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Einleitung

Zum Geistigen Profil Max Schelers
  • Felix Hammer
Chapter
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Part of the Phaenomenologica book series (PHAE, volume 45)

Zusammenfassung

Nicht nur das Werk Schelers, auch die seit 1945 nach Aufhören der politisch bedingten Unterdrückung der Schelerschen Gedankenwelt wieder anwachsende Sekundärliteratur1 zeigt die ungeheure, immer wieder ebenso gelobte wie verdächtigte Vielseitigkeit dieses Denkers. Die ständige, in Schelers letzten Jahren besonders zunehmende Beeinflussung durch die von ihm längst nicht immer wirklich überblickten und richtig beurteilten Ergebnisse der anthropologischen Einzelwissenschaften ist ganz dazu angetan, die philosophischen Grundlinien im Werk Schelers zu verdecken. Stil, Persönlichkeit und Denkweise Schelers tun ein Übriges, um den Eindruck anspruchsvollen Philosophierens zugunsten einer losen Aneinanderreihung vieler geistreicher Originalitäten zu verwischen.2 Dennoch lebt Schelers Werk aus durchgehenden und die ganze bunte Vielfalt tragenden, wenn auch nicht zu jeder Einzelheit passenden Voraussetzungen. Sie treten freilich meist halb- oder uneingestanden auf, viel weniger als Thesen denn als „Implikationen“.

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Literatur

  1. 1.
    Vgl. dazu W. Hartmann, Max Scheler. Bibliographie; Stuttgart-Bad Canstatt 1963. Diese reichhaltige Bibliographie läßt leider nicht genau erkennen, bis zu welchem Zeitpunkt sie reicht. Ferner dürfte trotz der begreiflichen Beschränkung des Herausgebers auf einen „Querschnitt”jener Arbeiten, die Scheler in größeren Zusammenhängen behandeln (vgl. das Vorwort a.a.O. 7), die grundlegende Scheler-Deutung H. U. v. Balthasars (im III. Band seiner Apokalypse der deutschen Seele) nicht fehlen.Google Scholar
  2. 2.
    Bei unverminderter Hochschätzung seines Freundes schreibt D. v. Hildebrand aus persönlicher Erinnerung über Scheler:,,Er hatte gleichsam nur,Einfälle‘, d.h. dies und jenes blitzte ihm auf, und nun warf er es gleich hin, schrieb es nieder. Die eigentliche philosophische,Arbeit‘fehlte bei ihm. Nur waren die Einsichten, mit denen er beschenkt wurde, ohne eigentliche Arbeit so gehaltvoll, ernst und zentral, daß seine Bücher keineswegs bloß aphoristischen Charakter tragen... Aber anderseits fehlt eine philosophische Durchdringung... Mit ungeheurem Leichtsinn konnte er die weittragendsten Behauptungen hinwerfen, nicht nur ohne sie irgendwie zu begründen, sondern auch ohne daß sie irgendwie sachlich mit den vorher aufgestellten richtigen Ergebnissen zusammenhingen... Oft findet sich an Stelle einer Begründung das Heranziehen eines ungeheuren Materials aus den verschiedensten Wissensgebieten, das gleichsam von der Frage nach der Begründung ablenken soll.” (Max Scheler als Persönlichkeit”; in: D. v. Hildebrand, Die Menschheit am Scheideweg. Gesammelte Abhandlungen u. Vorträge; Regensburg 1954, 627.)Google Scholar
  3. 3.
    H. U. v. Balthasar, „Scheler “; in: ders., Apokalypse d. deutschen Seele. Studien zu einer Lehre v. letzten Haltungen; Bd. III: Die Vergöttlichung d. Todes; Salzburg-Leipzig 1938, 85, Anm. 1.Google Scholar
  4. 4.
    H. U. v. Balthasar, a.a.O. 84.Google Scholar
  5. 5.
