Advertisement

Burnout und Sport

  • Jens KleinertEmail author
  • Hanna Raven
  • Marion Sulprizio
Living reference work entry

Zusammenfassung

Burnout im Sport wird sowohl mit hohen Belastungen und Beanspruchungen bei Trainern als auch bei Athleten verbunden. Erklärungsmodelle sind vielfältig, weshalb im vorliegenden Beitrag eine Synopse entwickelt wird, nach der sowohl Umwelt-, Arbeits- und Tätigkeitsbedingungen als auch körperliche, affektive, kognitive und behaviorale Prozesse auf Seiten der Person zur Burnout-Entstehung beitragen können. Nach einer Übersicht zu diagnostischen Zugängen werden dieser Synopse unterschiedliche Ergebnisse der Burnout-Forschung zugeordnet. Weiterhin werden modellorientiert Zugänge zur Prävention und Behandlung von Burnout skizziert. Darüber hinaus thematisiert der Beitrag, dass körperliche Aktivität selbst aber auch als Präventions- und Interventionsmaßnahme von Burnout eingesetzt werden kann.

Dieser Beitrag ist Teil der Sektion Sportpsychologie, herausgegeben vom Teilherausgeber Dieter Hackfort, innerhalb des Handbuchs Sport und Sportwissenschaft, herausgegeben von Arne Güllich und Michael Krüger.

Schlüsselwörter

Burnout affektive Störung Trainer Athleten Diagnostik Prävention Behandlung 

1 Einleitung und Definition

Unabhängig vom Anwendungsfeld Sport ist Burnout seit den 70er-Jahren in der wissenschaftlichen Literatur präsent (Freudenberger 1974; Maslach 1976); bereits in den frühen 80er-Jahren, tauchte Burnout in der sportpsychologischen Literatur auf (Gieck et al. 1982; Caccese und Mayerberg 1984), was die Relevanz von Burnout für das Berufs- und Tätigkeitsfeld des Sports verdeutlicht. Ausdruck dieser Relevanz ist auch eine inzwischen große Anzahl von Forschungsarbeiten, die sich von Beginn der sportwissenschaftlichen Burnout-Forschung an sowohl mit dem Berufsfeld des Trainers als auch mit der Perspektive der Sportler und Sportlerinnen beschäftigt haben (Dale und Weinberg 1990; Goodger et al. 2007). Neben den Themen „Burnout bei Sportlern“ und „Burnout bei Trainern“ behandelt der vorliegende Beitrag einen dritten Aspekt von Burnout und Sport, nämlich die präventiven oder rehabilitativen Effekte von Bewegung und körperlicher Aktivität auf die Entstehung oder Behandlung von Burnout. Diese drei Themen werden in eigenen Abschnitten behandelt nachdem im Folgenden definitorische, modellorientierte und diagnostische Aspekte von Burnout übergreifend besprochen werden.

Definitionen von Burnout sind vielfältig und beinhalten zumeist sowohl Arbeitsprozesse oder Tätigkeiten, auf die sich Burnout bezieht als auch die Symptome, die bei Burnout vorherrschen. In Hinsicht auf die Tätigkeiten wird zumeist die Interaktion zwischen der Person und ihrer sozialen (beruflichen) Umwelt hervorgehoben (Dale und Weinberg 1990); die drei Aspekte Person, Umwelt und Interaktion bilden im transaktionalen Konzept nach Lazarus und Folkman (1987) zwingend eine Einheit, in der die Tätigkeit (z. B. der Beruf) als das zentrale, verbindende Element betrachtet werden kann (s. auch die handlungstheoretische Grundlegung nach Nitsch 2004); Tätigkeiten führen insbesondere dann zu einer starken Burnout-Gefährdung, wenn soziale Anforderungen oder Ansprüche durch die Person als hoch und als bedeutsam bewertet werden sowie personale oder soziale Ressourcen als niedrig eingeschätzt werden. Solche kritischen Konstellationen kommen insbesondere bei sozialen Berufen vor (z. B. Therapeuten, Pflegepersonal), weswegen Maslach und Jackson Burnout ursprünglich auf derartige soziale Tätigkeiten bezogen haben („among individuals who do ‚people-work‘ of some kind“; Maslach und Jackson 1981, S. 99). Anforderungen in solchen sozial-kritischen Kontexten sind aber auch gerade für den Bereich des (Leistungs-) Sports typisch, was sowohl für den Trainer als auch für Athleten gilt.

In Hinsicht auf die Symptome des Burnout werden üblicherweise drei Symptomgruppen postuliert (Maslach et al. 2001; Perlman und Hartman 1982), die weitgehend auch für das sportliche Anwendungsfeld angenommen werden (Goodger et al. 2007; Raedeke 1997). Diese sind: (1) emotionale und physische Erschöpfung („emotional/physical exhaustion“), (2), Depersonalisation, Zynismus oder Abwertung der Tätigkeit („depersonalisation“) sowie (3) ein verringertes Leistungsempfinden („reduced sense of accomplishment“). Von diesen drei Symptomgruppen sind Symptome der Erschöpfung als Kardinalssymptome zu bezeichnen; Zusammenhänge von Erschöpfung mit einer abwertenden Einstellung oder mit dem verringerten Leistungsempfinden sind kausal uneindeutig (Maslach et al. 2001).

Aufgrund des Kardinalssymptoms der emotionalen und physischen Erschöpfung wird Burnout häufig mit Depression in Zusammenhang gebracht. Beide Störungsbilder sind affektiv-motivationale Störungen, allerdings besitzt Burnout im Gegensatz zur klassischen Depression einen zumeist eindeutigen ätiologischen Kontext, das heißt es entsteht typischerweise in einem Lebensbereich (z. B. Beruf, Leistungssport), der mit erhöhten Belastungen und Anforderungen einhergeht. Dieser ätiologische Kontext ist sowohl durch eine hohe Leistungsorientierung (z. B. Leistungsziele und -vereinbarungen) als auch durch weitere krankheitsverstärkende personale und soziale Bedingungen (z. B. Kurzzeitverträge, Förderungssystem in Kadern) bestimmt (Bakker et al. 2000). Demgegenüber ist für Depressionen, wie sie im DSM IV oder ICD-10 (F 32) diagnostiziert werden, typisch, dass sie kontextübergreifend entstehen und auftreten (Dilling 1992; Sass 2003). Als definitorische Annäherung kann also festgehalten werden: Burnout ist eine prozesshaft verlaufende affektiv-motivationale Störung, die in einem abgrenzbaren, leistungsorientierten Lebenskontext transaktional entsteht und mit einer zunehmenden emotionalen und krankheitsrelevanten Beanspruchung einhergeht.

Auf Basis dieser Begriffsbestimmung betrachtet der vorliegende Beitrag sowohl Burnout im Sport (Abschn. 2) also auch Sport und Bewegung als Mittel in der Prävention oder Rehabilitation des Burnout (Abschn. 3).

2 Burnout im Sport

2.1 Modelle und Prozesse der Burnout-Entstehung im Sport

Der ursprüngliche Gedanke von Burnout lag in der besonderen Bedeutung und Belastung sozial verantwortlicher Arbeit (Freudenberger 1975; Maslach 1979). Freudenberger (1975, S. 73) drückte dies so aus: „… we usually are fighting a battle on at least three fronts – we are contending with the ills of society, with the needs of the individuals who come to us for assistance, and with our own personality needs“. Diese Aussage zur typischen Spannungslage bei Burnout trifft im Sport zweifellos zumindest für den Beruf des Trainers im Leistungssport zu; zugleich geriet dieser spannungsgeladene Konflikt zwischen gesellschaftlicher und sozialer Verantwortung einerseits und den eigenen Bedürfnissen und Wünschen andererseits in den folgenden Jahren der Burnoutforschung mehr und mehr aus dem Blickfeld. Stattdessen wurden Modelle entwickelt, die entweder eine selektiv kognitivistische Sicht auf Burnout besitzen oder Burnout durch ein teils eingegrenztes Stressverständnis erklären. Hierbei sind diese Ansätze keineswegs als falsch zu bezeichnen, sondern lediglich als stark limitiert und weitgehend losgelöst von der inter- oder transaktionalen Struktur des Burnout-Prozesses, die durch die helfende und sozial bedeutsame Aufgabenstruktur eines Tätigkeitskomplexes gekennzeichnet ist. Um die Komplexität des Burnout-Prozesses gleichzeitig zu beschreiben und zu strukturieren, werden im Folgenden verschiedene Erklärungsmodelle von Burnout vier Erklärungskomponenten zugeordnet, nämlich (1) der Umwelt- und Interaktionsstruktur (bzw. Aufgabenstruktur) sowie auf Seiten des Individuums den (2) kognitiven, (3) affektiven und (4) physiologischen Prozessen (vgl. Abb. 1).
Abb. 1

Erklärungskomponenten der Burnout-Entstehung

  1. (1)

    Umwelt-, Aufgaben- und Tätigkeitsbedingungen

     

Entsprechend des ursprünglichen Gedankens von Burnout ist die Aufgabe bzw. Tätigkeit und die darin verankerte Interaktion mit der sozialen Umwelt das bestimmende und auslösende Moment der Burnout-Entstehung (vgl. auch die Erklärungsmodelle von Maslach und Goldberg 1998 und Perlman und Hartman 1982). Burnout-förderliche Eigenschaften des Aufgaben- und Tätigkeitsfeldes sind nach Maslach und Goldberg (1998) sowie Perlman und Hartman (1982) beispielsweise geringe Autonomie, soziale Kontrolle, sozialer Druck, negatives Feedback oder geringe soziale Unterstützung. Zu diesen ungünstigen Aufgabenbedingungen gesellt sich üblicherweise ein hohes Maß an wahrgenommener sozialer Verantwortung, entweder im direkten Arbeitsumfeld (z. B. Trainer für seine Athleten; Spieler für Mitspieler) oder in indirekter Form (z. B. Verantwortung im familiären Umfeld).

Coakley (1992) sieht Burnout im Sport als Funktion eines soziokulturellen Raums. In seiner Modellsicht von Burnout spielen soziokulturelle Faktoren der sportlichen Tätigkeit (z. B. Vereinsstrukturen, aber auch Rolle und Status im Team) und übergeordnete soziokulturelle Faktoren eine besondere Rolle (z. B. sozioökonomischer Status, Identitätsentwicklung). Diese Faktoren führen dem Autor nach zur Einengung von Handlungsspielräumen und von Autonomie, was gleichermaßen die Identitätsbildung einschränkt und die Burnout-Gefährdung steigert.

Sowohl Umwelt- als auch Tätigkeitsstrukturen können (und müssen) sowohl von einer objektiven als auch von einer subjektiven Perspektive aus betrachtet werden. Die objektive Perspektive ist die eines äußeren Beobachters, eines Dritten, der nicht selbst im Geschehen involviert ist (z. B. eines sportpsychologischen Beraters). Diese objektive Sicht eines Dritten ist hilfreich, um Diskrepanzen zur subjektiven Perspektive der Betroffenen (z. B. des Trainers) aufzuzeigen; diese Diskrepanzen verdeutlichen, wie Wahrnehmungs- und Bewertungsprozesse tatsächliche Gegebenheiten subjektiv verändern und damit ein Burnout-Geschehen einleiten, aufrechterhalten oder verschlimmern können.
  1. (2)

    Kognitive Prozesse

     

In seinem kognitiv-affektiven Modell setzt Smith (1986) einen Schwerpunkt auf die Wahrnehmung und Bewertung von Aufwänden (auch „Kosten“) sowie Effekten (auch „Nutzen“) der Tätigkeit als Trainer oder Athlet. Smith bezieht sich hierbei auf die „Social Exchange Theory“ von Thibaut und Kelley (1959) und führt aus, dass Burnout insbesondere dann entstehen kann, wenn die Effizienz der Aktivität (d. h. der Effekt minus dem Aufwand) ungünstig eingeschätzt wird, also angestrebte Belohnungen (z. B. Geld, Erreichen von emotional bedeutsamen Zielen) mit sehr hohen Kosten (z. B. aufgewendete Zeit, zwischenzeitliches Misserfolgserleben) verbunden sind.

Wann Effizienz (auch „Outcome“ bei Smith 1986) von Trainern oder Athleten als ungünstig eingeschätzt wird, hängt von einem individuellen Vergleichsmaßstab ab („was erwarte ich für mich grundsätzlich“). Allerdings führt als ungünstig eingeschätzte Effizienz nicht zwangsläufig zu Burnout; vielmehr können auch alternative Tätigkeiten gesucht werden, die mehr Effizienz erwarten lassen. Sollte es solche Tätigkeiten geben, entsteht eher Dropout statt Burnout (z. B. der Wechsel der Sportart oder das Aufgeben des professionellen Sports zu Gunsten anderer Berufe). Erst wenn (subjektiv) keine Alternativen bestehen und der Betroffene trotz ungünstiger Effizienz im System verbleibt, wächst die Burnout-Gefahr. Weil in diesem Zustand noch keine Depersonalisation und nur geringere Leistungsminderung zu erwarten ist, könnte er auch als „Pre-Burnout“ beschrieben werden (vgl. Abb. 2).

Effizienz-Kalkulationen sind nur ein Element einer stresstheoretischen Konzeption, da der transaktionale Stressansatz von Lazarus und Folkman neben diesen Kalkulationen besonders auf die Kontrollierbarkeit der Tätigkeit eingeht und hiermit explizit einem handlungstheoretischen Grundverständnis folgt (Lazarus und Folkman 1987; Nitsch 2004). Kontrollierbarkeit spielt auch bei Burnout-Prozessen im Sport eine wesentliche Rolle (Coakley 1992; Smith 1986) und bezieht sich auf die Bewertung unterschiedlicher Ressourcen (z. B. personeller, sozialer oder ökonomischer Art). Ressourcenbewertung und Kontrollierbarkeit stellen zugleich entscheidende Weichen im Burnout-Prozess dar, die entweder in Richtung einer Bewältigungshandlung oder in Richtung zunehmender Hilflosigkeit weisen. Wenn im ersten Fall die Bewältigungshandlung erfolgreich ist, führt dies dazu, dass Burnout vermieden oder behoben wird, während im zweiten Fall die wahrgenommene Hilflosigkeit mit dem Gefühl von Inkompetenz einhergeht und es langfristig zur Abwertung der Tätigkeit führt; hiermit sind dann alle drei Symptomgruppen ausgeprägt (d. h. Erschöpfung, Leistungsminderung, Abwertung der Tätigkeit) und es zeigt sich das Vollbild Burnout (vgl. Abb. 2).

