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Anfang und Methode

  • Ulrich Claesges
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Zusammenfassung

Fichte übernimmt die entscheidenden Grundzüge der Reinholdschen Theorie des Bewußtseins. Das hat eine Zweiteilung der WL, und zwar sowohl der theoretischen wie auch der praktischen zur Folge. Der erste Teil, den wir bisher betrachtet haben, schließt mit dem Auffinden des Vorstellungsvermögens (und eines vergleichbaren Grundvermögens des praktischen Ich). Wir haben gesehen, wie der 3. Grundsatz der gesamten WL den Grundsatz der theoretischen WL und den der praktischen enthält. Beide Grundsätze aber implizierten in der zunächst vorliegenden Formeinen Widerspruch, der durch die Deduktion der Einbildungskraft bzw. durch diejenige des Strebens beseitigt werden sollte. Da aber nach Fichte der Widerspruch für das „menschliche Wissen“ konstitutiv ist und bleibt,1 ließ sich der Widerspruch nicht ganz beseitigen; er wurde vielmehr als Einbildungskraft bzw. als Streben gleichsam institutionalisiert.

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Literatur

  1. 1.
    Vgl. I, 226.Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. I, 227 ff.Google Scholar
  3. 3.
    Vgl. I, 285 ff.Google Scholar
  4. 4.
    Vgl. I, 221.Google Scholar
  5. 5.
  6. 6.
    Dies ist unter der vorhin erwähnten Einschränkung zu nehmen. Vgl. S. 91.Google Scholar
  7. 7.
    I, 219; vgl. auch I, 331.Google Scholar
  8. 8.
  9. 9.
    Vgl. I, 220.Google Scholar
  10. 10.
  11. 11.
    Vgl. I, 220; Faktum ist hier Gegenbegriff zu Postulat.Google Scholar
  12. 12.
    Vgl. I, 220 f.Google Scholar
  13. 13.
  14. 14.
  15. 15.
  16. 16.
  17. 17.
  18. 18.
    Reinhold hatte dies Produkt als das dunkle Bewußtsein der bloßen Vorstellung bezeichnet, vgl. Kap. 1 d.A.Google Scholar
  19. 19.
    Damit findet sich hier ein Unterschied, der im Begriff der Geschichte überhaupt liegt. Geschichte meint einmal die res gestae, das Geschehen selbst, sie meint zum anderen historia rerum gestarum, die Darstellung des Geschehens. Geschichte des Selbstbewußtseins im Sinn der res gestae meint die Entwicklung des Ich, seinen Weg, der, wie sich zeigen wird, vom Anstoß bis zum entwickelten Selbstbewußtsein geht. Geschichte des Selbstbewußtsein im Sinne der historia meint die wissenschaftliche Theorie als Darstellung dieses Weges.Google Scholar
  20. 20.
    Vgl. Fichte I, 222.Google Scholar
  21. 21.
    Ein solcher Unterschied zwischen „für uns“ und „für es“ ist ganz allgemein schon durch die Kopernikanische Wende der Transzendentalphilosophie gegeben. Er verbindet sich hier mit einem aus dem Begriff von Geschichte sich ergebenden Unterschied. — Vgl. § 2 d.A.Google Scholar
  22. 22.
    Vgl. z.B. I, 230; I, 234; I, 363 ff.Google Scholar
  23. 23.
    Über die Herkunft dieses Begriffs aus Reinholds Theorie des Bewußtseins, vgl. Kapitel 1 d.A.Google Scholar
  24. 24.
    Vgl. den Exkurs S. 185ff. d.A.Google Scholar
  25. 25.
    Vgl. I, 70.Google Scholar
  26. 26.
    I, 71; vgl. I, 222.Google Scholar
