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Die Liebende Wesensschau als Weg zur Philosophischen Idee vom Menschen

  • Felix Hammer
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Part of the Phaenomenologica book series (PHAE, volume 45)

Zusammenfassung

„In einem gewissen Verstände lassen sich alle zentralen Probleme der Philosophie auf die Frage zurückführen, was der Mensch sei und welche metaphysische Stelle und Lage er innerhalb des Ganzen des Seins, der Welt und Gott einnehme.“1 Diese Überzeugung von der grundlegenden Bedeutung der anthropologischen Problematik für das Philosophieren überhaupt hält sich bei aller sonstigen Wandlung durch das gesamte Werk Max Schelers, den man deshalb nicht mit Unrecht den Vater der philosophischen Anthropologie im strengen Sinn genannt hat. Über die speziell zur Ausarbeitung einer philosophischen Anthropologie erforderliche Methode findet sich in den bisher zugänglichen Schriften Schelers nicht viel. Bei der engen Verknüpfung von Philosophie und Anthropologie sind wir daher wohl berechtigt, die Aussagen Schelers über das Wesen der Philosophie überhaupt2 auch auf die Voraussetzungen zur Gewinnung einer philosophischen Idee vom Menschen anzuwenden

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Literatur

  1. 1.
    „Zur Idee d. Menschen”: GW III, 173.Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. dazu: „Vom Wesen d. Philosophie”: GW V, 63–99.Google Scholar
  3. 3.
    Die Stellung d. Menschen im Kosmos 6f.Google Scholar
  4. 4.
    Vgl. „Mensch u. Geschichte”: Phil. Weltanschauung 62.Google Scholar
  5. 5.
    „Vom Wesen d. Philosophie”: GW V, 75.Google Scholar
  6. 6.
    Vgl. Logos. Internationale Zeitschrift f. Philosophie d. Kultur I (1910), 289–341.Google Scholar
  7. 7.
    Logos I (1910), 322.Google Scholar
  8. 8.
    In diesem Sinn schreibt Husserl programmatisch: „Nicht von den Philosophien, sondern von den Sachen und Problemen muß der Antrieb zur Forschung ausgehen.” (Logos I [1910], 340.)Google Scholar
  9. 9.
    Vgl. „Probleme d. Religion: GW V, 115.Google Scholar
  10. 10.
    „Erkenntnis u. Arbeit”: GW VIII, 203 u. 204; ebenso: „Die Formen d. Wissens u. die Bildung”: Phil. Weltanschauung 40.Google Scholar
  11. 11.
    „Vom Wesen d. Philosophie”: GW V, 68.Google Scholar
  12. 12.
    „Erkenntnis u. Arbeit”: GW VIII, 362.Google Scholar
  13. 13.
    Vgl. „Vom Wesen d. Philosophie”: GW V, 67f. u. 71.Google Scholar
  14. 14.
    Immer wieder finden sich Umschreibungen wie „Reich des eigentlichen Seins” (GW V, 67), „Sachenreich” (GW V, 78), „an sich bestehendes Seinsreich” (GW V, 85), „Reich der geordneten Liebenswürdigkeiten aller Dinge” (GW X, 351), „Reich der Wertqualitäten” (GW II, 170), „absolutes Ideen- und Wertreich” (GW VIII, 26), Gott als „Spitze des... Reiches der Liebenswürdigkeiten” (GW X, 359), „Reich Gottes”(GW II, 293; GW III, 89: hier auch der Verweis auf die neutestamentliche βασiλεíα τoυ̃ ϑεoυ̃), „Wesensreich” (GW V, 203), auch personifiziert zum „Ur-wesen aller Wesen” (GW V, 69), „Wesensreich, ... dessen personales Subjekt der geistige und personale Weltgrund selber ist”(Wesen u. Formen d. Sympathie 147) u.a. Selbstverständlich soll mit diesen Hinweisen keineswegs behauptet werden, Scheler habe die biblische Reich-Gottes-Idee (vgl. dazu R. Schnackenburg, „Basileia”; in: Lexikon f. Theologie u. Kirche, Bd. II; Freiburg 21958, 25–31) adäquat und im vollen christlichen Sinn erfaßt.Google Scholar
  15. 14a.
