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Triple-Test

  • M. Bidlingmaier
Living reference work entry
Part of the Springer Reference Medizin book series (SRM)

Zusammenfassung

Triple-Test

Englischer Begriff

triple test; in Großbritannien auch: Bart‘s test

Definition

Test aus dem Bereich der Pränataldiagnostik, der eine Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen einer Trisomie 21 (Down-Syndrom) oder einer Neuralrohrfehlbildung beim Feten errechnet.

Beschreibung

Für den Triple-Test werden typischerweise zwischen der 15. und 18., seltener bis zur 20. Schwangerschaftswoche im maternalen Serum die Konzentrationen von α1-Fetoprotein (AFP), freiem Estriol (unkonjugiertes Estriol) und der freien β-Kette des Choriongonadotropins (β-hCG; Choriongonadotropin, humanes) bestimmt. Die mittels eines Algorithmus aus den Messergebnissen errechnete Wahrscheinlichkeit ist das eigentliche Testergebnis. Damit kann keine Diagnose einer Trisomie oder einer Neuralrohrfehlbildung gestellt werden – diese erfordert weitere, nichtinvasive (z. B. Ultraschall) oder invasive Diagnostik (Chorionzotten-Biopsie, Amniocentese; Chordozentese).

Nachdem es sich nicht um einen diagnostischen Test handelt, übernehmen die Krankenversicherungen die Kosten nicht. Aufgrund der potenziell weitreichenden Konsequenzen besteht für den Arzt vor, während und nach der Untersuchung Beratungspflicht.

Der Triple-Test ist im Vergleich zur reinen Altersindikation besser geeignet, Schwangerschaften zu erkennen, bei denen weitere Diagnostik sinnvoll sein kann. Er steht jedoch aufgrund einer geringen Sensitivität und vor allem schlechter Spezifität in der Kritik. Eine Vielzahl von Einflussfaktoren müssen berücksichtigt werden, so u. a. Alter und Körpergewicht der Mutter, vorangegangene Schwangerschaften und das – oft nicht präzise erfasste – Gestationsalter. Auch können die Konzentrationen der genannten Hormone aus einer Reihe anderer Gründe verändert sein, sodass sich insgesamt eine Vielzahl falsch positiver Befunde ergibt. Der Test wird heute nur noch selten angewandt, teilweise wird er ersetzt durch den Double- oder den Quadruple-Test mit Hinzunahme anderer Laborparameter (z. B. Inhibin A, Pregnancy-Associated-Plasma-Protein A [PAPP-A]). Insbesondere aber die Verfügbarkeit verbesserter bildgebender Verfahren (Ultraschall) sowie gendiagnostischer Methoden (freie fetale DNA) verändern die Strategien in der pränatalen Diagnostik derzeit stark.

Literatur

  1. Wald NJ, Cuckle HS, Densem JW, Nanchahal K, Royston P, Chard T et al (1988) Maternal serum screening for Down’s syndrome in early pregnancy. BMJ 297:883–887CrossRefPubMedPubMedCentralGoogle Scholar
  2. Yao Y, Liao Y, Han M, Li SL, Luo J, Zhang B (2016) Two kinds of common prenatal screening tests for Down's syndrome: a systematic review and meta-analysis. Sci Rep 6:18866.  https://doi.org/10.1038/srep18866CrossRefPubMedPubMedCentralGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.Medizinische Klinik und Poliklinik IVKlinikum der Universität MünchenMünchenDeutschland

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