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Familien mit getrennten Eltern

  • Sabine WalperEmail author
  • Stefanie Amberg
  • Alexandra N. Langmeyer
Living reference work entry
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Zusammenfassung

Der vorliegende Beitrag nimmt die mit einer Trennung der Eltern verbundenen Veränderungen der Eltern-Kind-Beziehungen und Folgen für die Entwicklung der Kinder in den Fokus. Wir skizzieren den Wandel der Stabilität von Paarbeziehungen und zentrale Perspektiven der Forschung zu Trennungsfolgen für Kinder und Jugendliche. Mit Blick auf Faktoren, die im Kontext einer Trennung besonders relevant für das Wohlergehen der Kinder sind, werden Konflikt und Kooperation der Eltern sowie die Beziehung zwischen dem Kind und dem getrenntlebenden Elternteil behandelt. Das Fazit verweist auf Unterstützungsangebote für Trennungsfamilien.

Schlüsselwörter

Trennung Scheidung Stieffamilie Eltern-Kind-Beziehung Väterliches Engagement 

1 Einleitung

Im Verlauf der vergangenen Jahrzehnte haben Familien in Deutschland ebenso wie in vielen anderen Ländern einen beträchtlichen Wandel erfahren. Neben der verheirateten Kernfamilie haben andere Familienformen deutlich an Gewicht gewonnen. Ausschlaggebend hierfür ist vor allem die sinkende Stabilität von Partnerschaftsbeziehungen, die sich in gestiegenen Trennungs- und Scheidungsraten äußert, sowie die Zunahme von nichtehelichen Lebensgemeinschaften, die im Vergleich zu Ehen einem noch höheren Trennungsrisiko unterliegen. Welche Auswirkungen, Risiken und Chancen dies für die Familien und vor allem für die Kinder hat und welche Regelungen nach der Trennung eine positive Entwicklung der Kinder fördern, wird vielfach diskutiert. Allerdings ist die empirische Forschung zu diesen Fragen in Deutschland noch sehr begrenzt. Weitaus umfangreicher ist die internationale Befundlage, auf die wir hier im Wesentlichen zurückgreifen (Walper und Langmeyer 2019).

Laut Schätzungen wird mehr als jede dritte Ehe in Deutschland geschieden, wobei etwa in der Hälfte der Fälle minderjährige Kinder involviert sind. Im Jahr 2016 waren dies 162.397 Ehen mit insgesamt 131.955 minderjährigen Kindern (Statistisches Bundesamt 2018a), im Jahr 2017 hingegen 153.501 Ehen mit insgesamt 123.563 Kindern (Statistisches Bundesamt 2018b). Dass die absoluten Scheidungszahlen in den letzten Jahren gesunken sind, kann nicht als Hinweis auf eine größere Stabilität von Paarbeziehungen gewertet werden, denn gleichzeitig sind Eheschließungen zurückgegangen. Auch als normativer Rahmen der Familiengründung hat die Ehe an Bedeutung verloren: Mehr als ein Drittel (34,75 %) aller Kinder wurden im Jahr 2017 in eine nichteheliche Partnerschaft der Eltern geboren (Statistica 2019). Zwar werden fast 80 % der Kinder unverheirateter Eltern in einen Paarhaushalt hineingeboren (Langmeyer und Walper 2013), allerdings sind diese Partnerschaften im Vergleich zur Ehe deutlich weniger stabil (Schnor 2012).

Mit dem Anstieg des Trennungsrisikos nehmen Alleinerziehende einen zunehmend größeren Anteil unter allen Familien ein. Lag deren Anteil an allen Familien mit minderjährigen Kindern in Deutschland im Jahr 1997 noch bei 14,2 %, so waren es im Jahr 2017 schon 18,9 % (Statistisches Bundesamt 2018c). Insbesondere in Westdeutschland ist der Anteil Alleinerziehender gestiegen und nähert sich den höheren Werten in Ostdeutschland an. So ist die Wahrscheinlichkeit eines minderjährigen Kindes in einem Alleinerziehenden-Haushalt aufzuwachsen in Ostdeutschland deutlich größer: Während dort nahezu jedes 4. Kind bei einem alleinerziehenden Elternteil aufwächst, ist dies in Westdeutschland bei nur etwa jedem 6. Kind der Fall. Dabei sind Alleinerziehende in den überwiegenden Fällen – zu 87,7 % – Mütter.

Gehen alleinerziehende oder getrenntlebende Eltern eine neue Partnerschaft ein, so entsteht eine Stieffamilie. Laut Daten des Gender Survey waren im Jahr 2005 deutschlandweit unter allen Haushalten mit minderjährigen Kindern 13,6 % (primäre) Stieffamilien, d. h. in diesen Familien lebte mindestens ein Kind mit einem neuen Partner des leiblichen Elternteils zusammen (Steinbach 2008). Den größten Anteil der Stieffamilien machten die sogenannten Stiefvaterfamilien aus (69 %), d. h. die hauptbetreuende Mutter geht eine neue Partnerschaft ein. Deutlich geringer war der Anteil der (primären) Stiefmutterfamilien (27 %). Hinzu kommen allerdings sekundäre Stiefmutterfamilien, in denen der nicht mit dem Kind zusammenlebende Vater eine neue Partnerschaft eingeht.

2 Trennung und Scheidung im Spiegel der Forschung

2.1 Themen und Trends der Scheidungsforschung

Inzwischen existiert eine große Anzahl an internationalen Studien, die unterschiedliche Bereiche der kindlichen Entwicklung in Scheidungs- und Trennungsfamilien in den Blick nehmen und deren Ergebnisse in Meta-Studien zusammengetragen werden (Adamsons und Johnson 2013; Amato 2001). Waren es zunächst fast ausschließlich Forschungsarbeiten aus den USA, so existieren mittlerweile auch in Europa zahlreiche Studien, die ähnliche Ergebnisse aufzeigen. Eine aktuelle Metaanalyse zu Konsequenzen einer Trennung für Kinder im Hinblick auf deren Wohlbefinden, Gesundheit und Problemverhalten umfasst 17 Studien aus insgesamt neun Ländern (Amato 2014). Kinder getrennter Eltern weisen demnach im Vergleich zu Kindern aus Kernfamilien (mit beiden leiblichen verheirateten Eltern) fast durchgängig Nachteile für ihre Entwicklung auf. Ähnlich wie in früheren Studien aus den USA fällt dieser Unterschied mit einer gewichteten Effektstärke von d = −.17 allerdings eher gering aus (Amato 2014). Eine Abschwächung dieser Unterschiede im Verlauf von Forschungsdekaden ist weder in den USA (Amato 2001) noch in Europa zu beobachten. Ein Vergleich auf der Basis von Daten des Generations and Gender Surveys zeigt sogar in Ländern und zu Zeiten mit höherer Scheidungsrate geringfügig größere Nachteile von Scheidungskindern im Hinblick auf das Erreichen eines Hochschulabschlusses (Kreidl et al. 2017).