    Seine Deutung des Reiches Gottes liegt vielmehr auf der Linie des für die neuzeitliche und vor allem idealistische Reich-Gottes-Spekulation charakteristischen Zuges zur „Entchristologisierung, Enteschatologisierung, Humanisierung und Immanentisierung, insofern das Reich Gottes nicht als Anbruch eines von Gott geschenkten Geschehens oder als durch Christus allein gewirkte Eröffnung einer den Menschen und seine Möglichkeiten übersteigenden Wirklichkeit verstanden wurde, sondern als eine menschliche und geschichtliche Aufgabe...” (H. Fries, „Reich Gottes. Die Reich-Gottes-Idee in der Neuzeit”; in: Lexikon f. Theologie u. Kirche, Bd. VIII; Freiburg 21963, 1115.)Google Scholar
  16. 15.
    Vgl. „Probleme d. Religion”: GW V, 159f.Google Scholar
  17. 16.
    Vgl. dazu die zeitlich auseinanderliegenden Äußerungen in: „Vorbilder u. Führer” (1913/14): GW X, 288, „Vom Wesen d. Philosophie” (1917): GW V, 98, „Probleme einer Soziologie d. Wissens” (1924): GW VIII, 128, Die Stellung d. Menschen im Kosmos (1927) 51.Google Scholar
  18. 17.
    Vgl. „Zur Idee d. Menschen”: GW III, 187 u. „Probleme d. Religion”: GW V, 115.Google Scholar
  19. 18.
    „Probleme d. Religion”: GW V, 343; a.a.O. 164 mit ausdrücklicher Berufung auf Augustinus.Google Scholar
  20. 19.
    „Erkenntnis u. Arbeit”: GW VIII, 211.Google Scholar
  21. 20.
    Diese Ausdrucksweise ist charakteristisch und kehrt immer wieder; vgl. etwa GW II, 276, 293, 294, 2981.; GW III, 81; GW X, 384; Wesen u. Formen d. Sympathie 182 u.a.Google Scholar
  22. 21.
    Phil. Weltanschauung 15.Google Scholar
  23. 22.
    „Absolutsphäre u. Realsetzung d. Gottesidee”: GW X, 213; Die Stellung d. Menschen im Kosmos 51.Google Scholar
  24. 24.
    „Vom Wesen d. Philosophie”: GW V, 91.Google Scholar
  25. 25.
    „Zur Rehabilitierung d. Tugend”: GW III, 17.Google Scholar
  26. 26.
    Vgl. „Zur Rehabilitierung d. Tugend”: GW III, 17, 21, 22.Google Scholar
  27. 29.
    Vgl. „Vom Wesen d. Philosophie”: GW V, 87.Google Scholar
  28. 30.
    Vgl. GW V, 230; 240.Google Scholar
  29. 31.
    Vgl. GW V, 298–300.Google Scholar
  30. 32.
    Vgl. z.B. „Probleme einer Soziologie d. Wissens”: GW VIII, 139f.; „Die Formen d. Wissens u. die Bildung”: Phil. Weltanschauung 31f.; „Der Mensch im Weltalter d. Ausgleichs”: Phil. Weltanschauung 110.Google Scholar
  31. 33.
    „Die Formen d. Wissens u. die Bildung”: Phil. Weltanschauung 32.Google Scholar
  32. 34.
    Vgl. „Erkenntnis u. Arbeit”: GW VIII, 2071.; Die Stellung d. Menschen im Kosmos 7.Google Scholar
  33. 35.
    „Probleme d. Religion”: GW V, 327.Google Scholar
  34. 36.
    Wie sehr Scheler hier empirisch vorgeht, zeigt ein Vergleich mit der gleichzeitig konzipierten, apriorisch erarbeiteten Stufenordnung des Organischen in H. Plessners Die Stufen d. Organischen u. der Mensch. Einleitung in die philosophische Anthropologie; Berlin 1928, 21965.Google Scholar
  35. 36a.
    Vgl. dazu F. Hammer, Die exzentrische Position d. Menschen. Helmuth Plessners philosophische Anthropologie; Bonn 1967, 134–140.Google Scholar
  36. 37.