    D. v. Hildebrand, „Max Scheler als Ethiker”; in: Die Menschheit am Scheideweg 604.Google Scholar
  6. 6.
    „Liebe u. Erkenntnis”: Gesammelte Werke (= GW) VI, 88.Google Scholar
  7. 7.
    Vorrede zur i. Aufl. v. „Vom Ewigen im Menschen”: GW V, 8.Google Scholar
  8. 8.
    Vgl. „Liebe u. Erkenntnis”: GW VI, 87 und oben 53. — In ähnlichem Sinn beurteilt J. Grooten die Augustin us-Abhängigkeit Schelers; vgl. „L’augustinisme de M. Max Scheler”; in: Augustinus Magister. Congrès International Augustinien, Paris, 21–24 septembre 1954; Communications II, 1116; Paris 1954. Den Einfluß des Augustinismus im genannten Sinn veranschlagt H. Plessner so hoch, daß er von Scheler schreibt: „Zum ersten Male gelang einem deutschen Denker in paradoxer Verschmelzung kantischer und nietzschescher Motive der Anschluß an die Linie Augustin-Pascal.”(„Scheler, Max”; in: Handwörterbuch d. Sozialwissenschaften, Bd. IX; Stuttgart-Tübingen-Göttingen 1956, 116.)Google Scholar
  9. 9.
    Vgl. „Die deutsche Philosophie d. Gegenwart”; in: Ph. Witkop (Hrsgb.), Deutsches Leben d. Gegenwart; Berlin 1922, 198.Google Scholar
  10. 10.
    Vgl. „Spinoza”: Philosophische Weltanschauung 60.Google Scholar
  11. 11.
    Hinsichtlich der Personlehre hat Schelers über Eucken gehende Fichte-Abhängigkeit aufzuweisen versucht R. J. Haskamp, Spekulativer u. phänomenologischer Personalismus. Einflüsse J. G. Fichtes u. Rudolf Euckens auf Max Schelers Philosophie d. Person; Freiburg-München 1966. Auf die (übrigens von Scheler selbst in GW VIII, 138, 372 mitgeteilte) Anlehnung an die Realitäts- und Weltgrundspekulation des späten Schelling hat H. U. v. Balthasar, Apokalypse d. deutschen Seele, Bd. III, 174, hingewiesen.Google Scholar
  12. 12.
    Zu den wenigen ausgesprochen philosophiegeschichtlichen Arbeiten Schelers zählt seine Amsterdamer Rede zum 250. Todestag Spinozas (Phil. Weltanschauung 49–61), aus der eine unverkennbare Sympathie für den „gottrunkenen”, „heiligen”Spinoza spricht.-Zur Hartmann-Abhängigkeit Schelers vgl. W. Hartmann, Die Philosophie Max Schelers in ihren Beziehungen zu Eduard von Hartmann; Düsseldorf 1956.Google Scholar
  13. 13.
    N. Hartmann, „Max Scheler †”; in: Kant-Studien XXXIII (1928), XIV.Google Scholar
  14. 15.
    Vgl. GW III, 311–339 (Sperrung von uns).Google Scholar
  15. 16.
    N. Hartmann, „Max Scheler †”; in: Kant-Studien XXXIII (1928), X.Google Scholar
  16. 17.
    Scheler schreibt über diesen ersten Kontakt mit Husserl: „Als der Verfasser im Jahre 1901... Husserl zum erstenmal persönlich kennenlernte, entspann sich ein philosophisches Gespräch, das den Begriff der Anschauung und Wahrnehmung betraf. Der Verfasser... war zur Überzeugung gekommen, daß der Gehalt des unserer Anschauung Gegebenen weit reicher sei als das, was durch sinnliche Bestände, ihre genetischen Derivate und logische Einheitsformen an diesem Gehalt deckbar sei. Als er diese Meinung Husserl gegenüber äußerte,... bemerkte Husserl sofort, daß auch er... eine analoge Erweiterung des Anschauungsbegriffes auf die sogenannte,kate-goriale Anschauung‘vorgenommen habe. Von diesem Augenblick an rührte die geistige Verbindung her, die in Zukunft zwischen Husserl und dem Verfasser bestand und für den Verfasser so ungemein fruchtbar geworden ist.”(„Die deutsche Philosophie d. Gegenwart”; in: Ph. Witkop [Hrsgb.], Deutsches Leben d. Gegenwart 198.)Google Scholar
  17. 18.
