Zur Bedeutung des “Blickes” und des “Antlitzes” bei Georg Simmel und Emmanuel Levinas

  • Anselm Model
Part of the Analecta Husserliana book series (ANHU, volume 74)

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Anmerkungen

  1. 1.
    Siehe Exodus 33-35, 1. Korinther 13, 12 und 2. Korinther 3, 18; Levinas verweist u.a. auf Exodus 33 in SA, 235. VERZEICHNIS DER BENUTZTEN SIGEL: GSW = Georg Simmel, Gesamtausgabe, hrsg. von Otthein Rammstedt; Suhrkamp Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main: 1989 — SA =. Emmanuel Lévinas, Die Spur des Anderen, übersetzt, herausgegeben und eingeleitet von W. N. Krewani; Karl Alber Verlag, Freiburg und München: 1983; TI = Emmanuel Levinas. Totalité et Infini. ESSAI SUR L’EXTÉRIORIRTÉ; 4. ed., Martinus Nijhoff Publishers, Haag: 1984; TU = Emmanuel Lévinas, Totalität und Unendlichkeit. Versuch über die Exteriorität, übers. v. W. N. Krewani; Karl Alber Verlag, Freiburg und München: 1984. ZA = Emmauel Levinas, Die Zeit und der Andere, übersetzt und mit einem Nachwort versehen von L. Wenzler; Felix Meiner Verlag, Hamburg: 1984.Google Scholar
  2. 2.
    Heinrich Rickert, der Vorgänger Edmund Husserls in Freiburg und einer der Hauptvertreter des Südwestdeutschen Neukantianismus, war mit Simmel befreundet. Jonas Cohn (1869-1947), erster Habilitant Rickerts, lehrte damals noch als Extraordinarius für Philosophie und Pädagogik an der Universität Freiburg. C. war besonders in seinem ethischen Denken durch Simmel beeinfluβt. Auch seine Theorie der Dialektik (1923, französisch 1994) ist stark von Simmels dialektischem Verfahren inspiriert. C. verfaβte eine der ersten Biographien Simmels (Deutsches Biographisches Jahrbuch. Überleitungsband II 1917-1920, 1928, S. 326-333); am 22.9.28 erschien in der Bad. Schulztg. 66 Cohns Aufsatz “Georg Simmels Lebensphilosophie”. Franz Rosenzweig hatte bei Cohn in Freiburg ein Seminar zu Kant besucht, dies in dankbarer Erinnerung behalten und Cohn später seine Schriften zugesandt. Siehe Rosenzweigs Brief an J. Cohn vom 5.11.1924; Zu Cohn siehe u.a. A. Model, Jonas Cohn, Badische Biographien/Neue Folge Bd. 4, Stuttgart: 1996, S. 49–50. Levinas hat in die Bibliographie seines Artikel “Infini” in “l’Encyclopaedia Universalis,” 1990, t. IX, p. 1121 (Doppelartikel zusammen mit J.T. Desanti) Cohns Geschichte des Unendlichkeitsproblems im abendländischen Denken bis Kant (Leipzig: 1896, französische Übersetzung Histoire de l’infini, Paris: 1994) aufgenommen. Auch Heidegger schätzte Simmel (siehe M. Groβheim, Von Georg Simmel zu Martin Heidegger, Bonn/Berlin: 1991). Husserl stand mit Simmel im Briefverkehr. Als Levinas bei Husserl in Freiburg studierte, entstand die kritische, aber Simmel gegenüber wohlwollend gehaltene Dissertation des Husserl-Schülers H. Bohner: “Untersuchungen zur Entwicklung der Philosophie Georg Simmels” (1930). Auch lehrte in Freiburg als Extraordinarius der Ethnologe, Kunstwissenschaftler und Philosoph Ernst Grosse (1862-1927), der mit Simmel weite Interessengebiete teilte und den Simmel gelegentlich in Briefen erwähnte. Grosse gilt mit seinen Anfängen der Kunst (1894) als Pionier auf dem Gebiet der Kunstethnologie und hat die Rezeption der alten ostasiatischen Kunst in Europa maβgeblich gefördert. Zu Grosse siehe u.a. A. Model, Ernst Grosse, Badische Biographien/Neue Folge Bd. 5 (im Druck). Die Freiburger Universität hatte 1911 Simmel die Ehrendoktorwürde (Dr. rer. pol. h.c.) verliehen.Google Scholar
  3. 3.