    Vgl. dazu u.a.: „Vom Wesen d. Philosophie”: GW V, 89, 98; „Vorbilder u. Führer”: GW X, 301–304: „Phänomenologie u. Erkenntnistheorie”: GW X, 419; „Erkenntnis u. Arbeit”: GW VIII, 2051., 207–209; „Die Formen d. Wissens u. die Bildung”: Phil. Weltanschauung 41–48.Google Scholar
  37. 38.
    Vgl. „Phänomenologie u. Erkenntnistheorie”: GW X, 411, 428 u.a.Google Scholar
  38. 39.
    Wesen u. Formen d. Sympathie 142.Google Scholar
  39. 40.
    „Probleme d. Religion”: GW V, 170.Google Scholar
  40. 42.
    Vgl. „Der Mensch im Weltalter d. Ausgleichs”: Phil. Weltanschauung 117.Google Scholar
  41. 43.
    Vgl. Phil. Weltanschauung 7.Google Scholar
  42. 44.
    Vgl. M. Heidegger, Über den Humanismus; Frankfurt a.M. 1949, 19 u. 22.Google Scholar
  43. 46.
    Auch M. Dupuy, der sonst die Eigenständigkeit von Schelers Phänomenologie gegenüber den ethisch-religiösen Grundanliegen zu hoch veranschlagt (vgl. La philosophie de Max Scheler, T.I. 101–108), gibt zu: ,,... il n’est pas étonnant que Scheler puisse assigner à la nouvelle méthode une portée et une fécondité d’abord insoupçonnées et la présenter comme un moyen de renouvellement et de salut.” (A.a.O. 204.)Google Scholar
  44. 47.
    „Versuche einer Philosophie d. Lebens: GW III, 339.Google Scholar
  45. 48.
    An zusammenhängenden Äußerungen zum Thema Phänomenologie vgl.: Der Formalismus...: GW II, 67–72; „Phänomenologie u. Erkenntnistheorie”: GW X, 377–430; „Lehre von den drei Tatsachen”: GW X, 431–502; „Die deutsche Philosophie d. Gegenwart”; in: P. Witkop (Hrsgb.), Deutsches Leben d. Gegenwart 196–204.Google Scholar
  46. 49.
    Vgl. etwa: Der Formalismus...: GW II, 67–69; „Phänomenologie u. Erkenntnistheorie”: GW X, 380–384; bedeutsam ist in diesem Sinne Schelers Definition der Evidenz als „Einleuchten des Wesens, in dem es sich im strengsten Sinne als selbst-gegeben darstellt”(„Probleme d. Religion”: GW V, 298; ähnlich GW V, 17).Google Scholar
  47. 50.
    Vgl. GW X, 394; GW V, 208.Google Scholar
  48. 51.
  49. 52.
    Vgl. z.B. GW X, 394 u. 412f.Google Scholar
  50. 53.
    Vgl. GW X, 386.Google Scholar
  51. 54.
    „Probleme d. Religion”: GW V, 196,Google Scholar
  52. 55.
    Vgl. GW X, 448f.Google Scholar
  53. 56.
    GW X, 444.Google Scholar
  54. 57.
    Der Formalismus...: GW II, 71. — Dagegen betont seit Thomas v. Aquin die scholastische Erkenntnislehre mit Recht die Notwendigkeit der Sinnlichkeit im Sinne der conversio ad Phantasma. „Es gibt (demnach) für Thomas keine hinnehmende Erkenntnis..., die nicht wesentlich Sinnlichkeit einschließt... Wo eine Erkenntnis nicht hinnehmend ist, weil keine Sinnlichkeit gegeben ist, muß die Erkenntnis schöpferisch sein oder an einer schöpferischen Erkenntnis als solcher teilnehmen.”(K. Rahner, Geist in Welt. Zur Metaphysik d. endlichen Erkenntnis bei Thomas v. Aquin; München 21957, 252; zur conversio ad Phantasma vgl. a.a.O. 268–294.)Google Scholar
  55. 59.
    Vgl. GW X, 411.Google Scholar
  56. 60.
