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Die Entstehung der Internationalen Projekte

  • Jacob Ter Meulen

Zusammenfassung

Die alte Einheitsidee des christlichen Mittelalters kam mit der Neuzeit in neuer Form zur Entwicklung und zwar in der des internationalen Rechtes. Von diesem konnte erst die Rede sein, als sich eine Reihe von Staaten gebildet hatte, die sich ihrer Souveränität bewusst waren. Auch im Mittelalter kannte man den nationalen Staat. Tatsächlich hatte schon mit dem Teilungsvertrag von Verdun die politische Auflösung Europas stattgefunden. Trotz aller Unterschiede zwischen den einzelnen Staaten blieb jedoch die Idee, dass die Menschheit ein Ganzes sei, in dem Kirche und Staat eine untrennbare Einheit bildeten, erhalten. Als nun durch die Entwicklung der mittelalterlichen Staatengebilde die einzelnen Regierungsrechte, welche anfangs auf verschiedene Personen oder Körperschaften verteilt waren, allmählich in den Besitz einer und derselben Person übergingen, welche sich zugleicherzeit von jeder ausländischen Macht, auch rechtlich, unabhängig erklärte, hörte der mittelalterliche Staat auf und entstand das neue Europa. Die staatlich historische Kraft hatte über die universalistische Kraft den Sieg davongetragen und es hatte den Anschein, als ob das Endziel der Reiche Europas in politischer, ökonomischer und kultureller Staatsautarkie bestehen sollte.

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Literatur

  1. 1).
    Vgl. für Dante, oben S. 6 und S. 72. Es steht nicht fest, wann Dante seine „Monarchia“ verfasst hat, so dass wir nicht entscheiden können, ob Dubois sie gekannt hat, oder ob umgekehrt Dante in seiner Weltmonarchie unter dem Kaiser sich gegen den Franzosen gerichtet hat. Bis in die achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts stand Dantes Monarchia auf dem Index der verbotenen Bücher, weil das Werk dem Kaiser die Oberleitung der Christenheit übertragen und der Kirche nur die Sorge für das Seelenheil der Menschheit überantwortet hatte. Vgl. Kern, Dantes Gesellschaftslehre, S. 303.Google Scholar
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    Grauert, Dante und die Idee des Weltfriedens, S. 6.Google Scholar
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    Bekanntlich wurde 1291 mit dem Verlust der letzten Besitzungen in Palästina der christlichen Herrschaft im Morgenland ein Ende gemacht.Google Scholar
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    Vgl. auch Jordan, Das Königthum Georg’s von Podebrad, S. 165.Google Scholar
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    Bachmann, Geschichte Böhmens, II. S. 533, spricht König Podebrad alle staatsmännischen Fähigkeiten ab. Nach der Ansicht dieses Autors waren es weniger bestimmte politische Ideale als vielmehr die unglücklichen Zeitverhältnisse, welche den König zu den grossartigen Plänen veranlassten.Google Scholar
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  20. 1).
    Da in diesem Buch die neue Periode nicht behandelt wird, wäre auch eine Besprechung der Organisationsideen, welche sich auf die amerikanischen Staaten beziehen, hier nicht am Platze. Ich erwähne nur aus dem Jahre 1782 eine französische Schrift „Étrenncs de l’empereur de la Chine aux souverains de l’Europe pour l’année 1782,“ worin der Verfasser für Amerika einen europäischen Senat (Sénat Européen ou Tribunal de Vices-Rois) wünscht als höchste Gewalt, welche die Ordnung aufrecht zuerhalten und die Wohlfahrt zu fördern hätte. (S. 65 f.).Google Scholar

Copyright information

© Martinus Nijhoff, The Hague, Netherlands 1968

Authors and Affiliations

  • Jacob Ter Meulen

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