Solche einfachen Vergleiche zwischen Trennungs- und Kernfamilien zeigen zwar Unterschiede in den verschiedenen Lebensbedingungen und im Wohlbefinden, Problemverhalten, den Kompetenzen und dem Bildungserfolg der Kinder auf, allerdings sind sie weniger dazu geeignet, die Wirkmechanismen einer elterlichen Trennung und der damit verbundenen Veränderungen in den jeweiligen Lebensbedingungen der Kinder aufzuzeigen. Zudem verdecken sie die Heterogenität in den Entwicklungsverläufen von Trennungskindern, die sich an den finanziellen Ressourcen der Familien, der Beziehungsdynamik, aber auch dem Sorgerecht und der Gestaltung der gemeinsamen Sorge festmachen lässt.

Nachdem sich das Forschungsinteresse über strukturelle Merkmale der Familien hinaus stärker auf die Familienbeziehungen und deren Bedeutung für die Trennungsbewältigung der Betroffenen fokussiert hat, rückte vor allem das Engagement des getrenntlebenden Elternteil – in der Regel des Vaters – in den Mittelpunkt und dessen Einfluss auf die Entwicklung der Kinder (Adamsons und Johnson 2013). Zunehmendes Interesse erlangte dabei die Bedeutung der Umgangskontakte der Kinder mit ihrem getrenntlebenden Vater, insbesondere die Qualität der Vater-Kind-Beziehung sowie das Ausmaß und die Effekte von Unterhaltszahlungen (z. B. Goldberg 2015). Gegenwärtig wird in der internationalen Scheidungsforschung das sogenannte Wechselmodell, die paritätisch geteilte Betreuung der Kinder durch beide Eltern, und dessen Vor- und Nachteile für Kinder, Mütter und Väter diskutiert (Walper 2016).

Ein entscheidender Risikofaktor für das Wohlbefinden aller Mitglieder einer Familie sind Armutserfahrungen. Für die Scheidungsforschung ist dies insofern relevant, da besonders Alleinerziehende besonders häufig von Einkommensarmut betroffen sind (Jaehrling et al. 2014). Damit rückten auch Erkenntnisse aus der Armutsforschung in das Blickfeld der Scheidungsforschung, denn wesentliche Nachteile von Scheidungskindern lassen sich auf finanzielle Schwierigkeiten von Alleinerziehenden zurückführen (McLanahan 1999).

Besonderes Forschungsinteresse gilt der Beziehungsdynamik in Trennungsfamilien, insbesondere Konflikten zwischen den Eltern und deren ungünstige Folgen für die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen (Harold und Sellers 2018; Kalmijn 2016). Gegenwärtig wird dieser Aspekt der Elternbeziehung unter dem Begriff des sogenannten Coparenting zunehmend differenzierter in den Blick genommen (Goldberg 2015).

Eine ausreichende Basis an Befunden zur Klärung der oben angesprochenen Fragestellungen kann die Scheidungsforschung in Deutschland aktuell zwar noch nicht bieten, doch konnte sie von der internationalen Forschung profitieren. So hat sich eine ausdifferenzierte Perspektive auf Trennungs- und Scheidungsfamilien herausgebildet, die – wie im Folgenden beschrieben – eine Vielzahl an Belastungsfaktoren in den Fokus des Forschungsinteresses rückt (Geisler et al. 2018).

2.2 Vorläufer und Folgen einer Trennung: Zwei Perspektiven auf Nachteile von Trennungskindern

Im Folgenden werden zwei Erklärungsansätze aufgezeigt, die sich für das Verständnis von Trennungsfolgen und des komplexen Zusammenspiels von Wirkfaktoren als hilfreich erwiesen haben. Aus einer stresstheoretischen Forschungsperspektive hat sich die Scheidungs-Stress-Bewältigungs-Perspektive (Amato 2000) auf breiter Ebene etabliert. Dabei wird eine Trennung oder Scheidung nicht als punktuelles Ereignis verstanden, sondern als ein Prozess, der sich vom Zeitpunkt des Trennungsentschlusses bis hin zur Reorganisation des Familiensystems ausdehnt und in unterschiedlichem Maß mit Belastungsfaktoren verbunden sein kann. Je nach Verlauf des Trennungsprozesses kann das Familiensystem durch unterschiedliche Stressoren belastet sein, wie z. B. durch finanzielle Einschränkungen, einen Umzug und resultierende Abbrüche in sozialen Beziehungen, Konflikte und psychische Probleme der Eltern sowie Beeinträchtigungen des Erziehungsverhaltens, die Risiken für die Kinder bergen. Wie belastend diese Stressoren für die Kinder sind und welche Konsequenzen daraus folgen, ist wiederum von verfügbaren personellen, kontextuellen und sozialen Ressourcen abhängig wie z. B. altersbedingten Kompetenzen der Kinder, Unterstützung aus dem sozialen Netzwerk oder verfügbaren Beratungsangeboten. Je nach Vorgeschichte und Verlauf sind in dieser Perspektive auch mögliche Vorteile einer elterlichen Trennung für die Kinder nicht ausgeschlossen.

Demgegenüber betont die Selektionsperspektive, die Amato (2000) der Scheidungs-Stress-Bewältigungsperspektive als weiteren Erklärungsansatz für Nachteile von Scheidungskindern gegenüberstellt, dass Trennungsfamilien schon vor der elterlichen Trennung Besonderheiten aufweisen, die Nachteile von Scheidungskindern erklären können. Zu solchen vorgelagerten Wirkfaktoren zählen z. B. Persönlichkeits- und Partnerschaftsprobleme der Eltern oder stressreiche Lebensumstände, die sowohl das Trennungsrisiko erhöhen als auch Belastungen für die Kinder mit sich bringen, die noch in der Folgezeit der Trennung bestehen bleiben können. Tatsächlich zeigen einige prospektive Längsschnittstudien, dass Kinder mitunter schon weit vor einer Trennung ihrer Eltern Nachteile in ihrer Entwicklung aufweisen, wie etwa ein stärkeres Ausmaß an emotionalen oder Verhaltensproblemen, verglichen mit Kindern, deren Eltern sich in der Folgezeit nicht trennen (Robbers et al. 2011). Auch psychische Probleme der Eltern und kindbezogene Probleme gehen einer späteren Trennung teilweise lange voraus (Helland et al. 2014).

