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Metanthropologie: Der Anthropomorphismus Gottes

  • Felix Hammer
Chapter
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Part of the Phaenomenologica book series (PHAE, volume 45)

Zusammenfassung

Die bisherige Darstellung von Max Schelers anthropologischer Grundkonzeption bot immer wieder Gelegenheit zu einem Ausblick auf seine Spätphilosophie.1 Dabei ergab sich trotz methodischer und inhaltlicher Verschiedenheit eine nicht zu übersehende formale Kontinuität in den Grundlinien — ein Befund, den das Folgende nur bestätigen wird.

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Literatur

  1. 1.
    Die wichtigsten Schriften dieser Zeit (in der Reihenfolge ihrer erstmaligen Veröffentlichung), Die Wissensformen und die Gesellschaft (1926), Die Stellung des Menschen im Kosmos (1928), Philosophische Weltanschauung (1929), sind sämtlich Vorarbeiten zu zwei geplanten, jedoch nicht mehr vollendeten systematischen Werken über „Metaphysik” und „Philosophische Anthropologie” . Vgl. dazu Schelers Hinweise im Vorwort zu den Wissensformen: GW VIII, 11, in Philosophische Weltanschauung 120, Anm. 4 u. 5, 123, Anm. 13, 129, Anm. 29 sowie in der Vorrede zur Stellung des Menschen im Kosmos 6 u.a.Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. Phil. Weltanschauung 12f.Google Scholar
  3. 3.
    „Mensch u. Geschichte” : Phil. Weltanschauung 62.Google Scholar
  4. 4.
    Vgl. „Probleme einer Soziologie d. Wissens” : GW VIII, 69–84.Google Scholar
  5. 5.
    Vgl. z.B. „Mensch u. Geschichte” : Phil. Weltanschauung 66f.; auch hier bedeutsam das Eingeständnis von der Schwierigkeit der Überwindung des christlichen „Mythos”.Google Scholar
  6. 6.
    „Der Mensch im Weltalter d. Ausgleichs” : Phil. Weltanschauung 118.Google Scholar
  7. 7.
    Vgl. „Probleme einer Soziologie d. Wissens” : GW VIII, 87.Google Scholar
  8. 8.
    Phil. Weltanschauung 6.Google Scholar
  9. 9.
    Vgl. „Probleme einer Soziologie d. Wissens” : Erkenntnis u. Arbeit: GW VIII, 56f., 374f.; Die Stellung d. Menschen im Kosmos 88; „Probleme einer Soziologie d. Wissens” : GW VIII, 155, Anm. 1.Google Scholar
  10. 10.
    Vgl. Phil. Weltanschauung 7; Die Stellung d. Menschen im Kosmos 90.Google Scholar
  11. 11.
    Vgl. Phil. Weltanschauung 14; „Erkenntnis u. Arbeit” : GW VIII, 359.Google Scholar
  12. 12.
    Vgl. „Erkenntnis u. Arbeit” : GW VIII, 207f.; „Probleme einer Soziologie d. Wissens” : GW VIII, 155, 179; Phil. Weltanschauung 5; Die Stellung d. Menschen im Kosmos 7; „Probleme einer Soziologie d. Wissens” : GW VIII, 112, 139.Google Scholar
  13. 13.
    Vgl. „Erkenntnis u. Arbeit” : GW VIII, 234 u. „Probleme einer Soziologie d. Wissens” : GW VIII, 179.Google Scholar
  14. 14.
    „Der Mensch im Weltalter d. Ausgleichs” : Phil. Weltanschauung 109.Google Scholar
  15. 15.
    Vgl. zum Ganzen: Die Stellung d. Menschen im Kosmos 11–49; kürzer: „Die Formen d. Wissens u. die Bildung” : Phil. Weltanschauung 27–31. Scheler beschließt die Beschreibung der exzentrischen, abstandnehmenden Verhaltensformen des Menschen mit einem kühnen, nicht beweisenden, sondern beschwörenden Sprung in den göttlichen Weltgrund: Das vergegenständlichende Zentrum des Menschen „kann nicht selbst ein,Teil‘eben dieser Welt sein,… es kann nur im obersten Seinsgrunde selbst gelegen sein.” (Die Stellung d. Menschen im Kosmos 47, Sperrungen von uns.)Google Scholar
