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Das Bündnis mit Marx Die Lage der arbeitenden Klasse in England Kommunismus in der Heimat

  • Gustav Mayer

Zusammenfassung

Engels verließ Manchester an einem der letzten Augusttage des Jahres 1844, um in die Heimat zurückzukehren. Diesmal nahm er den Weg über Paris. Nach dem langen Verweilen unter dem „schrecklich bleiernen Himmel“ in der rauchigen Luft Lancashires erfrischte das farbenfrohe Treiben der Boulevards seinen für jeden heiteren Genuß so empfänglichen Sinn. Aber zum Erlebnis dieses zehntägigen Aufenthalts wurden ihm nicht die Zerstreuungen der frivolen Stadt, so zugänglich er diesen sein mochte, auch nicht die Begegnung mit Bakunin, Bernays, Ewerbeck, so heitere Stunden er mit diesen fröhlichen Gesellen verlebte, nicht der erste Besuch jener Stätten, die Babeufs, Marats, Robespierres Geister ihm lebendig heraufbeschworen, sondern einzig das Bündnis mit Karl Marx, das er in diesen Tagen einging. Jetzt erst kam den beiden Landsleuten, die sich nun so, wie sie wirklich waren, kennenlernten, zum vollen Bewußtsein, wie wundervoll sie einander ergänzten, und daß in diesen Jahren, wenn auch durch getrennte Gefilde, ihre geistige Entwicklung die gleiche Richtung genommen hatte. Mit staunender Freude nahmen sie wahr, daß sie fortan Hand in Hand den gleichen Weg würden wandern können, weil sie über das Ziel, das winkte, wie über die Mittel, es zu erreichen, jeder unabhängig vom anderen, zu übereinstimmenden Ergebnissen gelangt waren.