Diese prospektive Sichtweise hat das Forschungsfeld wesentlich bereichert und die beiden großen Zweige der Scheidungsforschung näher zusammenrücken lassen: Zum einen die Forschung zu Vorläufern und Ursachen und zum anderen, jene zu Konsequenzen einer Trennung oder Scheidung für die einzelnen Familienmitglieder. Gleichzeitig zeigen sie, dass querschnittliche Vergleiche von Trennungskindern und Kindern aus Kernfamilien keine Aussagen über die Wirkung einer elterlichen Trennung erlauben, da Nachteile schon vor der Trennung aufgrund anderer Faktoren entstanden sein können. Aufschlussreicher sind Längsschnittstudien, die Entwicklungsverläufe der Kinder über den Zeitraum vor und nach der Trennung hinweg verfolgen. Entsprechende Studien (Malone et al. 2004) zeigen einen Anstieg von Belastungen zum Zeitpunkt der elterlichen Trennung.

Eine Studie erlaubt einen Blick in das Jugendalter von Müttern, also weit in die Zeit vor Geburt der Kinder, und zeigt, dass sich auch hier Besonderheiten später getrennter Mütter finden, die für die Kinder relevant sind (Emery et al. 1999). Hierbei ließ sich das erhöhte externalisierende Problemverhalten von Kindern lediger und geschiedener Mütter im Vergleich zu Kindern verheirateter Mütter zu 50 % auf das erhöhte delinquente Verhalten der Mütter zurückführen, welches diese schon 14 Jahre zuvor in deren Jugendalter zeigten. Diese Daten legen nicht nur nahe, dass sich die erhöhte Vorbelastung der Mütter ungünstig und destabilisierend auf die Partnerschaft mit dem anderen Elternteil ausgewirkt hat, sondern lassen auch vermuten, dass genetische Faktoren zu dem Zusammenhang zwischen Verhaltensproblemen der Kinder und früherer Delinquenz ihrer Mütter beitragen. Solche genetischen Erklärungen werden auch bei der Betrachtung der intergenerationalen Transmission des Scheidungsrisikos herangezogen. So zeigt eine Studie zu den Folgen einer elterlichen Trennung für die spätere Partnerschaftsbiografie der Kinder, dass Adoptivkinder hinsichtlich ihrer Scheidungshistorie eine höhere Ähnlichkeit zu ihren biologischen Eltern aufweisen als zu ihren Adoptiveltern (Salvatore et al. 2018).

Derartige Befunde sprechen dafür, neben der Scheidungs-Stress-Bewältigungsperspektive auch die Selektionsperspektive als berechtigten Erklärungsansatz heranzuziehen. Beide Perspektiven nehmen unterschiedliche Phänomene in den Blick, die weder im Widerspruch zueinanderstehen noch isoliert betrachtet werden sollten. Inwiefern Belastungen und Ressourcen vor der Trennung auch langfristige Anpassungsprozesse der Familienmitglieder und deren Wohlbefinden beeinflussen, sollte daher in zukünftigen Forschungen stärker integriert betrachtet werden.

3 Die Beziehung zwischen den Eltern und ihre Bedeutung für die Kinder

3.1 Konflikte zwischen den Eltern als Risikofaktor für die Kinder

Einer Trennung der Eltern gehen vielfach Partnerschaftskonflikte voraus, und auch nach einer Trennung entstehen leicht Konflikte über Unterhaltszahlungen, Umgangskontakte, Fragen der Erziehung und vieles mehr. Im Familienalltag sind Konflikte unvermeidlich und kommen sowohl in Trennungsfamilien als auch in intakten Familien vor. Konflikte sind nicht zwingend schädlich für die Entwicklung der Kinder. Sind Eltern in der Lage ihre Konflikte konstruktiv zu lösen, können Kinder davon profitieren. Eskalieren und verfestigen sich Konflikte aber und werden die Kinder mehrfach Zeugen dieser elterlichen Auseinandersetzungen, so stellen sie einen wesentlichen Risikofaktor für das Wohlergehen der Kinder dar (Harold und Sellers 2018). Besonders gravierende Belastungen ergeben sich für Kinder, die Zeugen körperlicher Gewalt zwischen den Eltern werden (Holt et al. 2008).

Für die Frage, wie solche dysfunktionalen Elternkonflikte ihre negative Wirkung auf Kinder entfalten, bieten vier Erklärungsansätze Erkenntnisgewinne: Aus Sicht der sozial-kognitiven Lerntheorie übernehmen Kinder vom Vorbild ihrer streitenden Eltern negativ-ausagierende Verhaltensweisen, was zumindest die erhöhten externalisierenden Verhaltensprobleme von Kindern aus konflikthaften Familien erklären kann. Der kognitiv-kontextuelle Ansatz geht darüber hinaus und betont die Bedeutung der kindlichen Wahrnehmung und Interpretation der Konflikte (Grych et al. 2003). Als besonders belastend erweisen sich wiederkehrende, intensive und unversöhnliche Auseinandersetzungen, die die Kinder zudem als bedrohlich wahrnehmen und denen sie sich hilflos ausgesetzt fühlen (Cummings et al. 1993). Noch bedeutsamer als die Häufigkeit der Konflikte ist die Involviertheit der Kinder in diese Konflikte. So zeigt eine repräsentative Studie aus Frankreich mit 11–12-jährigen Kindern, dass das Selbstwertgefühl der Kinder insbesondere dann leidet, wenn die Kinder in die Elternkonflikte involviert sind, bzw. sich als Grund für die elterlichen Auseinandersetzungen sehen, und zwar in Kern- und Trennungsfamilien gleichermaßen (Barumandzadeh et al. 2016; Francia und Millear 2015).

Zudem steigt in einer konfliktbelasteten Beziehung zwischen den Eltern die Gefahr, dass die Eltern versuchen, ihre Kinder in eine Allianz gegen den anderen Elternteil einzubinden (Lamela et al. 2016). Der damit verbundene Koalitionsdruck auf die Kinder erhöht zugleich die Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder in Loyalitätskonflikte geraten und so trianguliert werden (Walper et al. 2005). Somit überrascht es nicht, dass die hohen Belastungen von Kindern und Jugendlichen in konflikthaftem Umfeld zumindest teilweise durch eine stärkere Instrumentalisierung der Kinder erklärt werden können (Buchanan und Waizenhofer 2001). Eine Studie mit Jugendlichen, die sowohl die erlebte Bedrohlichkeit von Elternkonflikten, die Selbstbeschuldigung der Jugendlichen für die Konflikte und deren Triangulation erfasste, konnte anhand der Kombination dieser Faktoren fünf Profile ermitteln, darunter eine Gruppe hochbelasteter Kinder, die von allen drei Faktoren betroffen waren (Fosco und Bray 2016). Diese Jugendlichen wiesen die höchsten Nachteile hinsichtlich ihrer emotionalen Befindlichkeit, ihrer Aggressivität und ihrer schulischen Leistungen auf.