  16. 16.
    Vgl. „Erkenntnis u. Arbeit” : GW VIII, 332f.Google Scholar
  17. 17.
    Vgl. Phil. Weltanschauung 11, Sperrungen von uns.Google Scholar
  18. 18.
    Die Metaphysik „teilt mit der Religion die Grundrichtung auf das Urseiende (Ens a se) aber nur so weit, als es in der Welterfahrung (der Wesenserfahrung und -schauung wie der zufälligen Erfahrung von raumzeitlich bestimmten Tatsachen und ihren Gesetzen) in Erscheinung tritt, mit ausdrücklichem Verzichte auf alle sog.,übernatürlichen‘Quellen der Erkenntnis. Andererseits teilt sie mit der Wissenschaft die streng rationale Methodik und die Grundrichtung auf die Welt überhaupt. Auf allen Höhepunkten ihrer historischen Existenz steht die Metaphysik mit der positiven Wissenschaft in innigstem und schöpferischem Konnex, wie andererseits die Wissenschaft auf allen ihren Höhepunkten bis in die Philosophie ihre Grundlagen zurückschlägt.“ („Probleme einer Soziologie d. Wissens“ : GW VIII, 87.)Google Scholar
  19. 19.
    Vgl. Phil. Weltanschauung 7.Google Scholar
  20. 20.
    Phil. Weltanschauung 11. — Im selben Sinn ist es Aufgabe der alle, auch die empirischen Formen der Naturerkenntnis umfassenden „Naturmetaphysik” , „zu untersuchen, welche Attribute dem Grunde aller Dinge um der Natur willen hypothetisch zuzusprechen sind.” („Erkenntnis u. Arbeit” : GW VIII, 275.)Google Scholar
  21. 21.
    Das bereits in den „Problemen d. Religion“ (vgl. GW V, 180–182) entwickelte Gesetz der transzendentalen Schlußweise lautet: „Da das Sein der Welt selbst vom zufälligen Dasein des Erdenmenschen und seinem empirischen Bewußtsein mit Sicherheit unabhängig ist, da aber gleichwohl strenge Wesenszusammenhänge bestehen zwischen gewissen Klassen geistiger Akte und bestimmten Seinsregionen, zu denen wir Zugang durch diese Aktklassen gewinnen — muß dem Grunde aller Dinge alles das an Akten und Operationen zugeschrieben werden, was uns vergänglichen Wesen diesen Zugang gibt.“ (Phil. Weltanschauung 13.) Die Notwendigkeit, alles Weltsein auf einen geistigen Weltgrund zu beziehen — der philosophische Niederschlag der Imago-Dei-Lehre -, wird wieder stillschweigend vorausgesetzt. — Zum Ganzen vgl. Phil. Weltanschauung 12–14.Google Scholar
  22. 22.
    Vgl. dazu K. Lenk, Von der Ohnmacht d. Geistes. Kritische Darstellung d. Spätphilosophie Max Schelers; Tübingen 1959. Bemerkenswert an dieser aufschlußreichen Monographie ist die auch uns leitende Überzeugung von der grundsätzlichen, formalen Einheit der Philosophie Schelers trotz aller inhaltlichen „Umbrüche.“Google Scholar
  23. 23.
    Die Stellung d. Menschen im Kosmos 84.Google Scholar
  24. 24.
    „Probleme einer Soziologie d. Wissens” : GW VIII, 18; Sperrung von uns.Google Scholar
  25. 25.
    Vgl. „Der Mensch im Weltalter d. Ausgleichs” : Phil. Weltanschauung 104f.Google Scholar
  26. 26.
    Vgl. „Mensch u. Geschichte” : Phil. Weltanschauung 81; Die Stellung d. Menschen im Kosmos 37f.; 71–81. Zur Ohnmacht des Geistes: Die Stellung d. Menschen im Kosmos 57, 65f.; „Probleme einer Soziologie d. Wissens” : GW VIII, 211. u.a.Google Scholar
  27. 27.
    Die Stellung d. Menschen im Kosmos 81; zu „Leitung” und „Lenkung” vgl. a.a.O. 62; „Probleme einer Soziologie d. Wissens” : GW VIII, 40.Google Scholar
