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Politische und soziale Lehrzeit in England

  • Gustav Mayer

Zusammenfassung

Sobald Engels den Boden Großbritanniens betrat, vertauschte er die Luft der bloß theoretischen Kämpfe, an denen er in Berlin, ohne daß sie seinem Tatendrang genugtaten, teilgenommen hatte, mit jener gewaltigeren Wirklichkeit, die den großen politischen und sozialen Kämpfen innewohnte, von denen das industrialisierte Inselland widerhallte. Neidvolle Bewunderung erweckte dem jungen Deutschen schon die Wahrnehmung, wie jeder einzelne hier seine Zeitung hielt, seine Versammlung besuchte, an seine Organisation Zahlung leistete, während die Heimat noch „in einem Zustande vorsintflutlicher Apathie“, in der sozialen Kindheit, verharrte, für die es „noch keine Gesellschaft, noch kein Leben, kein Bewußtsein, keine Tätigkeit“ gab. In diese freieren und bewegteren politischen Verhältnisse untertauchen zu dürfen, muß ihm an sich schon als ein großes Glück erschienen sein.

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Referenzen

  1. Briefe von Engels aus der Zeit seines ersten englischen Aufenthalts ließen sich nicht auffinden. Um so wichtiger bleiben seine Berichte an die Rheinische Zeitung und den Schweizer Republikaner sowie seine Abhandlung Über die Lage Englands. Einige Ergänzungen liefert dazu das zweite Kapitel von Die Heilige Familie, das die Überschrift führt: Die kritische Kritik als Mühleigner oder Die kritische Kritik als Herr Jules Faucher, von Engels. Reichlich herangezogen wurden natürlich Engels’ Abhandlungen in den Deutsch-Französischen Jahrbüchern und Die Lage der arbeitenden Klasse in England sowie Engels, Ludwig Feuerbach etc. S. 47 und Engels, Über historischen Materialismus in Neue Zeit XI 1 (1893). Über Engels in England vgl. auch Weerths Briefe an seine Mutter bei Karl Weerth, Georg Weerth, der Dichter des Proletariats 1930 und (Engels) in L’Atelier, November 1847 Nr. 2.Google Scholar
  2. S. 120. Heß über England. Rheinische Zeitung 19. April 1842 Feuilleton (Das Rätsel des Jahrhunderts) und Beiblatt der Rheinischen Zeitung vom 22. November 1842. Chartistenbewegung und englischer Sozialismus der vierziger Jahre. Aus der sehr umfangreichen Literatur seien erwähnt: Mark Hovell, The chartist movement Manchester 1918, M. Beer, A History of British Socialism London 1921 (Die deutsche Ausgabe ist stark gekürzt). Bei der Abfassung der ersten Auflage von 1887 von Engels unterstützt wurde Hermann Schlüter, Die Chartistenbewegung, ein Beitrag zur sozialpolitischen Geschichte Englands, New York 1916. Aus der zeitgenössischen Literatur über den Chartismus sei hier nur erwähnt: Kaufmann, Der Chartismus in England, Zeitung für die elegante Welt 1840 Nr. 66 und 67. Für das Verhältnis der Chartisten zur Freihandelsbewegung vgl. auch den sicher von Engels herrührenden gegen die Kölnische Zeitung polemisierenden Artikel der Neuen Rheinischen Zeitung **Köln 31. Juli 1848.Google Scholar
  3. S. 124. Die Reform bill von 1832. Für Marxens Urteil über die Reformbill vgl. seinen Artikel in der Neuen Oderzeitung vom 4. August 1855, abgedruckt in Gesammelte Schriften von Marx und Engels 1852 bis 1862, herausgegeben von N. Rjasanow, Stuttgart 1917, Bd. II, S. 325f.Google Scholar