    Simmels Soziologie der Sinne, die von Mamelet ins Französische übersetzt worden war, hat u.a. bei Sartres Analyse des “Blickes” nachgewirkt. Vgl. M. Landmann, Georg Simmel. Konturen seines Denkens, in: H. Böhringer u. K. Gründer, Ästhetik um die Jahrhundertwende. Georg Simmel, Frankfurt am Main: 1976, S. (3–11) 10.Google Scholar
  4. 4.
    GSW 11, S.722-742. Simmel hat in diesem Exkurs den Aufsatz “Die Soziologie der Sinne”, Neue Rundschau, September 1907 aufgenommen (auch in GSW 8). Mit diesem Exkurs greift S. in veränderter Form einen Problemkreis auf, der ihn früh interessierte. Mit der musikethnologischen Arbeit “Psychologisch-ethnographische Studien über die Anfänge der Musik” hatte S. ursprünglich in Berlin promovieren wollen, die Berliner Fakultät hatte jedoch mit der Begründung Helmholtz’, S. habe die Ergebnisse der Physiologie der Sinne ungenügend berücksichtigt und käme daher über Meinungsäuβerungen nicht hinaus, diese Arbeit abgelehnt. (Vgl. dazu K. Ch. Köhnke, Der junge Simmel. Frankfurt am Main: 1996, S. 57).Google Scholar
  5. 5.
    GSW 7, S.36-42; zuerst in: Der Lotse, 1.Jg., 2. Bnd. S. 280-284, Hamburg: 1901.Google Scholar
  6. 6.
    GSW 7, S. 321-332; zuerst in: Neue freie Presse, Wien, 22. April 1905.Google Scholar
  7. 7.
    Zu den Biographien Windelbands und Rickerts siehe u.a. meine entsprechenden Beiträge in: Badische Biographien/Neue Folge Bd. 4 hrsg. v. B. Ottnad; Kohlhammer Verlag, Stuttgart: 1996, S. 229-231, 323-325.Google Scholar
  8. 8.
    Das Bekanntwerden Bergsons in Deutschland geht zu einem guten Teil auf Simmel zurück u.a. auch dadurch, daβ Simmel die Übersetzung von Werken Bergsons ins Deutsche anregte. Siehe M. Landmann a.a.O. S.4 f.Google Scholar
  9. 9.
    W. Windelband. Präludien, Vorwort, 1. A. 1883.Google Scholar
  10. 10.
    Zur Leibniz-Rezeption im Südwestdeutschen Neukantianismus siehe u.a. A. Model, Prävalenz des Positiven. Zur Leibniz-Rezeption Jonas Cohns, in: VI. Internationaler Leibniz-KongreβVorträge I.Teil, hrsg. von der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Gesellschaft e.V., Hannover: 1994, S. 479–486. Im Zuge dieser Leibniz-Rezeption setzte sich auch im Marxismus mit W. I. Lenins “Materialismus und Empiriokritizismus” (1908) — wohl in Anlehnung an Leibniz’ Spiegel-Metaphorik — “Widerspiegelung” als die Grundmetapher zur Deutung und Erklärung sozialer Wirklichkeit und künstlerischen Schaffens durch, eine bildhafte Umschreibung der Verhältnisse von dialektischer Materie und Bewuβtsein, gesellschaftlichem Sein und Bewuβtsein, die Marx selbst nicht benutzte.Google Scholar
  11. 11.
