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Zeitbild im Opernformat

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Zusammenfassung

1. Wenn man die Entwicklung der Welt in den gut 30 Jahren, in denen Siegfried Wagner Märchenspiele und Dramen gedichtet und in Musik gesetzt hat, mit den vier Jahrzehnten des musikdramatischen Schaffens seines Vaters Richard Wagner vergleicht, so scheint die Loslösung von allen Zeitläufen, die sich bei dem Vater erst nach und nach einstellt hat und die in einem merkwürdigen Gegensatz zu seiner mit zahlreichen Einmischungsversuchen gepaarten Anteilnahme am politischen Geschehen steht, beim Sohn auf den ersten Blick permanent und absolut gewesen zu sein. Während Richard Wagner mit dem Rienzi das Junge Deutschland in einer Revolutionsoper verkörpert hatte, die mit etwas mehr Glück oder Pech ähnlich der Stummen von Portici die deutsche Märzrevolution von 1848 schon im Jahre 1842 hätte auslösen können, und während sein Ring des Nibelungen einen kühnen Spagat zwischen dem Sozialismus und Anarchismus Proudhons und Bakunins und der germanischen Mythologie bedeutete, suchen wir in Siegfried Wagners Märchenspielen und Historiendramen zunächst vergeblich nach Parallelen. Von den Sujets her hat man sogar den umgekehrten Eindruck, als habe Siegfried Wagner seine reiche historische Palette ähnlich wie Gustav Freytag in den Ahnen eingesetzt, um in einer historistischen Perspektive eine bunte und reiche Anthologie der deutschen Geschichte zu schaffen. Die setzt mit der Auseinandersetzung zwischen Römern und Germanen im 3. Jahrhundert in der heiligen Linde ein, deren Aufführung wir hier mit so groβer Spannung entgegenblicken, entwickelt sich dann über die Westgoten des 4.

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© Centaurus Verlag & Media UG 2003

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