Schmidt und Stein (1991) ergänzen die bislang beschriebenen Abläufe um das Element des Investment. Investments stellen investierte Ressourcen dar, die man verliert, wenn die Tätigkeit aufgegeben wird (Rusbult et al. 1982). Sie können intrinsischer Natur sein (z. B. verbrachte Zeit, investierte Gefühle) oder außerhalb der eigentlichen Handlung, d. h. extrinsisch, liegen (z. B. geknüpfte Beziehungen, Sicherheiten). In funktionierenden und befriedigenden Tätigkeiten und Person-Umwelt-Beziehungen sind Investments üblicherweise hoch – eine Person ist geneigt viel zu investieren, weil das Investment sich subjektiv lohnt und einen hohen Nutzen hat. Allerdings kann im schlechten Fall hohes Investment auch eine Kompensationshandlung bei sinkendem Nutzen sein. Schmidt und Stein gehen daher davon aus, dass im Burnout ein hohes Investment vorliegt. Dies kann jedoch nur für ein frühes, unvollständiges Stadium („Pre-Burnout“) angenommen werden, dass davon gekennzeichnet ist, dass der Betroffene hohe Aufwände betreibt, um die Situation doch noch zu kontrollieren und zum Guten (d. h. zu einer höheren Effizienz) zu wenden. Demgegenüber ist das endgültige Burnout dadurch gekennzeichnet, dass das Investment sinkt, d. h. eine zunehmende Lösung von der Tätigkeit und allen damit verbundenen Einstellungen oder Beziehungen stattfindet, was sich als Depersonalisation oder Abwertung (Devaluation) zeigt. Sinkendes Investment, Abwertung und Depersonalisation können daher als (maladaptive) Bewältigungsversuche bei nicht mehr kontrollierbaren und emotional beanspruchenden Tätigkeitsbedingungen verstanden werden – Burnout stellt in dieser Hinsicht eine Form der Flucht oder Vermeidung in langfristigen, emotionalen Beanspruchungslagen dar (Lazarus und Folkman 1987).
  1. (3)

    Affektive Prozesse

     
Affektive Prozesse besitzen eine hohe Dominanz im Burnout-Prozess, nicht nur deshalb weil die emotional-körperliche Erschöpfung das Kardinalsymptom von Burnout ist. Vielmehr sind affektive Prozesse eng mit der Entwicklung von Burnout verknüpft, nämlich sowohl mit den zuvor beschriebenen kognitiven Prozessen als auch direkt mit der Umsetzung von Aufgaben oder Tätigkeiten (vgl. Abb. 2): (a) Im Rahmen von Effizienzkalkulationen werden positive Gefühle als Nutzen und negative Gefühle als Kosten einkalkuliert (Smith 1986). Athleten, die mit einem unguten Gefühl zum Training oder Wettkampf fahren oder im Rahmen der sportlichen Aktivität enttäuscht werden, kalkulieren diese affektiven Erfahrungen zweifellos auf der Minusseite ihrer Bewertungen. Demgegenüber werden Gefühle der Freude (z. B. bei Erfolg oder sozialen Kontakten) als Nutzen einbezogen. (b) Im Rahmen von Bewältigungsprozessen sind Affekte häufig der Gegenstand der Bewältigung (symptomorientierte Bewältigung). Insbesondere im Pre-Burnout ist zu erwarten, dass Trainer oder Athleten mit ihren negativen Gefühlen oder mit der zunehmenden Erschöpfung umgehen, indem sie sich beispielsweise durch soziale oder körperliche Aktivitäten ablenken bzw. erholen (Kallus und Kellmann 2000). (c) Affekte sind jedoch nicht nur Gegenstand von Bewertung oder Bewältigung, sondern auch eine Koinzidenz der Tätigkeit, das heißt Affekte werden während einer sportlichen Aufgabe oder Tätigkeit unmittelbar und laufend gebildet. Diese laufende Beteiligung der Affekt- bzw. Gefühlslage lässt sich nicht allein durch Bewertungsprozesse erklären (vgl. Zajonc 1980) und dies schon gar nicht durch bewusste oder gezielte Bewertungen. Vielmehr lösen bestimmte Handlungserfahrungen oder körperliche Gefühlslagen Affekte unmittelbar aus, ohne dass eine explizite Bewertung dieser Erfahrungen stattfindet – Affekte sind in dieser Hinsicht nicht Bewertungsfolgen, sondern Begleiter sportlicher Handlungen.
Abb. 2

Integrative handlungsorientierte Synopse unterschiedlicher Modellansätze der Burnout-Enstehung (Erläuterungen s. Abschn. 2.1)

Handlungsbegleitende Affekte unterscheiden sich je nach Phase der Burnout-Entstehung. In der Phase starker Bindung erleben oder erwarten Athleten oder Trainer überwiegend positive Affekte; daher ist Pre-Burnout zwar durch negatives Affekterleben aber auch durch positive Affekterwartungen gekennzeichnet (Hoffnung auf Erfolg und Besserung). Die Hoffnung auf eine positive Veränderung gepaart mit einem Gefühl der Handlungskontrolle führt dazu, dass im Pre-Burnout die Affekt-Bilanz durchaus noch ausgeglichen sein kann, während körperliche Erschöpfung bereits hoch ausgeprägt ist (auch aufgrund des hier hohen Investment). Im Vollbild des Burnout allerdings liegen nicht nur negative handlungsbegleitende, sondern auch negative Erwartungsaffekte vor (Hoffnungslosigkeit, Kontrollverlust), was sich in einer sehr stark negativen affektiven Gesamtsituation (depressive Stimmungslage und emotionale Erschöpfung) zeigt.

Insbesondere in neueren Konzepten wird die negative Affektlage im sportbezogenen Burnout mit einer fehlenden Bedürfnisbefriedigung in Verbindung gebracht (Amorose et al. 2009; Eklund und DeFreese 2015; Li et al. 2013), was außerhalb des Sports bereits früher diskutiert wurde (Farber 1983). Dieser Sichtweise nach ist es insbesondere die langfristig fehlende Befriedigung basaler Bedürfnisse nach Beziehung, Kompetenz oder Autonomie (Deci und Ryan 2000) oder mehr noch die Frustration dieser Bedürfnisse (z. B. Isolation, Misserfolg, Bevormundung; Vansteenkiste und Ryan 2013), die zur affektiven und hiermit auch motivationalen Störung führt, die sich im Burnout-Phänomen typischerweise manifestiert.
  1. (4)

    Physiologische Prozesse

     

Die Bedeutung physiologischer Prozesse für die Entstehung von Burnout ist weitgehend unklar. Zu kurz gegriffen ist zweifellos die Reduktion des Athletenburnout auf eine Extremform von Übertraining, wie sie beispielsweise von Silva (1990) nahegelegt wird. Zwar kann Übertraining gepaart mit schlechter Regeneration und Erholung (Kallus und Kellmann 2000) eine Komponente sein, die sich im Rahmen der Burnout-Entstehung verstärkend, vielleicht sogar mitverursachend darstellt, jedoch spielen in solchen Fällen kognitive Faktoren (z. B. die Bewertung oder Attribution der Trainingsverfassung) oder sozial-strukturelle Faktoren (z. B. das Verhältnis zum Trainer) mindestens ebenso entscheidende Rollen, ohne die zwar extreme körperliche Erschöpfungssyndrome (gepaart mit Erkrankungen oder Verletzungen) aber kaum das Gesamtbild eines Burnout (mit Depersonalisation und Abwertung der Tätigkeit) zu erwarten ist.

Andererseits sollte die enge Verbindung von körperlichen und affektiven Prozessen nicht unterschätzt werden. Diese Verbindung wird insbesondere daran deutlich, dass erlebte Symptome körperlicher und emotionaler Erschöpfung kaum zu trennen sind, was auch durch den hohen Zusammenhang von körperlichen Leistungseinbußen (Leistungstief) und affektiven Störungen belegbar wurde (St. Clair Gibson et al. 2006; Armstrong und van Heest 2002). Zwei kausale Modelle lassen sich beschreiben: Zum einen behindert körperliche Erschöpfung das Umsetzen von erholsamen (Altfeld und Kellmann 2013) und befriedigenden Handlungen, entweder innerhalb oder außerhalb des Sports. Hierdurch wird das Bewältigungsverhalten eingeschränkt, was einen Ausgleich der affektiven Störung beeinträchtigt. Zum zweiten führt körperliche Erschöpfung zur Reduktion von Trainings- oder Wettkampferfolgen, was zusätzliche negative Bewertungen und Affekte hervorruft und zum Bild der Abwertung der eigenen Leistungsfähigkeit führt. Zugleich zeigen beide Erklärungsansätze, dass körperliche Prozesse im Burnout-Geschehen in Verbindung mit affektiven und kognitiven Prozessen abgebildet werden sollten (vgl. Abb. 2).

2.2 Diagnostik von Burnout im Sport

Diagnostikverfahren zum Burnout im Sport lassen sich in athletenspezifische und trainerspezifische Verfahren differenzieren.
  1. (1)

    Athletenspezfische Verfahren

     

Die erste Entwicklung eines spezifischen Burnout-Fragebogens für Athleten legte Eades (1990) vor (EABI; Eades 1990). Nicht gänzlich konform mit der dreidimensionalen Struktur von Burnout umfasst das Instrument sechs Subskalen (negatives athletisches Selbstkonzept, emotionale/körperliche Erschöpfung, Abwertung des Sports, Abwertung durch Trainer und Teamkollegen, kongruente Athlet-Trainer-Erwartung, personal/athletic accomplishment). Das EABI wurde vereinzelt eingesetzt, konnte jedoch faktoriell nicht gänzlich repliziert werden (Gustafsson et al. 2007).

Daher wurde in der Folgezeit ein theoretisch konsistenteres Instrument von Raedeke entwickelt, der Athlete Burnout Questionnaire (ABQ; Raedeke 1997; Raedeke und Smith 2001). Der ABQ ist bis heute das nachweislich am meisten verwendete und zitierte Instrument zur Erfassung von Athletenburnout (Gustafsson et al. 2014). Der ABQ orientiert sich sowohl an den drei Grunddimensionen von Burnout (Erschöpfung, Abwertung, Leistungsminderung) als auch an der Operationalisierung dieser Komponenten durch das Maslach Burnout Inventory (Maslach und Jackson 1986).

Andere, teils nachträglich entwickelte Skalen berühren teils einzelne Dimensionen des Burnout. Häufig ist beispielsweise der Einsatz von Skalen zur Erfassung der Erschöpfungskomponente (vgl. RESTQ, Kellmann und Kallus 2001; EmRecQ, Lundqvist und Kenttä 2010), bei der zugleich ausgleichende Erholungsprozesse erfasst werden. Eine andere Perspektive nimmt der Athlete Engagement Questionnaire (Lonsdale et al. 2007) ein, durch den vor allem Investmentprozesse abgebildet werden können. Trotz ihrer Vorteile zur Untersuchung des Burnout-Prozesses können diese Verfahren jedoch nicht als Burnout-Instrumente bezeichnet werden, da sie sich strukturell von der theoretischen Grundkonzeption des Burnout unterscheiden.

Der ABQ als am häufigsten eingesetztes Instrument weist zwar in der Forschung eine stabile Validität und Reliabilität auf, für klinische Zwecke ist das Instrument jedoch noch nicht evaluiert. Hierfür fehlt es insbesondere am Nachweis von Cut-Off-Kriterien, die mit ausreichender Spezifität und Sensitivität Schranken für klinisch auffällige oder sogar behandlungsbedürftige Werte vorgeben. Bis heute ist daher unklar, ab welchen Werten engmaschige Beobachtungen oder sogar therapeutische Hilfen notwendig wären. Daher sind auch Aussagen über die Prävalenz des Burnout problematisch, weil hierfür derartige Schranken oder kritische Korridore vorliegen müssten. Ein vorläufiges Hilfsmittel zur Umgehung dieses Problems könnte der zeitgleiche Einsatz anderer, inhaltlich verwandter Screening-Verfahren (z. B. für Depression) mit bekannten klinischen Grenzwerten sein (z. B. des PHQ2, Löwe et al. 2005). Zukünftig erscheint die nähere Untersuchung der klinischen Relevanz des ABQ jedoch unbedingt notwendig.
  1. (2)

    Trainerspezifische Verfahren

     

Caccese und Meyerberg (Caccese und Mayerberg 1984) widmeten sich als erste Wissenschaftler der systematischen Erfassung von Trainerburnout mittels eines Fragebogens. Sie untersuchten mit einer für Trainer angepassten Version des Maslach-Burnout-Inventorys (MBI, Maslach und Jackson 1986) den Unterschied zwischen weiblichen und männlichen Trainern hinsichtlich ihres Burnout-Grades. In ähnlicher Art und Weise benutzten in der Vergangenheit viele Studien den MBI und passten die Originalitems und Instruktionen an die Gegebenheiten des Trainerberufs an (z. B. Tashman et al. 2010).

Aus dem Athlete-Burnout-Questionnaire (ABQ; Raedeke und Smith 2001; siehe vorheriger Abschnitt) wurde das Coach-Burnout-Questionnaire (CBQ; Harris und Ostrow 2008) entwickelt und ebenfalls zur Untersuchung von Burnout im Trainerberuf eingesetzt. Altfeld und Kellmann (2014b) konstruierten in gleicher Vorgehensweise eine deutsche Version des CBQ und testeten Reliabilität und Validität im Vergleich zum Hamburger Burnout Inventar (Burisch 2006) und der deutschen MBI-Trainerversion.

Kallus und Kellmann (2000) entwickelten einen für Trainer zugeschnittenen Erholungs-Belastungs-Fragebogen (RESTQ-Coach oder EBF-TR, Kallus und Kellmann 2000) und analysierten in ihren Studien zum Trainerburnout das Erholungs-Belastungsprofil der Teilnehmer und Teilnehmerinnen. Der Fragebogen basiert auf der Annahme, dass das Verhältnis von Belastung und Erholung „in Balance“ sein muss, so dass ein optimaler Beanspruchungszustand entsteht. Fehlt die Ausgewogenheit, so ist das Risiko für Burnout erhöht. Der Fragebogen besteht aus 80 Items, die die Belastungs- und Erholungsaktivitäten bezogen auf die letzten 3 Tage erfassen und anhand derer sich eine Erholungs-Belastungsbilanz erstellen lässt.

Lundkvist et al. (2014) prüften zusätzlich zum MBI und CBQ noch das Oldenburg Burnout Inventory (OLBI; Demerouti et al. 2003) als mögliches Instrument zur Erfassung von Trainerburnout, bevorzugen aber nach abschließender Analyse den CBQ.

In spezifischen Kontexten wurden auch Instrumente zur Erfassung von Trainerburnout entwickelt, die ebenfalls zumeist auf den MBI oder den ABQ zurückgehen. So entwickelten beispielsweise Clapper und Harris (2008) einen Fragebogen speziell für amerikanische College-Athletiktrainer, der zu den Items des MBI noch spezifische Items hinzufügt, die die Arbeitsbelastungen und Burnout-Gefährdungen wie z. B. administrative Verantwortung oder organisationale Unterstützung besonders im Athletiktrainerberuf fokussieren.

Neben MBI und ABQ wurde auch die Überdruss-Skala (englisch Tedium Measure, TM) zur Erfassung von (Trainer-)Burnout in der Wissenschaft genutzt. Diese wurde von Pines et al. (1981) veröffentlicht und nimmt keinerlei Bezug zu bestimmten Berufsgruppen, weshalb sie vielseitig einsetzbar ist. Schliermann et al. (2002) setzten dieses sportartunspezifische Instrument beispielsweise bei ihrer Studie mit Fußballtrainern ein und untersuchten den Zusammenhang von Burnout-Erleben mit habituellen Stressbewältigungsstrategien.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es bereits einige Instrumente zur Erfassung von Trainerburnout gibt, die aber noch nicht ausreichend abgesichert sind, da bei deren Validierung deutliche Limitationen (z. B. sportartspezifische Stichprobe) auftreten, so dass keine Generalisierung auf alle Trainer möglich ist.

2.3 Burnout bei Sportlern und Sportlerinnen

  1. (1)

    Häufigkeit und Ausprägungen

     

Häufigkeit und Ausprägungen eines manifesten Burnouts sind kaum einschätzbar, da ein sensitives und spezifisches Messinstrument bislang fehlt (vgl. Abschn. 2.2). Allerdings ergeben sich Hinweise für die Ausprägung von Burnout aus mittleren Werten und Standardabweichungen in verschiedenen Veröffentlichungen zum Athletenburnout. Für das vorliegende Kapitel wurden 19 Publikationen gesichtet und ausgewertet, die den ABQ bei Athleten und Athletinnen einsetzten (Gesamtstichprobe n = 4201). Auf der fünfstufigen Skala (1–5) ergeben sich für die Burnout-Dimension Erschöpfung die höchsten Werte (M = 2,45, SD = 0,82), gefolgt von der Dimension Verringertes Leistungsempfinden (M = 2,32, SD = 0,72), während die Abwertung der Tätigkeit am geringsten ausgeprägt ist (M = 2,02, SD = 0,81). Die Streuungen der Werte lassen erahnen, dass je nach Dimension jeder fünfte bis siebte Athlet Ausprägungen in der oberen Skalenhälfte aufweist (≥ 3) aber sehr hohe Werte (≥ 4) vermutlich nur selten erreicht werden.