    Insofern diese Formel im Antlitz vollkommen verwirklicht ist, kann das Antlitz für Simmel als Symbol einer idealen Vergesellschaftung stehen. “Das Ideal menschlichen Zusammenwirkens: daβ die äuβerste Individualisierung der Elemente in eine äuβerste Einheit eingehe, die, aus den Elementen freilich bestehend, dennoch jenseits jedes einzelnen von ihnen und nur in ihrem Zusammenwirken liegt — diese fundamentalste Formel des Lebens hat im Menschantlitz ihre vollendetste Wirklichkeit innerhalb des Anschaulichen gewonnen.” GSW 7, S.37.Google Scholar
  12. 12.
    Die Kriterien von Minima und Maxima bedeuten für Leibniz Maβstäbe einer vollkommenen Ordnung. (Siehe Leibniz, Monadologie 58).Google Scholar
  13. 13.
    GSW 7, S.40 ff.Google Scholar
  14. 14.
    Der Marburger Neukantianismus bevorzugte die Kritik der reinen Vernunft Kants. Simmel soll mit den Die Probleme(n) der Geschichtsphilosophie von 1905 in seinem soziologischen Ansatz eine “kantische Wendung” vollzogen haben. Siehe Otthein Rammstedt, “Editorischer Bericht”, in: Georg Simmel, Soziologie. GSW 11, S. 877–905, 901.Google Scholar
  15. 15.
    Im Rembrandt (Leipzig: 1916), wo S. Probleme des Porträts noch einmal aufgreift und vertieft (auch unter den Gesichtspunkten der Ewigkeit, der Gegenwart, der vergangenen und der künftigen Lebenszeit), beschreibt S. darüber hinaus einen raumlosen Blick tiefer und wesentlicher Menschen, Menschen ohne Flachheit, aus denen eine “immanente Transzendenz” spricht, die einen (endlichen) Gegenstand fixieren und zugleich weiter blicken “gewissermaβen ins Überörtliche, in ein nicht zu begrenzendes Irgendwo, das aber keine räumliche Bedeutung hat” (S. 125 ff). Für Levinas steht bei der Darstellung des Antlitzes die Dimension der Zeit, nicht des Raumes im Vordergrund seines Interesses, da es ihm dabei auf die “Eschatologie”, auf die absolute Zukunft ankommt. Das zeigt er schon mit dem Titel der Schrift von 1948 an “Die Zeit und der Andere”, wobei mit der Zeit die Momente der Befreiung, der Offenheit und der Hoffnung (Befreiung von der Immanenz und Einsamkeit des Subjektes, Öffnung zu dem ganz Anderen, Hoffnung in Form einer unstillbaren Sehnsucht) verbunden sind. Die so verstandene Zeit ist “nicht das Faktum eines isolierten und einsamen Subjektes, sondern das Verhältnis des Subjektes zum anderen” (TU 17), ist das Ereignis einer “Sozialität zu zweit”, insbesondere ein Verhältnis zum Weiblichen, zum Kind. Auch weil Levinas das Gesicht wenig räumlich, sondern zeitlich denkt, fällt es schwer, bei seinen Erörterungen sich ein konkretes Gesicht vorzustellen. Obgleich Levinas damit eine Fülle an Konnotationen verbindet, wird das “Gesicht” nicht bildhaft, bleibt gewissermaβen auch ein Schema. Das “Gesicht” Levinas’ kann man wegen des Zeitmomentes nicht betrachten (dévisagé), wie Levinas selbst in einem Interview (mit Ch. v. Wolzogen) meinte, aber dennoch wohl — so scheint es mir — erblicken und anblicken.Google Scholar
  16. 16.
    GSW 7, S.41f.Google Scholar
  17. 17.
    GSW 11, S.689Google Scholar
  18. 18.
    Kritik der Urteilskraft. 3. A.; Berlin: 1799, §3, S.9.Google Scholar
  19. 19.