    D. v. Hildebrand, „Max Schelers Stellung zur katholischen Gedankenwelt”; in: Die Menschheit am Scheideweg 620; vgl. a.a.O. 638, wo für Scheler das katholische Gedankengut als „der Angelpunkt seines Denkens und Lebens”bezeichnet wird.Im Hinblick auf Schelers Menschenbild schreibt M. Dupuy: „... la critique de l’homme contemporain dans l’œuvre de Scheler est évidemment d’inspiration chrétienne”(La philosophie de Max Scheler. Son évolution et son unité. T.I.: La critique de l’homme moderne et la philosophie théorique; Paris 1959, 124);Google Scholar
  18. 18a.
    E. Holzen spricht von einer „idée religieuse de l’homme” (Max Scheler; in: M. F. Sciacca [Hrsgb.], Les grands courants de la pensée mondiale contemporaine, IIIe Partie: Portraits, 2nd vol.; Paris 1964, 1360.)Google Scholar
  19. 19.
    „Mensch u. Geschichte”: Phil. Weltanschauung 66 u. 67.Google Scholar
  20. 20.
    Richtig urteilt in diesem Zusammenhang M. Dupuy: „Bien que Scheler emprunte beaucoup à ses devanciers ou à ses contemporains, sa philosophie n’a rien d’un éclec-ticisme. Car il possède l’art souverain... de transformer l’idée qu’il accueille, en l’insérant dans un contexte nouveau, en la pliant des exigences personelles et en la fondant avec des notions qui procèdent de courants intellectuels très différents...” (La philosophie de Max Scheler T.I., 2.) Und M. S. Frings schreibt: „The versatility of Scheler makes it rather difficult to relate him historically to definite sources... His work is, in the true sense, genuinely autonomous, and consciously without much concern for the philosophy of the past.” (Max Scheler. A Concise Introduction into the World of a Great Thinker; Pittsburgh 1965, 26.)Google Scholar
  21. 21.
    Vgl. Vorrede zur 2. Aufl. von „Vom Ewigen im Menschen”: GW V, 13. — Als Apologeten interpretiert Scheler F. Kreppel; vgl. „Max Scheler u. das Philosophieren”; in: Zeitschr. f. Religions- u. Geistesgeschichte 11 [1959], 386. Gegen eine frühere Äußerung Kreppeis (Die Religionsphilosophie Max Schelers; München 1926) urteilt Dupuy richtig, ohne freilich die positive Seite von Schelers Philosophieren auf grund christlicher Gehalte genügend zu würdigen: „... il est inexact d’assimiler Scheler... à un apologiste conscient et volontaire de la foi catholique...”(La philosophie de Max Scheler; T.I., 125.)Google Scholar
  22. 23.
    J. B. Lotz, „Christliche Anthropologie”; in: H. Rombach (Hrsgb.), Die Frage nach dem Menschen. Aufriß einer philosophischen Anthropologie. Festschrift f. Max Müller zum 60. Geburtstag; Freiburg-München 1966, 71.Google Scholar
  23. 24.
    „Vom Wesen d. Philosophie”: GW V, 93.Google Scholar
  24. 25.
    ,,Phänomenologie u. Erkenntnistheorie”: GW X, 381.Google Scholar
  25. 26.