    Vgl. Der Formalismus...: GW II, 69; „Phänomenologie u. Erkenntnistheorie”: GW X, 391f.; „Probleme d. Religion”: GW V, 167f.2026Google Scholar
  57. 61.
    Zur Rehabilitierung d. Tugend: GW III, 23.Google Scholar
  58. 64.
    Vgl. dazu etwa: „Liebe u. Erkenntnis”: GW VI, 78; Die Stellung d. Menschen im Kosmos 50, 52, 58.Google Scholar
  59. 66.
    Vgl. z.B.: Ideen zu einer reinen Phänomenologie u. phänomenologischen Philosophie. I. Buch: Allgemeine Einführung in die reine Phänomenologie (Husserliana, Bd. III); Den Haag 1950, 63–74; 118f.; 174–177; 225f. „Der phänomenologische Idealismus leugnet nicht die wirkliche Existenz der realen Welt..., als ob er meinte, daß sie ein Schein wäre... Seine einzige Aufgabe und Leistung ist es, den Sinn dieser Welt, genau den Sinn, in welchem sie jedermann als wirklich seiend gilt und mit wirklichem Recht gilt, aufzuklären... Das Ergebnis der phänomenologischen Sinneserklärung der Seinsweise der realen Welt und einer erdenklichen realen Welt überhaupt ist, daß nur die transzendentale Subjektivität...,irrelative‘ist (d.i. nur auf sich selbst relativ), während die reale Welt zwar ist, aber eine wesensmäßige Relativität hat... als intentionales Sinngebilde der transzendentalen Subjektivität.”(Nachwort zu den „Ideen”; Husserliana, Bd. V; Den Haag 1952, 152f.)Google Scholar
  60. 67.
    „Idealismus — Realismus”; in: Philosophischer Anzeiger 2 (1927), 291. Zur voluntativen Realitätslehre Schelers vgl.: „Probleme d. Religion”: GW V, 215–218; „Erkenntnis u. Arbeit”: GW ¥111,362–373; „Idealismus - Realismus”: Phil. Anzeiger 2 (1927), 284–293; Die Stellung d. Menschen im Kosmos 53f. Auch hier ist es für unseren Zusammenhang wichtig darauf hinzuweisen, daß hinter Schelers voluntativem Realismus bei aller Rückführung hauptsächlich auf Dilthey, Schopenhauer und Schelling auch die Vorstellung vom allschöpferischen göttlichen Willen steht. Der nur angedeutete Gedankengang ist folgender: Wenn bei Gott die Realsetzung durch den Willen geschieht, dann muß für den Menschen wenigstens die Realitäts erfahrung an das Wollen gebunden sein. Auch beim Menschen gibt es deshalb einen Übergang vom bloßen „Arbeiten”zum willensmächtigen „Schaffen”; der wirkende Mensch ist der „einzige Ort”, an dem, defizient und abbildhaft freilich, die im Schöpfergott rein verwirklichte Willensgebundenheit aller Wirklichkeit offenbar wird. In der absteigenden Linie vom göttlichen „Er-schaffen”zum menschlichen „Schaffen”und „Arbeiten”liegt ein weiteres Beispiel für Schelers Eigenart der Deutung menschlicher Wirklichkeit von oben her. (Vgl. Probleme d. Religion: GW V, 215–217 u. 269).Google Scholar
  61. 68.
    Die Stellung d. Menschen im Kosmos 55. — Zur phänomenologischen Reduktion im Sinne Schelers vgl. GW V, 86; GW VIII, 138, 218f.; Phil. Anzeiger 2 (1927), 281–284; Die Stellung d. Menschen im Kosmos 52–56. Den Unterschied zwischen Scheler und Husserl in der Frage nach Inhalt und Bedeutung der phänomenologischen Reduktion schätzt H. Spiegelberg hoch ein, wenn er schreibt: Scheler „found a new and more significant function for it [the phenome-nological reduction] in the context of his metaphysical enterprises, namely as part of the spiritual act by which man can free himself from the immersion in the world of factual reality and even break the power of reality over himself. For his deliberate,no‘can inhibit the vital urge to which the phenomenon of resistance, and with it reality itself, is relative. On the other hand this reduction is also an expression of the positive love of essences, which are revealed by it in their pristine purity. It hardly needs repeating that both the nature and the function of such a metaphysical act have little if any connection with Husserl’s conception.”(The Phenomenological Movement, vol. I, 245f.) 69 Für den Christen ist gerade das Leben,,ein Gut nur, sofern es... einen Schauplatz bildet für das Hervorbrechen und Erscheinen des,Reiches Gottes‘.”Christliche Askese stellt sich daher „in den Dienst der Befreiung der geistigen Persönlichkeit”(vgl. „Das Ressentiment im Aufbau d. Moralen”: GW III, 90, 113).Google Scholar
  62. 70.