Eine Reihe von Befunden spricht für einen weiteren Erklärungsansatz, die Hypothese der emotionalen Verunsicherung, die das Grundbedürfnis von Kindern nach emotionaler Sicherheit in den Vordergrund stellt und neben Verhaltensproblemen auch die emotionalen Belastungen betroffener Kinder zu erklären vermag (Cummings et al. 2012). Im Sinne dieser Theorie unterminieren Konflikte der Eltern die emotionale Sicherheit der Kinder im Familiensystem und beanspruchen in hohem Maße die Aufmerksamkeit und emotionalen Ressourcen der Kinder. Neben solchen direkten Effekten beeinflussen Elternkonflikte auch über indirekte Wirkungspfade das Wohlergehen der Kinder, indem Feindseligkeiten zwischen den Eltern auf die Eltern-Kind-Interaktionen überschwappen und somit die Qualität der Eltern-Kind-Beziehung und das elterliche Erziehungsverhalten beeinträchtigen können, wie es die Spill-over-Hypothese erklärt (Schoppe-Sullivan et al. 2007).

Vor dem Hintergrund der schädlichen Auswirkungen von Elternkonflikten für die Entwicklung von Kindern kann die Auflösung einer konflikthaften Paarbeziehung für die Kinder eine Entlastung bedeuten. Eine wesentliche Voraussetzung dafür ist, dass es den Eltern gelingt, nach der Trennung ihre Konflikte zu beenden oder zumindest die Kinder aus ihren Auseinandersetzungen herauszuhalten. Eine Studie erbrachte, dass langfristig nachteilige Effekte von Konflikten der Eltern auf die späteren eigenen Paarbeziehungen der Kinder auf ‚intakte‘ Kernfamilien beschränkt blieben und bei einer Trennung der Eltern nicht zu beobachten waren (Braithwaite et al. 2016). Dies legt nahe, dass Trennungskinder zumindest weniger im Kreuzfeuer elterlicher Streitigkeiten stehen, bzw. weniger mit den Auseinandersetzungen konfrontiert sind als Kinder in Kernfamilien.

Mehrere Befunde sprechen allerdings dafür, dass sich Konflikte oft fortsetzen und in ihrer Häufigkeit und Intensität mitunter sogar eher zunehmen können (Drapeau et al. 2009). Konflikte können auch erst bei oder nach einer Trennung aufbrechen, insbesondere in jenen Fällen, in denen die Trennung nicht nach längeren Zerwürfnissen der Eltern erfolgt. Derartige Trennungen, denen keine größeren Konflikte vorausgingen, mögen auf den ersten Blick als besonders günstig für die Kinder erscheinen. Einigen Befunden zufolge sind jedoch gerade solche Trennungen langfristig mit größeren Nachteilen für die Heranwachsenden verbunden (Booth und Amato 2001). Vermutlich wird die elterliche Trennung in diesen Fällen stärker als Verlust erlebt, war für die Kinder kaum vorhersehbar und hat deren Vertrauen in Beziehungen stärker erschüttert.

In den meisten Fällen gelingt es den Eltern nach einer etwa dreijährigen Anpassungsphase, ihre Konflikte beizulegen und ein für die Kinder entwicklungsförderliches Familienklima zu etablieren. Allerdings schafft es eine Minderheit nicht, auch mit vielfacher Inanspruchnahme von Beratung und juristischer Gerichtsverfahren ihre Konflikte zu lösen, so dass Kinder in diesen sogenannten hochkonflikthaften Trennungsfamilien häufig auch Gewalterfahrungen machen und starke Belastungen aufweisen (Ayoub et al. 1999). Besondere Konfliktdynamiken dieser Eltern machen es außerordentlich schwierig, zu Lösungen zu kommen. In Deutschland macht diese Gruppe etwa acht bis zehn Prozent der Trennungsfamilien aus (Paul und Dietrich 2006).

3.2 Die Zusammenarbeit der Eltern in der gemeinsamen Erziehung als Herausforderung für Trennungsfamilien

Seit der Kindschaftsrechtsreform 1998 tragen in der Regel auch nach der Trennung beide Eltern das gemeinsame Sorgerecht, wenn sie entweder miteinander verheiratet waren oder als unverheiratete Eltern die gemeinsame Sorge für das Kind beantragt haben (Langmeyer und Entleitner-Phleps 2018). Für getrenntlebende Eltern mit gemeinsamem Sorgerecht stellt sich daher die Aufgabe, in wichtigen Angelegenheiten des Kindes wie medizinischen Behandlungen oder Bildungsentscheidungen einen Konsens zu finden. Wenngleich in Alltagsangelegenheiten der hauptbetreuende Elternteil alleinige Entscheidungsbefugnis hat, kommt es doch oftmals darauf an, dass die Eltern sich in Erziehungsfragen abstimmen. Solche Fragen der gemeinsamen Ausübung der Elternrolle bzw. des Coparenting haben an Bedeutung gewonnen, da getrenntlebende Väter zunehmend in das Leben ihrer Kinder involviert bleiben: Nach internationalen Befunden verbringen sie heute im Vergleich zu früheren Jahrzehnten mehr Zeit mit ihren Kindern, leisten häufiger Unterhaltszahlungen und Kontaktabbrüche sind seltener geworden (Amato et al. 2009). Diese stärkere Involviertheit von Trennungsvätern in die Versorgung, Erziehung und Betreuung der Kinder entspricht dem Wandel von Rollenbildern, die zunehmend vom Ideal egalitärer Arbeitsteilung geprägt sind. Daher kommt dem sogenannten Coparenting – also der Zusammenarbeit der beiden Eltern in der Erziehung und Betreuung der Kinder, für die sie die gemeinsame Verantwortung tragen – eine besondere Bedeutung zu.