Unklar ist, inwieweit bei den dargestellten Werten klinische Relevanz vorliegt. Eine solche Relevanz wäre beispielsweise gegeben, wenn ein hoher Leidensdruck, deutliche Einschränkungen der beruflichen (sportlichen) Funktionsfähigkeit oder sogar Beeinträchtigungen des alltäglichen Lebens vorkommen würden. Derartige klinisch relevante Rahmenbedingungen werden jedoch in den Forschungsarbeiten kaum bis gar nicht erfasst, zumindest nicht systematisch. Daher kann lediglich gemutmaßt werden, dass erst bei hohen Skalenwerten (z. B. zwischen 4 und 5) eine klinische Bedeutsamkeit vorliegt, wobei derartige Werte entsprechend der Verteilungen in Tab. 1 selten vorkommen.
Tab. 1

Ausprägung der drei Burnout-Dimensionen im Athlete Burnout Questionnaire auf der Basis von 19 Publikationen

 

verringertes Leistungsgefühl

Abwertung des Sports

Erschöpfung

Population1

n

M2

SD

n

M

SD

n

M

SD

Alter <18

1147

2,14

0,73

1147

1,86

0,86

1147

2,40

0,87

Alter >20

2174

2,40

0,69

2033

2,11

0,77

2713

2,44

0,80

weibl./männl.

1510

2,23

0,76

1510

2,06

0,86

2049

2,48

0,88

weibl.

147

2,55

0,81

147

2,14

0,95

147

2,53

0,84

männl.

1838

2,34

0,67

1838

2,01

0,78

1838

2,40

0,76

Einzelsport

697

2,35

0,80

556

2,14

0,88

697

2,67

0,90

Teamsport

1641

2,38

0,65

1641

2,04

0,77

2180

2,41

0,78

Gesamt

3662

2,32

0,72

3521

2,02

0,81

4201

2,45

0,82

Anmerkungen: 1einbezogene Publikationen sind: Adie et al. 2008; Appleton et al. 2009; Cremades und Wiggins 2008; Cresswell und Eklund 2004, 2005a, b, 2006b; Cresswell 2009; Curran et al. 2011; Harris und Watson Jack 2011; Hodge et al. 2008; Lemyre et al. 2006, 2007, 2008; Lonsdale et al. 2009; Lonsdale und Hodge 2011; Perreault et al. 2007; Raedeke und Smith 2001, 2004

2angegeben sind jeweils die gewichteten Mittel sowie Standardabweichungen; zu Grunde liegt eine fünfstufige Antwortskala von 1–5

  1. (2)

    Umwelt-, Aufgaben- und Tätigkeitsbedingungen

     
Forschungsergebnisse konnten bislang keine bedeutsamen Zusammenhänge von Umweltbedingungen mit Athletenburnout nachweisen. Beispielsweise konnten Gustafsson et al. (2016) zeigen, dass das familiäre motivationale Klima keinen Zusammenhang mit Athletenburnout besitzt. Auch in Hinsicht auf verschiedene Trainingsphasen zeigen sich keine Einflüsse: Amorose et al. (2009) fand keinen Zusammenhang zwischen Burnout vor und nach einer Spielsaison. Allerdings konnten wir metaanalytisch bezogen auf die in Tab. 1 zusammengefassten 19 Publikationen zeigen, dass Individual- und Teamsportarten sich zumindest im Bereich Erschöpfung unterscheiden. Außerdem scheinen Athleten je nach Leistungskontext (Sport vs. Schule) unterschiedlich vulnerabel für das Burnoutphänomen zu sein, denn Sorkkila et al. (2017) fand nur geringe Zusammenhänge von Sportburnout und Schulburnout (r = 0,37); stattdessen zeigen sich bei den Befragten entweder Sport-Burnout-Typen und Schulburnout-Typen. Trotz der insgesamt schwachen Forschungslage ergeben sich zusammengefasst vereinzelt Hinweise darauf, dass kontextuelle Umwelt- und Aufgabenbedingungen ihre theoretische Rolle im Burnoutprozess (vgl. Abb. 2) auch empirisch zeigen können.
  1. (3)

    Persönlichkeit, Alter und Geschlecht

     

Von den verschiedenen personengebundenen Faktoren ist Perfektionismus die am häufigsten mit Burnout assoziierte Persönlichkeitsdimension. Die dargestellten Zusammenhänge (vgl. z. B. Gustafsson et al. 2016) gelten bei genauerer Betrachtung insbesondere für den sozial bestimmten Perfektionismus, während selbstkonsistenter Perfektionismus sogar negative Zusammenhänge mit Burnout aufweisen kann (Appleton et al. 2009). Die differenzierten Zusammenhänge zwischen Burnout und Perfektionismus werden darüber hinaus teilweise durch die Verhaltensregulation (autonom vs. sozial kontrolliert) mediiert (Appleton und Hill 2012). In Hinsicht auf weitere Persönlichkeitsfaktoren ist Burnout außerdem mit geringem Selbstvertrauen assoziiert (Cremades und Wiggins 2008).

Bezogen auf Alter und Geschlecht zeigen metaanalytische Analysen einer Auswahl der in Tab. 1 zusammengefassten 19 Publikationen, dass jüngere Sportler (< 18 Jahre) in den Dimensionen Abwertung (p < 0,001, t(3319) = 10,12) und Leistungsempfinden (p < 0,001, t(3178) = 8,42) niedrigere Werte aufweisen als ältere (> 20 Jahre) und dass weibliche Athleten leicht höhere Werte in der Dimension Leistungsempfinden angeben als männliche Athleten (p < 0,001, t(1983) = 3,60). Wenngleich auch diese Querschnittsbetrachtung keine kausalen Schlüsse zulässt, ist es doch ein Hinweis darauf, dass Athletenburnout sowohl eine Frage von Alters- und Entwicklungsprozessen als auch von Sozialisationsprozessen ist, hinter denen letztlich Erfahrungen und Lernprozesse im Zusammenhang mit sportlichen Abläufen stehen.
  1. (4)

    Kognitive und behaviorale Prozesse

     

In ihrer Übersichtsarbeit untersuchten Goodger et al. (2007) unterschiedliche kognitiv geprägte Variablen in Hinsicht auf ihre Zusammenhänge mit dem Athletenburnout, insbesondere Coping-Überzeugungen, Kontrollerleben und motivationale Überzeugungen. Lediglich im Bereich der motivationalen Variablen zeigten sich bedeutsame Zusammenhänge, die vor allem für Zustände der Amotivation (und hiermit Sinnlosigkeit der Sportaktivität) gelten. Diese konnten auch in neueren Studien bestätigt werden. So fand Li et al. (2013), dass insbesondere Amotivation mit Burnout (vor allem mit vermindertem Leistungsempfinden und Abwertung; weniger stark mit Erschöpfung) zusammenhängt, während intrinsische Motivation deutlich schwächere (umgekehrt proportionale) Zusammenhänge aufweist. Curran et al. (2013) konnte zeigen, dass diese Zusammenhänge zum Teil auch die Verbindung zwischen Leidenschaft und Burnout erklären. Schließlich fand Lemyre et al. (2007) Hinweise darauf, dass solche motivationalen Prozesse weitgehend unabhängig vom Übertraining sind, was die Reduzierung von Athletenburnout auf körperliche Erschöpfungsprozesse widerlegt.

Behaviorale Prozesse im engeren Sinne, d. h. die Erfassung bzw. Beobachtung von Verhaltensweisen, sind in der Erforschung des Athletenburnout bislang nicht untersucht. Stattdessen werden eher selbstberichtete Verhaltensweisen erfasst (z. B. im Sinne des Bewältigungsverhaltens), die eher als Einstellungs- und Überzeugungskonstrukte (d. h. als kognitive Konzepte) statt als behaviorale Konstrukte bertrachtet werden müssen.
  1. (5)

    Affektive Prozesse

     
Das Burnoutgeschehen ist eng mit Veränderungen des Affekts bzw. der Stimmungslage verbunden (Goodger et al. 2007). Hinweise dafür ergeben sich unter anderem aus der engen Verknüpfung von Erschöpfungssyndromen mit Stimmungslage, die insbesondere aus der Literatur zum Übertraining bekannt ist (Silva 1990; Kallus und Kellmann 2000). Hiernach sind hohe Erschöpfung und negative Stimmung zumeist mittelhoch korreliert. Allerdings scheint Erschöpfung nicht notwendigerweise mit negativem Affekt in Verbindung zu stehen, sondern nur dann, wenn zugleich eine ungünstige Motivationslage besteht (Lemyre et al. 2006). Dies wird auch durch die Metaanalyse von Li et al. (2013) bestätigt: Die Autoren berichten aus fünf Studien, in denen weniger Erschöpfung als vielmehr vermindertes Leistungsempfinden und Abwertung mit Befriedigung (und hiermit mit positivem Affekt) zusammenhängen. Zwischen den drei Bedürfnissen Kompetenz, Beziehung und Autonomie bestanden weniger starke Unterschiede, allerdings scheint insbesondere die Kompetenzbefriedigung eine hohe Bedeutung im Rahmen der affektiven Prozesse bei Burnout zu besitzen. Schließlich gibt es Hinweise dafür, dass eine Veränderung der Bedürfnisbefriedigung sich auf das Athletenburnout auswirken kann (Amorose et al. 2009).
  1. (6)

    Physiologische Prozesse

     

Physiologische Prozesse im Burnoutgeschehen sind teilweise untersucht. Hierbei spielt insbesondere die Forschung zum Zusammenhang von körperlichem Übertraining und Burnout eine besondere Rolle (vgl. Kallus und Kellmann 2000). In dieser Art von Forschung werden körperliche Abläufe z. B. über die Erfassung von Schlaf, Appetit oder Trainingsparametern operationalisiert. Die tatsächliche Erfassung biomedizinischer Faktoren ist seltener. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass körperliche Prozesse eine bedeutsame Rolle im Athletenburnout spielen, deren Einbettung in kausale Abläufe (Ursache oder Wirkung?) bislang jedoch unklar ist (vgl. auch Lemyre et al. 2007).

2.4 Burnout bei Trainern und Trainerinnen

In den vergangenen Jahren rückte Trainerburnout mehr und mehr ins öffentliche Interesse und auch in den Fokus aktueller Forschung. In den Medien berichteten erfolgreiche Trainer wie Ottmar Hitzfeld oder Ralf Rangnick über ihr Burnout, und es liegt nahe, dass der Trainerjob hinsichtlich des Belastungsgrads und Anforderungsprofils beispielsweise dem eines Topmanagers ähnelt.

Trainer – vor allem im leistungssportlichen Kontext – sehen sich in ihrem Berufsalltag mit einer Vielzahl von Stressoren bzw. Belastungsfaktoren konfrontiert und müssen dem daraus entstehenden Druck standhalten und ihre erlebte Beanspruchung regulieren. Sie müssen tagtäglich wichtige Entscheidungen treffen, den Ansprüchen von außen wie z. B. von den Medien, von Vorstand, Fans und Funktionären, aber auch vor allem von den anvertrauten Athleten genügen und außerdem die eigenen Ziele und Arbeitsperspektiven im Auge behalten. Häufig sind diese Ansprüche nicht in einer geregelten Arbeitszeit zu erfüllen, so dass außerdem noch zeitliche Überbeanspruchung und Einbußen im eigenen Freizeitverhalten die Folge sein können. Für viele Trainer kommen auch noch organisatorische Barrieren wie z. B. ungünstige Arbeitszeiten oder lange An- und Abreisezeiten zu Trainings- und Wettkampfstätten hinzu (Altfeld et al. 2015; Lundkvist et al. 2012; Thelwell et al. 2008). Weil Athleten hinsichtlich ihres Befindens und ihrer Leistungsfähigkeit von einer optimal gestalteten Trainer-Athlet-Beziehung abhängig sind, wirkt sich eine starke Beeinträchtigung auf Seiten des Trainers gleichzeitig auch auf die Leistung und das Befinden seiner Athleten aus (Price und Weiss 2013).

Die meisten Autoren differenzieren in ihren Reviews und Studien zwischen verschiedenen individuellen und situativen Faktoren, die einen Einfluss auf die Entstehung von Trainerburnout haben können und kategorisieren diese in Personfaktoren und Umweltfaktoren (vgl. z. B. Schaffran et al. 2016; Altfeld und Kellmann 2013; Kania et al. 2009; Kelley et al. 1999). Personfaktoren werden als in der Person liegende Bedingungen definiert, während die Umweltfaktoren externale Bedingungen beschreiben. In Anlehnung an die von Smith (1986) vorgeschlagene Strukturierung, welche unserem Burnout-Modell zugrunde liegt (vgl. Abschnitt 2.1 werden nach Darstellung von (1) Häufigkeit und Ausprägung die Modellkomponenten (2) Umwelt- und Tätigkeitsbedingungen, (3) Persönlichkeit, Alter und Geschlecht, (4) kognitive und behaviorale Prozesse und (5) affektive Prozesse bei der Entstehung von Trainerburnout differenziert.
  1. (1)

    Häufigkeit und Ausprägung

     

Daten zu repräsentativen Prävalenzen und Ausprägungen von Trainerburnout sind sowohl im europäischen als auch anglo-amerikanischen Raum zum aktuellen Zeitpunkt noch sehr rar. Außerdem muss kritisch angemerkt werden, dass in den Anfängen der Burnout-Forschung überwiegend (amerikanische) Collegetrainer untersucht wurden, und die strukturellen Gegebenheiten im Collegesport nicht gut zu vergleichen sind mit den Strukturen und systemimmanenten Bedingungen und Anforderungen im europäischen Leistungssport.

In der ersten Untersuchung zum Trainerburnout von Caccese und Mayerberg (1984), bei der Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Collegetrainern fokussiert wurden, zeigte sich – verglichen mit Normstichproben von Gesundheitspersonal, die für den MBI angegeben werden – insgesamt ein eher geringes Level von Burnout, sowohl hinsichtlich der Häufigkeit und Intensität der Dimensionen emotionale Erschöpfung und vermindertes Leistungsempfinden. Lediglich die Dimension Depersonalisation ist bei den Trainern im Vergleich zur Normstichprobe höher ausgeprägt. Bezogen auf das Geschlecht gaben Frauen höhere Werte sowohl hinsichtlich der Häufigkeit als auch der Intensität bei emotionaler Erschöpfung und vermindertem Leistungsempfinden an als Männer. Für die Subskala Depersonalisation ergaben sich keine Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Weitere Untersuchungen an College- bzw. High-School-Trainern (Capel et al. 1987; Vealey et al. 1992) ergaben eher niedrige bis mittlere Burnout-Werte. Dennoch wird bei der Interpretation dieser Daten darauf hingewiesen, dass möglicherweise die von Burnout stärker betroffenen Trainer bereits nicht mehr im Arbeitsfeld zu finden sind (Dropout).
  1. (2)

    Umwelt- und Tätigkeitsbedingungen

     

Als Umwelt- und Tätigkeitsbedingungen, die zur Ausprägung von Burnout beitragen können, werden von außen herangetragene Ansprüche und Situations- bzw. Strukturbedingungen bezeichnet. In aktuellen Studien werden immer wieder Konkurrenzdruck, Konflikte mit Athleten oder anderen Personen, strukturelle Gegebenheiten aber auch soziale Unterstützung sowie Erfahrung, Anstellungsform und Leistungsniveau in Zusammenhang mit Trainerburnout thematisiert (z. B. Schaffran et al. 2016). Diese einzelnen Aspekte werden im Folgenden näher betrachtet.