  28. 28.
    Die Stellung d. Menschen im Kosmos 88.Google Scholar
  29. 29.
    Zur manichäisch beeinflußten Seelen-Lehre bei Augustinus vgl. F. P. Fiorenza — J. B. Metz, „Der Mensch als Einheit von Leib u. Seele” ; in: Mysterium Salutis. Grundriß heilsgeschichtlicher Dogmatik. Hrsgb. v. J. Feiner u. M. Löhrer. Bd. II: Die Heilsgeschichte vor Christus; Einsiedeln-Zürich-Köln 1967, 6071.Google Scholar
  30. 30.
    Vgl. „Mensch u. Geschichte” : Phil. Weltanschauung 67; Die Stellungd. Menschen im Kosmos 54f. — In diesen Zusammenhang paßt auch die ambivalente Bewertung der dionysischen Menschenidee, von der die negativen Elemente (ständige Dekadenz, Mensch als „Sackgasse des Lebens” , Geist-Leben-Dualismus) wie die Forderung nach „Re-Sublimierung” der Triebe in Schelers Menschenbild eingingen: Dieser Diony-sismus — er kommt bei aller Ablehnung der jüdischen und christlichen Religion „doch der christlichen Anthropologie durch den Fallgedanken hindurch wieder näher, besonders in der Form, wie sie bei Augustinus vorliegt” — ist eine „gewiß falsche, aber mit wohlerwogenen Gründen… unterstützte Theorie…” „Es ist eine abseitige, eine seltsame,… eine für alles bisherige abendländische Fühlen und abendländische Denken furchtbare Idee. Aber diese furchtbare Idee — könnte ja trotzdem wahr sein!” (Vgl. „Mensch u. Geschichte” : Phil. Weltanschauung 83, 82, 78).Google Scholar
  31. 31.
    Die Stellung d. Menschen im Kosmos 67.Google Scholar
  32. 32.
    Vgl. „Erkenntnis u. Arbeit” : GW VIII, 3631., 370; „Idealismus — Realismus” , in: Philosoph. Anzeiger 2 (1967), 261.Google Scholar
  33. 33.
    „Probleme einer Soziologie d. Wissens” : GW VIII, 100.Google Scholar
  34. 34.
    F. Bassenge, ,,Drang und Geist. Eine Auseinandersetzung mit Schelers Anthropologie” ; in: Zeitschrift f. phil. Forschung 17 (1963), 391.Google Scholar
  35. 35.
    „Erkenntnis u. Arbeit” : GW VIII, 233.Google Scholar
  36. 36.
    A.a.O. 275 u. 359–361.Google Scholar
  37. 37.
    „Spinoza” : Phil. Weltanschauung 60.Google Scholar
  38. 38.
    Vgl. „Spinoza” : Phil. Weltanschauung 49–61.Google Scholar
  39. 39.
    Vgl. zu den letzten Bestimmungen: „Die Formen d. Wissens u. die Bildung” : Phil. Weltanschauung 27, 31f.; Die Stellung d. Menschen im Kosmos 69–71; 48f., 93; 56; 92; 87.Google Scholar
  40. 40.
    Phil. Weltanschauung 124f. (Anm. 16). Vgl. ferner: Die Stellung d. Menschen im Kosmos 70f., 91f. (Sperrung von uns); „Die Formen d. Wissens u. die Bildung” : Phil. Weltanschauung 31f., 14 u.a.Google Scholar
  41. 41.
    Vgl. oben 92.Google Scholar
  42. 42.
    „Inbezug auf die theistische Gotteslehre… bekennen wir mit Walter Rathenau:,Un dieu tout-puissant, tout-savant, parfait et calme, serait un ogre. Dieu souffre. Il s’efforce. Il aime. Il a pitié‘… Selbst ein so nüchterner… Forscher wie Carl Stumpf urteilt:,Daß Gott in und mit uns leidet und kämpft, dürften sogar viele als stärksten Trost empfinden.‘“ (Phil. Weltanschauung 125.)Google Scholar
  43. 43.
    „Probleme d. Religion” : GW V, 136f.Google Scholar

Copyright information

© Martinus Nijhoff, The Hague, Netherlands 1972

Authors and Affiliations

  • Felix Hammer
    • 1
  1. 1.WienÖsterreich

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