Advertisement

Innere Sicherheit

  • Hans-Jürgen LangeEmail author
Living reference work entry
  • 5 Downloads

Zusammenfassung

In deskriptiver Hinsicht kann Innere Sicherheit (iS) definiert werden als ein System von staatlichen Institutionen und Einrichtungen, die durch Verfassung und Organe der demokratischen Willensbildung legitimiert sind, das öffentliche Gewaltmonopol im Rahmen kodifizierter Regeln exekutiv unter Anwendung auch von unmittelbaren Zwang auszuüben. iS ist in diesem Sinne weiterführend als ein Politikfeld zu verstehen. iS als Politikfeld weist daraufhin, dass an der zugrunde liegenden Politikproduktion neben den exekutiven Institutionen und Einrichtungen (vor allem Polizei und Staatsanwaltschaften) weitere Akteure beteiligt sind. Zu nennen sind die Innenministerien, parlamentarische Institutionen (Ausschüsse), des weiteren Parteien und Verbände (Polizeigewerkschaften) sowie föderale Verhandlungsgremien (Innenministerkonferenz, Ausschüsse des Bundesrates). iS in normativer Hinsicht zu definieren, hieße, materiell zu bestimmen, welche Form und welches Maß ein von den beauftragten Behörden exekutiertes Konzept „innerer“ Sicherheit gesellschaftlich und politisch wünschbar wäre. Die verschiedenen nationalen und politischen Systeme geben hierauf sehr gegensätzliche Antworten, die auf unterschiedliche, historisch vermittelte Einstellungs- und Wertemuster zurückzuführen sind. Für den Zusammenhang von politischer Kultur (pK) und iS ist von Interesse, welcher systematische Zusammenhang zwischen dieser pK-Konfiguration eines politischen Systems und der Legitimations-, Struktur- und Funktionsweise des jeweiligen staatlich-institutionellen Sicherheitssystems besteht.

Literatur

  1. Ammicht Quinn, Regina. 2016. Sicherheitspraktiken und Säkularisierungsdiskurse: Versuch über Schutzmantelmadonnen, Körperscanner und die Notwendigkeit einer Sicherheitsethik, die auch verunsichert. In Innere Sicherheit nach 9/11. Sicherheitsbedrohungen und (immer) neue Sicherheitsmaßnahmen? Hrsg. Susanne Fischer und Carlo Masala. Wiesbaden.CrossRefGoogle Scholar
  2. Daase, Christopher. 2011. Der Wandel der Sicherheitskultur – Ursachen und Folgen des erweiterten Sicherheitsbegriffs. In Zivile Sicherheit. Gesellschaftliche Dimensionen gegenwärtiger Sicherheitspolitiken, Hrsg. Peter Zoche, Stefan Kaufmann und Rita Haverkamp. Bielefeld.Google Scholar
  3. Lange, Hans-Jürgen. 2018. Verwaltungswissenschaften, Öffentliche Sicherheitsverwaltung und Polizei. In Die Verwaltung der Sicherheit. Theorie und Praxis der Öffentlichen Sicherheitsverwaltung, Hrsg. Hans-Jürgen Lange und Michaela Wendekamm. Wiesbaden.Google Scholar
  4. Lange, Hans-Jürgen, Thomas Model, und Michaela Wendekamm, Hrsg. 2019. Zukunft der Polizei. Trends und Strategien. Wiesbaden.Google Scholar
  5. Rauer, Valentin, Julian Junk, und Christopher Daase. 2014. Konjunkturen des Kulturbegriffs: Von der politischen und strategischen Kultur zur Sicherheitskultur. In Dimensionen der Sicherheitskultur, Hrsg. Hans-Jürgen Lange, Michaela Wendekamm und Christian Endreß. Wiesbaden.Google Scholar
  6. Würtenberger, Thomas, Christoph Gusy, und Hans-Jürgen Lange, Hrsg. 2012. Innere Sicherheit im europäischen Vergleich. Sicherheitsdenken, Sicherheitskonzepte und Sicherheitsarchitektur im Wandel. Berlin.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2020

Authors and Affiliations

  1. 1.Deutsche Hochschule der PolizeiMünsterDeutschland

Personalised recommendations