Der große Konkurrenzdruck unter Trainern sowie die mangelnde Jobsicherheit, welche beispielsweise im Laufe einer Fußballsaison als „Job-Karussell“ der Fußballbundesliga zu beobachten ist, stellen Burnout begünstigende Rahmenbedingungen dar (Altfeld und Kellmann 2013). Hjälm et al. (2007) konnten in ihrer Studie außerdem belegen, dass Trainer von weiblichen Teams deutlich höhere emotionale Erschöpfung erleben als Trainer von männlichen Teams. Dies erklären sie mit der Art des Beschäftigungsverhältnisses, bei dem Trainer von weiblichen Teams seltener „Vollzeitjobs“ inne haben als Trainer von männlichen Teams und ihnen außerdem deutlich weniger Personal (z. B. Co-Trainer, Athletiktrainer, Physiotherapeut) zur Seite steht, auf das sie in ihrem Arbeitsalltag zurückgreifen können.

Trainer gaben zudem in diversen Studien an, dass Konflikte mit Athleten, im privaten Umfeld und mit dem Vereins- bzw. Verbandsvorstand ebenfalls zur Entstehung von Burnout beitragen können (Altfeld und Kellmann 2015; Kelley et al. 1999; Capel et al. 1987). Eine Erklärung sahen die Autoren darin, dass häufig keine Rollenklarheit herrscht und den Trainern wichtige Softskills (z. B. Gesprächsführung, Konfliktmanagement) fehlen, die zum Abgleich und zur Vermittlung von Erwartungen nötig erscheinen. In der Traineraus- und weiterbildung werden diese Fähigkeiten bisher nur unzureichend vermittelt (Altfeld und Kellmann 2014a).

Ein weiterer Umweltfaktor umfasst die strukturellen bzw. systemimmanenten Zwänge und Gegebenheiten, denen sich Trainer in ihrem Job stellen müssen. Vor dem Hintergrund, dass nicht viele Sportverbände und -vereine über ausreichende finanzielle Mittel verfügen, um ihre Trainer angemessen zu honorieren, erzeugt es ein besonderes Gefühl der Hilflosigkeit, wenn den Trainern keine weiteren Ressourcen (z. B. Co-Trainer, Verwaltungspersonal) zur Verfügung stehen, so dass sie ständig das Gefühl haben, „allein gelassen“ zu sein und mit allen Anforderungen ohne Hilfe zurechtkommen zu müssen. Die wahrgenommene soziale Unterstützung durch (Vereins-)Vorstand und Funktionäre stellt in diesem Zusammenhang eine bedeutsame Ressource in der Prävention von Trainerburnout dar und trägt zum Erhalt der psychischen Gesundheit und zur Prävention von Burnout bei (Vealey et al. 1992).

Soziale Unterstützung durch umfassende soziale Netzwerke, optimale Unterstützung durch Familie, Freunde und Kollegen schützt Trainer besser vor Stressbelastungen (Hendrix et al. 2000) als wenn diese Ressourcen gering oder gar nicht vorhanden sind. Ein intaktes familiäres und soziales Umfeld stellt demzufolge eine wichtige Ressource dar. Untersuchungen zeigen, dass Trainer mit sozialem Support und einem zufriedenstellenden sozialen Netzwerk besser in der Lage sind, mit Stressoren umzugehen und Stresssituationen als weniger belastend wahrnehmen (Altfeld und Kellmann 2015). Die Unterstützung durch Familienangehörige, Freunde oder Trainerkollegen wirkt als Schutzfaktor vor Burnout (Kelley 1994; Kelley und Gill 1993). Interferenzen im Familienleben, da der Trainer zu wenig Zeit für seine Familie hat oder möglicherweise zeitweise räumlich von seiner Familie getrennt leben muss, können das Stresserleben und somit das Risiko von Burnout erhöhen (Frey 2007; Bentzen et al. 2016).

Außerdem scheint die Erfahrung und die Anstellungsform (hauptberuflich, nebenberuflich oder ehrenamtlich) eines Trainers Auswirkungen auf die emotionale Erschöpfung zu haben (vgl. Altfeld und Kellmann 2015; Hjälm et al. 2007; Price und Weiss 2000). Einige Studien zeigen höhere emotionale Erschöpfung bei hauptberuflich arbeitenden Trainern als bei nebenberuflich oder ehrenamtlich arbeitenden (Altfeld et al. 2015; Raedeke et al. 2000; Kallus et al. 1996). Diese Ergebnisse sind so erklärbar, dass nebenberuflich arbeitende Trainer ihre Trainertätigkeit eher als Ausgleich und Erholung von ihrem Hauptberuf betrachten, während hauptamtlich arbeitende Trainer durch die Trainertätigkeit keine Erholung, sondern Beanspruchung erfahren. Auch eine langjährige Tätigkeit im (Hoch-) Leistungsbereich geht mit erhöhten Burnout-Werten einher (Altfeld und Kellmann 2013). So fanden Malinauskas et al. (2010), dass Trainer, welche mehr als 10 Jahre in ihrem Job tätig sind, höhere Burnoutscores angeben als weniger lange tätige. Dazu können auch Niederlagenserien im Saisonverlauf zu höheren Burnout-Werten führen (Frey 2007). Das Leistungsniveau scheint laut neueren Studien keinen Einfluss auf das Burnout-Risiko zu haben (Altfeld et al. 2015; Kelley et al. 1999).
  1. (3)

    Persönlichkeit, Alter und Geschlecht

     

Persönlichkeitseigenschaften wie z. B. Perfektionismus (Lundkvist et al. 2012; Tashman et al. 2010) sind eng mit der Entstehung von Burnout verbunden. Beim Perfektionismus ist vor allem die maladaptive Form der permanenten Selbstbewertung als wichtiger Faktor bei der Entstehung von Burnout bei Trainern zu nennen, während Perfektionismus in seiner adaptiven Form der „Gewissenhaftigkeit“ nicht zu Burnout beiträgt (Tashman et al. 2010). Ein wesentliches Korrelat von Burnout sind hohe und unrealistische Ansprüche an sich selbst (Thelwell et al. 2008). Diese führen dazu, dass sich die Trainer in einer permanenten Überbeanspruchung befinden. Auch für Angst als Charakterzug („Trait“) konnte ein enger Zusammenhang mit Trainerburnout belegt werden (Vealey et al. 1992).

Für die Faktoren Alter und Geschlecht ist die Studienlage nicht eindeutig. Zwar belegen einige Studien, dass ältere Trainer besser mit Stress umgehen können und demzufolge weniger Burnout erleben als ihre jüngeren Kollegen (Price und Weiss 2000), allerdings warnen einige Wissenschaftler davor, diese Daten zu überschätzen, da möglicherweise die älteren von Burnout betroffenen Trainer erst gar nicht an derartigen Studien teilnehmen bzw. bereits als „Drop-Out“ den Beruf bereits verlassen haben (Kallus et al. 1996; Dale und Weinberg 1990; Caccese und Mayerberg 1984). Untersuchungen, die den Unterschied im Burnout-Erleben von weiblichen und männlichen Collegetrainern fokussieren, berichten höhere Burnout-Werte für Frauen (Kelley et al. 1999; Pastore und Judd 1993; Vealey et al. 1992; Caccese und Mayerberg 1984), welches sich aber in neueren europäischen Studien nicht bestätigen ließ (Altfeld und Kellmann 2015; Malinauskas et al. 2010). Begründungen dafür, dass Frauen höhere Burnoutwerte angaben, könnten darin liegen, dass sie sich noch intensiver als die männlichen Kollegen in diesem Berufsfeld beweisen und etablieren müssen (Caccese und Mayerberg 1984) oder dass die untersuchten Trainerinnen im Mittel weniger lange diesem Job nachgingen, ihnen also die Erfahrung und damit eine wichtige Ressource im Umgang mit Stress fehlte.
  1. (4)

    Kognitive und behaviorale Prozesse

     

In einer qualitativen Studie mit 11 britischen Trainern wird das Erleben fehlender Kontrolle über die Leistung der eigenen Spieler (Thelwell et al. 2008) als ein Stressor genannt, der zu Burnout beitragen kann. Davon ist nicht nur der Zugang zu den Athleten im Wettkampf betroffen, sondern auch das Trainingsverhalten der Athleten, z. B. eine geringe Aufmerksamkeitsspanne oder die mangelnde Annahme neuer Ideen, eine sogenannte schlechte „Coachability“ gilt als Burnout begünstigender Faktor.

Die Art von persönlichen Zielen des Trainers (z. B. Wunsch nach Erfolg und Prestige, soziale Anerkennung) spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Burnout. Ryska (2009) fand heraus, dass sich personenbezogene Ergebnisziele negativ auf die individuellen Burnout-Werte bei Trainern auswirken. So korrelieren Ziele, die mit Erfolg und Prestige zu tun haben, vermehrt mit Burnout-Werten. Der Autor stellt dabei heraus, dass Trainer, die unbedingt Erfolg haben wollen, eher Risiken eingehen, die beispielsweise auch das Wohl von Athleten beeinträchtigen können (z. B. Antreten lassen trotz Verletzung) und dadurch Konflikte mit Sportler, Mannschaft und Umfeld provozieren.

Schliermann et al. (2002) finden in einem Vergleich zwischen Fußballtrainern der Bundesliga (N = 20) und Amateurliga (N = 112), dass sich Unterschiede in der habituellen Stressbewältigung zeigen, welche wiederum mit deren Burnout-Werten korrelieren. So stehen negativ konnotierte Bewältigungsstrategien wie Resignation, Selbstbemitleidung oder Selbstbeschuldigung mit höheren Burnout-Werten in Zusammenhang. Diese Ergebnisse zeigen sich vor allem für die Stichprobe der Amateurliga-Trainer. Anzumerken ist allerdings, dass die korrelative Daten keine Ursache-Wirkungs-Interpretation zulassen.

Altfeld und Kellmann (2015) stellen in ihrer Untersuchung den Wert von Erholung als wichtige Determinante für eine geringe emotionale Erschöpfung heraus. In ihrer Studie zeigten hoch-erschöpfte Trainer signifikant schlechtere Erholungswerte als niedrig-erschöpfte Trainer. Zudem gaben hoch-erschöpfte Trainer an, in ihrer Trainertätigkeit weniger Sinn zu sehen und sich in ihrer aktuellen Trainerposition weniger wohl zu fühlen.

In einer Längsschnittstudie von Kellmann et al. (2015) wurde festgestellt, dass der von Trainern wahrgenommene abnehmende Erfolg, den ihre Athleten bzw. ihre Teams – und damit letztendlich sie selbst – erleben, mit mehr Arbeitszeit und verstärkter Untererholung in Beziehung stand. Der Zusammenhang mit Burnout wird in dem betriebenen „Mehr“-Aufwand deutlich, der bei der Entstehung von Burnout häufig in der Anfangsphase auftritt, wenn der Betroffene noch ausreichend Energie hat.
  1. (5)

    Affektive Prozesse

     

Ein im Zusammenhang mit Burnout häufig genannter affektiver Prozess ist die Obsession. Obsession kann als überzogene Leidenschaft gegenüber der eigenen Tätigkeit charakterisiert werden und begünstigt das Auftreten von Burnout (Vallerand et al. 2010). Studien belegen diesen Einfluss im Feld des Gesundheitswesens und in der Pflege, welche auf den Trainerkontext transferierbar sind. Der positive Impact von Leidenschaft führt zu einer größeren Befriedigung mit der eigenen Tätigkeit, während die obsessive Leidenschaft zu Burnout beitragen kann.

Aus affektiv-motivationaler Sicht kann im Sinne der Self-Determination-Theory (Deci und Ryan 2000) außerdem festgestellt werden, dass die Befriedigung psychologischer Grundbedürfnisse nach Autonomie und sozialer Eingebundenheit mit verringerten Burnoutwerten einhergeht (Kleinert und Sulprizio 2014). Im Umkehrschluss lässt sich formulieren, dass mangelnde Bedürfnisbefriedigung die Entstehung von Burnout begünstigt. Dabei leiden die Trainer hauptsächlich unter einem permanenten Gefühl der Überforderung und dem damit einhergehenden Verlust des eigenen Antriebs (Altfeld und Kellmann 2015; Harris und Ostrow 2008; Price und Weiss 2000). Bentzen et al. (2016) belegen in ihrer Untersuchung mit 299 Toplevel-Trainern, dass geringe Werte von intrinsischer und identifizierter (Handlungs-)Regulation mit einem maladaptiven Coping-Profil und höheren Erschöpfungswerten einhergehen.

2.5 Prävention von Burnout im Sport

Um Burnout zu vermeiden bieten sich im Sportkontext verschiedene Ansatzstellen zur Prävention an; außerdem können unterschiedliche Organisationsformen gewählt werden, um Präventionsmaßnahmen umzusetzen.
  1. (1)

    Ansätze und Inhalte von Präventionsmaßnahmen

     

Analog zu den Entstehungsbedingungen von Burnout (vgl. Abb. 2) kann eine zielgerichtete Prävention an personalen Faktoren ansetzen (d. h. an körperlichen, affektiven oder kognitiven und behavioralen Faktoren) oder an Aufgaben- und Tätigkeitsbedingungen (z. B. die eigene Rolle, Funktion im Team, Verein oder Verband) bzw. der sozialen Umwelt. Letztere Faktoren (Aufgabe/Tätigkeit und soziale Umwelt) sollten geprüft werden, da diese Aspekte eine besonders bedeutsame Ressource in der Prävention von Burnout und zum Erhalt der psychischen Gesundheit von Athleten und Trainern darstellen (Vealey et al. 1992). Steht beispielsweise der Vereinsvorstand hinter dem gerade nicht so erfolgreichen Trainer, wirkt sich dies auf dessen psychisches Wohlbefinden besonders positiv aus, während anderseits Konflikte und Druck aus Richtung des Vorstands eine wesentliche Ursache für Burnout sein können. Für einen Athleten können beispielsweise die Familie, die Freunde, aber auch der Trainer wichtige soziale Unterstützung bieten, welche das Risiko für ein sportbedingtes Burnout reduziert.

Auf Ebene der körperlichen Prozesse stellt die Erholungssteuerung eine wichtige Determinante der Burnoutprävention dar (Kellmann 2010). Beanspruchungs- und Erholungsprozesse sollten in Balance sein. In der konkreten Umsetzung bedeutet dies, dass Athleten und Trainer ihren individuellen Beanspruchungszustand erkennen und Maßnahmen zur individuell passenden Erholung einleiten sollten. Dies könnte das Erlernen klassischer Entspannungsverfahren (z. B. Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation) oder einer beruhigenden körperlichen Aktivität (z. B. Yoga, TaiChi, Qigong) beinhalten. Dabei ist es nicht notwendig, eine zeitliche Ausgeglichenheit zu erzielen, sondern die Qualität der Erholung muss die Beanspruchungen ausgleichen. Dies bedeutet für Athleten und auch für Trainer, dass sie Tätigkeiten finden müssen, die tatsächlich einen Ausgleich zu ihrer belastenden Tätigkeit beinhalten (Allmer 1996).