    „Probleme einer Soziologie d. Wissens”: GW VIII, 138.Google Scholar
  63. 71.
    „Vom Wesen d. Philosophie”: GW V, 86f., vgl. auch Anm. 2 a.a.O. 86.Google Scholar
  64. 72.
    Die Stellung d. Menschen im Kosmos 551.Google Scholar
  65. 73.
    Vgl. dazu A. Diemer, Edmund Husserl. Versuch einer systematischen Darstellung seiner Phänomenologie; Meisenheim am Glan 21965, 52f., 324–327.Google Scholar
  66. 74.
    H. Kuhn, „Scheler”; in: Lexikon f. Theologie u. Kirche, Bd. IX, 21964, 383.Google Scholar
  67. 75.
    „Erkenntnis u. Arbeit”: GW VIII, 282.Google Scholar
  68. 76.
    M. S. Frings, „Der Ordo Amoris bei Max Scheler”; in: Zeitschrift f. phil. Forschung 20 (1966), 57.Google Scholar
  69. 77.
    Vgl. dazu: „Vom Wesen d. Philosophie”: GW V, 68–73.Google Scholar
  70. 79.
    „Problemde. Religion”: GW V, 340; vgl. „Liebe u. Erkenntnis”: GW VI, 92f., 95.Google Scholar
  71. 80.
    „Liebe u. Erkenntnis”: GW V, 89.Google Scholar
  72. 82.
    Zu Augustinus vgl. „Liebe u. Erkenntnis”: GW VI, 93–97, zu Pascal etwa: Der Formalismus...: GW II, 260f.Wie wenig sich Scheler mit seiner Lehre, der letzte Wesenskern Gottes sei die Liebe, auf Augustinus berufen kann, zeigt dessen klassisch gewordene „psychologische”Trinitätslehre, welche die Zeugung des Sohnes durch das göttliche Erkennen nicht weniger kennt als die Hauchung des Geistes durch die göttliche Liebe. Und gegen einen einseitigen Primat der Liebe vor dem Erkennen vgl. De Trinitate VIII, 4; X, 1 u. 2 (PL 42, 951, 971–975). Für die richtige Zuordnung von Liebe und Erkennen ist zu bedenken, daß Augustinus gerade in der Interpretation johanneischen Gedankenguts schreibt: „Non enim diligitur quod penitus ignoratur. Sed cum diligitur quod ex quantulacumque parte cognoscitur, ipsa efficitur dilectione ut melius et plenius cognoscatur.”(In Ioann. evang., tract. 96, 4; PL 35, 1876). Zur nur eingeschränkten Berechtigung der Berufung auf Pascal vgl. J. Malik, „Wesen u. Bedeutung d. Liebe im Personalismus Max Senders”; in: Phil. Jahrbuch 71 (1963/64), 114, Anm. 67.Google Scholar
  73. 88.
    Vgl. etwa: „Vom Wesen d. Philosophie”: GW V, 80–83.Google Scholar
  74. 84.
    „Liebe u. Erkenntnis”: GW VI, 94.Google Scholar
  75. 85.
    Vgl. Der Formalismus...: GW II, 489 u. 583, Anm. 3.Google Scholar
  76. 86.
    „Ordo Amoris”: GW X, 355.Google Scholar
  77. 87.
    Wesen u. Formen d. Sympathie 178, 179.Google Scholar
  78. 88.
    Vgl. Wesen u. Formen d. Sympathie 106–109.Google Scholar
  79. 89.