Ein gelingendes Coparenting zeichnet sich aus durch ein hohes Ausmaß an Kooperation, geringe Unterschiede im Erziehungsverhalten und in den Erziehungseinstellungen, wenig Konflikte über die Erziehung sowie wenig gegenseitiges Unterlaufen bzw. Untergraben von Erziehungsbemühungen des anderen Elternteils (Triangulation) (Langmeyer und Entleitner-Phleps 2018; Teubert und Pinquart 2010). Die Qualität des Coparenting umfasst also mehrere Facetten und schließt sowohl positive Aspekte wie Solidarität und Unterstützung in der Kindererziehung als auch negative Merkmale wie Konflikt und Kritik mit ein. Dabei erweist es sich als sinnvoll, die beiden Aspekte Konflikt und Kooperation als grundlegende Dimensionen getrennt voneinander zu betrachten, da Eltern einerseits eine hohe Kooperationsbereitschaft in der Kindererziehung haben können, allerdings aufgrund des damit erhöhten Abstimmungsbedarfs gleichzeitig vermehrt Konflikte auftreten können (Entleitner-Phelps und Langmeyer 2015). Zwangsläufig interagieren nicht alle Eltern in Erziehungsfragen miteinander, sondern gehen sich möglicherweise aus dem Weg und führen ihre Elternrolle unabhängig voneinander aus (Ganong und Coleman 2004).

Einige Studien haben Typen des Coparenting nach Trennung und Scheidung untersucht und hierbei unterschiedliche Gruppen herausgestellt. Die Typologien beschreiben (mindestens) einen Typ des kooperativen Coparenting, der sich durch viel Kommunikation und Abstimmung, wenig Konflikte und wenig Missstimmung auszeichnet (Amato et al. 2011). Oftmals findet sich ein Typ des konflikthaften Coparenting, charakterisiert durch häufige Konflikte und wenig Kooperation (Beckmeyer et al. 2014). Auch ein Typ des parallelen Coparenting wird öfters beschrieben, bei dem die beiden Eltern eher unabhängig voneinander erziehen, wenig kommunizieren und kooperieren, aber auch wenig streiten (Amato et al. 2011).

Lange wurde vermutet, dass paralleles Coparenting eine gute Lösung für jene Trennungsfamilien ist, in denen noch starke Ressentiments zwischen den Eltern bestehen. Obwohl bei diesem Typ offene Konflikte in der gemeinsamen Erziehung eher selten vorkommen, lassen neuere Befunde auf ein unterschätztes Risikopotenzial schließen: Paralleles Coparenting könnte vielfach verdeckte, über die Kinder ausgetragene Konflikte beinhalten, nicht zuletzt die gegenseitige Untergrabung der Eltern in ihren Erziehungsbemühungen. Dies legt eine Studie nahe, in der auch dieser Aspekt berücksichtigt wurde: Neben kooperativem und konflikthaftem Coparenting ergab sich ein Typ des untergrabenden Coparenting, der gekennzeichnet ist durch wenig Kooperation und Konflikt, aber wechselseitige Untergrabung in der Erziehung (Lamela et al. 2016). Dieser Typ war in vergleichbarem Maße wie konflikthaftes Coparenting mit mehr externalisierendem Problemverhalten der Kinder verbunden. Demnach könnte sich hinter dem vermeintlich parallelen Coparenting oftmals auch ein untergrabendes Coparenting verstecken.

Fragt man nach der Verbreitung der einzelnen Coparenting-Typen, so spielt die Zeit seit der elterlichen Trennung eine nicht unbedeutende Rolle. Kooperatives, aber auch konflikthaftes Coparenting sind meist eher rückläufig und gehen vermutlich eher in paralleles Coparenting über, sofern nicht der Kontakt verloren geht und die Trennungsfamilie ein echtes ‚single parenting‘ praktiziert. Letzteres wurde in der Studie von Amato und Kollegen (2011), die eine repräsentative Stichprobe von 944 Trennungsfamilien untersuchte, als ein Typ identifiziert, bei dem der getrenntlebende Elternteil kaum am Leben des Kindes teilhat. Immerhin 36 % der Fälle waren Trennungsfamilien mit ‚single parenting‘, und auch paralleles Coparenting war mit 35 % vergleichbar vertreten, während kooperatives Coparenting nur 29 % der Trennungsfamilien charakterisierte.

Grundsätzlich besteht Konsens darüber, dass sich eine gute konfliktfreie Zusammenarbeit zwischen den getrenntlebenden Eltern positiv auf das Wohlergehen der Kinder auswirkt. So zeigt auch eine Meta-Analyse von 59 Studien – weit überwiegend mit Kernfamilien – statistisch bedeutsame Zusammenhänge zwischen einzelnen Dimensionen des Coparenting und kindlicher Sozialentwicklung, Bindung und Problemverhalten auf, selbst wenn die Qualität des individuellen Erziehungsverhaltens der Eltern kontrolliert wird (Teubert und Pinquart 2010). Allerdings sind die Zusammenhänge durchaus heterogen und insgesamt eher schwach. Auch in Studien zu Trennungsfamilien sind die Effekte nicht durchgängig robust. Manche Studien berichten nur sehr geringe (Amato et al. 2011) oder gar keine Unterschiede (Beckmeyer et al. 2014) zwischen den einzelnen Coparenting-Typen im Hinblick auf das Wohlbefinden der Kinder, während andere deutliche Vorteile eines kooperativen (unterstützend-konfliktarm) Coparenting herausstellen konnten (Lamela et al. 2016). Daten aus Deutschland zeigen ebenfalls Vorteile für die Kinder auf, wenn Eltern nach der Trennung positiv in ihrer Erziehung zusammenarbeiten: Diese Kinder wiesen geringere Verhaltensprobleme auf als Trennungskinder mit Eltern, die sich gegenseitig untergraben sowie Differenzen und Konflikte in der Erziehung haben (Langmeyer und Entleitner-Phleps 2018).

4 Das Engagement von getrenntlebenden Vätern

4.1 Einflussfaktoren auf das Engagement von Vätern in Trennungsfamilien

Wie schon erwähnt, hat sich das Engagement getrenntlebender Väter in den vergangenen Jahrzehnten intensiviert. Wie das Bild der ‚Scheidungswaisen‘ andeutet, war noch vor fünfzig Jahren die Abwesenheit geschiedener Väter im Leben ihrer Kinder der Normalfall; selbst vor dreißig Jahren hatte ein Großteil der Scheidungskinder längerfristig wenig bis keinen Kontakt zu ihren Vätern, und Unterhaltszahlungen wurden häufig nicht geleistet (Furstenberg und Cherlin 1991). Demgegenüber sind Väter in Trennungsfamilien heute stärker in die Betreuung und Erziehung ihrer Kinder involviert. Nach Daten aus den Niederlanden sind im Zeitraum zwischen 1949 und 1998 die Kontakte geschiedener Väter zu ihren Kindern sowohl tagsüber wie auch die Übernachtungen angestiegen (Westphal et al. 2014). Ein wesentlicher Schrittmacher für diesen Trend stellt das stärkere Engagement von Vätern während der Ehe dar, das sich nach der Trennung fortsetzt.

