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Einflussgrößen

  • W. G. Guder
Living reference work entry
Part of the Springer Reference Medizin book series (SRM)

Zusammenfassung

Einflussgrößen

Synonym(e)

Einflussfaktor

Englischer Begriff

influence factor

Definition

In vivo wirksame Größe, die nicht Messgröße ist, jedoch das Messergebnis beeinflusst.

Beschreibung

Einflussgrößen verändern die Konzentration des gemessenen Analyten. Es sind nicht krankheitsbedingte Faktoren, welche die Werte der Messgröße verändern. Sie sind daher unabhängig von der angewendeten Methodik (im Gegensatz zu Störgrößen). Sie treten in vivo auf, können aber auch in vitro wirken. Sie können nach ihrem Charakter veränderlich oder unveränderlich, beeinflussbar oder unbeeinflussbar sein:
  • Unveränderliche und unbeeinflussbare Einflussgrößen: Geschlecht, Rasse, genetische Varianten

  • Veränderliche unbeeinflussbare Einflussgrößen: Alter, Höhe über dem Meeresspiegel, biologische Rhythmen über Jahreszeiten, Monate und Wochen, Schwangerschaft, zirkadiane Rhythmen

  • Veränderliche beeinflussbare Einflussgrößen: Nahrungs- und Wasseraufnahme und -entzug, Diäten, körperliche Tätigkeit, Genussgifte (Rauchen, Alkohol), Körperlage, Stauung bei der Blutgewinnung, diagnostische und therapeutische Maßnahmen

  • In-vitro-Einflüsse: Veränderungen des Analyten durch Stoffwechsel und Wirkstoffeffekte während des Transports und der Lagerung von Proben, Wirkung der Zentrifugation, Kontamination mit dem Analyten.

In der präanalytischen Phase (Präanalytische Phase) können beeinflussbare Einflussgrößen durch entsprechende Standardisierungen minimiert werden, während unbeeinflussbare Einflüsse durch Wissen Berücksichtigung bei der Interpretation des Messergebnisses finden sollten.

Zur Definition s. im Wörterbuch der Metrologie oder unter www.bimp.org (VIM 2008).

Literatur

  1. Guder WG (1980) Einflussgrößen und Störfaktoren bei klinisch-chemischen Untersuchungen. Internist 21:533–542PubMedGoogle Scholar
  2. Guder WG (2009) Die Qualität labormedizinischer Untersuchungen – Voraussetzungen in der präanalytischen und analytischen Phase. In: Guder WG, Nolte J (Hrsg) Das Laborbuch in Klinik und Praxis, 2. Aufl. Elsevier,/Urban&Fischer, MünchenGoogle Scholar
  3. Guder WG, Narayanan S (2015) Biological variables influencing laboratory results. In: Guder WG, Narayanan S (Hrsg) Pre-examination procedures in laboratory diagnostics. Walter deGruyter, Berlin/Boston, S 97–132Google Scholar
  4. VIM (2008) www.bimp.org. Beuth-Verlag

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2018

Authors and Affiliations

  • W. G. Guder
    • 1
  1. 1.MünchenDeutschland

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