    GSW 11, S. 722. Wenn Levinas auf die Sinnlichkeit bei Kant zu sprechen kommt und Kant kritisiert, dann meint er dessen Ausführungen dazu in der Kritik der reinen Vernunft, nicht die späteren, (in der Begrifflichkeit differenzierteren) der Kritik der Urteilskraft. Letztere scheint Levinas weniger intensiv wahrgenommen zu haben. Levinas hat jedoch in TU unter “Antlitz und Sinnlichkeit” danach gefragt, inwiefern “die Epiphanie als Antlitz eine Beziehung” bezeichnet, “die von derjenigen, die unsere ganze sinnliche Erfahrung charakterisiert, verschieden ist” (S. 267). Levinas rehabilitiert in den darauf folgenden ausführlichen Erörterungen der Sinnlichkeit implizit und eher beiläufig und sinngemäβ Kants in der Kritik der Urteilskraft getroffene Unterscheidung von auf das Subjekt bezogenem Gefühl und auf das Objekt gerichteter Empfindung, geht darüber aber noch hinaus, wenn er eine “Transzendentale Phänomenologie” für alle Empfindungsqualitäten fordert. Die Epiphanie als Antlitz unterscheidet sich von der Sinnlichkeit. Die Epiphanie des Antlitzes, der Blick und der Empfang des Antlitzes setzen nicht nur Sehen, sondern auch die Sprache voraus (270). Das Transzendente als Anschauung “der eigentlichen Öffnung des Seins” unterscheidet sich von der Sinnlichkeit, von der Anschauung der Formen und kann “weder in Termini der Betrachtung noch in Termini der Praxis ausgedrückt werden” (277). Die Dimension der Transzendenz erscheint allein in der Beziehung mit dem Anderen und “geleitet uns zu einer Beziehung, die ganz und gar verschieden ist von der Erfahrung im sinnlichen Sinne des Ausdrucks, von der Erfahrung, die relativ und egoistisch ist” (277). Vo r allem die erneute, intensive Beschäftigung mit der Phänomenologie der Sinnlichkeit im Zusammenhang mit einer vertieften Lektüre Husserls und dessen Differenzierung der “Intentionalität” in eine “objektivierende” und in eine “transitive” (so sah es Levinas), scheint die “kritische” Periode Levinas’ eingeleitet zu haben.Google Scholar
  20. 20.
    GSW 11, S. 723.Google Scholar
  21. 21.
    Ebenda S. 724Google Scholar
  22. 22.
    Ebenda S. 724Google Scholar
  23. 23.
    Ebenda S. 725Google Scholar
  24. 24.
    Zum höheren Ernst des “Erbaulichen” gegenüber dem vordergründigen Ernst des “Wissenschaftlichen” und zu den entsprechenden Formen an “Strenge” siehe das Vorwort zu Die Krankheit zum Tode S. Kierkegaards.Google Scholar
  25. 25.
    In der deutschen Umgangssprache wird das, aus dem Französischen übernommene Visage (seit der napoleonischen Besatzungszeit?) vor allem gegenüber sozial niedriger stehenden Menschen, etwa beim Militär, zumeist pejorativ gebraucht. Wenn Levinas fast ausschlieβlich visage (“Gesicht”) verwendet, dann hat er, neben anderen Gründen (visage ist Maskulinum und passt besser als die Feminina face und figure zum Maskulinum l’autre), möglicherweise auch den deutschen umgangssprachlichen Gebrauch von Visage im Sinn. Er unterstriche damit schon sprachlich eine Asymmetrie im Verhältnis zum “Anderen” und rehabilitiere die Verunglimpften. Gerade in der Begegnung mit dem Niedrigeren, ja dem Geringsten und Schwachen bekundet sich Hoheit. Taurek weist darauf hin, daβ Levinas das Dreifachangebot des Französischen für Gesicht “figure” und “face” neben “visage” nicht zur Nuancierung benutzt. Siehe B. Taurek, Emmanuel Levinas. 2.A.; Hamburg: 1997, S. 65.Google Scholar
  26. 26.
