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Zusammenfassung

Theologie und religiöse Mythologie der Nias-Leute oder Niha, wie sie sich selbst bezeichnen,1) findet man häufig erwähnt und als Beispiel in der Religionswissenschaft und Ethnologie herangezogen. Durch eine komplizierte Götterhierarchie und verwickelte Abstammungslehre unterscheidet sich Nias merkwürdig vom übrigen Indonesien, das im allgemeinen einfachere Vorstellungen und geradlinigere Abläufe in seinen Mythen bevorzugt. Von Völkern mit hindu-javanischem, mohammedanischem oder christlich beeinflusstem Glauben sehen wir dabei selbstredend ab. Die eigenartige Stellung der Nias-Kultur müssen wir wenigstens teilweise auf vedo-brahmanische Einflüsse zurückführen, die zwar auch bei vielen anderen Stämmen, etwa den Batak Sumatras, offensichtliche Spuren hinterlassen haben, aber dort schliesslich doch von anderer Wirkung waren. Wenn die Berührung mit den asiatischen Wanderern bei den Sumatra- oder Borneo-Völkern auch anhaltender gewesen sein mag, so steht die Kulturentwicklung der Niasser keineswegs hinter jenen zurück: sie schlug in ihrer insularen Abgeschlossenheit andere Wege ein. Nias hat sich durch die fremde Befruchtung verselbständigt, was sich parallel mit der Religion in der besonderen Art der Kunstübung zeigen konnte und in eine deutliche Eigenwilligkeit ausgemündet ist. Darin liegt auch die Erklärung für die scheinbare Sonderstellung der niassischen Ursprungsmythen.

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Literature

  1. 2).
    L. N. H. A. Chatelin und J. W. Thomas, Godsdienst en Bijgeloof der Niassers. Tijdschrift, XXVI, 1881, pag. 110–114.Google Scholar
  2. Th. C. Rappard, Het eiland Nias en zijn bewoners, Bijdragen, LXII, 1909, pag. 447–648.Google Scholar

Copyright information

© Martinus Nijhoff, The Hague, Netherlands 1939

Authors and Affiliations

  • W. Münsterberger

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