Advertisement

Zur Biologie des Strandhafers (Ammophila Arenaria) und Seiner Technischen Anwendung im Dünenbau

Chapter
Part of the Berichte über die Internationalen Symposia der Internationalen Vereinigung für Vegetationskunde book series (TUEN, volume 9)

Zusammenfassung

Die nord- und westeuropäischen Küsten weisen in ihrem Verlauf häufig mehr oder minder mächtige und tiefgegliederte Dünenzonen auf. Ohne auf die vielfältigen Vorgänge der Dünenbildung näher einzugehen, muß zum allgemeinen Verständnis hervorgehoben werden, daß diese Dünen letztlich ihre Entstehung Pflanzen verdanken, die in der Lage sind, diese extremen Standorte, seien es die salzwasserdurchtränkten Sandplatten oder die hohen Dünen selbst, zu besiedeln. Dem Strandhafer, Ammophila arenaria ist eine besondere Bedeutung deswegen beizumessen, weil seine Fähigkeit, Dünen zu bilden, besonders augenscheinlich ist. Als Pionierpflanze hingegen kann er deswegen nicht vorrangig gewertet werden, weil er die Erstbesiedelung salzwasserdurchtränkter Sandplatten oder breiter Vorstrände salzresistenteren Arten überlassen muß. Embryonaldünen (Duni embryonales) und die etwas größere Dünenform der Zungenhügel (Duni lingulati), die im Windschatten salzverträglicherer Erstbesiedler entstehen, — genannt seien nur Agropyron junceum und Elymus arenarius als hervorstechendste Vertreter der organogenen Primärdünenbildung — werden von Ammophila arenaria erst dann besiedelt, wenn die Dünen so hoch angewachsen sind, daß der kapillare Salzwasseranstieg die Salzkonzentration in der Bodenlösung von 1% nicht übersteigen läßt.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Bennecke, W.: Zur Biologie der Strand-und Dünenflora. I. — Ber. dtsch. bot. Ges. 48. Jena 1930.Google Scholar
  2. Bennecke, W. u. Arnold, A.: Zur Biologie der Strand-und Dünenflora. II. — Ber. dtsch. bot. Ges. 49. Jena 1931.Google Scholar
  3. Buchenau, F.: Über die Vegetationsverhältnisse des „Helms“. — Abh. naturw. Ver. Bremen 10 (3). Bremen 1889.Google Scholar
  4. Christiansen, W.: Neue kritische Flora von Schleswig-Holstein. — Rendsburg 1953.Google Scholar
  5. Dieren, J. W. Van: Organogene Dünenbildung. — Den Haag 1934.Google Scholar
  6. Gerhardt, P., Abromeit, J., Jentzsch, A.: Handbuch des deutschen Dünenbaues. — Berlin 1900.Google Scholar
  7. Hartnack, W.: Die Wanderdünen Pommerns. — Greifswald 1925.Google Scholar
  8. Jessen, O.: Morphologische Beobachtungen an den Dünen von Amrum, Sylt und Röm. — Landesk. Forsch. 21. München 1921.Google Scholar
  9. Lux, H.: Die Farbphotographie als Hilfsmittel zur Auswertung von Düngungsversuchen. — Photogr. u. Wiss. 4 (2): 20–22. Leverkusen 1955.Google Scholar
  10. Lux, H.: Der 10-Jahresplan des Landes Schleswig-Holstein über Dünenschutz und Waldbildung auf den nordfriesischen Inseln Sylt und Amrum. — Inform. Inst. Raumforsch. Bad Godesberg 8 (n): 281–298. Bad Godesberg 1958.Google Scholar
  11. Lux, H.: Die biologischen Grundlagen der Strandhaferpflanzung und Silbergrassaat im Dünenbau. — In: Angew. Pflanzensoziologie 20: 5–53. Stolzenau/Weser 1964.Google Scholar
  12. Müller, F. u. Fischer, O.: Das Wasserwesen an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste. Sylt. — Berlin 1938.Google Scholar
  13. Reinke, J.: Die Entwicklungsgeschichte der Dünen an der Westküste von Schleswig-Holstein. — Sitz.-Ber. preuß. Akad. Wiss. 13. Berlin 1903.Google Scholar
  14. Sipkes, C.: Menschliche Hilfe bei der landschaftlichen Entwicklung der Dünenküste auf Voorne. — Wasser u. Boden 5 (1). Hamburg 1953.Google Scholar
  15. Sipkes, C.: Voorne, korte beschrijving van historie, dierenleven, plantengroei, en landschap van de kuststreek van Vorne. 3de druk. — Middelharnis 1965.Google Scholar
  16. Solger, F.: Geologie der Dünen. — In: Dünenbuch. Stuttgart 1910.Google Scholar
  17. Sperling, W.: Natürliche Dünenentstehung und künstliche Dünenpflege. — Geol. Meere u. Binnengewässer 3(4): 552–569. Berlin 1939.Google Scholar
  18. Straka, H.: Über Veränderungen der Vegetation im nördlichen Teil der Insel Sylt in den letzten Jahrzehnten. — Schr. Naturw. Ver. Schlesw.-Holst. 34: 19–43. Kiel 1963.Google Scholar
  19. Tüxen, R.: Die Pflanzengesellschaften Nordwestdeutschlands. — Mitt. flor.— soz. ArbGemeinsch. Niedersachsen 3. Hannover 1937.Google Scholar
  20. Tüxen, R.: Lütje Hörn — Die Vegetation einer alten ostfriesischen Sandbank. — Mitt. flor.-soz. ArbGemeinsch. N.F. 3: 109–112. Stolzenau/Weser 1952.Google Scholar
  21. Tüxen, R., u. Böckelmann, W.: Scharhörn — Die Vegetation einer jungen ostfriesischen Vogelinsel. — Mitt. flor.-soz. ArbGemeinsch. N.F. 6/7. Stolzenau/ Weser 1957.Google Scholar
  22. Tuora, J.: The formation of artificial sand dunes as a means coastal protection. — Cir. Engin.: 185–187. London 1956.Google Scholar
  23. Westhoff, V.: Die Dünenbepflanzung in den Niederlanden. — Angew. Pflanzensoziologie 17: 14–21. Stolzenau/Weser 1961.Google Scholar

Copyright information

© Dr. W. Junk N. V. Publishers, The Hague 1969

Authors and Affiliations

  • H. Lux
    • 1
  1. 1.KielDeutschland

Personalised recommendations