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Zusammenfassung

Der aus Aleppo stammende osmanische Obermedicus Ṣāliḥ b. Naṣrullāh Ibn Sallūm al-Ḥalabī (gest. 1080/1669) wurde von Klein-Franke als „Paracelsus arabus“ bezeichnet, da er die Rezeption paracelsischen Gedankengutes in aṭ-Ṭibb al-kīmiyāʾī al-ğadīd auf Ibn Sallūm zurückführt. In dieser Arbeit konnte jedoch nachgewiesen werden, dass Ibn Sallūm der Humoralpathologie, und der Qualitäten- und Gradelehre treu blieb. Außerdem zeigen die ihm zugeschriebenen Werke keine unmittelbare Rezeption paracelsischer oder pseudoparacelsischer Schriften. Sein Verständnis vom „Neuen“ in der Medizin kann zudem mit der paracelsischen nova medicina und der damit einhergehenden Ablehnung graecoarabischer Autoritäten nicht in Verbindung gebracht werden, da das „Neue“ bei Ibn Sallūm den Rahmen einer Ergänzung von Büchern der Alten nicht verlässt. Als pragmatischer Eklektiker bezieht er sich innerhalb der frühneuzeitlichen arabischen Literatur auf Dāwūd al-Anŭākī sowie auf die lateinische medizinische und pharmazeutische Literatur des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit. Neuen Heilpflanzen und chemiatrischen Präparaten stand er offen gegenüber, wenn er ihre Wirksamkeit durch Erprobung belegen konnte. Mehrere Antimon- und Quecksilberpräparate, die kennzeichnend für die Paracelsisten waren, jedoch im Zeitalter der Chemiatrie ein Teil des universellen Arzneischatzes geworden waren, finden in seinem Werk Ġāyet ül-beyān fī tedbīr beden il-insān Erwähnung, wobei auf mögliche Unverträglichkeiten und Gefahren hingewiesen wird.

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© Centaurus Verlag & Media UG 2012

Authors and Affiliations

  • Natalia Bachour
    • 1
  1. 1.Universität HeidelbergDeutschland

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