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Ionenbeziehung

  • H. Fiedler
Living reference work entry
Part of the Springer Reference Medizin book series (SRM)

Zusammenfassung

Ionenbeziehung

Englischer Begriff

ionic bond; electrovalent linkage

Definition

Eine auf elektrostatischer Anziehung entgegengesetzt geladener Ionen beruhende Form der chemischen Bindung.

Beschreibung

Die freien Carboxyl- und Aminogruppen eines Peptids oder Proteins liegen im physiologischen pH-Bereich in ionisierter Form vor. Die elektrostatischen Anziehungskräfte von Ionenbindungen sind umso stärker, je größer deren Differenz der Elektronegativität (EN) ist. Bei ΔEN >1,8 überwiegen die ionischen gegenüber den kovalenten Bindungen.

Die ionisierbaren Endgruppen der Peptidketten sind eine zweite Carboxylgruppe der sauren oder eine zweite Amino- oder Guanidingruppe der basischen Aminosäuren. Es gibt einen kontinuierlichen Übergang zu den schwächeren Anziehungskräften zwischen polaren Gruppen (Dipolen) und den noch schwächeren London-van-der-Waals-Dispersionskräften (Van-der-Waals-Kräfte), die nur bei Atomabständen von <0,5 nm wirksam werden und auf der Asymmetrie der Elektronenverteilung beruhen. Die Unterschiede der elektrostatischen Kräfte der Proteine werden zu Trennverfahren genutzt, wie bei der Ionenaustauschchromatographie.

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • H. Fiedler
    • 1
  1. 1.ErfurtDeutschland

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