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Einleitung

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Zusammenfassung

Wer eine von Fichtes Darstellungen der Wissenschaftslehre auch nur einmal aufgeblättert hat, wird gerne gestehen, daß sie einer Interpretation durchaus bedürftig seien. Wenn aber im Folgenden eine solche vor allem der WL von 1810 und der von 1794 unternommen wird, so ist es dennoch nicht darum zu tun, in einen Text, der „dem Leser es schwer <macht>, auch nur zu einem Schimmer von Verständnis zu gelangen,“ 1 die nötigen Eselsbrücken einzubauen, dank derer jener wißbegierige Leser sich vom Anfang eines jeden Satzes zu seinem Ende heil hinüberretten könnte. Denn einerseits hat Fichte auf den Einwand: „Ich verstehe diese Schrift nicht“ einmal beiläufig geantwortet: Das „bedeutet mir weiter nichts, als wie die Worte lauten: und ich halte ein solches Geständnis für höchst uninteressant und höchst unbelehrend. Man kann meine Schriften nicht verstehen, und soll sie nicht verstehen, ohne sie studiert zu haben; denn sie enthalten nicht die Wiederholung einer schon ehemals gelernten Lektion“ (1. Einl.; I, 421). Und Fichte rät einem solchen Leser an: „Lege das Buch hin: für dich ist es nicht geschrieben.“ (Skl. Ber.; II, 343). Sodann aber auch, wenn „der lebendige Geist, der in einer Philosophie wohnt, verlangt, um sich zu enthüllen, durch einen verwandten Geist geboren zu werden,“ 2 dürfte es von selbst einleuchten, daß einem spekulativen Gehalte durch die Handreichung einer Leiter zu seinem Standpunkte nicht nur die allgemeine Verständlichkeit nicht zu sichern, sondern ihm dergestalt gar nicht beizukommen ist.

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References

  1. W. Biemel, „De Kant à Hegel“ in Convivium, 1962 (7), S. 127.Google Scholar
  2. E. Coreth, „Vom Ich zum absoluten Sein“ in Zeitschr. /. kath. Theol., 1957 (79), S. 275.Google Scholar

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© Martinus Nijhoff, The Hague, Netherlands 1968

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