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Erscheinen als Anschein und als Vorschein

  • Eugen Fink
Chapter
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Part of the Phaenomenologica book series (PHAE, volume 1)

Zusammenfassung

Um die Frage nach dem Erscheinen des Seins vorzubereiten, versuchen wir ins Klare zu kommen darüber, wie Seiendes erscheint. Aber dies anzugeben, scheint doch nicht schwierig. Jedem von uns ist es bekannt. Das Erscheinen von Seiendem braucht nicht herbeigeschafft zu werden, um ein Thema einer Erforschung und Untersuchung abzugeben; wir müssen nicht, wie sonst oft in der Wissenschaft, erst mühselig erkunden und zur Gegebenheit bringen, was bestimmt werden soll. Das Erscheinen von Seiendem umgibt uns immer; wir sind darein versetzt. Die Situation des Menschen ist wesentlich dadurch bestimmt, daß uns immer, solange wir sind, Seiendes erscheint. Zwar sinken wir Nacht für Nacht in den Schlaf: die Sinne erlöschen, gehen zu, das Bewußtsein schwindet, wir verlieren nicht bloß die äußere Umwelt; auch die Innerlichkeit des ichhaften Erlebens wird gewissermaßen zunichte; nur dunkel und unzusammenhängend flackern im Traume bunte, phantastische Trümmer von Bildern in uns auf. Im Schlafe entgehen wir uns selbst, fällt die Ichheit von uns ab. Aber wir wissen, daß auch, während wir schlafend in den bewußtlosen Lebensgrund zurücksinken, das Erscheinen des Seienden uns umsteht. Sobald wir erwachen, finden wir uns imitten des erscheinenden Zudrangs.

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Copyright information

© Martinus Nijhoff, The Hague, Netherlands 1958

Authors and Affiliations

  • Eugen Fink

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