit den auftretenden Symptomen dadurch funktionalisiert werden kann.

Im Zusammenhang zur mentalen Ermüdung und Erholung können auch volitionale Prozesse eine Rolle spielen, da es in Leistungssituationen darauf ankommt, die Handlung trotz aufkommender Widerstände aufrecht zu erhalten (Beckmann et al. 2009; Kuhl 1983). Selbstregulationsprozesse zur Enkodierungs-, Emotions-, Aufmerksamkeits- und Motivationskontrolle sind hierfür von zentraler Bedeutung. Es ist zu vermuten, dass Sportlerinnen und Sportler, die sich effektiv gegen Störeinflüsse behaupten können, auch einen günstigeren Umgang mit dem Zustand mentaler Ermüdung zeigen und ihre Leistungsfähigkeit länger aufrechterhalten können.

3 Implikationen für die Praxis

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass eine Kombination von spezifischen physiologischen, verhaltensbezogenen sowie subjektiv-psychologischen Anzeichen bzw. Faktoren den mentalen Ermüdungszustand charakterisieren und sich diese Faktoren gegenseitig bedingen bzw. in einer wechselseitigen Abhängigkeit stehen. Jedoch kann auch abgeleitet werden, dass diese Anzeichen nicht auf allen Ebenen gleichzeitig auftreten müssen, damit der Zustand der mentalen Ermüdung auftritt bzw. erreicht wird. Zudem deuten die aktuellen Untersuchungsergebnisse daraufhin, dass in erster Linie verhaltensbezogene sowie subjektiv-psychologische Faktoren als Marker von mentaler Ermüdung herangezogen werden sollten (van Cutsem et al. 2017). Die Komplexität sowohl des Konzepts der mentalen Ermüdung als auch der mentalen Erholung erschwert dabei einerseits eine allgemeine Definition sowie andererseits eine generelle Ableitung von Interventions- und Handlungsempfehlungen.

Es wird aber deutlich, dass es für Athletinnen und Athleten notwendig ist hohe Trainings- und Wettkampfbelastungen sowie weitere Einflussfaktoren zu tolerieren, um Spitzenleistung erbringen zu können (Meyer 2010). Die Summe dieser sportspezifischen und externen Anforderungen hat in vielen Sportarten ein solches Beanspruchungsniveau erreicht, dass eine weitere Steigerung der Leistungsfähigkeit ausschließlich über den Trainingsprozess als nicht zielführend angesehen wird (Faude und Meyer 2012; Meyer et al. 2016). Somit hat sich auch in der leistungssportlichen Betreuung die Ansicht durchgesetzt, dass in einer optimierten Erholung ein Schlüssel zur Steigerung der Leistungsfähigkeit steckt, wobei sowohl die physische Regeneration als auch die mentale Erholung eine wichtige Rolle spielen (Kellmann und Beckmann 2018; Meyer 2010; Meyer et al. 2016). Nach körperlichen Belastungen ist es notwendig die gesamten Leistungsreserven des Körpers wieder aufzufüllen, doch nicht nur die Physis, sondern auch die Psyche muss sich von den Belastungen erholen. Demnach ist für Athletinnen und Athleten im Spitzensport ein ‚müder Geist‘ genauso entscheidend wie ermüdete Muskeln und damit nimmt auch die mentale Erholung einen entscheidenden Stellenwert ein.

Daran anknüpfend ist eine optimale Leistung nur möglich, wenn Athletinnen und Athleten sich nach Trainingseinheiten und/oder einem Wettkampf individuell angemessen erholen und zudem ein optimales Gleichgewicht zwischen Beanspruchung und Erholung besteht bzw. der Wechsel zwischen Belastung, adäquater Erholung und nachfolgender Belastung optimal ausgestaltet ist (Kellmann 2008; Kuipers 1998). Hierfür sind zunächst wichtige Voraussetzungen zu klären, die sich auf die Identifikation der jeweiligen Belastung beziehen. Handelt es sich um eine akute, in der aktuellen Situation auftretende Beanspruchung oder um einen graduellen, kumulierenden Prozess? Ist die Belastung körperlich (z. B. sportbezogen), kognitiv oder eher emotional? Oder auf mehreren dieser Ebenen gleichzeitig? Entscheidend ist dabei vor allem die subjektive Perspektive, da sich durch die individuelle Wahrnehmung und Bewertung dieser Situation bzw. dieser Belastung der jeweilige Erholungsbedarf ergibt.

Während die mentale Ermüdung im Sport eine zunehmende Aufmerksamkeit erfährt und empirisch untersucht wird, liegen in Bezug auf mentale Erholung derzeit noch wenige Befunde vor, so dass derzeit lediglich die Empfehlung ausgesprochen werden kann, dass jede Person für sich selbst die angemessene Strategie auswählen und anwenden sollte, die subjektiv am wirksamsten erscheint. Neben den in Tabelle 1 aufgeführten Strategien sollte es das Ziel sein, die kognitiven Belastungen so gut wie möglich vor und während des Wettkampfes zu reduzieren sowie die Widerstandsfähigkeit gegenüber den Effekten von mentaler Ermüdung (v. a. Müdigkeitsempfinden, Aktivierungsmangel, Anstrengungswahrnehmung, Konzentrationsabnahme etc.) insbesondere innerhalb eines Wettkampfs oder bei aufeinanderfolgenden Wettkämpfen zu erhöhen (van Cutsem et al. 2017). Für die Trainingspraxis ist ferner festzuhalten, dass es nicht ‚den‘ Ermüdungs- und Erholungsindikator gibt (Meyer et al. 2016). Eine effektive Trainingssteuerung und optimiertes Regenerationsmanagement können jedoch durch ein regelmäßiges, begleitendes Monitoring unterstützt werden (Bourdon et al. 2017; Heidari et al. (2018); Kellmann et al. 2018a).

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Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Sarah Kölling
    • 1
    • 2
    Email author
  • Fabian Loch
    • 1
  • Michael Kellmann
    • 1
    • 3
  1. 1.Fakultät für SportwissenschaftRuhr-Universität BochumBochumDeutschland
  2. 2.Department of Sport ScienceStellenbosch UniversityStellenboschSüdafrika
  3. 3.School of Human Movement and Nutrition SciencesThe University of QueenslandBrisbaneAustralien

Section editors and affiliations

  • Dieter Hackfort
    • 1
  1. 1.Department für SportwissenschaftUniversität der Bundeswehr MünchenNeubibergDeutschland

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