    J. Hessen, Max Scheler, Eine kritische Einführung in seine Philosophie; Essen 1948, Vorwort. Wegen der mangelnden Eigenbedeutung der konkreten, zufälligen „Umwelt” (im Gegensatz zur Wesens-„Welt”von „Sein überhaupt”) bedeutet auch Schelers Spätlehre vom Menschen als „Asketen des Lebens”keine „Revision” des christlichen Realismus im Sinne einer Betonung des „negativen Aspekts der Transzendenz”, wie H. Kuhn meint (vgl. „Max Scheler im Rückblick”; in: Hochland 51 [1958/59], 337). Kuhn übersieht den im Philosophie-Aufsatz (vgl. GW V, 93) der Sache nach und im zum Vergleich herangezogenen Abschnitt in „Die Stellung d. Menschen im Kosmos”89 auch terminologisch deutlichen, für Scheler wesentlichen Unterschied von „Umwelt”und „Welt”. Schelers Askese gilt der „Umwelt”als zufälligem und defizientem Raum des Erscheinens von „Welt”, zu der allein als dem in Gott ruhenden Wesensreich er vertrauensvoll Zugang sucht.Google Scholar
  26. 27.
    Vgl. „Vom Wesen d. Philosophie”: GW V, 94t.Google Scholar
  27. 28.
    Vgl. dazu etwa: Die Stellung d. Menschen im Kosmos 88f. Wieder sieht Kuhn in Schelers Formulierung eine „drastische Revision”gegenüber früher; denn,,in der neuen Fassung ist das absolut Seiende nicht die gegenwärtige Grundlage des realen Ich-Seins, sondern die Vorwegnahme des Zustandes, in dem der Geist, der zunächst mit bloßen eidetischen Möglichkeiten befaßt ist, machtvolle Wirklichkeit geworden sein wird.” („Max Scheler im Rückblick”; in: Hochland 51 [1958/59], 337.) So weit ist der späte Scheler nicht gegangen. Bei aller auf Gott übertragenen Werdedynamik bleibt das Göttliche doch „die formale Seinssphäre eines alle endlichen Erfahrungsinhalte und das zentrale Sein des Menschen selbst überragenden, schlechthin in sich selbständigen Seins von Ehrfurcht gebietender Heiligkeit”, weshalb der Mensch auch jetzt noch „nur je ein Teilzentrum des Geistes und Dranges des,Durch-sich-Seienden‘“genannt werden kann (Die Stellung d. Menschen im Kosmos 88; 91). Immer noch bleibt also Gott Wesensgrundlage des Menschen (vgl. unsere späteren Ausführungen). Dies mag zur gleichzeitig vom späten Scheler gelehrten Angewiesenheit Gottes auf den Menschen in Widerspruch stehen — die Trennung von Wesen und Dasein vermag diesen Widerspruch nicht wirklich aufzuheben —, ist aber dennoch der nicht zu leugnende Rest der alten Theomorphie des Menschen.Google Scholar
  28. 29.
    H. U. v. Balthasar, Apokalypse d. deutschen Seele, Bd. III, 180.Google Scholar
  29. 31.
    „Versuche einer Philosophie d. Lebens”: GW III, 314.Google Scholar
  30. 32.
    Vgl. Vorrede zur 2. Aufl. von „Vom Ewigen im Menschen”: GW V, 8, 9, 11, 21.Google Scholar
  31. 33.
    Vgl. Der Formalismus...: GW II, 574.Google Scholar
  32. 34.
    „Das Ressentiment im Aufbau d. Moralen”: GW III, 83. 85 Vgl. „Probleme d. Religion”: GW V, 172; 210.Google Scholar
  33. 36.
    „Zum Phänomen d. Tragischen”: GW III, 157.Google Scholar
  34. 37.
    „Probleme d. Religion”: GW V, 160.Google Scholar
  35. 39.