  4. S. 125. Cobden. Das wichtigste Werk bleibt die Biographie von John Morley, Life of Richard Cobden, 2 Bände, neue Ausgabe London 1902. Über die Antikornzoll-Liga vgl. am bequemsten den Artikel von E. Leser über die Freihandelsschule im Handwörterbuch der Staatswissenschaften und die daselbst angegebene Literatur. S. 133. Bismarck und O’Connell. Erich Marcks Bismarck, Bd. I, Stuttgart 1909, S. 164.Google Scholar
  5. S. 127. Über Mary Burns erhielt ich mündliche Mitteilungen von Eduard Bernstein und Karl Kautsky. Eine neuere poetische Darstellung lieferte keinen gesicherten Stoff.Google Scholar
  6. S. 128. Deutsche Reiserde über das damalige England. Friedrich von Raumer, England im Jahre 1835, Leipzig 1836, 2 Bände, und zweite verbesserte und mit einem Bande vermehrte Auflage, Leipzig 1842. Mevissen über die Chartisten in dem Artikel Englische Zustände in Rheinische Zeitung 13., 18. und 20. September 1842. Dazu vgl. Hansen, Mevissen Bd. I, S. 264fr.Google Scholar
  7. S. 130ff. Über Robert Owen: Heinrich Herkner, Owen im Handwörterbuch der Staatswissenschaften 3. Auflage, M. Beer a. a. O., Helene Simon, Robert Owen, Jena 1905. Der Behauptung Spargos (John Spargo, Karl Marx, Sein Leben und sein Werk, Leipzig 1912), daß Engels mit Owen persönlich eng vertraut wurde, ist um so weniger Glauben beizumessen, als das ganze Werk des amerikanischen Verfassers von tatsächlichen Irrtümern wimmelt. Über Engels und Carlyle vgl. die Angaben bei Kap. VII.Google Scholar
  8. S. 138. Über John Watts äußerte sich Engels später noch mehrfach, so in Briefen an Marx vom 19. September 1846, 17. Dezember 1850, 5. Februar und 21. August 1851, S. 139 f. James Leach nennt er seinen „guten Freund“ in Westphälisches Dampfboot 1846, S. 21, Nachträgliches über die Lage der arbeitenden Klasse in England. Auch Harney wird in dem Briefwechsel mit Marx oft erwähnt. Nicht viel Inhalt hat der Nekrolog auf Hamey von Wilhelm Liebknecht, Ein Vorachtundvierziger in Neue Zeit XI 1 (1893). Am besten unterrichtet über ihn wohl Beer a. a. O. Der Nachruf von Harney auf Engels wurde veröffentlicht im Londoner Social Democrat Vol. I, 1897, S. 7.Google Scholar
  9. S. 141. Fourier und Engels. Engels hat sich auch späterhin oft über den großen französischen Sozialisten geäußert. Vgl. u. a. Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft, 3. Aufl. Hottingen-Zürich 1883, besonders S. 12f, Herrn Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft, 5. Aufl. Stuttgart 1904, besonders S. 283 und 315f., Ursprung der Familie etc. 7. Aufl. Stuttgart 1896 1896, S. XXIII, 187 etc.Google Scholar
  10. S. 142. Heinrich Leo über den Kommunismus. Evangelische Kirchenzeitung 4. und 8. November 1843. Vom katholischen Standpunkt aus nahmen damals Stellung in den Historisch-politischen Blättern für das katholische Deutschland 1843 Bd. 2 die Artikel Über die vorherrschenden Tendenzen der Gegenwart und Der Kommunismus in der Schweiz und dessen politische und kirchliche Bedeutung.Google Scholar
  11. S. 143. Engels und Proudhon. Wie ablehnend sich Engels später gegen Proudhon verhielt, beweist u. a. ein für die Neue Rheinische Zeitung bestimmter Leitartikel von Ende April 1849, der aber nicht zum Abdruck kam. Dort wird von Proudhon mit „gutem Gewissen“ behauptet, daß alles, was Qu’est ce que c’est la Propriété? und La philosophie de la misère „an Kritik der bestehenden Verhältnisse“ enthalten, „sich auf Null reduziert“. Wie Weitling ist auch Proudhon jetzt für Engels nur noch „der störrische hochfahrende Autodidakt“, der alle Autoritäten vor ihm mit gleicher Verachtung behandle, alle bisherige Geschichte für Faselei erkläre und „sich selbst sozusagen als einen neuen Messias“ hinstelle.Google Scholar