    Im Vorwort der Neuauflage von Le Temps et L’Autre bekräftigte der inzwischen dreiund-siebzigjährige Levinas 1979, daβ er immer noch an dem ursprünglichen (im Alter von vierzig Jahren) verfaβten Entwurf der Schrift festhalte. Levinas beginnt so mit einem Thema, dem Antlitz mit dem Der Stern der Erlösung (1921) Franz Rosenzweigs (1886-1929) schlieβt. Nachdem “Antlitz” und das “Von-Angesicht-zu-Angesicht” als Leitfäden das Werk andeutungsweise durchzogen, enthält der Schluβ des Sterns der Erlösung (“Tor”) eine umfassende symbolische Ausdeutung des Antlitzes Gottes mit den Formen des David-Sternes. Rosenzweig hat Simmel und dessen Denken auch insofern abgelehnt, als er bei Simmel eine Karikatur des “Jüdischen” und Charakterschwächen gesehen hat, die er auch bei sich wahrnahm und zu überwinden strebte. (Siehe die Briefe Rosenzweigs an Martin Buber vom 20.9.1922 und an seine Eltern vom 21.1. und 23.1.1917; vgl. H. Liebeschütz, Von Georg Simmel zu Franz Rosenzweig; Tübingen: 1970, S.141 ff.) In Rosenzweigs Abwertung Simmels mag einer der Gründe liegen, daβ Levinas in seinen Schriften Simmel ausläβt. Obgleich Rosenzweig Simmel ablehnte, dessen Denken zu fernstehend empfand und daher eine Auseinandersetzung mit ihm nicht suchte, scheinen mir doch im Der Stern der Erlösung — geborgen in einer anderen, religiösen Geistigkeit — die Simmelschen Analysen der “Soziologie der Sinnlichkeit” ständig gegenwärtig zu sein.Google Scholar
  27. 27.
    Siehe Emmanuel Levinas, Humanismus des anderen Menschen, übersetzt und mit einer Einleitung versehen von L. Wenzler, Anmerkungen von Th. de Boer, A. Peperzak und L. Wenzler, mit einem Gespräch zwischen Emmanuel Levinas und Ch. von Wolzogen als Anhang “Intention, Ereignis und der Andere”; Felix Meiner Verlag, Hamburg; 1989, S. 135.Google Scholar
  28. 28.
    Siehe I. Kant, Kritik der Urteilskraft § 57 Anmerkung I, Akademie-Ausgabe Bd. V, S. 341 f.Google Scholar
  29. 29.
    Für Levinas gehört TI noch der vorkritischen Periode an.Google Scholar
  30. 30.
  31. 31.
  32. 32.
    Ebenda, 50Google Scholar
  33. 33.
  34. 34.
    “Seit kurzem beschäftige ich mich wieder mit Meister Eckhart u. bin wieder von der Tiefe u. Freiheit dieses Geistes völlig überwältigt. Deutschland hat weitere und differenziertere Geister hervorgebracht; ob es je einen tieferen, konzentrirteren, wurzelechteren erzeugt hat, ist mir zweifelhaft.” Brief G. Simmels an H. Rickert vom 29.12.1911. Margarete Susman, die sowohl mit Simmel wie mit Rosenzweig befreundet war, scheint eine Nähe Simmels zum Grundanliegen Rosenzweigs anzudeuten, wenn sie in ihren Erinnerungen an Simmel auf eine Aussage Bernhard Groethusens, eines Lieblingsschülers Simmels verweist, die dieser Simmel selbst in den Mund legte, um die Haltung Simmels zum Absoluten zu verdeutlichen: “Ich habe es nicht gesehen, aber es war da.” Für Susman war dieses Wort, “das fast an das 33. Kapitel des zweiten Buches Moses erinnert” (und damit auch an den Schluβ von Rosenzweigs Stern der Erlösung wie an Levinas’ Grundbegriff des “Antlitzes”) entscheidend für das ganze Schaffen Georg Simmels (M. Susman, Erinnerungen an Simmel, in: Buch des Dankes an Georg Simmel, hrsg. v. K. Gassen und M. Landmann, Berlin: 1958, S. 279.)Google Scholar

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© Springer Science+Business Media Dordrecht 2002

Authors and Affiliations

  • Anselm Model
    • 1
  1. 1.Freiburg im BreisgauDeutschland

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