    Phil. Weltanschauung 9.Google Scholar
  80. 90.
    Vgl. „Das Ressentiment im Aufbau d. Moralen”: GW III, 99 u. 90f.Google Scholar
  81. 91.
    Vgl. z.B. GW III, 21; Wesen u. Formen d. Sympathie 36, 101f., 189; Phil. Weltanschauung 14, 32.Google Scholar
  82. 92.
    Vgl. Der Formalismus...: GW II, 220, 230 u. Wesen u. Uormrn s. Sympathie 36.Google Scholar
  83. 93.
    „Ordo Amoris”: GW X, 347; „Probleme d. Religion”: GW V, 220.Google Scholar
  84. 94.
    Vgl. Die Stellung d. Menschen im Kosmos 93; „Die Formen d. Wissens u. die Bildung”: Phil. Weltanschauung 32. Wie wenig die Fundierungsordnung Gottesliebe — Welt- und Menschenliebe auch im gegenüber dem Ressentiment-Aufsatz korrigierenden Abschnitt des Sympathie-Buches (vgl. a.a.O. 116–120) zurückgenommen wird, zeigt der Hinweis, daß allgemeine Menschenliebe nur dann Wesensbedingung für die Gottesliebe ist, „sofern sie...,amare in Deo’ und... durch eine zuvorkommende Liebe Gottes zum Menschen als bedingt erlebt und gedacht ist.”(Wesen u. Formen d. Sympathie 120; vgl. auch 220.)Google Scholar
  85. 95.
    Vgl. „Ordo Amoris”: GW X, 354, 347.Google Scholar
  86. 96.
    Vgl. „Liebe u. Erkenntnis”: GW VI, 84; „Das Ressentiment im Aufbau d. Moralen”: GW III, 73L, Anm. 3; Wesen u. Formen d. Sympathie 164f.Google Scholar
  87. 97.
    „Das Ressentiment im Aufbau d. Moralen”: GW III, 75.Google Scholar
  88. 98.
    Vgl. „Die Formen d. Wissens u. die Bildung”: Phil. Weltanschauung 30.Google Scholar
  89. 99.
    Wesen u. Formen d. Sympathie 182.Google Scholar
  90. 100.
    Vgl. Wesen u. Formen d. Sympathie 176–187.Google Scholar
  91. 101.
    „Das Ressentiment im Aufbau d. Moralen”: GW III, 73, Anm. 3.Google Scholar
  92. 102.
    Wesen u. Formen d. Sympathie 133.Google Scholar
  93. 103.
    „Das Ressentiment im Aufbau d. Moralen”: GW III, 81; vgl. ferner: „Liebe u. Erkenntnis”: GW VI, 92.Google Scholar
  94. 104.
    „Aber ich meine, daß dem Akt der Liebe nicht das wesenhaft ist, daß er nach gefühltem Wert... sich auf diesen Wert,antwortend”richte, sondern daß dieser Akt vielmehr die eigentlich entdeckerische Rolle in unserem Werterfassen spielt — und daß nur er sie spielt —, daß er gleichsam eine Bewegung darstellt, in deren Verlauf jeweilig neue und höhere, d.h. dem betreffenden Wesen noch völlig unbekannte Werte aufleuchten und aufblitzen. Er folgt also nicht dem Wertfühlen und Vorziehen, sondern schreitet ihm als sein Pionier und Führer voran. Insofern kommt ihm zwar nicht für die an sich bestehenden Werte überhaupt, aber doch für den Kreis und Inbegriff der jeweilig durch ein Wesen fühlbaren und vorziehbaren Werte eine,schöpferische‘Leistung zu.”(Der Formalismus...: GW II, 266f.; vgl. auch Wesen u. Formen d. Sympathie 178; „Probleme d. Religion”: GW V, 307.)Google Scholar
  95. 105.
    Wesen u. Formen d. Sympathie 187.Google Scholar
  96. 106.
    „Das Ressentiment im Aufbau d. Moralen”: GW III, 73.Google Scholar
  97. 107.