  12. S. 144. Heß und Buntschli. Daß Heß im Namen der deutschen Kommunisten in Paris eine Dankadresse an Buntschli sandte, berichtete der Gesandte von Arnim am 26. September 1843 an den Minister des Auswärtigen von Bülow (Geh. Staatsarchiv, Akten des Ministeriums des Innern und der Polizei über Die revolutionären Vereine unter den wandernden Handwerksgesellen). Auch Arnim gibt zu, daß durch Buntschlis Bericht zum mindesten in Paris „die Zwecke der Kommunisten mehr gefördert als gehemmt worden seien“.Google Scholar
  13. S. 146. Engels und Herwegh. Die Begegnung in Ostende im September 1843 wird erwähnt in dem Buche „1848“, Briefe von und an Georg Herwegh, herausgegeben von Marcel Herwegh, München 1896, S. 88. Julius Fröbel und der Schweizer Republikaner. Moses Heß in Grüns Neue Anekdota S. 216, Georg Adler, Geschichte etc. S. 47, (Bluntschli) Die Kommunisten in der Schweiz etc. S. 79ff. Über das Programm in Nr. 47 des Schweizer Republikaner vgl. besonders Adler a. a. O., Bruno Bauer a. a. O. Bd. III, S. 54ff., Bluntschli a. a. O. S. 54ff. und Fröbels eigene Äußerungen daselbst S. 63 f. in dem Brief an August Becker. Nicht mehr benutzen konnte ich Feuz, Julius Fröbel und seine politische Entwicklung bis 1849 (Berner Untersuchungen zur allgemeinen Geschichte Heft 4) 1932.Google Scholar
  14. S. 148f. Für Weitling ist noch immer das beste Mehrings biographische Einleitung zur Jubiläumsausgabe der Garantien der Harmonie und Freiheit, Berlin 1908. Vgl. ferner Kaler, Wilhelm Weitling. Seine Agitation und Lehre im geschichtlichen Zusammenhang dargestellt. Hottingen und Zürich 1887, Georg Adler, Die Geschichte der ersten sozialpolitischen Arbeiterbewegung in Deutschland a. a. O. E. Barnikol, Weitling der Gefangene und seine „Gerechtigkeit“ Kiel 1929. Mancherlei Aufschlüsse gewährten die bereits erwähnten Akten des Geh. Staatsarchivs über die wandernden Handwerksgesellen.Google Scholar
  15. S. 150. Die Deutsch-Französischen Jahrbücher. Vgl. die auf Grund der Akten des Geh. Staatsarchivs gegebene Darstellung Gustav Mayers Der Untergang der Deutsch-Französischen Jahrbücher und des Pariser Vorwärts in Archiv für die Geschichte des Sozialismus etc. Band III 1913 und die Einleitung zu M. E. G. A. Abt. I Bd. 1 u. 2. Ruge und der Kommunismus. Ruges letztes Programm in den Deutschen Jahrbüchern enthält die Abhandlung: Selbstkritik des Liberalismus, ibid. 2. bis 4. Januar 1843 (vgl. dazu u. a. Bruno Bauer, Vollständige Geschichte usw. Bd. III,. S. 23 ff.). Ein Licht auf Ruges Stellung zu den kommunistischen Gedanken in der voraufgehenden Zeit wirft seine Anzeige von Ernst Moritz Arndts Erinnerungen aus dem äußeren Leben in den Hallischen Jahrbüchern 9. Oktober 1841. Für die folgenden Jahre vgl. seinen Anteil an Ein Briefwechsel von 1843 in den Deutsch-Französischen Jahrbüchern, ferner Ruge, Zwei Jahre in Paris, Leipzig 1846, Bd. I, seinen Aufsatz Der teutsche Kommunismus in Die Opposition, herausgegeben von K. Heinzen, Mannheim 1846, Ruge, Briefwechsel und Tagebuchblätter aus den Jahren 1835 bis 1880, herausgegeben von P. Nerrlich, Berlin 1886, Bd. I, endlich Heß, Über die sozialistische Bewegung in Deutschland a. a. O. Eine Biographie Ruges fehlt noch.Google Scholar

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  • Gustav Mayer

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