    „Scheler konnte, wie selten einer, gesprächsweise Gedanken entwickeln, ja, neu formen, Durchblicke geben, Perspektiven eröffnen, in denen alles geschaut oder doch bis auf Geschautes zurückgeführt war. Den kaum geborenen Gedanken konnte er plastisch-konkret, überzeugend hinstellen, so daß der Blick ihm nur zu folgen brauchte, um selbst zu schauen. Diese wunderbare Intuitionskraft verließ ihn nie... In ihr lag das Geheimnis jener Macht, die immer wieder die Besten zu ihm hinzog, die es zuwege brachte, daß ein jeder beschenkt von ihm ging.”(N. Hartmann, „Max Scheler †”; in: Kant-Studien XXXIII [1928], X.)Google Scholar
  36. 40.
    „L’élément dangereux en est la surestimation de l’intuition et de la sous-estimation de la connaissance théorique, qui amenèrent fatalement Scheler à mettre le sentiment à la place du concept et du jugement, et à sacrifier le caractère scientifique de la philosophie an faveur d’une doctrine de salut à demi religieuse.” (E. Holzen, „Max Scheler”; in: M. F. Sciacca, Les grands courants de la pensée mondiale contemporaine III/2, 1353.)Google Scholar
  37. 41.
    Vgl. „Phänomenologie u. Erkenntnistheorie”: GW X, 391–394.Google Scholar
  38. 42.
    Vgl. „Vom Wesen d. Philosophie”: GW V, 89t.Google Scholar
  39. 43.
    F. Kreppel, „Max Scheler u. das Philosophieren”; in: Zeitschrift f. Religions- u. Geistesgeschichte 11 (1959), 385.Google Scholar
  40. 44.
    Begegnungen. Hinterlassene Notizen v. Carl Muth; „Max Scheler”; in: Hochland 46 (1953/54), 16.Google Scholar
  41. 45.
    Schelers Abfall legen jene Autoren zugrunde, die in seinem Denken zwei Perioden unterscheiden. So. z.B. besonders charakteristisch E. Holzen: „La rupture avec le christianisme sépare la philosophie de Scheler en deux périodes principales: la période de la métaphysique chrétienne (bzw. période de l’anthropologie théologique) et la période de la métaphysique athée (bzw. période de la théologie anthropologique).” („Max Scheler”; in: M. F. Sciacca, Les grands courants de la pensée mondiale contemporaine III/2, 1351). Diese Einteilung, die immerhin die Metaphysik als durchgehendes Anliegen Schelers anerkennt, setzt in ihrer zweiten Form gültige Akzente, die jedoch den inneren Zusammenhang zwischen Theomorphie des Menschen und Anthropomorphic Gottes bei Scheler nicht übersehen dürfen. — Ähnlich, jedoch ohne die genaue Akzentuierung, unterscheidet M. Dupuy (La philosophie de Max Scheler. T. II: De l’éthique à la dernière philosophie; Paris 1959, 716, 724). H. Noack bezeichnet Scheler für die Zeit von 1913–1922 als „Personalisten und katholischen Konvertiten”, für die letzten Jahre als „Pantheisten”(Die Philosophie Westeuropas; Darmstadt 1962, 228). Meist unter Verkennung der durchgehenden metaphysischen Ausrichtung teilen andere in Verknüpfung äußerer und innerer Kriterien Schelers Denkweg in drei Perioden ein: J. Hessen, der im Vorwort Scheler einen „durch und durch metaphysischen Denker”nennt, spricht dann doch wieder von einer „wertphilosophischen”bzw. „idealistischen”, einer „realwissenschaftlichen”bzw. „realistischen”und einer „metaphysischen”Periode (Max Scheler 15f.). H. J. Schoeps teilt in eine idealistische, eine „katholisch-phänomenologische”und eine „heidnisch-metaphysische”Phase ein (Was ist der Menschl Philosophische Anthropologie als Geistesgeschichte der neuesten Zeit; Göttingen-Berlin-Frankfurt 1960, 202); M. S. Frings unterscheidet ähnlich (Max Scheler 27f.). Hinsichtlich der inneren Einheit von Schelers Denken meint D. v. Hildebrand, es liege „ein Bruch in seiner Philosophie vor, wie er radikaler nicht gedacht werden kann...”(„Max Scheler als Ethiker”; in: Die Menschheit am Scheideweg 608). Dupuy spricht von „changement d’orientation”, „transformation profonde”, „rupture”und zusammenfassend von einer vorhandenen „unité matérielle relative”ohne „veritable unité formelle”(La philosophie de Max Scheler; T. I, 300, Anm. 2; T. II, 716, 724). H. Spiegelberg unterscheidet bei Scheler „changes in his estimate of the Catholic Church and more basic ones in his philosophic views”(The Phenomenological Movement. A historical Introduction, vol. I; The Hague 21965, 237; hier gefällt vor allem, daß ausdrücklich auf die einseitige Ableitung der philosophischen Entwicklung aus Schelers bekannten Lebenskalamitäten verzichtet wird.)Google Scholar
  42. 46.