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Referenzen

  1. S. 172ff. Engels und Marx. Über ihr geistiges Verhältnis hat sich Engels selbst häufig geäußert. Darauf wird im zweiten Band mehrfach eingegangen werden, besonders in Kapitel 9 und 12 Vgl. (Engels), Karl Marx in der von Guido Weiß herausgegebenen Zukunft 11. und 18. August 1869, Engels’ Gedächtnisrede an Marxens. Grabe, Sozialdemokrat (Zürich) 1883 Nr. 13, der Aufsatz im Londoner Volk vom 6. und 20. August 1859, abgedruckt in Sozialistische Monatshefte 1900. Dazu kommen das Vorwort zur dritten Auflage von Marxens Achtzehntem Brumaire etc. 1885, die Vorrede vom 28. Juni 1883 zur Neuauflage des Kommunistischen Manifests, Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie S. 36–37 Anmerkung, das Vorwort von 1885 zu Marx, Enthüllungen über den Kommunistenprozeß S. 7 und 8. Auch an brieflichen Äußerungen fehlt es nicht. Marx verbreitet sich über sein Verhältnis zu Engels auf S. VI des Vorworts von Zur Kritik der Politischen Ökonomie, Berlin 1859. Dort spricht er auch über die Beiträge zu den Deutsch-Französischen Jahrbüchern. Von Schilderungen der äußeren Erscheinung des jungen Marx seien genannt die von Karl Schurz, Lebenserinnerungen I, 142f. und die von Annenkow in dem (russischen) Boten Europas, abgedruckt in Neue Zeit 1(1883) und in Bakunins Sozialpolitischem Briefwechsel mit Herzen und Ogarjow Stuttgart 1895, S. 400. Über die äußere Erscheinung des jungen Engels Harney a. a. O. und Leßner, Vor 1848 und nachdem, Deutsche Worte XVIII (1898).Google Scholar
  2. S. 193ff. Die Lage der arbeitenden Klasse in England. S. 193. Zu der Widmung an die englischen Arbeiter sei bemerkt, daß die erste englische Übersetzung des Buches erst vierzig Jahre später erschienen ist. Seine englische Widmung wollte der Verfasser damals apart abziehen lassen und an die englischen Parteichefs, Literaten und Parlamentsmitglieder verschicken (Brief an Marx 14. November 1844). Anzunehmen ist, daß dieser Vorsatz auch ausgeführt wurde. S. 195ff. Engels und Buret. Engels’ starke oder gar vollständige Abhängigkeit von Buret behaupten namentlich Andler, Le manifeste communiste S. 35 und S. 79 sowie Ramus (Großmann), Friedrich Engels als Plagiator in Die Urheberschaft des Kommunistischen Manifests, herausgegeben von Pierre Ramus, Berlin 1906. S. 196fr. Die deutschen zeitgenössischen Rezensenten der Lage der arbeitenden Klasse. V. A. Huber in Janus 1845 II, S. 387, Otto Lüning in Deutsches Bürgerbuch Bd. II, S. 222 und Bruno Hildebrand, Nationalökonomie der Gegenwart und Zukunft, Frankfurt a. M. 1848 passim. H. nannte Engels hier den „begabtesten und kenntnisreichsten unter allen deutschen Sozialschriftstellern“. Engels selbst über seine Leistung an Schönlank 28. VIII. 1887 (Archiv der S. P. D.). S. 203 f. Über Püttmanns Entlassung vgl. Heß an Marx Köln 17. Jan. 1845. In diesem Brief findet sich das Zitat aus Buhl. Auch Jungs Brief an Marx vom 2. Juni 1844 befindet sich im Marx-Nachlaß. An einer zusammenhängenden Darstellung der sozialen Krisis von 1844 und in der durch sie ausgelösten ersten sozialreformerischen Bewegung im deutschen Bürgertum fehlt es noch. Die wertvollste Darstellung des Weberaufstandes ist noch heute die Wilhelm Wolffs, Das Elend und der Aufruhr in Schlesien. 1845 im ersten Band des Deutschen Bürgerbuchs erschienen, wurde der Aufsatz von Mehring in seiner Ausgabe von Wilhelm Wolffs Gesammelten Schriften Berlin 1909 (Sozialistische Neudrucke III) wieder abgedruckt. Benutzt wurden von mir auch u. a. die Akta betreffend die Unterdrückung des im Juni 1844 unter den Webern in Schlesien stattgehabten Aufstandes (Min. d. Inn. Rep. 77 Tit. 507 Nr. 6 Bd. I. Geh. Staats-Archiv). Vgl. auch Ernst Dronke, Berlin, Frankfurt 1846, Bd. I, S. 283. S. 204. Über die kommunistische Agitation in der Rheinprovinz waren aufschlußreich die Akten betreffend die Überwachung der politischen Stimmung in der Rheinprovinz (Geh. Staats-Archiv). Auch über das Schicksal des Rheinischen Jahrbuchs benutzte ich Zensur-Akten auf dem Geh. Staats-Archiv. Die Beschlagnahme des ersten Bandes wurde durch Erlaß an alle Oberpräsidenten am 25. September 1845 angeordnet. S. 206. Über den Kreis der Westfälischen Kommunisten: Heß an Engels und Marx 17. Juli 1846 (Marx-Nachlaß), Dunckers Reisebericht vom 18. Oktober 1845 Geh. Staats-Archiv. Duncker nennt unter den Personen, mit denen Lüning und sein Kreis Beziehungen unterhielten, außer Engels, Heß, Köttgen auch Bürgers, Jung, Bergenroth, Engels’ Schwager Blank junior u. a. S. 207. Der Gesellschaftsspiegel. Vgl. Zlocisti a. a. O. und die Zensurakten des Geh. Staats-Archivs. Bodelschwingh erhielt Heft I am 27. Mai 1845; den Plan hatte Heß dem Verleger schon im Januar unterbreitet.Google Scholar
  3. S. 209ff. Die kommunistischen Versammlungen in Elberfeld. Engels selbst in Rheinische Jahrbücher Bd. I. Der Kommunismus in Rheinland-Westfalen in Janus 1847, S. 722ff., Adolf Schuhs’ Berichte sind neu abgedruckt bei Hanns Wegener, Elberfeld, in den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts, Monatsschrift des Bergischen Geschichtsvereins 1913, Jos. Hansen, Mevissen Bd. I, S. 356, Zlocisti, Moses Heß, S. 211. Für Bergenroths Projekte lagen zwei ungedruckte Briefe von ihm an Johann Jacoby vom 13. November und 2. Dezember 1844 vor.Google Scholar
  4. S. 214. Engels und List. Vgl. u. a. Engels’ Aufsatz im Londoner Volk 6. August 1859. Auf Lists Aufsatz von 1844 über die Zehnstundenbill im Zollvereinsblatt, wo er das soziale Elend in England in vollem Maße zugibt, aber doch seine Reformgläubigkeit betont, verdanke ich einen Hinweis Herrn Prof. Friedrich Lenz in Gießen. S. 220. Von dem Gerücht, daß Engels nach Amerika gegangen sei, nimmt ein undatierter, aber wohl noch aus dem Mai stammender Brief von Heß an Engels Kenntnis, der auch allerhand Mitteilungen über das Schicksal des Gesellschaftsspiegels enthält.Google Scholar

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  • Gustav Mayer

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