  27. 27.
    Vgl. I, 71 f.Google Scholar
  28. 28.
  29. 29.
    Vgl. I, 220.Google Scholar
  30. 30.
  31. 31.
    Vgl. I, 80.Google Scholar
  32. 32.
  33. 33.
    X wäre demnach die abstrahierende Reflexion als freier Akt des „entwickelten“ Ich.Google Scholar
  34. 34.
  35. 35.
    Vgl. I, 244.Google Scholar
  36. 36.
  37. 37.
    Vgl. I, 224 und I, 216 f.Google Scholar
  38. 38.
  39. 39.
    Vgl. I, 223 f.Google Scholar
  40. 40.
    Daß diese Reihe die umgekehrte Richtung nimmt ist klar, denn es soll ja die Struktur des Bewußtseins entwickelt werden. Diese Struktur war aber erstmalig, allerdings vorläufig, mit dem Grundsatz der theoretischen WL angesprochen. Vgl. I, 222 f.Google Scholar
  41. 41.
    Vgl. I, 223.Google Scholar
  42. 42.
    Vgl. I, 222 f. Wenn überhaupt, so kann in diesen Bestimmungen so etwas wie eine Vorstufe der Hegeischen Dialektik gesehen werden. Diese Modifikation der synthetischen Methode hat Hartkopf aber nicht berücksichtigt. Vgl. W. Hartkopf, Die Dialektik Fichtes, a.a.O.Google Scholar
  43. 43.
    Vgl. I, 225.Google Scholar
  44. 44.
  45. 45.
  46. 46.
    Vgl. I, 229.Google Scholar
  47. 47.
  48. 48.
    Vgl. I, 211.Google Scholar
  49. 49.
  50. 50.
    Vgl. I, 218.Google Scholar
  51. 51.
    Vgl. I, 212.Google Scholar
  52. 52.
    Vgl. I, 227.Google Scholar
  53. 53.
    Vgl. § 19 d.A.Google Scholar
  54. 54.
    I, 270, wo Fichte sagt: „Wir legen das bis jetzt Deduzierte noch auf einem andern Wege dar …“Google Scholar
  55. 55.
    Vgl. § 19 d.A.Google Scholar
  56. 56.
    Vgl. I, 265.Google Scholar
  57. 57.
    Vgl. I, 273 ff.Google Scholar
  58. 58.
    I, 272; vgl. I, 96.Google Scholar
  59. 59.
  60. 60.
  61. 61.
    Vgl. I, 274.Google Scholar
  62. 62.
    I, 274. Im Rahmen des § 1 der Grundlage wurde nicht von einem doppelten Setzen des Ich gesprochen, dort war nur von der konstitutiven Tätigkeit des Sichselbstsetzens die Rede, die aber nun nach I, 274 nicht das volle Wesen des Ich ausmachen soll. Zeigt sich hier eine weitere Äquivokation im Begriff des Ich? — Zu dem nun wieder auftauchenden Begriff des „für sich“ vgl. S. 105 Anm.Google Scholar
  63. 63.
  64. 64.
    Vgl. z.B. I, 126.Google Scholar
  65. 65.
  66. 66.
    I, 274; vgl. I, 109.Google Scholar
  67. 67.
    Vgl. I, 134.Google Scholar
  68. 68.
  69. 69.
  70. 70.
    Vgl. I, 274.Google Scholar
  71. 71.
    Vgl. I, 275.Google Scholar
  72. 72.
    Vgl. I, 272.Google Scholar
  73. 73.
    Vgl. I, 275.Google Scholar
  74. 74.
    Vgl. I, 271 ff.Google Scholar
  75. 75.
    Vgl. I, 278.Google Scholar
  76. 76.
    Indifferenz ist also eine Einheit von Einheit und Unterschiedenheit. Indifferenz ist aber nur die eine Möglichkeit dieses spekulative Problem zu fassen. Die andere Möglichkeit ist die Selbstbewegung des absoluten Unterschiedes. Dies ist die dialektische Möglichkeit im strengen Sinn.Google Scholar
  77. 77.
  78. 78.
  79. 79.
    Vgl. § 19 d.A.Google Scholar
  80. 80.
  81. 81.