Auch in amerikanischen Daten lässt sich ein Anstieg des väterlichen Engagements beobachten: Hatten im Jahr 1976 nur etwa 18 % der getrenntlebenden Väter wöchentlichen Kontakt zu ihren Kindern, so ist dieser Anteil im Jahr 2002 auf 31 % gestiegen (Amato et al. 2009). Der Anteil der Väter, die keinen Kontakt zu ihren Kindern haben, sank dagegen von 37 % auf 29 %. Wie die Autoren anmerken, wäre der Anstieg noch größer ausgefallen, wenn nicht gleichzeitig auch die Zahl der nichtehelichen Geburten zugenommen hätte (Amato et al. 2009), denn Väter, die nicht mit der Mutter verheiratet waren, haben nach der Trennung meist weniger Kontakt zu ihren Kindern als Väter, die verheiratet waren (Köppen und Kreyenfeld 2018). Wenngleich gezielte Vergleiche für Deutschland fehlen, scheint doch auch hier der Anteil von Kindern rückläufig zu sein, die im Zeitverlauf nach der Trennung den Kontakt zu ihren Vätern verlieren: Hatten nach Daten vom Ende der 1990er-Jahre etwa ein Drittel der Kinder keinen Kontakt mehr zu ihrem getrenntlebenden Vater, so macht dieser Anteil in aktuelleren Daten nur noch 20 % aus (Kalmijn 2015).

Außer dem Familienstand und dem Engagement in der Kinderbetreuung vor der Trennung spielen noch eine Reihe weiterer Faktoren im Hinblick auf die Aufrechterhaltung der Vater-Kind-Kontakte eine Rolle: Kontaktabbrüche sind umso wahrscheinlicher, je größer die räumliche Distanz zwischen den Wohnungen von Vater und Kind ist (Schier und Hubert 2015), wenn die Eltern kein gemeinsames Sorgerecht haben (Köppen und Kreyenfeld 2018) und je mehr Zeit seit der Trennung vergangen ist (Haux et al. 2015). Umgekehrt begünstigt ein hoher sozio-ökonomischer Status des Vaters häufigere Kontakte zu seinen Kindern. Auch höhere Unterhaltszahlungen gehen mit häufigeren Kontakten einher (Amato et al. 2009). Der letztgenannte Zusammenhang konnte allerdings für Daten aus Deutschland nicht bestätigt werden (Keil und Langmeyer 2020; Köppen und Kreyenfeld 2018), was vermutlich auf Unterschiede in den verschiedenen Rechtssystemen zurückzuführen ist.

Eine eher heterogene Befundlage besteht hinsichtlich der Frage, ob bei der Gründung einer Stieffamilie die Kontakte zum getrenntlebenden Elternteil abnehmen (Walper et al. 2015). Betrachtet man die Folgepartnerschaft des hauptbetreuenden Elternteils – in den meisten Fällen ist dies die Mutter –, so sprechen Studien aus den USA mehrheitlich gegen einen Zusammenhang mit der Kontakthäufigkeit zum getrenntlebenden Elternteil. Dennoch sprechen auch einige Befunde für einen reduzierenden Einfluss der Stieffamiliengründung auf Kontakte zum Vater (Amato et al. 2009), insbesondere bei nicht verheirateten Eltern (Tach et al. 2010). Daten des deutschen Beziehungs- und Familienpanel pairfam lassen keinen Einfluss einer neuen Partnerschaft der Mutter erkennen (Walper 2012). Gleichzeitig zeigen sie, dass eine gute Beziehung zum Stiefvater nicht einer guten Beziehung zum leiblichen Vater entgegensteht, sondern Kinder häufiger eine gute Beziehung zu beiden berichten. Eine Folgepartnerschaft des Vaters hingegen scheint in stärkerem Maße das Engagement des Vaters einzuschränken: Insbesondere wenn Väter eine neue Ehe geschlossen haben, weisen sie geringere Kontakte zu ihren getrenntlebenden Kindern aus (Keil und Langmeyer 2020; Köppen und Kreyenfeld 2018).

Darüber hinaus scheinen auch die Kinder das Engagement der getrenntlebenden Väter zu beeinflussen. So nimmt etwa der Kontakt zwischen den Kindern und ihren Vätern mit steigendem Alter der Kinder ab (Amato et al. 2009). Insbesondere im Jugendalter, wenn zunehmend die Zeit mit Gleichaltrigen bedeutsamer wird, reduziert sich die Kontakthäufigkeit. Eine aktuelle Studie bestätigt diesen Befund im Hinblick darauf, ob überhaupt Kontakt besteht (Haux et al. 2015). In dieser Studie hat sich auch das Geschlecht als bedeutsam erwiesen: Mädchen hatten weniger Kontakt zu ihren Vätern als Jungen. Dieser Befund kann in einer deutschen Studie nicht nachgewiesen werden (Keil und Langmeyer 2020). Bedeutsamer als das Geschlecht sind allerdings Verhaltensmerkmale der Kinder: So zeigt eine Längsschnittstudie, dass Väter mit Jugendlichen, die ein erhöhtes externalisierendes und internalisierendes Problemverhalten aufzeigen, ein Jahr später eine geringere Involviertheit aufweisen, während der umgekehrte Zusammenhang nicht gefunden werden konnte (Hawkins et al. 2007). Eine geringere Involviertheit der Väter trägt demnach nicht zu einem Anstieg im externalisierendem und internalisierendem Problemverhalten der Jugendlichen bei.