    „Probleme d. Religion”: GW V, 299. Vgl. „Das Ressentiment im Aufbau d. Moralen”: GW III, 74, Anm. 3; 97; Der Formalismus...: GW II, 259.Google Scholar
  98. 108.
    „Das Ressentiment im Aufbau d. Moralen”: GW III, 86.Google Scholar
  99. 109.
    Vgl. Wesen u. Formen d. Sympathie 152; „Das Ressentiment im Aufbau d. Moralen”: GW III, 961.; „Probleme d. Religion”: GW V, 192.Google Scholar
  100. 110.
    „Das Ressentiment im Aufbau d. Moralen”: GW III, 92 u. 100f. Zu Schelers peinlicher Kriegsverherrlichung vgl.: Der Genius d. Krieges u. der deutsche Krieg; Leipzig 1915.Google Scholar
  101. 111.
    H. U. v. Balthasar, Apokalypse d. deutschen Seele, Bd. III, 149.Google Scholar
  102. 112.
    Vgl. Wesen u. Formen d. Sympathie 214f., 182 u. „Das Ressentiment im Aufbau d. Moralen”: GW III, 74, Anm. 3, wo die genannte Auffassung als „prinzipiell auch die in der christlichen Liebesidee liegende Überzeugung”bezeichnet wird. Wenn der späte Scheler den Trieben erhöhte Bedeutung beimißt, wovon noch zu sprechen sein wird, dann nicht im Sinne einer Synthese, sondern einer letzten Hypostasierung zum Urgegensatz Drang — Geist.Google Scholar
  103. 114.
    Vgl. zum Ganzen: Wesen u. Formen d. Sympathie 120–154; die angeführten Zitate finden sich a.a.O. 135, 140, 148, 129, 131, 133. Vgl. ferner unseren Beitrag: „Individuale Partnerschaft. Zur anthropologischen Bedeutung d. Geschlechtlichkeit”; in: Salzburger Jahrbuch f. Philosophie XII/XIII (1968/69), 307–321.Google Scholar
  104. 115.
    J. Malik scheint in seinem sonst wertvollen Artikel,,Wesen und Bedeutung der Liebe im Personalismus Max Senders”diese Fundierungsordnung, wenn schon nicht umzukehren, so doch nicht deutlich genug zu sehen; vgl. Phil. Jahrbuch 71 (1963/64), 121f., 123. Richtiger sieht hier M. Dupuy, La philosophie de Max Scheler, T. II, 719–722; doch können wir ihm in seinem Resultat:,,il existe une unité matérielle relative, non pas une veritable unité formelle, de la pensée de Scheler considérée dans son ensemble” (a.a.O. 724) wegen des bis in die Spätphase Schelers reichenden Grundzugs der nachvollziehenden Heteronomie des Menschen nicht folgen.Google Scholar
  105. 116.
    H. U. v. Balthasar, Apokalypse d. deutschen Seele, Bd. II, 168. — Dies übersieht J. H. Nota, dessen Beitrag „De rol van de lief de in Max Schelers ethica” den Eindruck erweckt, als wäre Schelers Liebesphilosophie ein organisches Ergebnis seiner phänomenologischen Methode (vgl. Bijdragen 27 [1966], 245–253).Google Scholar
  106. 117.
    „Liebe u. Erkenntnis”: GW VI, 87.Google Scholar
  107. 118.
    „Die deutsche Philosophie d. Gegenwart”; in: Ph. Witkop (Hrsgb.), Deutsches Leben d. Gegenwart 213.Google Scholar
  108. 119.
    Vgl. „Probleme einer Soziologie d. Wissens”: GW VIII, 64. Diese (vorwegnehmende) Bewertung der Philosophie Schelers, der E. Przywaras einige Zeit vor Abschluß der Entwickung Schelers erschienenes Werk Religionsbe-gründung. Max Scheler — J. H. Newman; Freiburg 1923, nicht in dieser Schärfe entspricht, ist freilich erst möglich unter Einbeziehung des Spätwerkes Schelers.Google Scholar

Copyright information

© Martinus Nijhoff, The Hague, Netherlands 1972

Authors and Affiliations

  • Felix Hammer
    • 1
  1. 1.WienÖsterreich

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