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Der „Grand Dessein“ des Königs Heinrich IV. In den Memoiren des Herzogs von Sully

  • Jacob Ter Meulen

Zusammenfassung

In seinen Memoiren schildert uns der Herzog von Sully einen grossen Friedensplan, den er mit König Heinrich IV. ausgearbeitet haben will. Nachdem man ihm fast zwei Jahrhunderte geglaubt, den Plan nacherzählt und als Grundlage zu eigenen Vorschlägen benutzt hatte1), wurde in den letzten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts die Glaubwürdigkeit Sully’s von verschiedenen Seiten und aus guten Gründen angezweifelt. Jetzt nimmt man ziemlich allgemein an, dass der König und der Minister diesen „Grand Dessein“ nicht zusammen verfasst haben, sondern dass dieser von Sully allein in seinen letsten Lebensjahren, um 16352), also längere Zeit nach Heinrichs Tode (1610) geschrieben wurde.

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Literatur

  1. 1).
    Noch auf dem Panamakongress vom Jahre 1826, wo ausser vielen amerikanischen Staaten, auch England und die Niederlande vertreten waren (vgl. Fried Pan-Amerika, S. 9), wurde in der Eröffnungssitzung an die Projekte des Königs Heinrich IV. und Sully’s erinnert; vgl. Nys, Droit international, III. S. 72.Google Scholar
  2. 2).
    Kükelhaus, Der Ursprung des Planes vom ewigen Frieden in den Memoiren des Herzogs von Sully, S. 85.Google Scholar
  3. 1).
    Schon Voltaire waren sie nicht entgangen, er machte aber nicht Sully, sondern seine Sekretäre dafür verantwortlich. Vgl. unten S. 203.Google Scholar
  4. 2).
    Vgl. ausser Kükelhaus u. m. Ritter, Die Memoiren Sullys und der grosse Plan Heinrichs IV. (Abhandlungen der Kön. bayr. Akademie der Wissenschaften, III: XI: III) und Pfister, Les „Oeconomies royales’* de Sully in der Revue Historique, LIV—LVI (1894); Teil LIV. S. 300 gibt weitere Literatur.Google Scholar
  5. 3).
    Dass der „Grand Dessein“ ein Ganzes sein sollte, lässt die Ausgabe der Memoiren des Abbé de l’Écluse des Loges vermuten; diese Ausgabe hat alles, was sich auf den Dessein bezieht, zusammengefasst. Vgl. Mémoires de Maximilien de Béthune, duc de Sully.... mis en ordre avec des remarques par M. L. D. L. D. L., in verschiedenen Ausgaben (u. a. London, 1778), wo der „Grand Dessein“ das 30e Buch bildet. Darby zitiert in seiner Sammlung, International Tribunals, den Text nach einer derartigen Ausgabe der Mémoires, in welcher aber (und dies hat manche noch mehr in der falschen Ansicht bestärkt, alsob diese Ausgabe die ursprünglichen Memoiren darstellen sollte) die Initialen des Abbé de l’Écluse fehlen; der Titel dieser Ausgabe ist Mémoires du Duc de Sully, nouvelle édition, 6 tomes, Paris, 1822. Die L’Écluse-Ausgabe wurde mehr als einmal ins Deutsche übersetzt; vgl. u. m. Denkwürdigkeiten Maximilian von Bethüne, Herzogs von Sully (Zürich, 1783) und besonders die Uebersetzung Sully’s Denkwürdigkeiten in der „Allgemeine Sammlung Historischer Memoires“ von Friedrich Schiller, für welche Schiller selber das Vorwort schrieb. Auch die vor einigen Jahren erschienene Schrift „The Great Design of Henry IV from the memoirs of the Duke of Sully“ gibt eine Uebersetzung der L’Écluse-Ausgabe (Buch 30).Google Scholar
  6. 1).
    Vgl. auch Philippson (Onckens Allgemeine Geschichte, III: 2, S. 482 f, Note) in seiner Kritik auf Wynne, De groote en de kleine plannen van Hendrik IV. (De Gids, 1879: II, S. 421 f.).Google Scholar
  7. 1).
    Lettres d’Henri IV et de Messieurs de Villeroy et De Puisieux à Mr. Antoine le Fèvre de la Boderie, 1606–1611, vol. I. S 331 und vol. II. S. 41.Google Scholar
  8. 2).
    Dumont, Corps universel diplomatique, vol. V: 1, Nr. CCXLIX. S. 538.Google Scholar
  9. 3).
    Wie man damals in Holland sagte. Vgl. Blok, Geschiedenis van het Nederlandsche Volk, III. S. 439.Google Scholar
  10. 4).
    Man denke auch an den Plan des Griechen Minotto aus dem Jahre 1609. Da dieses Projekt im Archiv des auswärtigen Amts in Paris aufbewahrt wird, hat Heinrich IV es ohne Zweifel gekannt. Vgl. eine ausführliche Beschreibung dieses Plans in Zinkeisen, Geschichte des Osmanischen Reiches, III. S. 859 f.Google Scholar
  11. 5).
    Kükelhaus, a. a. O. S. 127.Google Scholar
  12. 1).
    Vgl. die Korrespondenz Heinrichs IV. mit seinem Gesandten in Konstantinopel de Brèves im Recueil des Lettres missives de Henry IV. (Ausgabe Berger de Xivrey),T. IV. S. 35; T. IV. S. 452; T. V. S. 704.Google Scholar
  13. 2).
