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Freiheit des Künstlers

  • András Horn
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Zusammenfassung

Das Wort „allgemein“ wird von der Hegelschen Philosophie in zwei verschiedenen Bedeutungen in Anspruch genommen. Es meint einerseits das Substantielle, d.h. das Wesentliche im Gemeinschaftlichen. Andererseits bezeichnet es aber auch „das sich selbst Besondernde (Spezifizierende) und in seinem Anderen in ungetrübter Klarheit bei sich selbst Bleibende“ (8/359). Dem Allgemeinen wird also die Fähigkeit zugeschrieben, seine eigenen Besonderungen und Konkretisierungen aus sich selbst hervorzutreiben, im Besonderen und Einzelnen nur sich selbst zu haben und somit — trotz seiner ansichseienden, „ursprünglichen“ Abstraktheit — das alleinige Prinzip des Konkreten zu sein. Das Allgemeine vermag sich aber nicht nur in der Idealität auseinanderzulegen, sondern besitzt auch die Macht, seine Konkretionen in Wirklichkeit umzusetzen, Reales zu erschaffen.

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Literatur

  1. 1.
    Vgl. hierzu 8/377–379, sowie in erster Linie Iwan Iljin, Die Philosophie Hegels als kontemplative Gotteslehre,Bern 1946, 5. Kapitel; sodann Litt, a.a.O., S. 48–57, 185–194;Google Scholar
  2. Gottfried Mann, Zum Begriff des Einzelnen, des Ich und des Individuellen bei Hegel, Diss. Heidelberg 1935, bes. S. 43f;Google Scholar
  3. August Brunner, „Das Allgemeine bei Hegel“, Scholastik, Bd. 25 (1950).Google Scholar
  4. 2.
    Es ist wiederum auffallend, wie weit sich hier Hegels Formulierungen mit denen der Kallias-Briefe decken. „Leidet die Eigentümlichkeit des darzustellenden Objekts“, so lesen wir etwa bei Schiller, „durch die Geisteseigentümlichkeit des Künstlers, so sagen wir, die Darstellung sei maniriert. Das Gegenteil der Manier ist der Stil,der nichts anderes ist, als die höchste Unabhängigkeit der Darstellung von allen subjektiven und allen objektiv zufälligen Bestimmungen. Reine Objektivität der Darstellung ist das Wesen des guten Stils: der höchste Grundsatz der Künste“(S. 48).Google Scholar
  5. 4.
    Zitiert in: „Das Besondere im Lichte des dialektischen Materialismus“, Deutsche Zeitschrift für Philosophie,Bd. 3 (1955), S. 166.Google Scholar
  6. 5.
    Hegel und das Problem der Realdialektik, S. 345f.Google Scholar
  7. 6.
    Hegel an Art, An Interpretation of Hegel’s Aesthetics,New York 1962, S. 18 (Übersetzung des Verfassers).Google Scholar
  8. 7.
    Zur Konkretisierung der Besonderheit, S. 417. Am Anfang unserer Untersuchung (S. 5) hatten wir bereits Gelegenheit, diese Ansicht von Lukâcs kennenzulernen. Dort handelte es sich allerdings um das Durchwobensein des Kunstwerks von einer menschlichen Subjektivität als dargestellter,als Inhalt, der mit der unmittelbaren Subjektivität des Künstlers identisch, aber auch nicht identisch sein kann. Hier hingegen geht es um die Allgegenwart der darstellenden,sich bei jedem Schritt des Schaffensprozesses immer wieder, so oder anders entscheidenden künstlerischen Subjektivität. Lukács trennt diese beiden Aspekte nicht. Was er aber meint, hat hier wie dort Relevanz.Google Scholar
  9. 8.
    Eigenart des Ästhetischen,Bd. I, S. 617.Google Scholar
  10. 13.
    Es kann vielleicht noch hinzugefügt werden, dass in Kunstformen, in welchen die Natürlichkeit eine Rolle spielen kann, sich die erstrebte Objektivität des Künstlers nicht nur in bezug auf die darzustellende konkrete Subjektivität bekundet, sondern auch in bezug auf das, wovon diese eine Besonderung ist, nämlich auf die menschliche Natur. Der Künstler bleibt nicht nur beim Konzipieren des Inhalts, sondern auch bei dessen Auslegung und Vermittlung innerhalb des menschlich Möglichen. Diese Objektivität ist mit eines jener Phänomene, die uns berechtigen, von einer ansichseienden Freiheitsähnlichkeit des Inhalts zu sprechen.Google Scholar
  11. 19.
    Dies ist einer der Gründe, deretwegen wir das Wort „Widerspruch“, „Widersprüchlichkeit“konsequent in Anführungszeichen setzen. Der andere wurde in Nicolai Hartmanns Arbeit über die Realdialektik bei Hegel angegeben: „Zum Widerspruch gehört der,Spruch‘, und das will logischerweise sagen: das Urteil. Begriffe und Urteile können sich freilich widersprechen... Aber Dinge, Geschehnisse, Realverhältnisse können es streng genommen nicht. In ihrer Ebene gibt es kein Sprechen, Urteilen, Aussagen; also auch kein Widersprechen. Was man in übertragenem Sinne als das Widersprechende im Leben und in der Wirklichkeit bezeichnet, das ist in Wahrheit gar nicht widersprechend, sondern widerstreitend... Solcher Widerstreit ist Realrepugnanz“(S. 345).Google Scholar
  12. 20.
    Warum dieses Wissen um das Gemacht-Sein dem Ästhetischen notwendig ist, wird weiter unten (S. 80–83, bes. Anm. 5) dargetan werden.Google Scholar

Copyright information

© Springer Science+Business Media Dordrecht 1969

Authors and Affiliations

  • András Horn
    • 1
  1. 1.BaselSchweiz

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