Bezogen auf Burnout-relevante affektive Prozesse könnten präventive Maßnahmen zur Verhinderung von Burnout an der Befriedigung basaler psychischer Bedürfnisse sowie an der autonomen Verhaltensregulation – im Sinne der Selbstbestimmungstheorie – ansetzen (Deci und Ryan 1993; Reinboth und Duda 2006; Giges et al. 2004). Bedürfnisbefriedigung stellt einen Schutzmechanismus gegen die Entwicklung von Burnout dar und ist gleichsam eine unspezifische Ressource bei exzessivem Stress (Smith 1986). Ihre protektive Wirkung entfaltet die Bedürfnisbefriedigung deshalb, weil mit ihr die positive Entwicklung der Persönlichkeit, erfülltes sinnvolles Tun und letztlich auch psychisches Wohlbefinden einhergeht (Li et al. 2013; Cresswell und Eklund 2006a; Deci und Ryan 2000). Daher zielen Maßnahmen zur Prävention von Burnout unabhängig von der Zielgruppe (Athleten oder Trainer) auf eine Erhöhung der (wahrgenommenen) Bedürfnisbefriedigung ab. Beispiele hierfür stellen häufig Tätigkeiten dar, die mit hohem Wohlbefinden, hoher Zufriedenheit und Erfüllung verbunden sind, z. B. das Lesen eines guten Buchs oder das gemeinsame Kochen mit Freunden und Familie. Bei Trainern sind dies häufig auch eigene sportliche, ausgleichende Aktivitäten (z. B. Joggen, Schwimmen, Radfahren). Vor dem Hintergrund erschwerender struktureller Bedingungen in Vereinen und Verbänden stellt diese Empfehlung allerdings eine große Herausforderung dar.

Ebenfalls im Sinne der Selbstbestimmungstheorie (Deci und Ryan 2000) stellen sich (eher) internalisierte, d. h. autonome Regulationsformen von Verhalten als protektiv gegen Burnout dar. Je weniger internalisiert die Beweggründe und Motive für eine Tätigkeit sind, desto wahrscheinlicher sind Burnoutprozesse. Dies gilt beispielsweise, wenn überwiegend finanzielle oder Prestigegründe Sportaktivität motivieren (Schmidt und Stein 1991). Daher sollten präventive (Coaching-)Maßnahmen das Erarbeiten von intrinsischen oder autonomen Motiven („es macht mir Freude“, „es gehört einfach zu mir“) in den Fokus nehmen, um Burnout vorzubeugen.

Konfliktmanagement- und Kommunikationstraining ist vor allem im Sportsetting ein bedeutsames Tool, da sowohl Athleten als auch Trainer den jeweils anderen als einen Hauptverantwortlichen für die eigenen affektiven Reaktionen betrachten. Kommunikationstraining nach Schulz von Thun (Schulz von Thun 1998) kann eine gute Möglichkeit sein, sich auch die Perspektive des Gegenübers zu vergegenwärtigen und daraus alternative Sicht- und Handlungsweisen abzuleiten.

Bezogen auf kognitive und behaviorale Prozesse muss Burnout-Prävention die problematischen Analysen und Vergleichsmaßstäbe (siehe Synopse Abb. 2) in den Fokus nehmen und diese anhand kognitiver Umstrukturierungsmethoden (z. B. Relativierung, Reframing oder Aufmerksamkeitsumlenkung) verändern, so dass die Abwärtsspirale von Investment-Steigerung, negativer Effizienzanalyse, dem daraus folgenden Absinken des Investments bis hin zu Drop-out oder Burnout unterbrochen wird. Dies ist für die Betroffenen zumeist schwierig allein zu bewältigen. Vielmehr ist es Aufgabe von sportpsychologischem Coaching oder möglicherweise bereits therapeutischen Maßnahmen, diese problematischen Bewertungsprozesse zu verändern, um den „Endzustand Burnout“ zu verhindern.

Ein erhöhtes Maß an Achtsamkeit und Selbstreflexion kann protektiv gegen Burnout wirken. Daher zielen Präventionsmaßnahmen zielgruppenunabhängig auf eine Erhöhung der Achtsamkeit ab, durch die der Betreffende den aktuellen Moment bewusst(er) wahrnimmt und akzeptiert. Auch im (Leistungs-)Sport haben sich Formen des Achtsamkeitstrainings mittlerweile etabliert (Pineau et al. 2014). Die Teilnehmer an derartigen Maßnahmen werden geschult, sich gedanklich mehr auf das „Hier und Jetzt“ zu fokussieren und erlernen damit, sich weniger Gedanken und Sorgen um Vergangenheit oder Zukunft zu machen. Diese Fähigkeit ist für die sportliche Leistung, aber vor allem für die psychische Gesundheit eine unabdingbare Voraussetzung. Basis für achtsames Verhalten ist aber zunächst die Fähigkeit zur Selbstreflexion. Das bedeutet, dass die Personen in der Lage sein sollten, ihre eigenen Gedankengänge, „Glaubenssätze“ und Handlungsweisen aus einer Metaperspektive zu betrachten und kritisch zu beleuchten.

Ein weiteres Tool zur Burnout-Prävention und -behandlung stellt die Veränderung von Attributionsstilen bzw. -mustern dar (Giges et al. 2004). Zusammenfassend kann der Funktionsmechanismus der Attributionsveränderung so beschrieben werden, dass erlernt wird, nicht kontrollierbare Dinge (wie beispielsweise systemimmanente Zwänge und Bedingungen) mit mehr Gelassenheit und Gleichmut zu betrachten. Vor allem Misserfolg sollte eher auf externale Faktoren als auf eigene Kompetenz attribuiert werden, um das Selbstbild zu stärken. Sportler und Trainer sind nicht in jeder Situation für die sportlichen Handlungsergebnisse verantwortlich. Wenn sie dies für sich akzeptieren lernen, entspannt sich die Haltung, Druck wird gemindert und psychische Gesundheit gefördert bzw. geschützt.

Für Athleten und Trainer ist es gleichsam wichtig, Strategien zum optimalen Zeitmanagement zu erlernen. Dies kann beispielsweise durch Übungen und Trainingsmaßnahmen zur Bewertung von Wichtigkeit und Dringlichkeit anstehender Aufgaben gefördert werden (z. B. nach dem „Eisenhower-Prinzip“), deren Ziel eine Neu-Einschätzung der anstehenden Aufgaben und damit eine neue Priorisierung bzw. auch die Möglichkeit zum Delegieren oder sogar Löschen/Nichtbearbeiten eröffnet. Häufig öffnet auch das detaillierte Protokollieren der täglichen Tätigkeiten erst den Blick dafür, wie ressourcenintensiv der eigene Lebensstil mit seinen immensen Anforderungen an Körper und Psyche ist. Diese Erkenntnis kann dann zu einer Reflexion über Veränderungsmöglichkeiten genutzt werden.

Sportpsychologische Betreuung sollte grundsätzlich die Stellschrauben der Burnout-Prävention in den Blick nehmen. Im sportpsychologischen Coaching (individuell oder in Gruppen-Workshops) können Ressourcen von Athleten und Trainern systematisch gestärkt werden, so dass Burnout verhindert bzw. unwahrscheinlicher gemacht wird. So können beispielsweise sportpsychologische Interventionen zum Umgang mit Fehlern und Kritik, zur Optimierung von Zielsetzungsprozessen, zum verbesserten Konfliktmanagement und Kommunikationstraining, aber auch Zeitmanagement- und Stressbewältigungsstrategien (wie z. B. Stressimpfungstraining) als Präventionsmaßnahmen gegen Burnout wirksam werden, ohne dass das Label „Burnout-Prävention“ mit diesen Maßnahmen gekoppelt ist.
  1. (2)

    Organisationsformen von Burnoutprävention

     

In sportpsychologischen Einzelbetreuungen kann präventiv auf die Verbesserung der individuellen Ressourcen eingegangen werden, die gegen Burnout schützen können. Ein ausgebildeter Sportpsychologe kann mit Athleten und Trainern gleichermaßen Strategien erarbeiten, erproben und helfen, diese im Wettkampf umzusetzen. Sportpsychologische Betreuungsarbeit versteht sich als Coaching-Ansatz und zugleich als Trainingsansatz. Sportpsychologisches Coaching bezeichnet die klientenzentrierte Beratung und Begleitung von Trainern und Athleten mit dem Ziel, die psychische und physische Gesundheit zu stärken. Unter sportpsychologischem Training versteht man einen langfristig angelegten systematischen Prozess, welcher das Erlernen und Einüben von psychischen Fertigkeiten beinhaltet wie z. B. das Konzentrations- oder Vorstellungstraining. Beide sportpsychologischen Betreuungsformen können einen Beitrag zur Prävention von Burnout leisten, solange sie das Zusammenwirken von Leistungsoptimierung, Persönlichkeitsentwicklung und psychischer Gesundheit als ganzheitliches System ansteuern.

In den letzten Jahren hat sich als Interventionsformat mehr und mehr der sportpsychologische Workshop etabliert (Sulprizio und Kleinert 2014). Vorteile dieser Organisationsform liegen – speziell bei sogenannten „Tabuthemen“ wie Burnout – im Austausch zwischen Gleichgesinnten und dem Arbeitscharakter der Teilnehmer untereinander (im Gegensatz zum Expertenvortrag). Workshops gewinnen durch „peer-teaching“ an Akzeptanz, da die Teilnehmer zunächst feststellen dürfen, dass sie mit ihren Anliegen und Problemen nicht alleine sind. Der Sportpsychologe fungiert bei dieser Organisationsform vor allem als Moderator, der aber auch substantiellen, inhaltlichen Input gibt und die Diskussionen steuert.

Die psychotherapeutische oder psychiatrische Behandlung ist bei dem Verdacht auf „Burnout“ eine oftmals notwendige Intervention, nämlich dann, wenn der Betroffene klinische oder subklinische Symptome oder das Vollbild eines Burnout zeigt, welches in seinen letzten Stadien einer Depression gleicht (Burisch 2006). Die Therapie von Burnout, für die es mittlerweile Spezialkliniken und -institutionen gibt, bedient sich klassischer psychotherapeutischer Techniken (z. B. der Verhaltenstherapie, Gesprächspsychotherapie oder Psychoanalyse). Die Therapie wird zumeist mit künstlerischen Elementen (z. B. Töpfern, Malen) und körperlicher Aktivität ergänzt.

3 Sport, Bewegung und körperliche Aktivität in der Prävention und Behandlung von Burnout

Burnout im Kontext Leistungssport wurde als Folge von psychischer Dauerbelastung bei Athleten und Trainern umfangreich untersucht. Diesem negativen Effekt von Sport im Sinne von Leistungssport stehen positive Effekte von Sport und Bewegung entgegen. Daher wird die Rolle von Sport, Bewegung und körperlicher Aktivität im Rahmen von Burnout-Prävention und -rehabilitation im folgenden Kapitel dargestellt. Aufgrund der Ähnlichkeit in den Symptomatiken von Burnout und Depression gibt es auch in der Behandlung Überschneidungen.

Der positive Einfluss körperlicher Aktivität auf Stimmung und Wohlbefinden sowie allgemein auf psychische Gesundheit konnte bereits durch zahlreiche empirische Untersuchungen belegt werden (Landmann et al. 2007 Peluso und de Andrade 2005; Stathopoulou et al. 2006). Beispielsweise hat regelmäßige körperliche Aktivität aus einer salutogenetischen Perspektive eine stresspuffernde Wirkung (Bengel et al. 2006; Klaperski et al. 2012). Allerdings stellt sich die Frage nach den Wirkmechanismen: Wie genau beeinflusst körperliche Aktivität die psychische Gesundheit? Daraus abgeleitet stellt sich die Frage, ob und wie körperliche Aktivität die Burnout-Entstehung verhindern kann, beziehungsweise wie sie gezielt im Rahmen einer Burnout-Therapie eingesetzt werden kann.

3.1 Korrelative Studien

Studien aus unterschiedlichen Berufsgruppen zeigen einen deutlich negativen Zusammenhang zwischen regelmäßiger körperlicher Aktivität und Burnout. Sportprogramme werden aufgrund dieser Befunde einerseits in der Burnout-Prävention eingesetzt, andererseits bilden sie auch einen wichtigen Baustein in der Burnout-Therapie. Gerber et al. (Gerber et al. 2013b) berichten, dass Personen aus der Allgemeinbevölkerung mit einem hohen Fitnesslevel weniger zu Burnout und Depression neigen als Personen mit einem niedrigen Fitnesslevel. In Bezug auf Stress zeigt sich zudem, dass Personen mit einem generell höheren Stressniveau, die gleichzeitig ein mittleres bis hohes Fitnesslevel erreichen, geringere Depressions- und Burnout-Raten aufweisen als Personen mit einer geringeren Fitness. Zu ähnlichen Ergebnissen kommen auch Toker und Biron (2012). Sie zeigen den mildernden Effekt von körperlicher Aktivität auf depressive Symptome und Burnout in einer korrelativ angelegten Längsschnittuntersuchung bei Arbeitnehmern aus unterschiedlichen Branchen. Personen, die neben ihrer Arbeit wenig körperlich aktiv waren, zeigen einen größeren Anstieg von depressiven Symptomen und Burnout als körperlich Aktive. Auch Carraro et al. (2010) finden einen negativen korrelativen Zusammenhang zwischen der Burnout-Komponente vermindertes Leistungsempfinden, der körperlichen Fitness im Selbsturteil und der Wahrnehmung der eigenen Fitness beim Unterrichten bei Sportlehrern. Ein positiver Fitnesszustand geht hier mit niedrigeren Burnout-Symptomen einher. Mehdipour et al. (2012) kommen zu ähnlichen Ergebnissen bei Mitarbeitern der Gasbranche. Die persönliche Leistungsfähigkeit wird von körperlich aktiven Mitarbeitern höher eingeschätzt als von inaktiven. Carson et al. (2010) belegen ebenfalls den negativen Zusammenhang von körperlicher Aktivität und der Burnout-Dimension emotionaler Erschöpfung bei Erzieherinnen und zeigen einen Zusammenhang mit dem Arbeitsplatzwechseln auf. Olson et al. (2014) zeigen in einer Studie mit angehenden Ärzten, dass regelmäßig körperlich aktive geringere Burnout-Werte erreichen als körperlich inaktive.

3.2 Interventionsstudien zur körperlichen Aktivität in der Burnout-Prävention

Trotz der nachgewiesenen negativen Zusammenhänge zwischen körperlicher Aktivität und Burnout existieren erst wenige Untersuchungen über Präventionsprogramme, die körperliche Aktivität gezielt gegen Burnout einsetzen. Im Review von Awa et al. (2010) werden 25 Studien über Burnout-Präventionsprogramm aus unterschiedlichen beruflichen Kontexten (unter anderem aus dem Bereich Gesundheitswesen, soziale Arbeit, IT, Polizei, Feuerwehr) ausgewertet. Es werden personen- sowie organisationsbezogene Interventionen verglichen, als auch Interventionsprogramme, die beides kombinieren. Letztere zeigen die besten Effekte im Hinblick auf die Reduktion von Burnout-Symptomen. Körperliche Aktivität wird in dieser Übersichtsarbeit jedoch nicht explizit als Komponente von Präventionsprogrammen genannt. Inhalte sind häufig psychologische Beratung, kognitive Verhaltenstherapie und Entspannungstechniken. Stier-Jarmer et al. (2016) zeigen die positive Wirkung eines dreiwöchigen Präventionsprogramms für Burnout-gefährdete Personen, das sich aus Stressmanagementtraining, Entspannungstechniken, Sport und Moorbädern zusammensetzt. Dieses wirkt sich positiv auf wahrgenommenen Stress und emotionale Erschöpfung aus. Bei solchen multimodalen Interventionsprogramen gestaltet es sich jedoch schwierig, die Effekte einer bestimmten Komponente wie beispielsweise speziell der Sporttherapie zuzuschreiben.