    Heinrich IV. schreibt den 10. Juli 1598 an de Brèves „....et ne sera mal à propos que vous leur fassiez sentir comme de vous même, qu’ils ne doutent point que je ne sois recherché d’entrer en une ligue avec tous les autres princes chrétiens contre eux, afin de voir quelle réponse ils feraient; sans leurs donner sujet de croire que j’y veuille entrer, ni aussi de m’obliger de ne le faire point; mais que je me conduirai en cela selon qu’ils se gouverneront en mon endroit; leur disant que les amitiés et les respects que les princes se portent les uns aux autres, s’observent par une mutuelle correspondance, à laquelle, quand l’une des parties manque, l’autre s’en peut dispenser justement. Vgl. Lettres de Henry IV., a a. O. T. V. S. 5.Google Scholar
  14. 3).
    Man hat Sully’s Idee eines internationalen Schiedsgerichts auf einen Entwurf des Marschalls de Bouillon zurückführen wollen, wonach die uninteressierten Fürsten Europas ihre Gesandten zu einem internationalen Kongress vereinigen sollten, um in den augenblicklichen, ganz Europa bedrohenden Konflikten als Vermittler aufzutreten. Den Text dieser Denkschrift gibt die Mercure françois, Tome VI. (1621) S. 371 f. Der Unterschied zwischen der Idee dieses Vorschlags und dem Sullyschen Gedanken ist aber zu gross, als dass man an eine Beziehung zwischen ihnen denken dürfte. Vgl. Kûkelhaus, a. a. O. S. 177 fGoogle Scholar
  15. 4).
    Für die Unterhandlung mit England lese man, was Kükelhaus, a. a. O.S. 117 und Exkurse X. S. 153 f. mitteilt.Google Scholar
  16. 5).
    Ich zitiere aus der Ausgabe von Michaud und Poujoulet (Nouvelle Collection des Mémoires pour servir à l’histoire de France, tomes II et III: Sully, Oeconomies d’Estat) und gebe die Seiten der ersten Ausgabe zwischen () an. Noch möchte ich darauf hinweisen, dass die erste Ausgabe in zwei Teilen erschienen ist; zunächst erschien, wahrscheinlich im Jahre 1642, ein Teil in 2 tomes, 1 vol: Mémoires des sages et royales Oeconomies d’Est at.... de Henry le Grand.... et des Servitudes utiles.... de MaximilienGoogle Scholar
  17. de Béthune.... A Amstelredam chez Aletinosgraphe de Clearetimelle et GraphexechonGoogle Scholar
  18. de Pistariste (diese Worte bedeuten: Écrivain véridique de Gloire-et-Vertu et Secrétaire emèrite, de Haute-Probité, vgl. Pfister, a. a. O., L. VI. S. 313); dieser wurde auf dem Schloss Sully’s gedruckt; die Namen des Verlegersund der Stadt sind fingiert; es ist die Ausgabe, welche unter dem Namen „des V.V.V. verts“ bekannt ist. Der Zweite Teil, welcher die tomes III und IV des Ganzen bildet, erschien erst 1662 in 2 tomes, 1 vol., also 20 Jahre nach dem Tode Sully’s (Mémoires ou Oeconomies royales d’Estat.... de Henry le Grand par Maximilien de Béthune, Duc de Sully, Paris 1662). Vgl. auch Pfister, a. a. O., LVI. S. 312 f.Google Scholar
  19. 1).
    Sully, a. a. O., III. S. 345a (III. S. 413).Google Scholar
  20. 2).
    S. 348b (III. S. 419).Google Scholar
  21. 3).
    S. 348a (HI. S. 418).Google Scholar
  22. 1).
    Zinkeisen (Der Westen und der Norden, S. 357 f.). weist darauf hin, wie früh schon Europa den „Moskowiter“ in den Kampf der Christenheit gegen die Osmanen hineinzuziehen suchte. Im 17. Jahrhundert dachte man noch nicht daran, dass eine starke Ausdehnung Russlands nach Süden für Europa einmal gefährlich werden könnte; gerade der Umstand, dass ein grosser Teil der türkischen Bevölkerung auch zur griechischchristlichen Kirche gehörte, machte nach Europas Meinung Russland zum Türkenkrieg am besten geeignet. Wer vielleicht eine panslavische Gefahr ahnte, war, wie Zinkeisen sagt (a. a. O. S. 489), König Heinrich IV. von Frankreich, der den Knès Scithien von seiner allerchristlichen Republik ausschloss. Zinkeisen huldigt nämlich für die Urheberschaft noch der alten Auffassung. Man vgl. auch Zinkeisen, Geschichte des Osmanischen Reiches, III. S. 875 f.Google Scholar
  23. 2).
    Sully, a. a. O. S. 345a (IH. S. 413).Google Scholar
  24. 3).
    Ausführlicher: S. 350b (III. S. 423).Google Scholar
  25. 4).
    S. 350b (III. S. 422); man sieht, dass hier nur 14 Mitglieder genannt werden.Google Scholar
  26. 1).
    S. 215b (III. S. 167).Google Scholar
  27. 2).
    S. 217b (III. S. 170).Google Scholar
  28. 3).
    S. 350a (III. S. 422).Google Scholar
  29. 1).
    S. 351a (III. S. 424).Google Scholar

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© Martinus Nijhoff, The Hague, Netherlands 1968

Authors and Affiliations

  • Jacob Ter Meulen

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