Ein weiterer zentraler Einflussfaktor auf den Vater Kind-Kontakt ist die Qualität der Beziehung zwischen den getrennten Eltern sowie deren Zusammenarbeit in der gemeinsamen Erziehung, dem Coparenting. Ein anhaltend hohes Konfliktniveau zwischen den Eltern stellt ein Risiko für die Vater-Kind-Kontakte und die Vater-Kind-Beziehung dar (Keil und Langmeyer 2020; Dunn 2004). Jenseits offener Konflikte bergen sowohl starke Ressentiments des Vaters gegenüber der Mutter wie auch die Verstrickung des Vaters in der Beziehung zur Mutter ein solches Risiko, d. h. es kommt jeweils häufiger zu Kontaktabbrüchen (Amendt 2004). Auch bei einem hohen Koalitionsdruck durch einen oder beide Elternteile haben die Kinder geringere Kontakte zum getrenntlebenden Elternteil. Die Reduzierung von Kontakten stellt vor allem für jüngere Kinder eine Möglichkeit dar, Loyalitätskonflikte zu vermeiden. Allerdings spielen nicht nur Konflikte eine Rolle, sondern mehr noch die Kooperation in Erziehungsfragen. Laut Daten einer englischen Studie haben Väter häufiger Kontakte zu ihren Kindern, wenn sie die Mütter mehr in der Erziehung unterstützen (Dunn et al. 2003). Ähnlich zeigen amerikanische Befunde, dass getrennte Väter bei guter elterlicher Kooperation häufiger Kontakt und hierüber vermittelt auch eine bessere Beziehung zu ihren Kindern hatten, während sich für Konflikte in der Erziehung keine vergleichbaren Effekte zeigten (Sobolewski und King 2005). Hierbei scheint die Qualität des Coparenting, das sich kurz nach der Trennung etabliert, auch längerfristig bedeutsam zu sein, ist es doch ein wesentlicher Schrittmacher für das spätere Engagement des Vaters und die Qualität der Vater-Kind-Beziehung (Emery et al. 2001; Petren et al. 2017).

4.2 Das Engagement von Vätern in Trennungsfamilien und die Entwicklung der Kinder

Die Frage nach der Bedeutung der Kontakte und der Beziehung der Kinder zum getrenntlebenden Vater für die Entwicklung der Kinder wurde in zahlreichen Forschungsarbeiten aufgegriffen. Insgesamt zeigen die Befunde, dass weniger die Quantität der Kontakte, sondern vielmehr deren Qualität ausschlaggebend ist. So zeigte eine Metaanalyse mit 52 Studien (Adamsons und Johnson 2013), dass die Häufigkeit der Vater-Kind-Kontakte keinen bedeutsamen Zusammenhang zu Merkmalen des kindlichen Wohlergehens hatte. Demgegenüber waren gemeinsame Aktivitäten und ein autoritativer Erziehungsstil mit hoher Responsivität gegenüber den Bedürfnissen der Kinder wie auch durch klare Regeln deutlich enger mit positiver Entwicklung der Kinder verbunden. Häufigen Kontakten kommt daher eher indirekte Bedeutung zu, indem sie dem Vater den Aufbau oder die Aufrechterhaltung einer guten Vater-Kind-Beziehung erleichtern.

Da Eltern und Kinder sich wechselseitig beeinflussen, sind längsschnittliche Befunde von besonderem Interesse, geben sie doch Anhaltspunkte dazu, ob und wie gut sich die Entwicklung der Kinder durch das Engagement der Väter vorhersagen lässt und ob es auch einen umgekehrten Effekt der Kinder auf das Engagement der Väter gibt. Die schon berichteten Befunde von Hawkins und Kollegen (2007) zu Trennungsfamilien mit Jugendlichen hatten nahegelegt, dass sich Trennungsväter bei Problemen der Jugendlichen eher zurückziehen, und dass die Jugendlichen nicht von einem höheren Engagement – festgemacht am Kontakt und an der Qualität der Beziehung – für ihr Problemverhalten oder ihre schulischen Leistungen profitieren. Allerdings gibt es auch gegenläufige Befunde. So erbrachte eine andere Studie aus den USA, dass Jugendliche bei hoher Involviertheit ihrer Väter in der Folgezeit weniger delinquent wurden, vor allem, wenn sie zuvor eine erhöhte Delinquenz aufwiesen (Coley und Medeiros 2007). Anders als bei Hawkins et al. (2007) sagte die Delinquenz der Jugendlichen keine Veränderungen in der Involviertheit der Väter vorher. Allerdings stieg bei Jugendlichen mit zunehmender Delinquenz auch die Involviertheit der Väter. Dies legt nahe, dass Trennungsväter durchaus auf die Probleme ihrer Kinder reagieren und sich vermehrt engagieren, wenn Gefährdungen absehbar sind. Interessanterweise zeigten sich hier deutliche Unterschiede zwischen den ethnischen Gruppen. Ein zeitgleicher Anstieg der Involviertheit von Vätern bei zunehmender Delinquenz der Jugendlichen fand sich vor allem bei afroamerikanischen Familien. Es überrascht nicht, dass ethnisch-kulturelle Faktoren das Verhalten von Vätern in Trennungsfamilien beeinflussen. Derartige Faktoren wurden in Deutschland jedoch noch nicht untersucht.

Diese beiden Studien illustrieren die Heterogenität der Befundlage, die in Meta-Analysen bei der Zusammenschau vieler Studien nivelliert wird, zumal Meta-Analysen meist nur einfache Zusammenhänge auswerten und nicht der zeitlichen Dynamik der Faktoren Rechnung tragen. Dass sich nicht durchgängig stärker positive Effekte von häufigen Vater-Kind-Kontakten zeigen, mag aber auch auf die Heterogenität der Randbedingungen und Variationen in der Ausgestaltung der Vater-Kind-Beziehung verweisen, die für die Kinder letztlich relevanter zu sein scheinen als die Häufigkeit von Treffen. Reduzierte Kontakte können unter bestimmten Bedingungen sogar vorteilhaft für die Entwicklung der Kinder sein, etwa wenn Gewalterfahrungen und Persönlichkeitsprobleme der Väter die Beziehung beeinträchtigen (Jaffee et al. 2003). Auch bei starken Konflikten zwischen den Eltern, die Loyalitätskonflikte seitens der Kinder wahrscheinlich machen, können reduzierte Kontakte als entlastend wirken. Einige Befunde lassen darauf schließen, dass Kinder, die trotz ausgeprägter Konflikte der Eltern häufige Kontakte zum getrenntlebenden Elternteil haben, stärker zwischen die Fronten geraten und unter den Kontakten leiden (Amato und Rezac 1994; Kalmijn 2016). Umgekehrt profitieren Kinder stärker von häufigen Kontakten, wenn diese im Kontext einer konfliktarmen Beziehung der Eltern und geringem Koalitionsdruck erfolgen. Allerdings ist auch in diesem Punkt die Befundlage noch begrenzt.