3.3 Interventionsstudien zur körperlichen Aktivität in der Behandlung von Depression

Die positive Wirkung von körperlicher Aktivität bei affektiven Störungen, insbesondere bei Depression, welche Burnout in der Symptomatik in vielen Aspekten ähnelt, konnte in vielen Untersuchungen nachgewiesen werden. Bei der Behandlung von Depression hat sich Sport- und Bewegungstherapie etabliert, wie beispielsweise Hautzinger und Wolf (2012) zeigen. Sie heben den positiven Einfluss von körperlicher Aktivität im Rahmen einer multimodalen Behandlung von depressiven Symptomen hervor (Hautzinger und Wolf 2012), der durch vier Metaanalysen aus den Jahren 2009 bis 2011 belegt ist.

Ebenso zeigen Rethorst et al. (2009) in einer Metaanalyse signifikante Unterschiede zugunsten von depressiven Patienten, die mit Sportprogrammen behandelt wurden, verglichen mit unbehandelten Kontrollgruppen. Byrne und Byrne (1993) zeigen in einem Review positive Effekte von verschiedenen Sportprogrammen bei unterschiedlichen Gruppen von Erwachsenen auf depressive und Angstsymptome sowie auf die Stimmung allgemein. Conn (2010) betrachtet in einer Metaanalyse den positiven Einfluss von körperlicher Aktivität auf subklinische depressive Symptome bei gesunden Erwachsenen. Dabei zeigt sich, dass Interventionen mit niedriger Intensität und solche, die nicht ausschließlich aus Ausdauereinheiten bestehen, signifikant größere Effektstärken erreichen als solche mit moderater oder hoher Intensität. Lawlor und Hopker (2001) belegen in einem systematischen Review ebenfalls den positiven Effekt körperlicher Aktivität auf depressive Symptome und vergleichen die Stärke dieses Effekts mit der einer kognitiven Therapie. In einem Review of Reviews hebt Daley (2008) vor allem die methodischen Mängel an bisherigen Übersichtsarbeiten hervor. Dennoch kommt auch diese Studie zu dem Schluss, dass körperliche Aktivität depressive Symptome vermindern kann. Zudem kann gezeigt werden, dass sich körperliche Aktivität im Rahmen eines multimodalen Therapieprogramms auch positiv auf die häufig komorbid auftretenden körperlichen Beschwerden wie Müdigkeit und Abgeschlagenheit oder kognitive Beeinträchtigungen wie beispielsweise verringerte Konzentrationsfähigkeit auswirkt (Daley 2008).

3.4 Interventionsstudien zur körperlichen Aktivität in der Behandlung von Burnout

Ebenso wie beim Thema Burnout-Prävention ist körperliche Aktivität speziell im Rahmen der Therapie oder der Rehabilitation von Burnout bisher wenig untersucht worden und die bisherigen Befunde zeigen sich uneinheitlich. So konnten Stenlund et al. (2009) keinen zusätzlichen Effekt einer Bewegungsintervention (Qigong) auf die Burnout-Symptomatik bei stationären Patienten im Vergleich zu einer ausschließlich mit medizinischer und psychologischer Basisversorgung behandelten Kontrollgruppe finden. Eine Untersuchung mit taiwanesischen Bankangestellten (Tsai et al. 2013) konnte dagegen die positive Wirkung einer Bewegungsintervention auf den wahrgenommenen Berufsstress und Burnout-Symptome sowie auf das metabolische Syndrom belegen. Im Health Technology Assessment Bericht des Bundesministeriums für Gesundheit zur Behandlung von Burnout wird Sporttherapie zwar erwähnt, jedoch wird ihr in der Darstellung der unterschiedlichen Therapiebausteine keine allzu große Rolle eingeräumt (Korczak et al. 2012). Im Vordergrund der Burnout-Therapie stehen aufgrund der Symptomähnlichkeit zu Depression neben medikamentöser Behandlung vorwiegend mit Antidepressiva vor allem kognitive Verhaltenstherapie und Stressmanagementtraining. Diese Verfahren werden teilweise durch spezielle arbeitsplatzbezogene Interventionen ergänzt (Korczak et al. 2012). Alexandridis und Alexandridis (2013) stellen Bewegungstherapie bei Burnout im stationären Setting vor. Dabei werden vier zentrale Funktionen der Bewegung unterschieden: (1) Die instrumentelle Funktion der Bewegung wird vor allem durch Ausdauertraining wie Walking oder Joggen angesprochen. In den ersten Therapiesitzungen sollen vor allem Grundprinzipien der Trainingslehre und die positive Rolle von regelmäßigem Ausdauertraining vermittelt werden. (2) Bei der sensitiven Funktion der Bewegung geht es vor allem um ein positives Naturerleben, welches durch Achtsamkeitstraining, Yoga oder Qi-Gong verstärkt werden kann. (3) Bei der sozialen Funktion der Bewegung im Rahmen der Burnout-Therapie stehen die Stärkung von Selbstwert und Selbstwirksamkeitserwartung sowie die Teamfähigkeit im Vordergrund. Hierfür eigenen sich vor allem sogenannte „kleine Spiele“, für das therapeutische Setting abgewandelte Sportspiele wie Hockey, Badminton oder Volleyball. Die symbolische Funktion der Bewegung (4) kann sich nur unter bestimmten therapeutischen Bedingungen entwickeln. Eine gute Beziehung zwischen Therapeut und Patient ist hierfür die Grundvoraussetzung; zusätzlich müssen besondere Rahmenbedingungen erfüllt sein, um den symbolischen Wert von Bewegung in der Burnout-Therapie zu thematisieren. Alexandridis und Alexandridis (2013) nennen als Beispiel hierfür die Körpererfahrungen, die bei einer pferdegestützten Bewegungstherapie gemacht werden können. Eine systematische Evaluation dieses stationären Therapieprogrammes steht noch aus, Fallstudien können den Erfolg jedoch bestätigen (Alexandridis und Alexandridis 2013). Gerber et al. (2013a) testen eine Aerobic-Intervention an 12 Männern mit hohen Werten bei den Burnout-Dimensionen emotionaler Erschöpfung und Depersonalisierung. Die Intervention wirkt sich positiv auf das wahrgenommene Stresslevel sowie auf die Burnout-Symptomatik aus. Ähnliche Ergebnisse zeigen auch Bretland und Thorsteinsson (2015) in einer vierwöchigen Interventionsstudie an 49 gesunden Teilnehmern, die drei Versuchsbedingungen (Krafttraining, Cardiovaskuläres-Training, Kontrollgruppe) zugeordnet waren. Die beiden Trainingsbedingungen zeigen verglichen mit der Kontrollgruppe einen Anstieg an subjektivem Wohlbefinden über die Zeit der Intervention sowie eine Abnahme der Burnout-Dimensionen emotionale Erschöpfung und Leistungsminderung. Im Bereich der Burnout-Therapie sind weitere systematische Interventions- und Evaluationsstudien nötig, um die Effekte von Bewegungsinterventionen auf die Burnout-Symptomatik differenzierter zu untersuchen. Bisher unbeantwortet bleibt die Frage nach den genauen Wirkmechanismen zwischen körperlicher Aktivität und Burnout.

3.5 Wirkmechanismen körperlicher Aktivität auf das emotionale Wohlbefinden

Die Wirkmechanismen über den Einfluss von sportlicher Aktivität auf die psychische Gesundheit betrachtet unter anderem Schlicht (1995) ausführlich. Er stellt hierzu unterschiedliche physiologische und psychologische Erklärungsansätze dar. Zu den physiologischen zählt die Endorphin-Hypothese, welche von einer verstärkten Ausschüttung körpereigener opiatähnlicher Substanzen, sogenannter Endorphine, unter körperlicher Belastung ausgeht, woraus eine Stimmungsaufhellung resultiert. Auch Peluso und de Andrade (2005) sowie Daley (2008) diskutieren diese Hypothese. Aufgrund unterschiedlicher empirischer Befunde scheint sie aber nicht auszureichen, um den Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und Stimmung zu erklären, da sie der Komplexität des Zusammenhangs nicht gerecht wird. Die Monoamin-Hypothese (Peluso und de Andrade 2005) geht davon aus, dass körperliche Aktivität die synaptische Übertragung von Momoaminen erhöht, die über eine antidepressive Wirkweise verfügen. Allerdings scheint auch diese Hypothese nicht haltbar, da sie die Wirkweise von Antidepressiva zu stark vereinfacht (Peluso und de Andrade 2005) und bei Menschen bisher nicht ausreichend nachgewiesen werden konnte (Daley 2008).

Ein populäres psychologisches Erklärungsmodell ist die Ablenkungshypothese. Sie geht davon aus, dass die Stimmung allein durch die Umlenkung der Aufmerksamkeit auf körperliche Vorgänge während sportlicher Aktivität positiv beeinflusst wird (Daley 2008; Peluso und de Andrade 2005). Experimentelle Untersuchungen belegen diese Hypothese zumindest teilweise (Schlicht 1995). Schlicht (1995) zieht des Weiteren meditative Bewusstseinszustände, die vor allem bei extremen Ausdauerbelastungen wie Marathonläufen berichtet werden, als Erklärungsmodell heran. Diese Zustände des „Flow“ (Csikszentmihalyi 2008) werden vor allem von Extremsportlern berichtet. Ob die Erklärung sich auch auf den Breitensport übertragen lässt, ist laut Schlicht (1995) allerdings fraglich.

Der Erklärungsansatz der generalisierten Kontrollüberzeugung geht davon aus, „dass Ausdauersport die Stressvulnerabilität längerfristig mindert“ (Schlicht 1995, S. 79) . Durch Handlungen im Sport, welche als anstrengend und schwierig erlebt werden, entstehen generalisierte Überzeugungen darüber, dass Schwierigkeiten allgemein bewältigt werden können. Dies kann die Vulnerabilität für Stress im Allgemeinen reduzieren. Dieses Erklärungsmodell scheint nachvollziehbar und plausibel, letztendlich fehlen nach Schlicht (1995) für die Transferierbarkeit von Kontrollüberzeugungen vom Lebensbereich Sport in einen anderen, wie beispielsweise den Beruf, aber noch empirische Belege.

Während Kontrollüberzeugungen sich auf Handlungsergebnisse beziehen, ziehen Peluso und de Andrade (2005) ein Erklärungsmodell heran, was Selbstwirksamkeitserwartung fokussiert (d. h. Handlungsverläufe). Durch positiv eingeschätzte Handlungsverläufe bei sportlicher Aktivität, welche zudem als schwierig und herausfordernd erlebt werden, kann das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten gestärkt und dadurch die Stimmung allgemein verbessert werden. Daley (2008) zieht diese Erklärung auch für den positiven Einfluss von körperlicher Aktivität auf depressive Symptome heran. Zudem werden als angenehm erlebte soziale Interaktionen, welche vorwiegend bei Mannschaftssportarten aber auch in Freizeitsportgruppen eine entscheidende Rolle spielen, als weitere Erklärung für den positiven Effekt von körperlicher Aktivität auf die psychische Gesundheit genannt (Peluso und de Andrade 2005). Es gibt weitere Erklärungsansätze wie bestimmte Dispositionen des Gesundheitsverhaltens (Schlicht 1995), beispielsweise Optimismus oder Hardiness, auf die an dieser Stelle nicht weiter eingegangen wird.

Die einzelnen Hypothesen über die Wirkung körperlicher Aktivität auf die Stimmung werden der Komplexität dieses Sachverhalts jedoch nicht gerecht. Nach Peluso und de Andrade (2005) ist ein biopsychosoziales Erklärungsmodell, das die unterschiedlichen Hypothesen kombiniert, am wahrscheinlichsten (entsprechend der anfangs dargestellten „Integrativen handlungsorientierten Synopse“ in diesem Beitrag).

4 Fazit und Ausblick

Das Burnout-Phänomen ist seit den 70er-Jahren durch eine große Anzahl von Studien erforscht worden – das gilt auch für den Bereich des Sports. Hinsichtlich der Erklärung von Burnout existieren eine Reihe, teils sehr unterschiedliche Modelle, wobei einige Erklärungsansätze sehr eng erscheinen (z. B. die Übertrainingsannahme). Bislang zu wenig beachtet und zukünftig hilfreich erscheinen insbesondere Schnittstellen verschiedener Subsystemen (z. B. zwischen affektiven und körperlichen Prozessen oder zwischen sozialen Systemen und kognitiven Prozessen).

Ein Grundproblem bleibt die Diagnostik des Burnouts. Bestehende Verfahren haben sich zwar in der Forschung etabliert, besitzen jedoch keine klinische Validität; daher fehlen auch Hinweise auf die Sensitivität und Spezifität der Verfahren in Hinsicht auf eine klinische Diagnose „Burnout“ (verbunden mit der Frage, ob Burnout überhaupt ein eigenständiges klinisches Krankheitsbild ist). Hiermit hängt auch zusammen, dass wenig zur Verbreitung und zu epidemiologischen Bedingungen belegt ist (ist Burnout häufiger bei bestimmten Sportarten, bestimmten Athleten oder Trainern?).

Bezogen auf das Athletenburnout sind für die meisten der theoretisch denkbaren Einflussfaktoren zumindest vereinzelte empirische Hinweise zu finden. Allerdings besteht der weitaus größte Anteil der Forschungsarbeiten aus Querschnittsuntersuchungen, die die in Abb. 2 (und in der Literatur) teilweise postulierten Wirkzusammenhänge nicht belegen können. Diese Limitation der Forschung betrifft auch das Trainerburnout. Trotzdem kann festgehalten werden, dass der Trainerberuf eine Vielzahl von Burnout begünstigenden Gegebenheiten beinhaltet, weshalb dieser Beruf ein Risikopotential für Burnout, Depressionen und andere Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit besitzt.

Abschließend ist bislang wenig bekannt in Hinsicht auf die präventive und therapeutische Wirkung von körperlicher Aktivität auf die Burnout-Symptomatik im Speziellen. Wenn auch einzelne Studien zeigen, dass körperliche Aktivität sowohl in der Burnout-Prävention als auch in der Therapie positive Effekte erzielen kann, ist die Studienlage insgesamt vergleichsweise dürftig. Bezogen auf Wirkmechanismen muss davon ausgegangen werden, dass vergleichbare Prozesse wirken, die auch für Effekte auf das psychische Wohlbefinden oder die Verringerung von Depression verantwortlich sind.

Burnout ist bis heute ein bedeutsames Phänomen des Sports. Die Forschung sollte dieses Thema weiterhin behandeln, insbesondere mit systemübergreifendenden Ansätzen. Die klinische Relevanz und hiermit die epidemiologische Bedeutung sollte geklärt werden. Insbesondere sollten jedoch Interventionen stärker in den Blickpunkt geraten. Es ist erforderlich, angemessene Präventions- bzw. Interventionsangebote für Trainer und Athleten zur Verfügung zu stellen und verschiedene Zielgruppen zu betreuen und zu beraten. Welche Effekte solche Angebote für Athleten oder Trainer haben bleibt zukünftig zu klären.

