Lymphozyten-Populationen

Living reference work entry
Part of the Springer Reference Medizin book series (SRM)

Zusammenfassung

Lymphozyten-Populationen

Englischer Begriff

subpopulations of lymphocytes

Definition

Einteilung der Lymphozyten in distinkte Gruppen anhand immunologischer Marker.

Beschreibung

Die Lymphogenese in den primären und sekundären lymphatischen Geweben führt zur Bildung unterschiedlicher Lymphozyten-Populationen mit definierten Aufgaben in der Immunabwehr. So können grundsätzlich 3 Subpopulationen abgegrenzt werden: T-Lymphozyten (T-Zell-Differenzierung), B-Lymphozyten und NK-Zellen (Natural-Killer-Lymphozyt). In Abhängigkeit der von den Zellen exprimierten Oberflächenantigenen können die Zellen dieser 3 Lymphozyten-Populationen weiter differenziert werden (s. Tabelle).

Oberflächenmarker für die Linienzuordnung und Referenzbereiche (Mittelwert ± 2s) der Lymphozyten im peripheren Blut (n = 30):

Zelltyp

Marker

Referenzbereich Erwachsene

Anteil (%)

Zellen (pro μL)

Lymphozyten

  

1000–3500

B-Lymphozyten

CD19 positiv

6–24

90–580

T-Lymphozyten

CD3 positiv

57–85

850–2580

T-Helferzellen

CD3 und CD4 positiv

29–66

490–1760

T-Suppressorzellen/zytotoxische T-Lymphozyten

CD3 und CD8 positiv

11–33

140–880

NK-Zellen

CD16 und/oder CD56 positiv

2–35

60–1020

Verhältnis CD4/CD8

 

1,0–5,8

 

Dabei kann einerseits der Reifegrad anhand des Expressionsmusters erkannt werden, andererseits zum Teil die Funktion innerhalb der Immunabwehr sowie eine mögliche Aktivierung. Der Nachweis erfolgt durch die Immunphänotypisierung, wobei fluoreszenzmarkierte monoklonale Antikörper, die gegen spezifische Oberflächenantigene gerichtet sind, an einzelne Subpopulationen binden. Durch die simultane Verwendung mehrerer, mit verschiedenen Fluorochromen markierter monoklonaler Antikörper in einem Messansatz können simultan bis zu 4 oder mehr Oberflächenantigene identifiziert und eine Zuordnung zu definierten Subpopulationen erreicht werden.

Die Differenzierung der Lymphozyten-Subpopulationen dient vor allem
  • der Erkennung von Vermehrungen oder Verminderungen einzelne Subpopulationen im Rahmen der Diagnostik von primären und sekundären Immundefekten,

  • der Erkennung von akuten Leukämien und leukämisch verlaufenden Non-Hodgkin-Lymphomen,

  • der Aktivitätsbeurteilung von rheumatischen Erkrankungen,

  • der Transplantationsnachsorge.

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für Laboratoriumsmedizin, Mikrobiologie und BlutdepotRegionale Kliniken Holding RKH GmbHLudwigsburgDeutschland

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