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Die Kaiseridee und das Römische Ideal in der Neuzeit

  • Jacob Ter Meulen

Zusammenfassung

Die Neuzeit hatte den nationalen Staat in den Vordergrund geschoben; die Mächte aber, welche im Mittelalter eine universelle Bedeutung gehabt hatten, bestanden noch: das Römisch-Deutsche Kaiserreich wusste sich, wenigstens innerhalb enger Grenzen, noch während einiger Jahrhunderte zu behaupten. Die Römisch-Katholische Kirche übte auch nach der Gründung und der allmählichen Verweltlichung des nationalen Staates, ja vielleicht gerade dadurch, immer noch einen grossen Einfluss aus. Die Erinnerung an die grossen Kaiser und Päpste des Mittelalters war lebendig geblieben; auch gab es im Europa der neueren Zeit immer noch Kaiser und Päpste.

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Literatur

  1. 1).
    Von Held, Kaiserthum als Rechtsbegriff, S. 59 f.Google Scholar
  2. 1).
  3. 2).
  4. 1).
  5. 1).
    Vgl. oben S. 3 t. Google Scholar
  6. 2).
    Jellinek, Allgemeine Staatslehre, S. 428.Google Scholar
  7. 3).
    Bryce, Holy Roman Empire, S. 276Google Scholar
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    Villari, Machiavelli, II. S. 212.Google Scholar
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    Bryce, a. a. O. S. 349.Google Scholar
  10. 2).
  11. 3).
    Einige Beispiele gibt Günther, Europäisches Völkerrecht, I. S. 175 f. Vgl. für die besondere Bedeutung Deutschlands für das Völkerrecht unten S. 58 f.Google Scholar
  12. 1).
    Joseph de Maistre nennt diese Bulle vom 4. Mai 1493 einen Schiedsspruch von höchster Bedeutung; Voltaire betrachtet sie als eitele Prahlerei. Nach Nys, Études de Droit international (1896) S. 193 f., verdient sie aber „ni cet excès d’honneur, ni cette indignité.“Google Scholar
  13. 2).
    Sigwart, Campanella, Preuss. Jahrbücher, XVIII. (1866), S. 519.Google Scholar
  14. 3).
    Campanella, Monarchia Messiae, S. 74. Vgl. auch Nys, Études de Droit international, (1901), S. 236.Google Scholar
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  16. 2).
    Nys, Origines du Droit international, S. 394.Google Scholar
  17. 3).
    Für die Frage, ob Campanella auch an die Möglichkeit eines allgemeinen Staatenbundes gedacht hat, vgl. die Anmerkung unten S. 62.Google Scholar
  18. 4).
    Aber nicht nur von römisch-kirchlicher Seite hat man den Wert des nationalen Staates verkannt, auch aus dem Lager der sozialen Reformatoren erschienen öfters die fantastischsten Weltstaatspläne. Ein merkwürdiges Beispiel davon gibt uns die Idee des Holländers Peter Comelisz Plockhoy von Zierikzee, der in den Jahren 1658 und 1659 zwei Pamphlete veröffentlichte, in welchen er die Bildung kleiner genossenschaftlich eingerichteter Organisationen über die ganze Welt verteidigte. Obgleich eine Anmerkung in dem im British Museum befindichen Exemplar eines der Pamphlete die Autorschaft dem in der Zeit nach Cromwell bekannten englischen Märtyrer Hugh Peters zuschreibt, haben neuere Untersuchungen ergeben, dass der Plan wirklich von dem Holländer herrührt. Vgl. für die Schriften und das interessante Leben von Plockhoy, der in Amerika seine Ideen zu verwirklichen versucht hat, u.m. Quack, Voordracht gehouden in de Kon. Acad. van Wetenschappen, Beeiden en Groepen, S. 201 f. und von demselben Verfasser, Socialisten, I. (1899) S. 174 f. Die Titel der Pamphlete nenne ich im Literaturverzeichnis.Google Scholar
  19. 5).
    Man vergleiche Victoria, Relectiones, Relectio V. (de Indis), II. S. 222 (nullus est qui jure naturali habeat imperium orbis) und S. 228. Auch Suarez, Opus de triplici virtuti. Traetatus tertius (de charitate), Disp. XIII. (de bello), Sectio V. S. 487, C.; Suarez, Tractatus de legibus, Lib. III. cap. VI. (An haec potestas ad ferendas leges civiles obligantes universam Ecclesiam sit in Summo Pontifice) S. 123 f. und cap. VII. (Utrum potestas universalis ferendi leges civiles obligantes totam Ecclesiam sit in Imperatore) S. 125 f; Vasquez, Commentarium, Disp. LXIV. cap. III. (De rege in inferendo bellum) S. 414: 17.Google Scholar
  20. 1).
    Die Stelle aus dem Briefe vom 5 Juli 1454 lautet: Christianitas nullum habet caput, cui parere omnes velint. Neque summo sacerdoti, neque Imperatori quae sua sunt dantur. Nulla reverentia, nulla obedientia est. Tanquam ficta nomina, pietà capita sint, ita Papam Imperatoremque respicimus. Suum quaeque ci vitas Regem habet. Tot sunt principes quot domus. Vgl. Aeneas Sylvius, Opera omnia, Epist. CXXVII, S. 654 f. Der moderne Staatsgedanke des späteren Papstes Pius II. wird in dessen „Libellus de ortu et autoritate Imperii Romani“ deutlich klargelegt. Vgl. dazu Meusel, Enea Silvio als Publizist.Google Scholar

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© Martinus Nijhoff, The Hague, Netherlands 1968

Authors and Affiliations

  • Jacob Ter Meulen

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