    Vgl. I, 294. — In § 1 der Grundlage ist das Sichselbstsetzen des Ich offenbar in der nun herausgestellten Indifferenz belassen. Jedenfalls konnte der dort auftauchende Begriff des „für sich“ nicht als Hinweis auf die Struktur des Selbstbewußtseins interpretiert werden. Das „für sich“ ist erst dann ein solcher Hinweis, aber auch nicht mehr, wenn die Tätigkeit, durch die das Ich sich für sich selbst setzt (ideale Tätigkeit) von derjenigen unterschieden wird, durch die es sich selbst schlechthin setzt. Diese Unterscheidung wird aber erst, wie wir gesehen, „nach“ dem Anstoß möglich.Google Scholar
  82. 82.
    Vgl. I, 279.Google Scholar
  83. 83.
    Vgl. I, 275.Google Scholar
  84. 84.
  85. 85.
    I, 275. Zuvor sagt Fichte, daß damit die „Forderung“ des reflektierenden Ich, daß das reflektierte Ich die Unendlichkeit ausfülle, erfüllt sei. Eine solche Feststellung kann hier aber eigentlich nicht getroffen werden, was Fichte selbst in Klammern anmerkt (274). Diese Stelle ist ein indirekter Beweis für unsere These: Die Einheit des absoluten Ich kann nur als Negation einer zuvor gesetzten Differenz ausgedrückt werden.Google Scholar
  86. 86.
    Vgl. I, 275.Google Scholar
  87. 87.
    Vgl. I, 274.Google Scholar
  88. 88.
  89. 89.
    Vgl. I, 275.Google Scholar
  90. 90.
    Vgl. I, 274.Google Scholar
  91. 91.
  92. 92.
    Vgl. I, 275 f.Google Scholar
  93. 93.
    Vgl. I, 275.Google Scholar
  94. 94.
    Dieser Unterschied muß aber gemacht werden, da wir uns am Anfang der Geschichte des Selbstbewußtseins (der „zweiten Reihe“) befinden.Google Scholar
  95. 95.
    Vgl. I, 220 ff.Google Scholar
  96. 96.
    Vgl. I, 220 ff.Google Scholar
  97. 97.
  98. 98.
    Es fällt auf, daß hier einmal von zwei Richtungen der Tätigkeit, das andere Mal von zwei Tätigkeiten die Rede ist. Das hat seinen Grund darin, daß von zwei Richtungen gesprochen werden muß, wenn man den Unterschied von realer und idealer Tätigkeit nicht berücksichtigt.Google Scholar
  99. 99.
    Vgl. I, 274.Google Scholar
  100. 100.
    Unsere Interpretation scheint dem Text der Grundlage Gewalt anzutun. Es wird sich aber zeigen, daß die nun zu interpretierenden §§ 6–11 der Grundlage einen Anfang genau in der von uns beschriebenen Struktur voraussetzen. Das ganze nächste Kapitel muß daher als Erweis unserer These angesehen werden. Vgl. zu der hier vorgelegten Interpretation des § 5 der Grundlage das erst nach Fertigstellung dieser Arbeit erschienene Buch von W. Janke: Fichte. Sein und Reflexion. Grundlagen der kritischen Vernunft (Berlin 1970). Janke geht in seinen Interpretationen der §§ 1–5 der Grundlage, denen er den I. Teil seines Buches widmet, auf die Notwendigkeit der Unterscheidung zweier Reihen der Wissenschaftslehre mit keinem Wort ein und kommt wohl nicht zuletzt deswegen zu völlig anderen Ergebnissen. Das betrifft vor allem auch die endgültige Wesensbestimmung des absoluten Ich. Vgl. diese Arbeit, Kap. 9 und Janke, a.a.O., S. 181 ff.Google Scholar
  101. 101.
    Vgl. I, 225.Google Scholar

Copyright information

© Martinus Nijhoff, The Hague, Netherlands 1974

Authors and Affiliations

  • Ulrich Claesges

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