Solche Fragen spielen in auch in der aktuellen Diskussion um das Wechselmodell bzw. paritätisch geteilte Betreuung der Kinder durch ihre getrennten Eltern eine wesentliche Rolle. Geteilte Betreuung ist in Deutschland noch vergleichsweise wenig verbreitet. Die Schätzwerte zum Anteil der Trennungsfamilien, die das Wechselmodell praktizieren, liegen zwischen fünf und zehn Prozent (Kalmijn 2015; Walper 2016), während andere Länder in den vergangenen Jahrzehnten eine merkliche Zunahme geteilter Betreuung zu verzeichnen hatten, so dass mitunter mehr als jede vierte Trennungsfamilie das Wechselmodell wählt.

Einer geteilten Betreuung der Kinder durch beide Eltern werden zahlreiche Vorteile zugeschrieben, die sowohl die geschlechtergerechte Arbeitsteilung, das geringere Armutsrisiko bei besserer Erwerbsbeteiligung von Müttern und Trennungsfamilien als auch die Entwicklung der Kinder betreffen, die bei beiden Eltern zuhause sind (Sünderhauf 2013). Tatsächlich sprechen mehr Studien für Vor- als für Nachteile des Wechselmodells, gemessen am Wohlergehen und der Entwicklung der Kinder (Nielsen 2018). Allerdings sind die Unterschiede zwischen Trennungsfamilien mit Wechselmodell und jenen mit Residenzmodell (Hauptbetreuung durch einen Elternteil) im Licht einer Meta-Analyse verfügbarer Befunde gering (Baude et al. 2016). Zudem sind nicht alle Studien gleichermaßen aussagekräftig, da das Wechselmodell selektiv praktiziert wird: Vor allem von Eltern, die über höhere sozio-ökonomische Ressourcen verfügen und besser kooperieren, also ohnehin Vorteile für die Kinder bieten (Poortman und van Gaalen 2017; Walper et al. 2020). Wenngleich neuere Analysen dem vielfach Rechnung tragen, ist doch fraglich, ob dieses Betreuungsmodell für alle Eltern und Kinder gleichermaßen gut geeignet ist. Bislang liegen nur wenige Studien vor, die differenzielle Effekte erkunden, hierbei auch individuelle Dispositionen wie die Persönlichkeit der Kinder berücksichtigen (Sodermans und Matthijs 2014) und mögliche Nachteile ausloten (vgl. Walper 2019).

5 Fazit

Es ist deutlich geworden, dass Trennungsfamilien einem merklichen Wandel unterliegen. Sie haben einen insgesamt größeren Anteil an allen Familien und sind vielfältiger geworden. Neben Scheidungsfamilien umfassen sie zunehmend unverheiratete Eltern, die sich nach einer oft kurzen Familienphase trennen, und neben Kontaktabbrüchen zu Kindern steht ein gestiegenes Engagement von Vätern in Trennungsfamilien, ersichtlich in der aktuellen Diskussion um das Wechselmodell. Zunehmend wird dieser Diversität von Trennungsfamilien Rechnung getragen, die durch Unterschiede in der Partnerschaftsbiografie vor und nach der Trennung, aber auch durch sozioökonomische und ethnisch-kulturelle Faktoren entsteht. Besonderes Interesse gilt Risiko- und Schutzfaktoren im Kontext einer elterlichen Trennung, die Belastungen erhöhen oder eine konstruktive Bewältigung der hiermit verbundenen Anforderungen erleichtern können. Dass Trennungsfamilien vielfach mit einer Reihe von Diskontinuitäten und erschwerten Lebensbedingungen konfrontiert sind, nicht erst nach der Trennung, sondern oftmals schon zuvor, erklärt zumindest teilweise die erhöhten Belastungen von Trennungskindern. Auch die komplexen Anforderungen in der Koordination elterlicher Verantwortung, dem sogenannten Coparenting, und der kindlichen Beziehung zu beiden Eltern können Eltern wie Kinder überfordern und zu ungünstigen Beziehungskonstellationen beitragen. Insofern sind Trennungsfamilien vielfach auf Beratung und Unterstützung angewiesen, insbesondere bei der Lösung von Konfliktlagen, aber auch in der Überwindung innerer Ressentiments und Verletzungen, die die gemeinsame Elternschaft der Ex-Partner überschatten können.

Hier setzen Elternkurse an, die auf die spezifischen Themen und Bedarfe von Trennungsfamilien ausgerichtet sind und neben dem Erziehungsverhalten der Eltern in der Regel auch Fragen des Coparenting ansprechen. In Deutschland ist mit dem Elternkurs ‚Kinder im Blick‘ mittlerweile ein solches strukturiertes Angebot in vielen Regionen etabliert (Walper und Krey 2011). Es hat sich in der Arbeit mit hochstrittigen Trennungsfamilien bewährt, selbst bei zunächst unfreiwilliger Teilnahme, wenn das Familiengericht eine entsprechende Auflage ausgesprochen hat (Retz und Walper 2015). Solche Angebote der Elternbildung wie auch Mediation und Beratung werden auch in Zukunft von zentraler Bedeutung sein, um Trennungsfamilien bei der Gestaltung eines kindeswohlförderlichen Familienlebens zu unterstützen.

Über die Autorinnen

  • Prof. Dr. Sabine Walper, Dipl.-Psych., ist Forschungsdirektorin am Deutschen Jugendinstitut e.V. und Professorin für Allgemeine Pädagogik an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Ihre Forschungsschwerpunkte beziehen sich auf Fragen der Familien- und Bildungsforschung, insbesondere auf die Diversität von Familien, Partnerschafts- und Eltern-Kind-Beziehungen, Erziehung und die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.

  • Stefanie Amberg, M.A., ist wissenschaftliche Mitarbeiterin und Promovendin an der Fakultät für Psychologie und Pädagogik der Ludwig-Maximilians-Universität München, Projektkoordinatorin einer bundesweiten Evaluationsstudie des Elternkurses für Eltern in Trennung „Kinder im Blick“. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Trennungsforschung und vor allem in der Hochkonflikthaftigkeit bei Trennung sowie in der Elternbildung.

  • Dr. Alexandra N. Langmeyer ist Leiterin der Fachgruppe „Lebenslagen und Lebenswelten von Kindern“ in der Abteilung Kinder und Kinderbetreuung am Deutschen Jugendinstitut e.V. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen neben den Alltagspraktiken, Entwicklungsverläufen und dem Wohl von Kindern vor allem in der Familien- und Trennungsforschung.

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2020

Authors and Affiliations

  • Sabine Walper
    • 1
    Email author
  • Stefanie Amberg
    • 2
  • Alexandra N. Langmeyer
    • 1
  1. 1.Deutsches JugendinstitutMünchenDeutschland
  2. 2.Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU)MünchenDeutschland

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