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Anionenlücke im Plasma

  • O. Müller-Plathe
Living reference work entry
Part of the Springer Reference Medizin book series (SRM)

Zusammenfassung

Anionenlücke im Plasma

Englischer Begriff

anion gap

Definition

Die Anionenlücke im Serum oder Plasma ist die Konzentrationsdifferenz zwischen dem wichtigsten Kation (Natrium) und der Summe der beiden wichtigsten Anionen (Chlorid und Bicarbonat):
$$ \mathrm{Anionenl}\ddot{\mathrm{u}} \mathrm{cke}\ \left(\mathrm{mmol}/\mathrm{L}\right)=c{\mathrm{Na}}^{+}\hbox{--} \left(c{\mathrm{Cl}}^{\hbox{--} }+c{{\mathrm{HCO}}_3}^{\hbox{--}}\right) $$

Beschreibung

Der Ausdruck Anionenlücke darf nicht als ein Fehlen von Anionen missverstanden werden. Nach dem Gesetz der Elektroneutralität entsprechen kationische und anionische Ladung einander in jeder Situation. Die Zunahme normalerweise nicht gemessener Anionen bzw. organischer Säuren geht daher bei unverändertem Kationenbestand mit einer Abnahme von Bicarbonat und Chlorid einher und vergrößert somit die Anionenlücke. Zur Veranschaulichung s. Ionogramm des Plasmas im Stichwort Wasserhaushalt.

Die Anionenlücke beträgt normalerweise 8–16 mmol/L. Erhöhte Werte bei metabolischer Acidose (Acidose, metabolische) durch erhöhte Konzentration organischer Anionen wie bei der Laktatacidose und Ketoacidose (β-Hydroxybutyrat, Acetoacetat), ferner durch Zunahme von Sulfat und Phosphat bei global-renaler Acidose (nicht jedoch bei renal-tubulärer Acidose) und durch diverse Säureradikale bei Vergiftungen. Erniedrigte Werte bei ausgeprägter Verminderung anionischer Proteine (Hypalbuminämie) und Hämodilution. Die diagnostische Brauchbarkeit der Anionenlücke ist nur bei sehr exakter Elektrolytanalytik gegeben.

Literatur

  1. Morimatsu H, Rocktaschel J, Bellomo R et al (2003) Comparison of point-of-care versus central laboratory measurement of electrolyte concentrations on calculations of the anion gap and the strong ion difference. Anesthesiology 98:1077–1084CrossRefPubMedGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2017

Authors and Affiliations

  1. 1.HamburgDeutschland

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