    Vgl. Die Stellung d. Menschen im Kosmos 5f.Google Scholar
  43. 47.
    N. Hartmann, „Max Scheler †”; in: Kant-Studien XXXIII (1928), XIV.Google Scholar
  44. 48.
    H. U. v. Balthasar, Apokalypse d. deutschen Seele, Bd. III, 174. — Diese Sicht entspricht auch am ehesten Schelers eigener, doch nicht ganz zu vernachlässigender kritischer Rückschau auf den inneren Zusammenhang von „Formalismus”und Spätphilosophie: „Es ist der Öffentlichkeit nicht unbekannt geblieben, daß der Verfasser in gewissen obersten Fragen der Metaphysik und der Philosophie der Religion seinen Standort seit dem Erscheinen der zweiten Auflage dieses Buches nicht nur erheblich weiterentwickelt, sondern auch in einer so wesentlichen Frage wie der Metaphysik des einen und absoluten Seins (das der Verfasser nach wie vor festhält) so tiefgehend geändert hat, daß er sich als einen,Theisten’ (im herkömmlichen Wortsinne) nicht mehr bezeichnen kann... Um so wichtiger erscheint es dem Verfasser, an dieser Stelle scharf hervorzuheben, daß die im vorliegenden Werke niedergelegten Gedanken durch diese Umbildung der metaphysischen Grundansicht des Verfassers nicht nur nicht mitbetroffen wurden, sondern daß im Gegenteil sie ihrerseits einige der Gründe und geistigen Motive darstellen, die diese Umbildung erst herbeigeführt haben.”(Vorwort zur 3. Aufl. des „Formalismus”: GW II, 17.) Hieraus erhellt auch, daß Scheler kein Atheist im Sinne eines radikalen Gottesleugners war, was gegen Holzen, der in Scheler „une figure-clef de l’athéisme moderne” sieht, betont werden muß (vgl. M. F. Sciacca, Les grands courants de la pensée mondiale contemporaine III/2, 1351). Die erwähnten Einschränkungen zugunsten einer inneren Einheit der Philosophie Schelers sind immer zu bedenken, wenn im folgenden von „Phasen”oder „Perioden”Schelers die Rede ist.Google Scholar
  45. 49.
    Dies vergißt J. Ortega y Gasset, der in seinem Nachruf meint: „La muerte de Max Scheler déjà a Europa sin la mente mejor que posefa, donde nuestro tiempo gozaba en reflejarse con pasmosa precision. Ahora es preciso completar su esfuerzo añadiendo lo que le faltó: arquitectura, orden, sistema.”(„Max Scheler”; in: Obras complétas, t. IV; Madrid 1947, 511.)Google Scholar

Copyright information

© Martinus Nijhoff, The Hague, Netherlands 1972

Authors and Affiliations

  • Felix Hammer
    • 1
  1. 1.WienÖsterreich

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