Literatur

  1. Adie, J. W., Duda, J. L., & Ntoumanis, N. (2008). Autonomy support, basic need satisfaction and the optimal functioning of adult male and female sport participants: A test of basic needs theory. Motivation and Emotion, 32, 189–199.CrossRefGoogle Scholar
  2. Alexandridis, K., & Alexandridis, J. (2013). Stationäre Bewegungstherapie bei „Burnout“. Bewegungstherapie und Gesundheitssport, 29(4), 158–164.CrossRefGoogle Scholar
  3. Allmer, H. (1996). Erholung und Gesundheit. Grundlagen, Ergebnisse, und Maßnahmen. Göttingen: Hogrefe.Google Scholar
  4. Altfeld, S., & Kellmann, M. (2013). Burnout bei Trainern. Zeitschrift für Sportpsychologie, 20(2), 47–58.CrossRefGoogle Scholar
  5. Altfeld, S., & Kellmann, M. (2014a). Analyse der Beanspruchungs- und Erholungsbilanz deutscher Trainer. Zeitschrift für Sportpsychologie, 21(4), 137–148.CrossRefGoogle Scholar
  6. Altfeld, S., & Kellmann, M. (2014b). Erfassung von Burnout bei Trainern: Reliabilität und Validität von drei Burnoutfragebögen//Erfassung von Burnout bei Trainern. Reliabilität und Validität von drei Burnoutfragebögen. Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin, 65(2), 43–49.Google Scholar
  7. Altfeld, S., & Kellmann, M. (2015). Are German coaches highly exhausted? A study of differences in personal and environmental factors in relation to emotional exhaustion. International Journal of Sport Science and Coaching, 10(4), 637–654.CrossRefGoogle Scholar
  8. Altfeld, S., Mallett, C. J., & Kellmann, M. (2015). Coaches’ burnout, stress, and recovery over a season: A longitudinal study. International Sports Coaching Journal, 2, 137–151.CrossRefGoogle Scholar
  9. Amorose, A. J., Anderson-Butcher, D., & Cooper, J. (2009). Predicting changes in athletes’ well being from changes in need satisfaction over the course of a competitive season. Research Quarterly for Exercise and Sport, 80(2), 386–392.PubMedCrossRefPubMedCentralGoogle Scholar
  10. Appleton, P. R., & Hill, A. P. (2012). Perfectionism and athlete burnout in junior elite athletes: The mediating role of motivation regulations. Journal of Clinical Sport Psychology, 6, 129–145.CrossRefGoogle Scholar
  11. Appleton, P. R., Hall, H. K., & Hill, A. P. (2009). Relations between multidimensional perfectionism and burnout in junior-elite male athletes. Psychology of Sport and Exercise, 10(4), 457–465.CrossRefGoogle Scholar
  12. Armstrong, L. E., & van Heest, J. L. (2002). The unknown mechanism of the overtraining syndrome: Clues from depression and psychoneuroimmunology. Sports Medicine, 32(3), 185–209.Google Scholar
  13. Awa, W. L., Plaumann, M., & Walter, U. (2010). Burnout prevention: A review of intervention programs. Patient Education and Counseling, 78, 184–190.PubMedCrossRefPubMedCentralGoogle Scholar
  14. Bakker, A. B., Schaufeli, W. B., Demerouti, E., Janssen, P. P., van der Hulst, R., & Brouwer, J. (2000). Using equity theory to examine the difference between burnout and depression. Anxiety, Stress & Coping, 13(3), 247–268.Google Scholar
  15. Bengel, J., Strittmatter, R., & Willmann, H. (2006). Was erhält Menschen gesund? Antonovskys Modell der Salutogenese – Diskussionsstand und Stellenwert; eine Expertise (9., erw. Neuaufl.). Köln: BZgA.Google Scholar
  16. Bentzen, M., Lemyre, P.-N., & Kenttä, G. (2016). Development of exhaustion for high-performance coaches in association with workload and motivation: A person-centered approach. Psychology of Sport and Exercise, 22, 10–19.CrossRefGoogle Scholar
  17. Bretland, R. J., & Thorsteinsson, E. B. (2015). Reducing workplace burnout: The relative benefits of cardiovascular and resistance exercise. PeerJ, 3, e891.PubMedPubMedCentralCrossRefGoogle Scholar
  18. Burisch, M. (2006). Das Burnout-Syndrom: Theorie der inneren Erschöpfung. Heidelberg: Springer Medizin.Google Scholar
  19. Byrne, A., & Byrne, D. G. (1993). The effect of exercise on depression, anxiety and other mood states. A review. Journal of Psychosomatic Research, 37(6), 565–574.PubMedCrossRefPubMedCentralGoogle Scholar
  20. Caccese, T., & Mayerberg, C. (1984). Gender differences in perceived burnout of college coaches. Journal of Sport & Exercise Psychology, 6, 279–288.Google Scholar
  21. Capel, S. A., Sisley, B. L., & Desertrain, G. S. (1987). The Relationship of role conflict and role ambiguity to burnout in high school basketball coaches. Jounal of Sport Psychology, 9, 106–117.CrossRefGoogle Scholar
  22. Carraro, A., Scarpa, S., & Gobbi, E. (2010). Burnout and self-perceptions of physical fitness in a sample of italian physical education teachers. Perceptual and Motor Skills, 111(3), 790–798.PubMedCrossRefGoogle Scholar
  23. Carson, R. L., Baumgartner, J. J., Matthews, R. A., & Tsouloupas, C. N. (2010). Emotional exhaustion, absenteeism, and turnover intentions in child care teachers. Examining the impact of physical activity behaviors. Journal of Healh Psychology, 15(6), 905–914.CrossRefGoogle Scholar
  24. Clapper, D. C., & Harris, L. L. (2008). Reliability and validity of an instrument to describe burnout among collegiate athletic trainers. Journal of Athletic Training, 43(1), 62–69.PubMedPubMedCentralCrossRefGoogle Scholar
  25. Coakley, J. J. (1992). Burnout among adolescent athletes: A personal failure or social problem? Sociology of Sport Journal, 9(3), 271–285.CrossRefGoogle Scholar
  26. Conn, V. S. (2010). Depressive symptom outcomes of physical activity interventions. Meta-analysis findings. Annals of Behavioral Medicine, 39(2), 128.PubMedPubMedCentralCrossRefGoogle Scholar
  27. Cremades, J. G., & Wiggins, M. S. (2008). Direction and intensity of trait anxiety as predictors of burnout among collegiate athletes. Athletic Insight, 10(2).Google Scholar
  28. Cresswell, S. L. (2009). Possible early signs of athlete burnout: A prospective study. Journal of Science & Medicine in Sport, 12(3), 393–398.CrossRefGoogle Scholar
  29. Cresswell, S. L., & Eklund, R. C. (2004). The athlete burnout syndrome. Possible early signs. Journal of Science and Medicine in Sport, 7, 481–487.PubMedCrossRefGoogle Scholar
  30. Cresswell, S. L., & Eklund, R. C. (2005a). Changes in athlete burnout and motivation over a 12-week league tournament. Medicine & Science in Sports & Exercise, 37, 1957–1966.CrossRefGoogle Scholar
  31. Cresswell, S. L., & Eklund, R. C. (2005b). Motivation and burnout among top amateur rugby players. Medicine & Science in Sports & Exercise, 37(3), 469–477.CrossRefGoogle Scholar
  32. Cresswell, S. L., & Eklund, R. C. (2006a). Athlete burnout. Conceptual confusion, current research and future research directions. In S. Hanton & S. D. Mellalieu (Hrsg.), Literature reviews in sport psychology (S. 91–126). New York: Nova Science Publishers.Google Scholar
  33. Cresswell, S. L., & Eklund, R. C. (2006b). The convergent and discriminant validity of burnout measures in sport: A multi-trait/multi-method analysis. Journal of Sports Sciences, 24(2), 209–220.PubMedCrossRefPubMedCentralGoogle Scholar
  34. Curran, T., Appleton, P. R., Hill, A. P., & Hall, H. K. (2011). Passion and burnout in elite junior soccer players: The mediating role of self-determined motivation. Psychology of Sport and Exercise, 12(6), 655–661.CrossRefGoogle Scholar
  35. Curran, T., Appleton, P. R., Hill, A. P., & Hall, H. K. (2013). The mediating role of psychological need satisfaction in relationships between types of passion for sport and athlete burnout. Journal of Sports Sciences, 31(6), 597–606.PubMedCrossRefPubMedCentralGoogle Scholar
  36. Dale, J., & Weinberg, R. S. (1990). Burnout in sport: A review and critique. Applied Sport Psychology, 2, 67–83.CrossRefGoogle Scholar
  37. Daley, A. J. (2008). Exercise and depression. A review of reviews. Journal of Clinical Psychology in Medical Settings, 15, 140–147.PubMedCrossRefGoogle Scholar
  38. Deci, E. L., & Ryan, R. M. (1993). Die Selbstbestimmungstheorie der Motivation und ihre Bedeutung für die Pädagogik. Zeitschrift für Pädagogik, 39(2), 223–238.Google Scholar
  39. Deci, E. L., & Ryan, R. M. (2000). The „what“ and „why“ of goal pursuits. Human needs and the self-determination of behavior. Psychological Inquiry, 11(4), 227–268.CrossRefGoogle Scholar
  40. Demerouti, E., Bakker, A. B., Vardakou, I., & Kantas, A. (2003). The convergent validity of two burnout instruments. European Journal of Psychological Assessment, 19(1), 12–23.CrossRefGoogle Scholar
  41. Dilling, H. (1992). Internationale Klassifikation psychischer Störungen. Klinisch-diagnostische Leitlinien ICD-10. Bern: Huber.Google Scholar
  42. Eades, A. (1990). An investigation of burnout in intercollegiate athletes: The development of the Eades Athlete Burnout Inventory. Unpublished Masterʼs Thesis. Berkeley: University of California.Google Scholar
  43. Eklund, R. C., & DeFreese, J. D. (2015). Athlete burnout: What we know, what we could know, and how we can find out more. International Journal of Applied Sports Sciences, 27(2), 63–75.CrossRefGoogle Scholar
  44. Farber, B. A. (1983). Stress and burnout in the human service professions. New York: Pergamon Press.Google Scholar
  45. Freudenberger, H. J. (1974). Staff burn-out. Journal of Social Issues, 30(1), 159–165.CrossRefGoogle Scholar
  46. Freudenberger, H. J. (1975). The staff burn-out syndrome in alternative institutions. Psychotherapy: Theory, Research & Practice, 12(1), 73–82.CrossRefGoogle Scholar
  47. Frey, M. (2007). College coaches’ experiences with sress – „problem solvers“ have problems, too. The Sport Psychologist, 21, 38–57.CrossRefGoogle Scholar
  48. Gerber, M., Brand, S., Elliot, C., Holsboer-Trachsler, E., Puhse, U., & Beck, J. (2013a). Aerobic exercise training and burnout: A pilot study with male participants suffering from burnout. BMC research notes, 6, 78.PubMedPubMedCentralCrossRefGoogle Scholar
  49. Gerber, M., Lindwall, M., Lindegard, A., Borjesson, M., & Jonsdottir, I. H. (2013b). Cardiorespiratory fitness protects against stress-related symptoms of burnout and depression. Patient education and counseling, 93(1), 146–152.PubMedCrossRefPubMedCentralGoogle Scholar
  50. Gieck, J., Brown, R. S., & Shank, R. H. (1982). The burnout syndrome among athletic trainers. Athletic Training, 17, 36–41.Google Scholar
  51. Giges, B., Petitpas, A. J., & Vernacchia, R. A. (2004). Helping coaches meet their own needs: Challenges for the sport psychology consultant. The Sport Psychologist, 18, 430–444.CrossRefGoogle Scholar
  52. Goodger, K., Gorely, T., Lavallee, D., & Harwood, C. (2007). Burnout in sport: A systematic review. The Sport Psychologist, 21, 127–151.CrossRefGoogle Scholar
  53. Gustafsson, H., Kenttä, G., Hassmén, P., & Lundqvist, C. (2007). Prevalence of burnout in competitive adolescent athletes. The Sport Psychologist, 21, 21–37.CrossRefGoogle Scholar
  54. Gustafsson, H., Hancock, D. J., & Côté, J. (2014). Describing citation structures in sport burnout literature: A citation network analysis. Psychology of Sport & Exercise, 15(6), 620–626.CrossRefGoogle Scholar
  55. Gustafsson, H., Hill, A. P., Stenling, A., & Wagnsson, S. (2016). Profiles of perfectionism, parental climate, and burnout among competitive junior athletes. Scandinavian Journal of Medicine & Science in Sports, 26(10), 1256–1264.CrossRefGoogle Scholar
  56. Harris, B., & Ostrow, A. C. (2008). Coach and athlete burnout. In S. R. Bakere (Hrsg.), Hot topics in sports and athletics (S. 143–157). Hauppauge: Nova Science Publishers.Google Scholar
  57. Harris, B. S., & Watson Jack, C. (2011). Assessing youth sport burnout: A self-determination and identity development perspective. Journal of Clinical Sports Psychology, 5, 117–133.CrossRefGoogle Scholar
  58. Hautzinger, M., & Wolf, S. (2012). Sportliche Aktivität und Depression. In R. Fuchs & W. Schlicht (Hrsg.), Seelische Gesundheit und sportliche Aktivität (S. 164–185). Göttingen: Hogrefe.Google Scholar
  59. Hendrix, A. E., Acevedo, E. O., & Hebert, E. (2000). An examination of stress and burnout in certified athletic trainers at division I-A universities. Journal of Athletic Training, 35(2), 139–144.PubMedPubMedCentralGoogle Scholar
  60. Hjälm, S., Kenttä, G., Hassmenan, P., & Gustafsson, H. (2007). Burnout among elite soccer coaches. Journal of Sport Behavior, 30(4), 415–427.Google Scholar
  61. Hodge, K., Lonsdale, C., & Ng, J. Y. (2008). Burnout in elite rugby: Relationships with basic psychological needs fulfilment. Journal of Sports Science, 16(8), 835–844.CrossRefGoogle Scholar
  62. Kallus, W. K., & Kellmann, M. (2000). Burnout in athletes and coaches. In Y. L. Hanin (Hrsg.), Emotions in sport (S. 209–230). Champaign: Human Kinetics.Google Scholar
  63. Kallus, K. W., Kellmann, M., Eberspächer, H., & Hermann, H.-D. (1996). Beanspruchung, Erholung und Streßbewältigung von Trainern im Leistungssport. Psychologie und Sport, 3(4), 114–126.Google Scholar
  64. Kania, M. L., Meyer, B. B., & Ebersole, K. T. (2009). Personal and environmental characteristics predicting burnout amont certified athletic trainers at national collegiate athletic association institutions. Journal of Athletic Training, 44(1), 58–66.PubMedPubMedCentralCrossRefGoogle Scholar
  65. Kelley, B. C. (1994). A model of stress and burnout in collegiate coaches: Effects of gender and time of season. Research Quarterly for Exercise and Sport, 65, 48–58.PubMedCrossRefPubMedCentralGoogle Scholar
  66. Kelley, B., & Gill, D. L. (1993). An examination of personal/situational variables, stress appraisal, and burnout in collegiate teacher-coaches. Research Quarterly for Exercise and Sport, 64, 94–102.PubMedCrossRefPubMedCentralGoogle Scholar
  67. Kelley, B. C., Eklund, R. C., & Ritter-Taylor, M. (1999). Stress and burnout among collegiate tennis coaches. Journal of Sport & Exercise Psychology, 21, 113–130.CrossRefGoogle Scholar
  68. Kellmann, M. (2010). Preventing overtraining in athletes in high-intensity sports and stress/recovery monitoring. Scandinavian Journal of Medicine & Science in Sports, 20, 95–102.CrossRefGoogle Scholar
  69. Kellmann, M., & Kallus, K. W. (2001). The recovery-stress-questionnaire for athletes: User manual. Leeds: Human Kinetics.Google Scholar
  70. Kellmann, M., Altfeld, S., & Mallett, C. J. (2015). Recovery–stress imbalance in Australian football league coaches: A pilot longitudinal study. International Journal of Sport and Exercise Psychology, 1–10. (Im Druck.)Google Scholar
  71. Klaperski, S., Seelig, H., & Fuchs, R. (2012). Sportaktivität als Stresspuffer. Zeitschrift für Sportpsychologie, 19(2), 80–90.CrossRefGoogle Scholar
  72. Kleinert, J., & Sulprizio, M. (2014). Da-Sein für den Sport. Der Trainerberuf zwischen Burnout und Glückseligkeit. Leistungssport, 44(1), 5–10.Google Scholar
  73. Korczak, D., Wastian, M., & Schneider, M. (2012). Therapie des Burnout-Syndroms (Schriftenreihe Health Technology Assessment (HTA) in der Bundesrepublik Deutschland). Köln.Google Scholar
  74. Landmann, U., Kloock, B., König, D., & Berg, A. (2007). Sport und Salutogenese – körperliche Aktivität als Gesundheitsfaktor. Blickpunkt der Mann, 5(4), 10–15.Google Scholar
  75. Lawlor, D. A., & Hopker, S. W. (2001). The effectiveness of exercise as an intervention in the management of depression. Systematic review and metaregression analysis of randomised controlled trials. BMJ, 322, 1–8.CrossRefGoogle Scholar
  76. Lazarus, R. S., & Folkman, S. (1987). Transactional theory and research on emotions and coping. European Journal of Personality, 1(3), 141–169.CrossRefGoogle Scholar
  77. Lemyre, P.-N., Treasure, D. C., & Roberts, G. C. (2006). Influence of variability in motivation and affect on elite athlete burnout susceptibility. Journal of Sport & Exercise Psychology, 28, 32–48.CrossRefGoogle Scholar
  78. Lemyre, P.-N., Roberts, G. C., & Stray-Gundersen, J. (2007). Motivation, overtraining, and burnout: Can self-determined motivation predict overtraining and burnout in elite athletes? European Journal of Sport Science, 7(2), 115–126.CrossRefGoogle Scholar
  79. Lemyre, P.-N., Hall, H. K., & Roberts, G. C. (2008). A social cognitive approach to burnout in elite athletes. Scandinavian Journal of Medicine and Science in Sports, 18, 221–234.PubMedCrossRefPubMedCentralGoogle Scholar
  80. Li, C., Wang, C. J., Pyun, D. Y., & Kee, Y. H. (2013). Burnout and its relations with basic psychological needs and motivation among athletes: A systematic review and meta-analysis. Psychology of Sport and Exercise, 14(5), 692–700.CrossRefGoogle Scholar
  81. Lonsdale, C., & Hodge, K. (2011). Temporal ordering of motivational quality and athlete burnout in elite sport. Medicine & Science in Sports & Exercise, 43(5), 913–921.CrossRefGoogle Scholar
  82. Lonsdale, C., Hodge, K., & Jackson, S. A. (2007). Athlete engagement: II. Development and initial validation of the athlete engagement questionnaire. International Journal of Sport Psychology, 38(4), 471–492.Google Scholar
  83. Lonsdale, C., Hodge, K., & Rose, E. A. (2009). Athlete burnout in elite sport: A self-determination perspective. Journal of Sports Science, 27(8), 785–795.CrossRefGoogle Scholar
  84. Löwe, B., Kroenke, K., & Gräfe, K. (2005). Detecting and monitoring depression with a two-item questionnaire (PHQ-2). Journal of Psychosomatic Research, 58(2), 163–171.PubMedCrossRefPubMedCentralGoogle Scholar
  85. Lundkvist, E., Gustafsson, H., Hjälm, S., & Hassmén, P. (2012). An interpretative phenomenological analysis of burnout and recovery in elite soccer coaches. Qualitative Research in Sport, Exercise and Health, 4(3), 400–419.CrossRefGoogle Scholar
  86. Lundkvist, E., Stenling, A., Gustafsson, H., & Hassmén, P. (2014). How to measure coach burnout. An evaluation of three burnout measures. Measurement in Physical Education and Excercise Science, 18(3), 209–226.CrossRefGoogle Scholar
  87. Lundqvist, C., & Kenttä, G. (2010). Positive emotions are not simply the absence of the negative ones: Development and validation of the Emotional Recovery Questionnaire (EmRecQ). The Sport Psychologist, 24, 468–488.CrossRefGoogle Scholar
  88. Malinauskas, R., Malinauskiene, V., & Dumciene, A. (2010). Burnout and perceived stress among university coaches in Lithuania. Journal of Occupational Health, 52, 302–307.PubMedCrossRefPubMedCentralGoogle Scholar
  89. Maslach, C. (1976). Burned-out. Human Behavior, 5(9), 16–22.Google Scholar
  90. Maslach, C. (1979). The burn-out syndrome and patient care. In C. Garfield (Hrsg.), Stress and survival (S. 111–120). St. Louis: Mosby.Google Scholar
  91. Maslach, C., & Goldberg, J. (1998). Prevention of burnout: New perspectives. Applied and Preventive Psychology, 7(1), 63–74.CrossRefGoogle Scholar
  92. Maslach, C., & Jackson, S. E. (1981). The measurement of experienced burnout. Journal of Occupational Behaviour, 2, 99–113.CrossRefGoogle Scholar
  93. Maslach, C., & Jackson, S. E. (1986). Maslach burnout inventory: Second edition. Palo Alto: Consulting Psychologists Press.Google Scholar
  94. Maslach, C., Schaufeli, W. B., & Leiter, M. (2001). Job burnout. Annual Review of Psychology, 52, 397–422.PubMedCrossRefPubMedCentralGoogle Scholar
  95. Mehdipour, A., Azmsha, T., & Heydariefahim, M. T. (2012). Comparison of job burnout between physically active and inactive workers: a study among Iran gas industry workers. Journal of Physical Education and Sport, 36, 234–238.Google Scholar
  96. Nitsch, J. R. (2004). Die handlungstheoretische Perspektive. Ein Rahmenkonzept für die sportpsychologische Forschung und Intervention. Zeitschrift für Sportpsychologie, 11(1), 10–23.CrossRefGoogle Scholar
  97. Olson, S. M., Odo, N. U., Duran, A. M., Pereira, A. G., & Mandel, J. H. (2014). Burnout and physical activity in Minnesota internal medicine resident physicians. Journal of Graduate Medical Education, 6(4), 669–674.PubMedPubMedCentralCrossRefGoogle Scholar
  98. Pastore, D. L., & Judd, M. R. (1993). Gender differences in burnout among coaches of women’s athletic teams at 2-year colleges. Sociology of Sport Journal, 10, 205–212.CrossRefGoogle Scholar
  99. Peluso, M. A. M., & de. Andrade, L. H. S. G. (2005). Physical activity and mental health. The association between exercise and mood. Clinics in Sports Medicine, 60(1), 61–70.Google Scholar
  100. Perlman, B., & Hartman, E. A. (1982). Burnout: Summary and future research. Human Relations, 35, 283–305.CrossRefGoogle Scholar
  101. Perreault, S., Gaudreau, P., Lapointe, M. C., & Lacroix, C. (2007). Does it take three to tango? Psychological need satisfaction and athlete burnout. International Journal of Sport Psychology, 38, 437–450.Google Scholar
  102. Pineau, T. R., Glass, C. R., & Kaufman, K. A. (2014). Mindfulness in sport performance. Handbook of mindfulness sport performance (S. 1–58), Oxford: Wiley-Blackwell.Google Scholar
  103. Pines, A. M., Aronson, E., & Kafry, D. M. (1981). Burnout. From tedium to personal growth. New York: The Free Press.Google Scholar
  104. Price, M. S., & Weiss, M. R. (2000). Relationships among coach burnout, coach behaviors, and athletes´ psychological responses. The Sport Psychologist, 14(4), 391–409.CrossRefGoogle Scholar
  105. Price, M. S., & Weiss, M. R. (2013). Relationships among coach leadership, peer leadership, and adolescent athletes’ psychosocial and team outcomes: A test of transformational leadership theory. Journal of Applied Sport Psychology, 25(2), 265–279.CrossRefGoogle Scholar
  106. Raedeke, T. D. (1997). Is athlete burnout more than just stress? A sport commitment perspective. Journal of Sport & Exercise Psychology, 19, 396–417.CrossRefGoogle Scholar
  107. Raedeke, T. D., & Smith, A. L. (2001). Development and preliminary validation of an athlete burnout measure. Journal of Sport & Exercise Psychology, 23, 281–306.CrossRefGoogle Scholar
  108. Raedeke, T. D., & Smith, A. L. (2004). Coping resources and athlete burnout: An examination of stress mediated and moderation hypotheses. Journal of Sport & Exercise Psychology, 26, 525–541.CrossRefGoogle Scholar
  109. Raedeke, T. D., Granzyk, T. L., & Warren, A. (2000). Why coaches experience burnout. A commitment perspective. Journal of Sport & Exercise Psychology, 22(1), 85–105.CrossRefGoogle Scholar
  110. Reinboth, M., & Duda, J. L. (2006). Perceived motivational climate, need satisfaction and indices of well-being in team sports. A longitudinal perspective. Psychology of Sport and Exercise, 7, 269–286.CrossRefGoogle Scholar
  111. Rethorst, C. D., Wipfli, B. M., & Landers, D. M. (2009). The antidepressive effects of exercise. A meta-analysis of randomized trials. Sports Medicine, 39(6), 491–511.PubMedCrossRefGoogle Scholar
  112. Rusbult, C. E., Zembrodt, I. M., & Gunn, L. K. (1982). Exit, voice, loyalty, and neglect. Responses to dissatisfaction in romantic involvements. Journal of Personality and Social Psychology, 43(6), 1230–1242.CrossRefGoogle Scholar
  113. Ryska, T. A. (2009). Multivariate analysis of program goals, leadership style, and occupational burnout among intercollegiate sport coaches. Journal of Sport Behavior, 32(4), 476–488.Google Scholar
  114. Sass, H. (2003). Diagnostisches und statistisches Manual psychischer Störungen – DSM-IV-TR. Göttingen: Hogrefe.Google Scholar
  115. Schaffran, P., Altfeld, S., & Kellmann, M. (2016). Burnout bei Trainern: Ein Review zu Einflussfaktoren, Diagnostik und Interventionen. Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin, 67(05), 121–125.Google Scholar
  116. Schlicht, W. (1995). Wohlbefinden und Gesundheit durch Sport (Wissenschaftliche Schriftenreihe des Deutschen Sportbundes, Bd. 25). Schorndorf: Hofmann.Google Scholar
  117. Schliermann, R., Hagenah, J., & Hörmann, G. (2002). Habituelle Stressbewältigung und Burnout von Fußballtrainern. Psychologie und Sport, 9(2), 71–79.Google Scholar
  118. Schmidt, G. W., & Stein, G. L. (1991). Sport commitment: A model integrating enjoyment, dropout, and burnout. Journal of Sport & Exercise Psychology, 8, 254–265.Google Scholar
  119. Schulz von Thun, F. (1998). Miteinander reden 3. Das „Innere Team“ und situationsgerechte Kommunikation. Reinbek: Rowohlt.Google Scholar
  120. Silva, J. M. (1990). An analysis of the training stress syndrome in competitive athletics. Applied Sport Psychology, 2, 5–20.CrossRefGoogle Scholar
  121. Smith, R. E. (1986). Toward a cognitive-affective model of athletic burnout. Journal of Sport Psychology, 8, 36–50.CrossRefGoogle Scholar
  122. Sorkkila, M., Aunola, K., & Ryba, T. V. (2017). A person-oriented approach to sport and school burnout in adolescent student-athletes. The role of individual and parental expectations. Psychology of Sport and Exercise, 28, 58–67.CrossRefGoogle Scholar
  123. St. Clair Gibson, A., Grobler, L. A., Collins, M., Lambert, M. I., Sharwood, K., Derman, E. W., & Noakes, T. D. (2006). Evaluation of maximal exercise performance, fatigue, and depression in athletes with acquired chronic training intolerance. Clinical Journal of Sport Medicine, 16(1), 39–45.PubMedCrossRefPubMedCentralGoogle Scholar
  124. Stathopoulou, G., Powers, M. B., Berry, A. C., Smits, J. A. J., & Otto, M. W. (2006). Exercise interventions for mental health. A quantitative and qualitative review. Clinical Psychology: Science and Practice, 13(2), 179–193.Google Scholar
  125. Stenlund, T., Birgander, L. S., Lindahl, B., Nilsson, L., & Ahlgren, C. (2009). Effects of Qigong in patients with burnout: A randomized controlled trial. Journal of Rehabilitation Medicine, 41(9), 761–767.PubMedCrossRefPubMedCentralGoogle Scholar
  126. Stier-Jarmer, M., Frisch, D., Oberhauser, C., Berberich, G., & Schuh, A. (2016). The effectiveness of a stress reduction and burnout prevention program. Deutsches Arzteblatt international, 113(46), 781–788.PubMedPubMedCentralGoogle Scholar
  127. Sulprizio, M., & Kleinert, J. (2014). Psychische Gesundheit für Nachwuchsleistungssportler – eine Workshopkonzeption. In T. Wörz & J. Lecheler (Hrsg.), Coaching im Nachwuchsleistungssport. Stärken stärken, Defizite beheben und Drop-Outs reduzieren (S. 29–39). Lengerich: Pabst Science Publishers.Google Scholar
  128. Tashman, L. S., Tenenbaum, G., & Eklund, R. C. (2010). The effect of perceived stress on the relationship between perfectionism and burnout in coaches. Anxiety, Stress & Coping, 23(2), 195–212.CrossRefGoogle Scholar
  129. Thelwell, R. C., Weston, N. J. V., Greenlees, I. A., & Hutchings, N. V. (2008). Stressors in elite sport: A coach perspective. Journal of Sports Sciences, 26(9), 905–918.PubMedCrossRefPubMedCentralGoogle Scholar
  130. Thibaut, J. W., & Kelley, H. H. (1959). The social psychology of groups. New York: Wiley.Google Scholar
  131. Toker, S., & Biron, M. (2012). Job burnout and depression: Unraveling their temporal relationship and considering the role of physical activity. The Journal of Applied Psychology, 97(3), 699–710.PubMedCrossRefPubMedCentralGoogle Scholar
  132. Tsai, H. H., Yeh, C. Y., Su, C. T., Chen, C. J., Peng, S. M., & Chen, R. Y. (2013). The effects of exercise program on burnout and metabolic syndrome components in banking and insurance workers. Industrial Health, 51(3), 336–346.PubMedCrossRefPubMedCentralGoogle Scholar
  133. Vallerand, R. J., Paquet, Y., Philippe, F. L., & Charest, J. (2010). On the role of passion for work in burnout: A process model. Journal of Personality, 78(1), 289–312.PubMedCrossRefPubMedCentralGoogle Scholar
  134. Vansteenkiste, M., & Ryan, R. M. (2013). On psychological growth and vulnerability: Basic psychological need satisfaction and need frustration as a unifying principle. Journal of Psychotherapy Integration, 23(3), 263.CrossRefGoogle Scholar
  135. Vealey, R. S., Udry, E., Zimmerman, V., & Soliday, J. (1992). Intrapersonal und Situational Predictors of Coaching Burnout. Journal of Sport & Exercise Psychology, 14, 40–58.CrossRefGoogle Scholar
  136. Zajonc, R. B. (1980). Feeling and thinking. Preferences need no inferences. American Psychologist, 35(2), 151–175.CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Psychologisches Institut, Abt. Gesundheit & SozialpsychologieDeutsche Sporthochschule KölnKölnDeutschland

Section editors and affiliations

  • Dieter Hackfort
    • 1
  1. 1.Department für SportwissenschaftUniversität der Bundeswehr MünchenNeubibergDeutschland

Personalised recommendations